24 - Let's get ready to rumble!

Ende Januar
Es war der Nachmittag des Royal Rumbles, das diesjährige Rumble Match war nur noch wenige Stunden entfernt. Es war mit Abstand mein Lieblingsmatch im ganzen Jahr und noch dazu stand heute mein Pay-Per-View-Debut bevor. 30 wilde Kerle, die alles tun, um sich gegenseitig zu eliminieren? Totaler Wahnsinn bricht aus? Gibt es etwas Besseres auf dieser Welt? Dieses Jahr selbst an diesem Match teilnehmen zu können, machte mich nicht nur extrem glücklich, nein, ich war auch aufgeregt. Nancy und Titus hatten sich Karten gekauft und waren mit uns nach San Antonio in Texas geflogen. Noch nie zuvor war ich so gehyped. Am frühen Abend war es schon sehr dunkel, da es noch Winter war. Titus, Randy, Nancy und Lea begleiteten mich auf meinem Spaziergang am Riverwalk entlang. "Ich liebe diese Stadt!", seufzte ich verträumt und drehte mich einmal im Kreis. "Ja, es ist so cool hier. Alles leuchtet und durch den Schnee scheint alles trotzdem so ruhig", stimmte Ambrose mir zu. Wir hatten diesen vergangenen Monat viel miteinander abgehangen und uns näher kennengelernt. Sie war nicht so nervig wie ihr großer Bruder Dean, dafür aber kein bisschen weniger verrückt als er. Es musste wohl in der Familie liegen. Titus quetschte sich zwischen The Unstable, die heute eine Chance auf Alexa's Titel hatte, und mich. "Bonny, kann ich kurz mit dir reden?" Er schaute zu mir hoch, oder wohl eher zu mir herüber, da er ungefähr so groß war, wie ich und blieb stehen. "Bonny, ich möchte einfach nur danke sagen. Du hast immer zu mir gehalten und nie aufgegeben. Du hast mich einfach so in deine Familie eingeladen und das obwohl du mich noch gar nicht richtig kanntest. Dir war immer wichtig, dass es mir gut geht und dass alles glatt läuft und egal, was passiert ist, irgendwie hattest du am Ende immer einen Plan." Er senkte den Kopf und zupfte an dem Reißverschluss seiner Winterjacke herum. "Ohne dich wäre ich jetzt bestimmt ganz alleine und ohne dich hätte ich niemanden, mit dem ich über meine Probleme reden kann, der mich versteht und mir Rat gibt. Ohne dich wäre ziemlich vieles anders und sehr viel schwerer. Ich weiß nicht, was ich ohne euch alle machen würde." Zögernd holte er ein kleines Geschenk in blauem Papier aus der Innentasche seiner dunkelblauen Jacke. "Danke für alles, Bonny", lächelte er und fiel mir um den Hals. "Titus! Das wär nicht nötig gewesen. Du weißt doch, dass wir alle stolz sind, dich im Boot zu haben." Grinsend packte ich sein Geschenk aus. Es war eine Handyhülle, auf die das Selfie, das wir in der Cafeteria des Krankenhauses gemacht hatten, gedruckt war und ein dünnes Armkettchen mit einem B-Anhänger. "Youngster! Das hat doch bestimmt viel gekostet! Du sollst dein Taschengeld doch für dich selbst ausgeben, Kleiner", lachte ich und schloss ihn erneut in meine Arme. "Das ist nicht so wild, das war's mir total wert." Unmittelbar musste ich lächeln und drückte ihn etwas fester an mich. "Du weißt, wie froh ich bin, dass du bei uns bist und dass es dir gut geht. Die Geschenke sind nicht nötig, T. Solange du glücklich bist, ist das alles, was für mich zählt. Und du weißt auch, dass du immer auf mich zählen kannst, wenn du meine Hilfe brauchst."
Die anderen blieben verwirrt einige Meter vor uns stehen. "Kommt ihr, Kinder?", quengelte Nancy. "Jaja, wir kommen ja schon!", rief ich ihr zu, nahm den Jungen an die Hand und hopste mit ihm ein paar Meter nach vorne. "Kleines, schau mal", meinte Randy und zeigte auf ein Plakat, links an einer Häuserfassade. Es war ein Plakat vom Royal Rumble und ich stand vorne in der Mitte. Mit einem entschlossenen aber gefährlichen Lächeln sah ich direkt in die Kamera und zeigte mit beiden Zeigefingern auf den Betrachter des Plakates. Das bin ich?! Hinter mir waren Naomi, Alexa Bliss und Lea Ambrose, AJ Styles, der Undertaker, Goldberg, The New Day, die Usos und Randy abgebildet. "Du bist ganz vorne auf dem Werbeplakat!", staunte Titus woraufhin ich selbstbewusst entgegnete: "Die wissen wohl, dass ich den Kerlen heute mächtig einheizen werden."

