꧁ Chapter Ninety-Four ꧂

Sternchen nicht vergessen ❤️

Louis POV

Harry und ich tanzten den ganzen Song über durch die Küche, oder versuchten es zumindest. Eigentlich traten wir uns nur ständig gegenseitig auf die Füße, aber es machte trotzdem Spaß und ich konnte gar nicht mehr aufhören zu grinsen. Als der Song dann zu Ende war und wir uns langsam voneinander lösten, platzierte Harry seine Hände auf meinen Wangen und legte schließlich seine Lippen kurz auf meine. Ein paar Sekunden später hatte er sich eines der Marmeladenbrote geschnappt und schob es sich genüsslich in den Mund, während ich mich an die Theke setzte und ihn dabei beobachtete.

„Schmeckt's?", fragte ich mit einem Grinsen im Gesicht und er nickte energisch, ehe er sich neben mich setzte und den Teller zu sich schob. Als er das eine Brot aufgegessen hatte sah er mich plötzlich fragend an.

„Und du? Magst du nichts essen?" Ich schüttelte meinen Kopf. Mein Magen hatte sich in der Nacht noch etwas bemerkbar gemacht und ich wollte ihn nicht direkt erneut überfordern, zumal ich auch noch zusätzlich ziemlich nervös war und mir das auch auf den Magen schlug.

„Nein, ich habe vorhin eine Scheibe trockenes Brot gegessen, ich glaube ich überfordere meinen Magen heute lieber nicht nochmal", erwiderte ich und lächelte ihn dabei leicht an.

„Oh, okay. Aber bevor du später arbeiten gehst musst du nochmal was essen. Ich bin eigentlich auch vorher wieder da, dann können wir zusammen essen, okay?" Ich nickte und er griff nach der zweiten Scheibe Brot, hielt dann aber inne. „Was machst du denn heute so schönes? Hast du irgendwas vor?" Ich überlegte kurz und runzelte dabei meine Stirn.

„Hmmm... ich weiß noch nicht so genau. Ich denke ich versuche erst etwas zu schlafen, damit ich heute Abend nicht so müde bin und dann schaue ich vielleicht bei Margaret vorbei, wenn sie da ist." Er nickte und aß dann auch noch die letzte Scheibe Brot auf, ehe er aufstand und seine Arme von hinten um mich legte.

„Ich muss jetzt los, bis später mein Engel. Ich wünsche dir einen schönen Vor- und Nachmittag! Vermiss mich nicht zu sehr", sagte er und zwinkerte mir dabei zu, während ich mich zu ihm umdrehte.

„Ich wünsche dir einen schönen Arbeitstag Hazza. Und ich versuch es, ich denke aber das wird schwierig." Ich schmiegte mich an ihn und er legte erneut seine Arme um mich, ehe ich meinen Kopf anhob und er mir einen Abschiedskuss auf den Mund gab.

Als ich die Tür hinter Harry ins Schloss fallen hörte, musste ich gähnen und spürte die Müdigkeit, die sich langsam bemerkbar machte. Ich legte mich auf die Couch und schnappte mir eine Decke, ehe ich mich einkuschelte und meine Augen schloss. Wie schon in der Nacht zuvor kamen fast sofort erneut die Bilder in meinen Kopf, die ich eigentlich nicht sehen wollte. Ich hörte Lotties Weinen und das Geschrei meines Vaters in meinen Ohren, während ich sein wutentbranntes Gesicht vor mir sehe. Ich schluckte schwer, spürte eine Träne, die meine Wange befeuchtete und versuchte an etwas anderes zu denken. Langsam schlich sich Harrys Gelächter in meinen Kopf und ich erinnerte mich an den Moment vor einigen Minuten, in dem Harry und ich in der Küche tanzten und ausgelassen darüber lachten, wie ungeschickt wir beide waren. Ich schaffte es tatsächlich die negativen Erinnerungen so weit zu verdrängen, wie möglich und schlief schließlich ein.

