19 - Dramaqueen des Jahres

Seth's P.o.V.:

Ro, Dean, Lea und ich hatten den ganzen Tag trainiert. Obwohl ich den ganzen Tag lang Spaß hatte, ging mir Bonny nicht aus dem Kopf.
Ich machte mir einerseits Sorgen, dass sie schon wieder so viel über ihre Zukunft und die Folgen von dem Unfall und der Amnesie nachdachte. Anderseits fragte ich mich ernsthaft, wie sie nach dem Friseurtermin aussehen würde.
Sie und Titus hatten mit Sicherheit Spaß, das bewies mir eine Audioaufnahme, die er mir vor drei Stunden geschickt hatte.
Er und mein Sweetheart sangen zu einem der alten Lieder, die sie beide so gerne hatten. Als ich es hörte, wurde mir ganz warm um's Herz und ich hatte kurz das Gefühl, als wäre nie etwas passiert.
So viel singen und lachen habe ich sie seit einer gefühlten Ewigkeit nicht mehr gehört.
Es fehlte mir. Sie fehlte mir. Und das, obwohl ich sie jeden Tag gesehen hatte.
Aber es war eben die alte Bonny, die mich viel zu sehr hasste, um eine einfache Umarmung von mir auszuhalten.
Nicht mehr mein Sweetheart, dass ich in meine Arme ziehen konnte.
Titus hatte mich gefragt, ob ich Lust hätte, bei ihm, Bonny und Nancy vorbei zu kommen.
Selbstverständlich war meine Antwort "Ja", nicht nur weil ich neugierig wegen Bonny's Haaren war, auch weil ich Nancy lange nicht mehr gesehen hatte und ich es immer gemocht hatte, mit den dreien zusammen zu sein.

So fuhr ich am Nachmittag zu den dreien. Als ich an der Tür klingelte, machte Titus auf und begrüßte mich mit einer Umarmung, hielt sich aber eine Hand vor den Mund, um mir zu symbolisieren, dass ich keinen Mucks von mir geben durfte.
Er drückte mir drei DVDs in die Hand und flüsterte: "Das sind welche von Bonny's Lieblingsfilmen. Ihr wisst wahrscheinlich schon, was ihr gucken wollt, aber frag die anderen doch, ob ihr die nicht doch mit ihr anschauen wollt. Du weißt schon, um ihr zu zeigen, dass es auch Sachen gibt, die sie noch kennt. Ich wette sie wird sich drüber freuen. Und als ich sie mit ihr diesen Montag angeguckt habe, hat sie mir erzählt, dass nur Lea sie kennt. Und die sind verdammt gut, also lasst euch das nicht entgehen, ja?"
Titus lächelte mild. Er sorgte sich genauso wie wir um Bonny, obwohl er noch so jung war.
Genau wie damals, als sie ihn zu sich geholt hatte, nur umgedreht.
Ich nickte langsam und sah mir die Cover an. Als ich die Altersfreigabe entdeckte, musterte ich Titus mit einer hochgezogenen Augenbraue. Ab 18, huh?
Er wusste anscheinend sofort, was ich meinte und zuckte dümmlich grinsend die Schultern.
Die DVDs steckte ich in meine Sporttasche, damit sie eine Überraschung für Bonny blieben und stellte sie neben der Tür an der Garderobe ab.
Ich winkte Nancy stumm und schlich dann hinter dem Jugendlichen die Treppe hoch. "Hey Bonny, ich hab dir was mitgebracht", scherzte Titus, als er die Tür öffnete.
Er zog mich an meiner Hand in das Zimmer. Da stand sie vor mir. "Hmm, also 'ne Pizza wäre mir lieber gewesen..." Ihre Haare waren ungewohnt glatt und wurden von oben nach unten hin immer heller, der lockere Seitenscheitel stand ihr ohne Zweifel.
Das Blau ihrer Haare strahlte fast so schön wie das Blau ihrer Augen leuchtete.
"Wow. Ich meine... du... ich...", ich brachte keine Worte heraus.