Draußen war schon alles am Laufen. Alle hatten ihre Nummern für das große Match bekommen, ich hatte die Nummer 20 gezogen und Randy die 21. Was für ein Zufall. Da alle meine Freunde und ich schon fertig waren, machten wir uns zusammen warm und redeten ein bisschen. Goldberg war dieses Jahr auch wieder dabei. Ich liebte diesen Typen. Bill war mir immer vorgekommen, wie der coole Nachbar von neben an, der manchmal Hilfe mit seinem PC brauchte. Dafür gab er dir Geld und half dir, wenn dein Auto kaputt war oder vermöbelte die Nachbarn von gegenüber, wenn sie mal wieder grundlos auf Krawall aus waren. Genau so stellte ich mir das vor. Kann mir irgendwer 'ne Wohnung neben Goldberg organisieren? Danke. Meiner Meinung nach trat er viel zu selten auf, deshalb war es ein besonderes Ereignis, ihn zu sehen. Nun gegen ihn antreten zu können, vielleicht sogar Seite an Seite mit ihm gegen jemand anderen zu kämpfen, das war ein schönes Gefühl und ich fühlte mich geehrt. Ich selbst mochte zwar noch keine Battle Royal Veteranin sein, jedoch hatte ich für diese Matchart die perfekte Devise. Jedem helfen! Denn zu zweit war man stärker als allein. War man beispielsweise zu dritt, konnten sich zwei Leute zusammenschließen und den dritten Mann eliminieren, sodass sie es am Ende beide leichter haben. So würden sie nur noch zu zweit kämpfen müssen. Erst die anderen, dann kümmert man sich um sich selbst. Soweit ich das mitbekam, hatte Bill Goldberg die 29 gezogen, was hieß, dass er sehr spät, wenn alle schon komplett kaputt sein würden, super fit ankommen würde. Und ein Goldberg bei nur 80 Prozent war ungefähr so gefährlich wie eine Bonny bei 150 Prozent. Ich würde Glück oder einen plötzlichen Kraftschub brauchen, um ihn zu besiegen. Wir würden sehen.

"Hey, Ambrose!" Dean drehte sich suchend um. "Nicht du, Lunatic. Deine Schwester!" Er verdrehte die Augen, denn es war nun schon das vierte mal in drei Minuten, dass er sich angesprochen gefühlt hatte. "Du hast vielleicht den Titel nicht bekommen, aber das lag einfach daran, dass Bliss nicht fair kämpft", Naomi kam auf die Brünette zu, die in ihrem Titelmatch wirklich alles gegeben hatte. "Du warst richtig gut da draußen!" Dies hörte man von überall, alle möglichen Leute kamen vorbei und gratulierten ihr zu ihrem einzigartigen Match, während ich mich mit ihr vor dem Gorilla unterhielt. Lea hatte es sich wirklich verdient und wenn es nicht bald ein faires Rückmatch geben würde, das schwor ich mir, würde ich auf einem Rachefeldzug alle Führungstiere dazu zwingen, ihr eines zu geben. Als das Mainevent des heutigen Abends begann, setzten wir uns in die Nähe des Gorillas, wo es nun schon so voll war, dass Lea, Ran und ich wie die Sardinen aneinander gequetscht saßen. Als dann noch The Shield hinzu kamen, rutschte ich mit einem Bein auf Randy's Schoß, um den Jungs zumindest einen Platz frei zu machen. Rollins' Blick war unbezahlbar. Ich musste wegsehen und mir fest auf die Unterlippe beißen, um nicht laut loszulachen, währenddessen zog Randy mich auf seine beiden Schenkel, sodass ich ordentlich darauf sitzen konnte. "Schau nicht so dumm, Rollins", machte sich Orton nun auch über seine Reaktion lustig, "Sei lieber froh, dass sie dir den Platz freigemacht hat. Du weißt doch, dass sie dir den Platz in ihrem Herzen reserviert hat." Ich drehte mich empört zum Apex Predator um: "Entschuldige. Das würde ich gerne selbst festlegen." "Leute, der Countdown beginnt!", rief Woods energisch und deutete auf einen Monitor in der Nähe.

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