Als ich wieder aufwachte war ich nassgeschwitzt und mein Herz raste. Ich spürte, wie sich ein Kloß in meinem Hals bildete und Tränen sich in meinen Augen sammelten, während mir klar wurde, dass ich erneut von den letzten Momenten im Zirkus geträumt hatte, so wie die letzten Tage auch schon häufiger. Dieses Mal war meine Mum aber ebenfalls dabei gewesen und mein Vater war auf sie losgegangen, als sie ihn von mir wegzog. Er hatte nicht mehr aufgehört auf sie einzuschlagen, bis sie sich nicht mehr regte und war dann anschließend auf Lottie zu gestürmt. Lotties Schreie waren so laut in meinem Kopf, dass ich sie noch immer hörte. Ich schüttelte schnell meinen Kopf und versuchte mir einzureden, dass es nur ein Traum war. Ich spürte wie sich eine Gänsehaut auf meinen Körper legte und atmete tief ein und aus.

„Nur ein Traum, nur ein Traum... nur ein Traum...alles gut...", murmelte ich immer wieder vor mich her.

Doch ich wusste, dass er zwar meiner Mum nichts mehr antun könnte, doch Lottie war noch da, bei ihm und es gab jetzt nicht mehr mich, an dem er seine Wut sonst ausließ. Ich fühlte mich schlecht, dass ich nicht da war um sie zu beschützen und konnte einfach nur hoffen, dass er sie in Ruhe ließ. Die Tatsache, dass er sich anscheinend völlig dem Alkohol hingab machte mir Angst, betrunken war er noch schlimmer und aggressiver. Aber sie war nicht alleine. Die anderen waren da, Calum war da und sie würden bestimmt nicht zulassen, dass er ihr oder jemand anderen was antut. Da war ich mir sicher und trotzdem hatte ich Angst um sie und auch alle anderen, Angst davor, was Harrys und meine Liebe für Konsequenzen für sie haben würde. Wir waren gerade dabei uns hier irgendwie ein Leben aufzubauen, während sie alle weiter machen mussten und sich der Situation nicht entziehen konnten. Was wenn der Zirkus das nicht schafft und deswegen zu Grunde geht?

Ein Klingeln riss mich aus meinen Gedanken und ich brauchte einen Moment um zu realisieren, dass es die Haustür war. Ich stand auf und lief noch etwas neben der Spur und gedankenverloren zur Tür. Margaret begrüßte mich mit einem Lächeln und hielt mir einen kleinen Korb hin. Ich zwang mich ebenfalls zu einem Lächeln und nahm ihr den Korb ab. Als sie mich dann länger betrachtete, verschwand ihr Lächeln und sie runzelte leicht die Stirn.

„Alles gut bei dir Louis?" Ich nickte schnell, da ich nicht wirklich darüber sprechen wollte, was da gerade in meinen Träumen und in meinem Kopf passierte.

„J-ja... ich habe nur schlecht geträumt, alles gut." Sie runzelte ihre Stirn etwas mehr und nickte dann schwach, ehe sie hinter mich deutete.

„Brauchst du etwas Gesellschaft?" Ich nickte und ließ sie ins Haus eintreten. Alleine sein erschien mir gerade nicht richtig. Ich hatte Angst erneut die Kontrolle über meine Gedanken und Gefühle zu verlieren, weswegen ich sehr froh war über ihr Angebot. Ich stellte den Korb in der Küche ab und warf einen Blick hinein.

„Ich habe wieder etwas zu viel gebacken", grinste sie und ich musste ebenfalls lächeln, als mir der Duft von frischem Brot und Keksen in die Nase stieg.