So standen wir also da, ich im Türrahmen und sie mitten im Zimmer.
Sie warf sich die Haare über die Schulter und antwortete eingebildet: "Ich weiß, Süßer. Ich sehe umwerfend aus." Die Blaue lachte gespielt und zwinkerte mir zu.
"Man, ihr stellt euch aber auch doof an", lachte Titus uns aus und gab mir einen Schubser in ihre Richtung. Ich umarmte sie zur Begrüßung und machte ihr das erste Kompliment: "Du siehst wundervoll aus, wirklich Bonny."
Sie legte zögernd beide Arme um mich und lächelte kurz.
Ich liebe sie immer noch so sehr.
"Sweety", fing Bonny dann an, "es reicht. Ich weiß, ich bin echt toll, aber du musst jetzt nicht mit mir kuscheln, okay?"
Titus stand mit verschränkten Armen neben uns und beäugte uns misstrauisch: "Ihr habt sie doch beide nicht mehr alle."
Bonny löste sich aus meiner Umarmung und steckte die Hände zurück in die Hosentaschen.
"Also, was hast du mit meinen Platten vor?", fragte sie dann und deutete auf ein Regal mit sehr vielen Schallplatten darin, auf das ein blaues Post-It mit einem Ausrufezeichen darauf geklebt wurde.
Ihr kleiner Bruder erklärte, dass Bonny ihm nun zeigen sollte, wie man mit einem Plattenspieler umgeht. "Nichts leichter als das."
Sie hob einen Schallplattenspieler von der Stereoanlage und stellte ihn auf dem Boden ab.
Als sie die Platte, die ihr Titus in die Hand gedrückt hatte, genauer betrachtete, begann sie, süß zu lächeln. Ich sah ihr an, dass sie in sehr alten Erinnerungen schwelgte, aber ich war froh, dass sie das konnte. Wenigstens hatte sie ihre Musik.
Bonny erklärte ihm Einiges über ihre Sammlung und wie er damit umgehen sollte.
Titus war beeindruckt von der Flut aus Information, dann schloss er aber die Augen, lehnte sich zurück und lauschte der Musik, die seine Schwester angemacht hatte.
Bonny hatte diesen besonderen Blick aufgesetzt, wenn sie nachdachte oder sich an etwas erinnerte.
Es tat mir leid. Sie tat mir leid. Wir alle taten mir leid.
Schon wieder bildete sich ein sanftes Lächeln auf ihren vollen Lippen. Am liebsten würde ich sie einfach in meine Arme schließen und sie trösten, aber ich wollte sie nicht überrumpeln, sie hätte mir sowieso eine Ohrfeige gegeben, wenn ich das getan hätte.
Ich wollte sie nicht stören. Denn sie schien irgendwie ruhiger. So als ob sie für einen Moment losgelassen hätte, so wie ich es ihr geraten hatte. Sie schloss die Augen und versteckte ihr Lächeln, das zu einem breiten Grinsen geworden war.
Immer wenn sie sich ein lautes Lachen verdrücken wollte, biss sie sich auf die Unterlippe und genau das tat sie gerade.
Ganz plötzlich sah sie mich an. Ein wenig überrascht zeigte ich ihr ein kleines, unschuldiges Schmunzeln. "Wenn du mich noch länger beobachtest, raste ich aus, Rollins."

Bonny's P.o.V.:
"Wir sollten langsam los, wir wollten doch den Filmeabend mit The Shield machen", erinnerte mich Seth, nachdem die Platte einmal durchgelaufen war und ich Titus beigebracht hatte, Walzer zu tanzen.
Titus grinste währenddessen wissend, weil ich ihm bei Andy davon erzählt hatte und wollte sich von uns verabschieden.
Er kicherte und schloss mich in seine Arme: "Pass auf dich auf, Domisaurus Rex."
Seth amüsierte sich an meinem Spitznamen und gab Titus einen lässigen Handschlag und zwinkerte ihm zu. Männer...
Auch bei Nancy verabschiedeten wir uns, nachdem wir die Treppen herunter getrabt waren und Seth seine Sporttasche aufhob.
