THREE | Am Scheitern?

,,Was soll das heißen, wir sind nicht eingeladen?",empört stemmte Vera ihre Hände in die Hüften, während sie den deutlich größeren Jungen vor sich wütend anfunkelte.

Gute fünfzehn Minuten lang wurde Delaney schon die Ehre zuteil, dieser ziemlich einseitigen Konversation zu lauschen.

,,Dass ihr Mädchen so schwer von Begriff seid, hätte ich jetzt nicht gedacht",dem Jungen war anzumerken, dass er gut auf diese Unterhaltung verzichten konnte.
,,Ihr steht nicht auf der Liste."

,,Na und? Ist doch egal",dass Vera dabei versuchte auf Zehenspitzen zu stehen, um größer zu wirken, lenkte das Ganze ein wenig ins Lächerliche.
Balance halten gehörte nämlich definitiv nicht zu ihren Stärken, weshalb sie eher den Anschein erregte, es wäre ihre Absicht ein hüpfendes Känguru mit Blähungen nachzuahmen.

,,Kein Eintrag auf der Liste, keine Einladung zur Party",dies schien sein Schlusswort zu sein. Er schob Vera zur Seite und ging kopfschüttelnd an ihr vorbei.

,,Na das lief ja klasse",Delaneys Stimme triefte nur so vor Sarkasmus, als sie sich von dem Spint abstieß, an welchen sie bis eben gelehnt war.

,,Vielleicht sollten wir das lieber lassen. Wenn Zayden nicht einmal selbst seine Gäste einladen kann, sondern irgendeinen Typen mit ner Liste losschickt-"

,,Er hat nur viel zu tun. Sonst würde er es selbst machen",verteidigte Vera ihn sofort.
,,Es war außerdem bestimmt nur ein Fehler, dass wir nicht in die Liste eingetragen wurden"

Delaney war sich im Klaren darüber, dass dies sehr wohl kein Fehler war.
Ihrer Meinung nach war der Plan nun schon zum Scheitern verurteilt. Schon seit Vera ihn ihr vorgetragen hatte.

,,Wir gehen jetzt zu Zayden und weisen ihn auf diesen verheerenden Fehler hin",noch bevor Delaney Protest einlegen konnte, wurde sie am Handgelenk gepackt und von Vera durch den Gang geschleift.
Zielstrebig war sie.
So zielstrebig, dass es ihr nicht mal auffiel, als Delaney Schmerzenslaute von sich gab, wenn sie dabei andere Schüler anrempelte und von einigen der schweren Schultaschen getroffen wurde.

,,Da ist er",durch das aprubte Stehen bleiben Veras, konnte sich Delaney gerade noch rechtzeitig halten, bevor sie mit ihr zusammenstieß.
,,Wir brauchen jetzt einen genialen Auftritt. Ein Ventilator wäre auch nicht schlecht, da wehen die Haare so zurück"
Delaney sah sie seltsam an. Ihrer Meinung nach war das was Vera brauchte, eine psychotherapeutische Behandlung.

,,Aber ich denke ein genialer Auftritt reicht",mit schnellen Schritten, und erhobenen Hauptes begann sich Vera wieder in Bewegung zu setzen.

Doch nur wenige Meter von ihm entfernt kam sie erneut zum Stehen.
,,Du musst ihm den Fehler erklären. Ich bekomm da immer nie auch nur ein Wort raus."
,,Vera-"
,,Danke, wirklich",eigentlich wäre Delaney der Situation schon längst entflohen. Doch sie wusste, dass sie es dann mit ihrem schlechten Gewissen zu tun bekommen würde.
Denn Vera war streng genommen nicht mehr als eine ,,normale" 15 Jährige, die einen Plan verfolgte, um mit dem Jungen zusammenzukommen, in den sie verliebt war.

Vera schob Delaney nun auf Zayden zu, welcher momentan den Rücken zu ihnen gewandt hatte.
,,Toi, toi, toi",mit diesen Worten verschwanden die Hände von ihrem Rücken und mit ihnen auch Vera, welche sich jetzt schleunigst daran machte, hinter einen der Spinte zu kommen und nur ihren Kopf hervorlugen zu lassen.

Zu Delaneys Leidwesen, stellten Zaydens Freunde genau in diesem Moment ihr Gespräch ein und bogen in Richtung des Bio Raumes ab.
Dies veranlasste auch Zayden dazu sich umzuwenden, wobei er sich direkt in Delaneys Richtung drehte.

Es war einer dieser vielen, seltsamen Momente, wenn man zu jemandem sah und dann ausversehen mit dieser Person Blickkontakt herstellte, ohne es zu wollen.

Es verstrichen Sekunden, wenn nicht sogar Minuten, in denen sich die beiden nur starr über die nicht allzu große Entfernung hinweg ansahen.

Schließlich lenkte Delaney mit einem Räuspern ihren Blick ein Stück neben ihn, um den unangenehmen Augenkontakt so zu unterbrechen.

Mit einem widerwilligen Seufzen, von welchem sie hoffte, dass es keiner gehört hatte, gab sie sich einen Ruck und ging auf Zayden zu.

Sie überlegte wie sie ihn ansprechen sollte, doch kein Ton kam über ihre Lippen.
So standen sie beide bewegungslos voreinander und sahen sich stumm an.
Delaney verfluchte sich selbst in diesem Moment dafür, dass sie überhaupt zugestimmt hatte an Veras Stelle mit ihm zu reden.
Nun war nämlich sie diejenige, die sich lächerlich machte.

,,Willst du mich jetzt weiter anstarren oder eventuell mal sagen, was du willst?",beiläufig fuhr er sich durch die Haselnussbraunen Haare.
Delaney wollte gerade ein wenig erleichtert sein, dass kein dämlicher Macho- Spruch folgte, der das Ganze noch peinlicher machte.
Doch sie hatte sich zu früh gefreut.
,,Ich meine, ich könnte es verstehen, wenn du dich fürs erste entscheidest"
Auch wenn Delaney die Stille zuvor beinahe unerträglich gefunden hatte, sagte ihr dieser Gespächsbeginn noch weniger zu.

Mit einem leicht abfälligen Schnauben, machte sie schließlich einfach ohne ein Wort zu sagen kehrt und lief zu Vera zurück.

,,Er ist ein totaler, von sich selbst eingenommener, Idiot",demonstrativ verschränkte Delaney dabei die Arme.

,,Blödsinn. Er versteckt seine wahre Art nur",sie hakte sich ungefragt bei Delaney unterm Arm ein und zog diese dann mit in Richtung des Klassenraumes.
,,Und es ist nicht schlimm, dass du kein Wort rausbekommen hast. Das versteh ich schon. Seine wunderschönen braunen Augen, diese tollen Haare und einfach er selbst. Das kann einen ordentlich aus dem Konzept bringen "
,,Er hat mich gar nicht aus dem Konzept gebracht-"
,,Das ist okay. Er hat eben diese spezielle Wirkung. Solange du dich nicht auch in ihn verliebst",sie kicherte leicht.
,,Niemals",schüttelte Delaney abfällig den Kopf.
,,Absolut ausgeschlossen. Eher verlieb ich mich in unseren Jahrhunderte alten Schulkater"

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