„Kann ich dir einen Tee anbieten?" Sie nickte und lief schon rüber ins Wohnzimmer, während ich das Wasser aufsetzte und mich dann kurz entschuldigte um ins Bad zu gehen. Dort angekommen machte ich mich etwas frisch und beschloss auch mein Oberteil zu wechseln, weswegen ich schnell nach oben lief. Als ich wieder unten ankam, hatte Margaret bereits zwei Tassen bereitgestellt und war gerade dabei das Wasser einzugießen. Ich nahm ihr eine Tasse ab und lief ihr hinter her ins Wohnzimmer. Sie hatte in der Zwischenzeit die Decke, die ich im Schlaf auf den Boden geworfen hatte, gefaltet und auf das Sofa gelegt. Wir setzten uns beide hin und ich senkte meinen Blick auf den Boden, unsicher, was ich sagen sollte. Mein Herz hatte sich noch immer nicht vollständig beruhigt und ich wusste nicht, ob mir gerade kalt oder warm war, denn ich zitterte und merkte gleichzeitig, dass ich wieder anfing zu schwitzen. Sie stellte ihren Tee ab und reichte mir dann die Decke rüber, die ich dankend annahm und sie mir dann über die Schultern legte.

„Wenn du darüber reden möchtest, kannst du das gerne tun, ich bin eine gute Zuhörerin, wenn nicht ist das aber auch okay. Wir können auch gerne über etwas anderes reden, wenn du etwas Ablenkung haben möchtest?" Ich nickte und lächelte sie dankbar an.

„Danke Margaret... Ich glaube ich möchte gerade nicht darüber reden..." Sie nickte wissend und räusperte sich kurz.

Nachdem sie einen Moment nachgedacht hatte, erzählte sie mir davon, wie sie dazu kam ihren eigenen Laden zu öffnen. Irgendwann kamen wir auf Mary zusprechen und wie die beiden sich kennengelernt hatten. Nachdem ich ihr eine ganze Weile aufmerksam zugehört hatte und mein Körper sich langsam beruhigte, fühlte ich mich schon viel besser. Ich berichtete ihr von dem Job und dem Probearbeiten in ein paar Stunden und sie freute sich für mich. Irgendwann wollte sie dann zum Markt aufbrechen und ich beschloss sie zu begleiten.

Dort angekommen schlenderten wir ein wenig über den recht großen Markt und sie unterhielt sich mit einigen Menschen, auf die wir trafen und stellte mich ihnen sogar vor. Etwas überfordert und eingeschüchtert stand ich dann dabei und war froh darüber, dass niemand näher nachfragte. Mit vollgepackten Taschen machten wir wieder auf den Weg zurück und ich half ihr noch alles in ihrer Küche einzuräumen, ehe mir ein Blick auf die Uhr verriet, dass es bereits nach 15 Uhr war. Harry müsste mittlerweile wieder da sein. Also verabschiedete ich mich von Margaret und bedankte mich nochmal dafür, dass sie mich abgelenkt hatte.

Harry saß gerade in der Küche und schrieb etwas in sein Tagebuch. Er schien die Haustür nicht mal zu hören, so vertieft war er.

„Hey", sagte ich leise um ihn nicht zu sehr zu erschrecken. Er sah auf und lächelte, ehe er aufstand und mich in eine Umarmung zog.

Wir machten uns eine Suppe und aßen diese dann zusammen mit dem frischen Brot von Margaret. Ich erzählte ihm von meinem Tag, ließ den Alptraum aber weg und er berichtete von seinem Arbeitstag. Arthur hatte sich heute wohl normal ihm gegenüber verhalten und ich konnte Harry ansehen, dass ihn das mehr als erleichterte.

Ich machte mich schließlich etwas zu früh und aufgeregt wie sonst was auf den Weg zur Bar. Dort angekommen begrüßte Cole mich schon fröhlich an der Tür. 

„Heyyyyy. Ich habe schon auf dich gewartet, na bist du nervös?" Ich nickte und schluckte laut, während er leise lachte. „Das brauchst du nicht sein, ich zeige dir alles und du wirst ganz schnell alles notwendige wissen und dich sicher fühlen. Versprochen." Er zwinkerte mir zu und ich musste lächeln. Das beruhigte mich tatsächlich etwas. Ich hörte wie sich jemand räusperte und drehte meinen Kopf in die Richtung. An einem der Tische saß ein junger Mann, der kaum älter aussah als ich. Er hatte ein Notizbuch und eine Zeitung vor sich liegen und runzelte fragend die Stirn. Cole lachte erneut und zeigte auf den Mann. „Das ist Troye, er ist ein Stammgast hier und ist eigentlich schon immer da bevor wir öffnen, keine Ahnung wieso, es ist ziemlich langweilig hier. Troye, das ist Louis, ich habe dir ja schon erzählt, dass er jetzt hier arbeitet." Troye stand auf und lief auf uns beide zu, ehe er mich etwas skeptisch musterte und mir dann die Hand reichte, die ich annahm und kurz schüttelte.