Sie schmunzelte leicht und schnippelte weiter Gemüse für das Abendessen.

"Familie ist schon was Tolles", fing Seth an zu reden, als wir gerade auf dem Weg zu unseren Autos waren.
"Smalltalk? Ernsthaft, Rollins? Wenn du nicht weißt, was du sagen sollst, halt einfach deine Klappe."
Er nickte stumm und sah auf den Boden.
"Wir fahren getrennt oder?", ging ich hoffnungsvoll sicher und kramte meinen Autoschlüssel aus meiner Jackentasche.
Nachdem er meine Frage bejahte, wuchs ein Grinsen auf seinem Gesicht und er stupste mich mit dem Ellenbogen an: "Na, wie wär's mit einem kleinen Straßenrennen?"
Überrascht glotzte ich ihn schon beinahe an, schüttelte aber rapide den Kopf.
"Nope. Ich würde gerne noch ein bisschen weiter leben."
"Typisch Bonny", brummte er grinsend.
"Weißt du eigentlich, wie komisch das ist, wenn Leute, die du noch nicht lange kennst, sowas von sich geben? Und du stehst da ganz oben auf der Liste. Bin ich froh, dass ich dich noch nicht lange kenne."
Verteidigend hob er die Handflächen und verzog das Gesicht zu einer seiner üblichen Grimassen, die selbst ich aus seinen alten Independent Zeiten kannte.
"Das hast du früher oft gesagt. Nur einmal hast du behauptet, dass du mich gerne schon früher kennengelernt hättest. Und als ich dich gefragt habe, warum du so plötzlich deine Meinung geändert hast-"
"Hab ich dich geküsst, ich weiß, Rollins. Hach, Liebe ist toll, bla bla bla", unterbrach ich ihn genervt. "Nein", lachte er dann, "du sagtest, du hättest mich gerne schon im Sandkasten mit einer Schaufel verprügelt." Ich kicherte.
"Touché an die alte Bonny. Wenigstens hatte sie gute Sprüche drauf."
Wir verabschiedeten uns kurz mit einem flüchtigen: "Bis gleich", dann stieg ich in meinen Wagen und sah zu, wie Seth weiter lief.
Als ich aus der Gewohnheit heraus eine CD anmachen wollte, damit ich mich nicht so einsam fühlte, griff ich in ein leeres CD-Fach. Wo sind die alle hin? Ich kann doch nicht ich sein, wenn ich nicht eine einzige CD im Auto habe? Das hört sich für andere wahrscheinlich kleinlich an, aber sowas passiert mir seit dem Morgen im Krankenhaus dauernd. Und es tut weh. Ich fühl' mich, als wäre ich nicht mehr ich. Es reicht ja schon, dass ich mich an nix erinnern kann und meine Freunde nicht erkenne, aber ich kenne mich ja selbst nicht...

Nachdem ich ohne Wettrennen, ohne Musik und ohne halsbrecherisch zu fahren früher als Seth vor dem Hotel ankam, da er auf meiner grünen Welle nicht mitsurfen konnte, wartete ich vor dem Aufzug in der Lobby auf ihn.
Dolph Ziggler und Summer Rae stiegen aus dem Lift, die beiden lachten wahrscheinlich über einen von Ziggler's Witzen.
"Oh, hi Bonny. Lange nicht mehr gesehen", Ziggler umarmte mich und fragte, wie es mir ging.
"Ganz gut... denke ich..."
Ich weiß immer noch nicht, was ich von Dolph halten soll... und eigentlich nicht wollte ich das nicht so früh rausfinden.
Summer musterte mich und meinte, meine Haare sähen sehr frisch aus. "Yeah, danke", stimmte ich ihr lässig zu, stellte ich mich lockerer hin und ließ meine Hände in die Jeanstaschen sinken.
Rae lächelte immer noch übertrieben und lehnte ihren Ellbogen auf Dolph's Schulter.
"Seid ihr... uhm", ich räusperte mich kurz, "Seid ihr zusammen?"
