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,,Und was machen wir jetzt", fragte Nadya.
Verzweifelt blickten wir uns um. ,,Da", sagte James. ,,Wir können durch den Lüftungsschacht entkommen." Er wies auf ein Art Gitter über uns an der Decke, hinter dem man augenscheinlich relativ bequem durchkriechen konnte. ,,Gute Idee", rief ich. ,,Nadya du zuerst", schlug ich vor. Durch eine sogenannte Räuberleiter halfen wir ihr nach oben zu gelangen. Wackelig stand Nadya auf den Händen von Peter und hämmerte verzweifelt gegen das Gitter des Lüftungsschachtes.
,,Ich kriege das Ding nicht auf", schrie sie von ihrer erhöhten Position ohne die Laitstärke ihrer Stimme zur Kenntnis zu nehmen. ,,Lass mich mal", flüsterte Peter. Etwad erleichtert, die Last nicht tragen zu müssen, den Lüftungsschacht nicht nutzen zu können, ließ sie sich nach unten helfen. Peters Fuß wollte sich gerade auf James Hand gemütlich machen, als wir plötzlich Schritte wahrnahmen.
Erschrocken schöpfte ich nach Luft.
,,Lass mich das lieber versuchen", bat James, da Peter auch nicht so zuversichtlich wirkte. Er nickte zögernd und half James dabei zum Lüftungsschacht zu kommen. So hoch war die Decke nicht. Dennoch schien es unglaublich anstrengend für Peter zu sein, so dass Nadya und ich, James dabei stürzten. Mit ganzer Kraft ließ sich James nun von dem Gitter hängen. Die Schritte wurden lauter und auch der Alarm schien keine Ruhe zu lassen. Plötzlich fiel ein lautes Krachen und James fiel hart auf den Boden, in der Hand das Gitter. Innerlich jubelten wir alle über den kleinen Erfolg, doch das eigentliche war schließlich noch nicht getan. Schnell halfen wir Nadya nach oben zu klettern, nachdem James sein leichter Schmerz noch sichtlich anzusehen war. ,,Jetzt du Peter", sagte ich.
,,Und du?" Peter schaute mich eindringlich an.
,,Mach einfach", sagte ich.
James half ihm nun doch hoch.
,,Jetzt du", flüsterte er, als er oben ankam.
Die Sirenen wuren immer lauter und die Schritte waren nun ganz nah. Besorgt blickte ich mich mich nocheinmal um. Wie erstarrt blickte ich in die Richtung, aus der die Schritte zu vermuten waren. Plötzlich bogen die Soldaten um die Ecke. Ihre Gesichter waren vermummt und wie auf Kommando, schalteten sich die dröhnenden Sirenen aus.
,,Alice, beweg dich", zischte James plötzlich. Ich blickte in seine Augen, deren Angst jetzt deutlich sichtbar wurde. Nadya und James hatten die eingetroffenden Soldaten noch gar nicht bemerkt. Die blickten uns weiterhin von oben an.
Es dauerte einen Augenblick, bis ich wieder volles Bewusstsein hatte.
,,James, geh du", antwortete ich schnell.
Ich wollte es niemandem zumuten, hier zu bleiben. 
,,Jetzt beeil dich und kletter hoch."
Seine Augen wurden eindringlich und ich wollte mich geschlagen geben. Doch meine Augen fiel auf die vielen Waffen der Soldaten. Eine Gänsehaut überkam mich. ,,Geh du", flüsterte ich zu James.
,,Bitte." Erschrocken sah er mich an.
In diesem Zustand aber blickte er sich nach oben zu seinen Freunden um. Sie streckten ihre Arme aus und warteten auf seinen Sprung. Ich widmete mich den Soldaten. Sie rührten sich nicht, als ob sie auf etwas warten würden. Schließlich sprang James und schaffte es, sich an den Händen der anderen zu krallen, die ihn hochzogen.
,,Jetzt komm endlich",rief Peter einen Augenblick später. Ich spürte seine Angst in seiner Stimme. ,,Geht schonmal", rief ich nach oben. ,,Bitte was?" Die Drei sahen sich erschrocken an. ,,Wir lassen dich nicht zurück", schrie Nadya. ,,Macht einfach", schrie ich nun. ,,Bitte", flüsterte ich wieder. James verstand und zwang die anderen mit ihm zu kommen. Peter wehrte sich überrascht dagegen und es brachte mir auf irgendwie das Herz, wie er um mich kämpfte. Aber ich wusste, dass sie uns allen folgen würden, so dass wir keine Chance hätten.
Währenddessen waren die Wachen immer noch an Ort und Stelle.
Ich überlegte nach einem Ausweg und zwang mich nicht daran zu denken, ob es vielleicht doch keine gute Idee war, hier unten zu bleiben. Jetzt war es zu spät. Es war immer zu spät!