„Hi", gab ich dann von mir und lächelte ihn etwas unsicher an. Cole klopfte mir auf die Schulter und deutete zur Theke.

„Also, soll ich dir alles bei der Theke zeigen? Oder nein, warte erstmal die Bar!"

Er führte mich durch die Bar, zeigte mir die Toiletten und den kleinen Bereich, der nur für Personal gestattet war. Es gab auch eine kleine Küche, doch dort war noch niemand. Cole erzählte mir, dass Johnny, der Koch, erst später kommen würde. Da anscheinend nicht ganz so viel Essen bestellt wurde, arbeitete Johnny meistens alleine. Nachdem er mir alles gezeigt hatte, standen wir nun hinter der Theke und er erklärte mir, wo ich alles finden könnte. Bis jetzt wirkte es tatsächlich gar nicht so schwer sich alles zu merken.

„Du wirst schnell merken, was die Stammgäste immer haben wollen und wie sie es wollen und dann ist es eigentlich wirklich sehr einfach hier zu arbeiten, vor allem wenn wir zu zweit sind zu der Zeit in der viel los ist. Apropos Stammgäste, lass dich von ihnen nicht einschüchtern, sie können manchmal etwas anstrengend sein, aber eigentlich sind sie alle nett und machen nur Spaß!" Ich nickte und schluckte den Kloß der sich in meinem Hals bildete runter. Bei erwachsenen Männern, die gerne Alkohol tranken musste ich an die Sponsoren denken, aber ich hoffte einfach ich konnte Cole glauben, dass sie nett waren. Nett waren die Sponsoren nämlich nicht und wenn ich mir vorstellte, dass solche Männer hier jeden Tag sitzen, dann war ich mir nicht sicher, ob ich mir das lange antun wollte, obwohl ich es ja bereits gewohnt war. Ich beschloss mir nicht zu viele Gedanken zu machen und es einfach auf mich zukommen zu lassen.

„Machst du mir noch einen Cole?" Troye hatte sich mittlerweile an die Theke gesetzt und Cole und mich bei meiner kleinen Einführung beobachtet. Cole lächelte ihn an und wandte sich dann an mich.

„Willst du deinen ersten Drink machen?" Ich nickte etwas zögerlich und fragte Troye dann was er genau haben wollte, ehe ich mir alles zusammensuchte und ihm wenig später das Getränk hinstellte. Er musterte mich einen Moment eindringlich und ich hatte schon Angst, was falsch gemacht zu haben, doch dann trank er einen Schluck und nickte kurz. Cole klopfte mir auf die Schulter und ich atmete erleichtert auf. Troye entschuldigte sich und verschwand nach draußen, während Cole sich an die Theke setzte und auf den Stuhl neben ihm klopfte. Ich ließ mich also dort nieder und er lächelte, ehe er sein Glas Wasser leer trank und mich dann ansah. „Also Louis, da wir ja jetzt viel Zeit miteinander verbringen werden, denn ich gehe davon aus das du eingestellt wirst, sollten wir uns vielleicht ein bisschen kennenlernen oder?" Ich nickte und lächelte ihn ebenfalls an. „Bei mir gibt's gar nicht viel zu sagen, ich bin hier geboren und habe auch die ganzen 20 Jahre meines Lebens in dieser kleinen Stadt verbracht. Mike ist mein Onkel und die Bar gehörte vorher schon seinem Vater, bis er sie vor ein paar Jahren übernommen hat. Ich habe hier immer viel Zeit verbracht, weil meine Eltern viel beschäftigt waren und oft unterwegs und ich fühlte mich hier so wohl, dass es eigentlich klar war, dass ich hier arbeiten würde. Ja, das war's eigentlich auch schon, denk ich. Was ist mir dir? Was hat dich hergeführt?" Etwas überfordert blickte ich auf das leere Wasserglas in seiner Hand und überlegte, was und wie viel ich ihm sagen konnte, ohne dass es irgendwie komisch war.