Die beiden guckten sich mit großen Augen an, dann wuchs beiden ein Grinsen, dass sich in ein lautes Lachen verwandelte.
"Nein. Ich und Nickie, der untreue Weltenerkunder? Nein", beschwichtigte mich das Model und der Show Off fügte hinzu: "Danielle und ich sind nur beste Freunde."
"Oh stimmt, ich glaub, ich hab mal gehört, dass dein Name Danielle ist. Ich hab dich bis jetzt immer Summer oder Rae genannt. Ist das okay?"
Sie nickte und kicherte überdreht:
"Natürlich. Du hast jetzt auch erstmal wichtigere Sachen mit deinem Kingslayer zu tun, als dir Gedanken über unsere Namen zu machen."
Dolph, der mittlerweile einen Arm um ihre Schulter gelegt hatte, fragte nach, ob wir uns getrennt hatten.
Wenn mich nicht täuschte, dann hörte ich einen Hauch Hoffnung und Freude aus seiner Stimme heraus.
Es war verständlich, immerhin wäre das auch meine eigene Reaktion auf eine Trennung von uns beiden. Aber von ihm? Hatte ich den anderen etwas verschwiegen? Hatten die mir etwas nicht erzählt?
"Nick, hörst du mir eigentlich mal zu?", fuhr Danielle ihn an, "ich hab dir das doch schon gestern gesagt. Bonny hat Amnesie. Seit der letzten SmackDownLive Ausgabe, bei der sie eigentlich gegen Ron und die Zwillinge gewinnen sollte. So ist es doch, oder nicht?"
Sie sah mich prüfend an.
Halbherzig lachend zuckte ich die Schultern und entgegnete: "Pfft, da bin ich überfragt, ich hab echt keinen blassen Schimmer."
Dolph griff sich mit der Linken in seine blonde, schmierige Haartolle und überlegte: "Hm, das bestätigt Danielle's Aussage wohl. Du kannst dich echt an keinen von hier erinnern?"
Ich schüttelte emotionslos den Kopf.
"Wow, das tut weh. Ich meine, wir waren nie die allerbesten Freunde, aber wir sind eigentlich echt gut miteinander ausgekommen. Sind ein paar mal feiern oder einfach so einen trinken gegangen. Wir haben uns in einer Bar kennengelernt."
Ziggler versuchte, mir mit seinem Wanna-be Charme zu schmeicheln.
"Du und Rollins, ihr seid jetzt zusammen, obwohl du ihn nicht wieder erkennst?", hakte Dolph dann nach und verdiente sich einen unauffälligen Seitenhieb von seiner Freundin in die Rippen.
"Zusammen würd' ich's jetzt nicht nennen. Ehrlich gesagt geht er mir mit seiner Märchenprinz-Art tierisch auf die Pizza. Ich war früher schon mehr der Piraten-Rockstar als Feen-Prinzessin, wisst ihr?"
Ziggler lachte verschmitzt: "Ja, unsere süße Bonny musste schon immer irgendwie aus der Reihe tanzen, nicht war?"
Nicht, dass ich ihn jemals mochte, aber... Jetzt ist er für mich unten durch. Er hat mich süß genannt.
Rae schloss mich kurz in ihre Arme und tätschelte meinen Rücken. Vermutlich nahm sie an, es würde mich glatt zerreißen, einen Mann, den ich vor wenigen Wochen noch innig geliebt hatte, nicht mehr ausstehen zu können.
"Nick, du hast echt kein Feingefühl", schimpfte sie ihn leise.
Er tat es mit einer wegwerfenden Handbewegung ab und sagte: "Die kleine Bonny ist ziemlich hart drauf, guck sie dir doch nur mal an, die Hände locker in den Taschen, sie steht chillig da. Diese Lederjacke, das schwarze Shirt", sein Blick blieb an meinem Oberteil hängen oder eher auf dem, was sich darunter verbarg, "und die enge Jeans... ich meine Wow...", er hörte auf zu reden, aber an seinem Blick, der über meinen kompletten Körper wanderte, konnte ich erkennen, dass er in seinem Kopf noch einige andere Dinge aufzählte. Es gefiel mir nicht.
