TWO | Der Plan

,,Ich?"
,,Du",bestätigte Vera grinsend und beugte sich wieder über die Blätter, auf welchen sie alle Teile ihres Plans undeutlich zu Papier gebracht hatte.

,,Zaydens Party ist nächste Woche in seiner wunderschönen Villa. Die soll alleine schon acht Badezimmer haben-"
Um Veras Schwärmerei ein Ende zu bereiten, räusperte Delaney sich und stand von der Couch auf.
,,Willst du was trinken?"
,,-Was?",scheinbar war Vera so ins Schwärmen vertieft gewesen, dass sie Delaney nicht mal mehr beachtet hatte.
Als sie aber verstand, was sie gefragt wurde, begannen ihre Augen förmlich zu leuchten.
,,Einen Guayusa Tee, bitte"

Delaney hatte keinerlei Ahnung, was für ein Tee das sein sollte.
Vor Vera zu flüchten erschien ihr aber wichtiger als ihr dies zu erklären, weshalb sie mit einem kurzen Nicken verschwunden war und sich nun in der Küche wiederfand.
Ratlos öffnete Delaney einen der Schränke, doch zu finden war nur Kakaopulver.
,,Besser als gar nichts",murmelte sie und schnappte sich noch eine Tasse dazu.
Da es in der Küche aussah wie auf einem Schlachtfeld, hatte sie erst Schwierigkeiten eine freie Stelle neben dem Herd zu finden.

Nachdem jedoch beides abgestellt war, kippte sie Kakaopulver in die Tasse hinein und schnappte sich zusätzlich noch ein paar der umstehenden Gewürze, welche sie noch beifügte.

,,Willst du jemanden vergiften?",ertönte es plötzlich von der Türe aus.
,,Das soll ein Tee werden",murrte Delaney, während sie Wasser aufsetzte und sich dann zu ihrer Tante umwandte.
,,Wir sollten vielleicht doch anfangen Tee zu kaufen",Rachel verzog das Gesicht, als sie an dem seltsamen Gemisch roch.
,,Quatsch. Bisschen Sahne drauf, dann wird das schon"
,,Sahne? Im Tee?"
,,Ist ja keiner echter"
,,Aber es soll doch nach einem aussehen?"
,,Stimmt",mürrisch blickte Delaney in die Tasse.
,,Vera ist sowieso total in ihren Plan vertieft. Das fällt ihr nicht auf"

Skepsis lag in Rachels Blick, als ihre Nichte noch das heiße Wasser dazugab.
Damit roch es noch eine Spur scheußlicher.
,,Das kannst du ihr unmöglich geben"

Delaney sah durch die Küche, ehe ihr Blick an der Minze hängen blieb.
Schnell riss sie ein paar Blätter davon ab, die sie dann mit in den Tee warf.
Bevor sie jedoch dazu kam auch noch ein wenig Erde mit hinzuzumischen, hielt ihre Tante sie davon ab.
,,Damit vergiftest du sie wirklich"

,,Riecht...speziell",meinte Vera, als Delaney ihr die Tasse reichte und der Geruch des Gemisches in ihre Nase stieg.
,,Und das ist wirklich Guayusa Tee?"
,,Natürlich. Denkst du ich würde dir einfach irgendwas zusammenmixen?"mit einem unschuldigen Lächeln sah Delaney sie an.
,,Nein. Niemals.",auch Vera wurde von dem Lächeln angesteckt.
,,Obwohl ich mich schon wundere, wieso da...Minzblätter drin sind?"
Anstatt darauf einzugehen, lenkte Delaney das Thema schnell um.
,,Wir waren bei Zaydens Toiletten, stimmts?"
,,Ah, ja, richtig"

,,Also, ich fass es noch mal zusammen.
Du willst, dass wir nächste Woche auf Zaydens Party gehen und wie normale Gäste wirken, bevor ich ihn in ein Gespräch verwickele, auf die Tanzfläche zerre, dann kurz zum Schokoladenbrunnen verschwinde und plötzlich auf ihn zugestolpert komme?
Ich soll ihn umreißen, dabei auf dich stoßen und ihr werdet die Feier mit einem wahnsinnig romantischen Kuss beenden?"

,,Exakt! Du hast den Plan schon genau im Kopf, das ist grandios.",während Vera nur so vor sich hinstrahlte, war Delaney alles andere als begeistert.
,,Kannst du nicht einfach was normales mit ihm machen? Zum Beispiel Tanzen? Und dann küsst du ihn?",Delaney sah sie abwartend an, doch Vera ließ sich lange Zeit mit ihrer Antwort, da sie noch dabei war ihren ,,Tee" auszutrinken.
,,Ne",war schließlich ihre schlichte Antwort, nachdem sie die Tasse auf dem Tisch abstellte.
,,Das soll voll romantisch sein und so.
Außerdem schaffst du das schon.
Du musst ihn ja nur stoßen.
Wenn du willst, kann ich dir das auch mal vorführen-"
,,Nein, danke. Lass mal lieber",hielt Delaney sie noch rechtzeitig ab.
Vera stieß einen theatralischen Seufzer aus und Delaney hatte schon die Befürchtung, sie würde nun beleidigt sein.
,,Es freut mich wirklich, dass ich mich so auf dich verlassen kann",kam es dann jedoch, zur Überraschung Delaneys, aus ihrem Mund.
,,Ja,...klar",ein schiefes Lächeln bildete sich auf ihrem Gesicht.
,,Dann bist du also dabei. Das freut mich ja so!"
Und ehe sie sich versah, wurde sie von Vera in eine quetschende Umarmung gezogen.

,,Oh je, schon so spät.
Und heute gibt es doch Zucchiniauflauf bei mir. Wir sehen uns",Vera löste die Umarmung und begann hastig die Papiere wieder in ihre Tasche zu stopfen.
,,Und danke für den Tee",flötete sie noch, ehe sie aus der Haustüre verschwand und diese ins Schloss fallen ließ.

Mit einem genervten Seufzen ließ sich Delaney zurück in die Kissen fallen.
,,Das kann ja was werden"

Bạn đang đọc truyện trên: AzTruyen.Top