„Ähm... Ich komme eigentlich aus einer Zirkusfamilie, aber ich hatte ein paar Schwierigkeiten mit meinem Vater und habe mich dann dazu entschlossen den Zirkus zu verlassen. Zusammen mit einem anderen Artisten, der ebenfalls Schwierigkeiten mit dem Zirkusleben hatte. Mary Smith, sie ist sozusagen meine Großmutter, hat uns angeboten erstmal in ihrem Haus hier unterzukommen, bis jeder von uns weiß, was er stattdessen machen möchte. Sie ist noch beim Zirkus, möchte aber bald zurück hierhin kommen", erklärte ich schließlich und hoffte, dass er keinen Verdacht schöpfte, oder näher nachfragte.

„Ah Mary ist deine sozusagen Großmutter? Ich kenne sie, sie ist quasi Stammkundin bei dem Obst und Gemüsestand meiner Tante auf dem Markt, die Leute hier vermissen sie schon sehr. Meine Tante hat gestern noch von ihr gesprochen", erklärte er und ich musste grinsen. Mary war wirklich eine Persönlichkeit, die man lieben musste und die jeder vermisste, wenn sie nicht da war.

„Oh, das klingt schön. Sie freut sich bestimmt, wenn sie wieder hier ist!" Er nickte und schien dann zu überlegen.

„Und der, mit dem du hierhergekommen bist, hat der schon Arbeit gefunden?"

„Harry, ja er arbeitet auf einem Bauernhof." Er nickte erneut und das Läuten der Glocke über der Tür ließ uns unsere Köpfe in die Richtung drehen. Troye kam uns entgegengelaufen, hinter ihm ein paar Männer die sich lautstark unterhielten und lachten.

„Deine ersten Gäste, bereit? Du kannst mir gerne erstmal zusehen", fragte Cole, ehe er aufstand und hinter die Theke lief. Ich folgte ihm und stellte mich neben ihn, während mein Herz etwas in meiner Brust pochte und ich Troyes Blick auf mir spürte. Ich wusste nicht warum, aber er schien mich irgendwie nicht sonderlich zu mögen. Hoffentlich würde sich das noch ändern, es verunsicherte mich und ich wollte mich nicht ständig unwohl fühlen in seiner Gegenwart, vor allem wenn er wirklich so häufig hier war.

Den restlichen Abend beobachtete ich Cole bei der Arbeit und versuchte mir alles zu merken was er tat und mir sagte, während ich ab und zu auch selber einen Drink machen durfte, wenn es gerade nicht so voll war. Irgendwann saß nur noch Troye an der Theke, die letzten Gäste waren gerade aus der Tür raus und ich seufzte leise. Es war zwischenzeitlich gut besucht gewesen und ich bin sicherlich eine Millionen Mal mit einem Tablett voller Drinks durch die Bar gelaufen. Die ersten Male waren mir dabei noch Gläser runtergefallen. Doch nach einigen Stunden hatte ich den Dreh etwas raus, wobei mein Gang immer noch unsicher war und die Gläser bei jedem Schritt gefährlich wackelten, immerhin fielen sich nicht sofort runter. Cole hatte mir versichert, dass es nicht schlimm war doch ich fühlte mich trotzdem schlecht. Erst als Mike irgendwann auftauchte und mich nach einer Weile, in der er mich beobachtete, lobte und mir ebenfalls sagte, dass es kein Problem ist und so gut wie jedem am Anfang passiert ist, fühlte ich mich etwas besser.