Enttäuscht ging ich einen Schritt zurück. Die Soldaten folgten mir den Schritt.
,,Worauf warten die", ließ ich mir durch den Kopf gehen.
Auf einmal hörte man laute Schritte. Ein Mann schritt vor. Dieser war nicht vermummt und er grinste.
,, Ach, so schnell sieht man sich wieder!"
Vor mir stand der Mann von vorhin, der sich dir Mühe gemacht hatte, um mich festzuhalten. Ich war gar nicht so überrascht ihn wiederzusehen.
,,Sag mal, was hast du vor", fragte er.
Ich antwortete nicht.
Er kam näher, so dass ich nach hinten auswich.
,,Ah ja, mal wieder nicht so Gesprächsfreudig, nicht wahr?"
Sein grinsen fiel von seinem Gesicht.
Plötzlich fing er an zu schreien:,, Was fällt euch eigentlich ein? Seid ihr Lebensmüde? Denkt ihr, ihr kommt so leicht davon?" Erschrocken zucke ih zusammen. Seine Stimme wurde wieder sanfter und leiser. ,,Dich haben wir ja bereits. Dass wird euch allen eine Lehre sein."
Besonders diese Worte bekam ich nicht mehr aus meinem Kopf heraus.
,,Was ist das hier", hauchte ich auf einmal.
,,Was hast du gesagt?" Seine Wut war ihm förmlich anzusehen. Er kniff seine Augen zusammen und reckte sein Ohr zu mir.
,,Was ist das hier für eine kranke Scheiße", schrie ich.
Diesmal zuckte der Typ zusammen. Er schien überrascht vom Tonfall seiner Gefangenen. Doch er fing sich schnell wieder und fing an zu lachen. Er lachte laut unf schien sich gar nicht mehr einkriegen zu können.
,,Wovon redest du eigentlich?"
Der Mann spielte grinsend den unschuldigen Herrn.
Wütend blickte ich ihn an.
,,Vielleicht sollte ich mich erstmal vorstellen. Ich heiße Jefferay", gab er höfflich zu.
,,Was ist das hier", fragte ich diesesmal in einer normalen Lautstärke.
,,Nichts schlimmes. Es dient als Schutz der Welt."

Anschließend kam eine Frau in einem Kittel zu Jefferay und flüsterte ihm etwas zu. Sie war hübsch und schien sehr verunsichert zu sein. Sie passte nicht hier her.
Seine Miene verdunkelte sich. ,,Sag mal, wie könnt ihr so dumm sein und drei der Kids erwischen lassen", schrie er zu den Vermummten.
,,Es fehlen fünf scheiß Kinder, die sich nicht auf ihren Zimmern befinden. Fünf, seid ihr bescheuert? Wisst ihr, was das für uns bedeutet?" Diese Worte ließ er hart auf die Arme Frau hinunter donnern. Sie tat mir leid.
Jeffered rastete förmlich aus. Sein Gesicht wurde knall rot.
,,Alice, wo sind die Anderen", zischte er plötzlich zu mir.
Die Frau in dem Kittel versuchte Anstalten zu machen, um ihn zu beruhigen. ,,Halt die Fresse", schrie er sie hasserfüllt an.
Ich blieb still und blickte mit offenem Mund auf die Szene vor mir.
,,Sag jetzt oder ich verliere die Geduld", sprach er nun wieder zu mir. Eine Träne Rang der Frau neben ihm die Wange hinunter. ,, Wie oft sie sowas ertragen muss", überlegte ich traurig und schenkte ihr mit einem Blick mein volles Mitgefühl.
Ich blieb immer noch reglos stehen.
Wütend krallte sich der Mann ein Gewehr aus den Händen eines verdutzten Soldatens.
Grinsend und knallrot wies er mit der Flinte auf meinen Körper. Überrascht taumelte ich ein paar Schritte zurück.
Ein Schuss fiel...

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