Um es in den Worten eines schnulzigen Sethie-Songs zu sagen: Seine Blicke zogen mich förmlich aus. Und das gefiel mir überhaupt nicht.
In meinem Hirn rannte eine wütende Mini-Bonny mit stapfenden Schritten im Kreis herum und verfluchte diesen Spaghettikopf.
Summer schlug ihn empört an die Brust und zischte ihm etwas Unverständliches zu.
Er fing sich daraufhin wieder und sah ertappt auf die Uhr. "Dan, wir sollten los", sie nickte, verdrehte die Augen und lächelte mich dann an.
"Vielleicht können wir ja bald was unternehmen, ich könnte dir ein paar Make Up Tipps geben. Bis bald, Bonny. War schön, dich zu sehen."
Der letzte Satz klang ehrlich, was mich verwunderte.
Sie umarmte mich ein zweites Mal und sah mich genauer an: "Du packst das schon, Süße, du bist knallhart", und zwinkerte mir zu.
Sie brachte mich zum Lächeln, Danielle war ziemlich nett und aufmerksam, vielleicht hatte ich sie bei ihrem Debut falsch eingeschätzt.

Als sie meine Schultern los ließ und den Blick an ihren Nick wendete, erkannte ich, wie Seth gerade durch die große Glastür gelaufen kam.
Er trug einen besorgten Gesichtsausdruck.
Oh nein, hier kommt die Dramaqueen...
Plötzlich spürte ich Ziggler's Arme um meinen Oberkörper und er murmelte ein flirtendes: "Bis bald" in mein Haar.
"Finger weg, Ziggler!"
Dolph löste sich erschrocken von mir und starrte Seth an.
Dieser nahm mich an die Hand.
Verwirrt sah ich zu ihm herauf, doch das ignorierte er und schubste den anderen Wrestler an der Schulter weiter von mir weg, funkelte ihn an und knurrte: "Hör auf, sie anzumachen und lass sie in Ruhe, verstanden?"
Er nickte und schluckte.
Danielle gab ihm mit einem Stoß in die Seite zu verstehen, dass die beiden besser gehen sollten.
Das taten sie dann auch.
Seth schloss die Augen, fuhr sich mit einer Hand über's Gesicht und seufzte frustriert.
"Wow, Drama ist hier wohl die Untertreibung des Jahrhunderts...", kommentierte ich überflüssigerweise.
Als er bemerkte, dass ich ihn beobachtete, senkte er den Blick und meinte niedergeschlagen: "Tut mir leid, ich...", er wurde wieder sanfter und sah in meine Augen.
Kurz starrte ich in seine braunen Augen und war drauf und dran, mich in ihnen zu verlieren.
Doch Seth drückte zärtlich meine Hand in seiner und streichelte mit seinem Daumen über meinen Handrücken, was meine Alarmglocken aufschrillen ließ.
Schnell entriss ich ihm meine Hand und steckte sie zurück in die Hosentaschen.
Sein Blick schien für einen Moment verletzt, doch dann wurde er wieder ernst.
"Dolph heißt immer Ärger. Und wenn ich nicht von der Amnesie wüsste, würde ich jetzt fragen, seit wann du Summer Rae in deiner Nähe tolerierst, ohne ihr die Augen auskratzen zu wollen."
Total verdattert schaute ich ihm in seine braunen Augen.
"Hat dir schon jemand von der Sache nach dem Karaokeabend erzählt?", fragte er dann und betätigte den Rufknopf für den Aufzug.
"Die Sache, als Rae scharf auf dich war und mich nach deiner Freundin gefragt hat?"
Er nickte und ich zuckte die Schultern:
"Was ist dabei? Ich hab sowieso keinen Bock mehr auf dich und daran erinnern kann ich mich auch nicht. Sie hat sich doch ein paar Tage später bei mir entschuldigt. Wir sind schon lange wieder befreundet", sagte ich eiskalt und stieg in den Aufzug, dessen Schiebetür geräuschlos aufglitt.