„Louis? Willst du morgen wieder kommen und dann klären wir den ganzen Papierkram? Dann kannst du auch direkt deine erste offizielle Schicht als Angestellter arbeiten, vorausgesetzt du willst hier noch anfangen und wir haben dich nicht verschreckt." Mike legte mir eine Hand auf die Schulter und lachte. Ich musste ebenfalls grinsen, ehe ich nickte.

„Ich würde gerne hier anfangen und morgen wieder kommen", erwiderte ich noch immer lächelnd.

Cole, Troye und ich warteten draußen vor der Tür und sahen Mike dabei zu, wie er den Laden abschloss, bevor wir uns verabschiedeten und unsere Wege sich trennten. Ich war zum Glück schnell wieder bei Marys Haus angekommen. Es war mittlerweile 2 Uhr nachts und ich wollte mich einfach nur noch ins Bett fallen lassen. Cole hatte erwähnt, dass diese Nacht sogar noch kurz war, denn es kam häufiger vor, dass man sogar noch bis 4 oder Uhr morgens Gäste dasitzen hatte. Es gab keine richtige Uhrzeit, wann die Bar schloss und so musste man quasi darauf warten, dass der letzte Gast ging. Ich seufzte und merkte, dass ich mich an diese Arbeitszeiten definitiv gewöhnen musste, aber das würde schon klappen. Die Arbeit hatte mir tatsächlich Spaß gemacht, was vermutlich auch an Cole lag, der wirklich eine gute Gesellschaft war und mit dem es auch nicht langweilig war, wenn gerade nichts zu tun war. Harry lag bereits im Bett und schlief, als ich mich leise auszog, schnell bettfertig machte und dann vorsichtig zu ihm ins Bett kroch. Ich war so müde und kaputt, dass ich sofort einschlief, ohne noch irgendwie in Gedanken versinken zu können.

*****

Meine erste Arbeitswoche verlief gut und ich gewöhnte mich so langsam daran, abends und nachts zu arbeiten. Cole und ich hatten die letzten Tage zusammen die Nachtschicht gemacht und ich wurde jeden Tag sicherer und ließ immer weniger Getränke überschwappen oder fallen. Die Stammkunden hatten mittlerweile sogar schon fast alle meinen Namen drauf, was mich sehr freute und mir ein gutes Gefühl gab. Dadurch, dass ich immer todmüde ins Bett fiel nach der Arbeit, spielten sich nicht mehr immer wieder negative Gedanken in meinem Kopf ab vor dem Schlafen. Ich hatte kaum noch Alpträume und wachte nachts nicht mehr schweißgebadet auf, weswegen ich Harry auch nichts davon erzählte. Wir hatten nicht mehr so viel Zeit miteinander, er kam von der Arbeit und ich musste kurz danach los und morgens schlief ich noch, wenn er ging. Ich wollte die Zeit die wir dann hatten lieber anders nutzen und nicht mit so negativen Gefühlen und Gedanken belasten.

Ich stand hinter der Theke und putzte ein paar Gläser. Es war gerade wieder etwas ruhiger, nachdem Cole und ich die Stammgäste fürs erste zufriedengestellt hatten und der erste Ansturm vorbei war, als ich plötzlich Harrys Stimme an der Theke war nahm.

„Hey, kann ich bei dir was bestellen?" Ich hob meinen Kopf und sah in ein grinsendes Gesicht, was mich ebenfalls zum lächeln brachte. Mein Bauch kribbelte leicht und ich nickte.

„Hi Harry, klar, was darfs sein?" Er zeigte mit seinem Finger auf einen älteren Mann der neben ihm stand und etwas grimmig guckte.

„Arthur hier braucht einen Drink, dringend", erklärte er und ich lächelte Arthur höflich an, ehe ich ihn fragte, was er gerne trank.

[...]

Mit 24 Stunden Verspätung gibts jetzt ein neues Update, in dem Louis anfängt zu arbeiten und ein neuer Charakter vorgestellt wird 🤭

Tragt ihr eine Uhr? 🤔
M: Nein
C: Ja

Lasst uns was kleines da ❤️

Lots of love
Michelle &' Carina xx

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