Der Kingslayer verneinte meine Annahme.
"Was soll das jetzt bitte heißen?", blaffte ich während ich mich an die kalte Stahlwand des Lifts lehnte und den Button für das vorletzte Stockwerk drückte.
"Dass, wer auch immer dir das gesagt hat, lügt. Du hast Summer danach immer noch gehasst. Erst diesen Sonntag, bei Money In The Bank hat sie Mist gebaut und du konntest dich richtig köstlich darüber aufregen. Es gab keine Entschuldigung und keine Freundschaft, auch nicht vor dieser Sache. Ihr habt erst am Abend, an dem sie sich an mich ran gemacht hat, wirklich erste Worte gewechselt. Und wenn du nicht so beschäftigt mit singen und trinken gewesen wärst, weiß ich nicht, ob sie diesen Abend überlebt hätte. Wenn du gesehen hättest, wie sehr sie mit mir geflirtet hat, hättest du sie bestimmt schlimmer zusammen geschlagen als die eine Frau, die sich an Randy ranmachen wollte."
Der Architekt musterte mich, wie ich die Augenbrauen hochzog. "Okay Schnucki, das klingt nach einem Aufmerksamkeitsdefizit. Gib's zu, das gerade, das redest du dir ein, weil du dann denkst, dass du mir viel bedeutet hast. Come on. Das ist ein bisschen übertrieben." Ich stemmte die Hände in die Hüften und zog eine erwartungsvolle Schnute.
"Ich weise dich nur darauf hin, dass sie nicht die ist, für die du sie hältst. Was dir da erzählt wurde, ist alles andere als die Wahrheit." Desinteressiert zuckte ich die Schultern.
"Ist mir relativ egal. Wenn sie nicht den Anschein machen würde, dass sie heiß auf Ziggler ist, würde ich sie anspornen, dich anzuflirten. Solange sie nicht scheiße zu mir ist, kann sie gerne mit mir abhängen. Ich bilde mir meine Meinung dann schon selbst, okay Sweety?"
Ich strich mir eine Haarsträhne hinters Ohr und lenkte damit Seth's Aufmerksamkeit auf meine blaue Mähne.
Er beobachtete mich stumm schmunzelnd und sah mir durch den Spiegel in die Augen.
"Deine Haare sehen toll aus, Blue. Ich war vorhin total überwältigt."
Er warf sie mir über die Schulter und strich über meinen Rücken.
Ich schloss die Augen und lächelte falsch.
"Wenn du mich nochmal anfässt, fehlt dir bald eine Hand. Und ja, ich weiß. Dir wären beinah die Augen rausgefallen, huh?"
Er lachte und nickte.
"Den Spruch durfte ich mir oft anhören, als wir uns noch gehasst haben", er untermalte das Wort mit Apostrophen, die seine Finger bildeten.
"Oh, ich vergaß", fügte er dann hinzu, "das tust du ja schon wieder."
Er schenkte mir einen Blick, der so nur von einer wahren Bitch kommen konnte.
"Wow, Sweetheart", triezte ich ihn, "du lernst ja doch noch was dazu!" Und ich muss leider zugegeben, dass es mir gefällt.


Also wenn ich's nicht besser wüsste, würde ich sagen, dass da was in der Luft liegt, was auch immer es ist. 😂
Die Frage ist nur, ob alles, was in diesem Kapitel vorkam, so gut ist.
Yes, das Bild oben habe ich gemalt, das ist aber schon länger her (4.Oktober19). Es sind Lea und Bonny in ihrem natürlichen Lebensraum. Passt im Moment vielleicht nicht soooo perfekt, Amnesie und so, aber es ist einfach zu wholesome, um es euch nicht zu zeigen. So. Erledigt.
Und obwohl das Kapitel wieder viel zu lang ist, möchte ich mich für eure Aufmerksamkeit und eure Zeit bedanken.
Wir sehen uns in sieben blauen Tagen wieder! Bis dahin: Ahoy!

Euer Bonninchen! 💙

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