37- Schafft sie es?

Jeden einzelnen Tag kam er vorbei und besuchte sie. Manchmal brachte er ihre Freunde mit, einmal war Bonny's Mutter Annie dabei, auch Nancy besuchte sie einige Male, doch oft war er alleine bei ihr. Die Ärzte dachten bestimmt, er wäre ihr Mann oder etwas in der Art. Es machte ihm so sehr zu schaffen, so nah bei ihr gewesen zu sein, ohne ihr helfen zu können.
"Bonny, du weißt nicht, wie sehr wir dich alle vermissen. Die WWE braucht dich. Deine Freunde und deine Familie brauchen dich. Titus braucht dich am meisten. Bitte. Du hast gesagt wir sollen stark sein, aber wir waren immer nur mit dir stark. Ohne dich macht das alles keinen Sinn. Du hast gesagt, wir sollen unser Bestes geben. Also bitte, gib alles, was du hast und komm wieder zurück." Der Legendkiller saß oft den ganzen Tag lang bei ihr, hielt ihre Hand und hoffte jeden Tag aufs Neue, dass ein Wunder geschehen könnte, und sie wach sei, wenn er die Station betrat. Jeden Tag aufs Neue, stand er am Morgen nur für sie auf. Jeden Tag mussten ihn die Krankenschwestern beten, den Raum zu verlassen, da die Besucherzeit vorüber war. Jede Nacht träumte er von ihr. Wie sie sich umarmten, wie er sie kennengelernt hatte. Und auch wie sie gestorben war.
Eines Morgens erhielt der Wrestler einen Anruf. "Seth. Was ist los?", wollte er wissen und seufzte. "Hey Randy. Ich wollte fragen, ob ich dich begleiten kann. Du sitzt da jeden Tag alleine rum und ich... ich hab schon keinen Bock mehr auf irgendwas. Nimmst du mich mit?"
Der Apex Predator nahm das Angebot des Kingslayers an und sie trafen sich, um gemeinsam das Mädchen, das alle glücklich machte, zu besuchen.
"Ich könnte diesen Weg blind fahren", merkte Randy an und sah kurz herüber zu Seth, der abwesend aus dem Beifahrerfenster sah. Der Architekt raufte sich die Haare, als er die Blauhaarige vor sich in dem Bett liegen sah. Sie war an sämtlichen Schläuchen angeschlossen, er hatte keine Ahnung, wozu sie alle gut waren. Aber er war der festen Überzeugung, dass sie alle sehr wichtig für sie sein mussten. "Ich frage mich, was sie uns allen zum Abschied gesagt hätte, wenn sie gewusst hätte, dass sie an dem Tag gehen wird." Seth nahm ihre Hand und verschränkte ihre Finger mit seinen. "Familie", antwortete Randy auf seine Frage. "Familie war das Letzte, das sie uns mit auf den Weg gegeben hat. Familie stirbt nicht." Das Wort ging ihm seit 15 Tagen andauernd durch den Kopf. Er hörte ihre flüsternde Stimme jeden Tag dieses eine Wort sagen und jeden Tag wünschte er sich, er könnte es noch einmal hören. 14 Tage und 18 Stunden. Jeder Tag schien wie eine Unendlichkeit für sich. "Glaubst du, sie schafft es?", fragte Randy mit brüchiger Stimme. Seth konnte nur die Schultern zucken und hoffen. Hoffen auf bessere Zeiten, hoffen darauf, dass sie bald ihre hübschen blauen Augen aufschlagen würde, dass die beiden Wrestler ihre Stimme wieder hören konnten, und alles wie früher war.

"Mr. Orton und Mr...uhm", die Krankenschwester sah den Mann mit den gefärbten Haaren verwirrt an. "Rollins. Seth Rollins." "Ich muss Sie beide bitten, die Station zu verlassen und morgen wieder zu kommen." Seth drückte ein letztes Mal die Hand der jungen Frau, Orton flüsterte ein letztes: "Bis morgen, Kleines", dann fuhren sie wieder ins Hotel.
"Randy?", fragte Seth vorsichtig bevor die Viper in ihrem Zimmer verschwinden konnte. Dieser drehte sich träge um. Rollins nahm den Legendkiller fest in den Arm und musste sich zusammen reißen, keine Tränen fließen zu lassen. Auch für Randy war es schwer, stark zu bleiben und die Kontrolle zu behalten. Doch war er überhaupt stark, wenn er alle seine Emotionen unter Verschluss hielt?

Es vergingen weitere fünf Tage, in denen sich die beiden Herren getroffen hatten, um Bonny zu besuchen. Am sechsten Tag, war alles anders. Anders als die letzten Wochen regnete es in Strömen, sonst hatte die Sonne geschienen. Man hätte meinen können, es sei ein Zeichen, dass es zu Ende geht. Regen war in solchen Zeiten oft ungern gesehen. Die Engel oben im Himmel weinten um den Verlust, den man heute bewältigen müsste, da war der Legendkiller sich sicher. Es war, als würde jeder Tropfen, der ihn traf, ihm sagen, dass es vorbei sein wird, dass er sie heute das letzte Mal sehen wird. Seth konnte an diesem Morgen nicht mit Randy zum Besuch fahren, so ließ er ihn für eine Zeit alleine bei ihr. "Hey Kleines, ich bin wieder da. Dein Lieblingsblödmann konnte heute nicht mitkommen, aber ich glaube wir schaffen das heute auch ohne ihn." Er redete mit ihr, als könnte sie ihn hören, natürlich wusste er, dass es nicht so war, aber einen Versuch war es wert. "Ran?" War sie das? Ihre Stimme? Nein... er musste es sich eingebildet haben. Sie war nicht bei Bewusstsein, wie sollte sie denn mit ihm reden? Er vermisste sie so sehr, dass er schon halluzinierte, das musste die logische Erklärung sein. Er hielt ihre Hand und saß, wie immer mit gesenktem Blick, auf dem Stuhl neben dem Bett.

"Du weißt nicht wie scheiße das alles ohne dich ist. Alles ist grau und stumm, ohne dich gibt es keinen, der Rollins blöd anmacht. Ohne dich gibt es bis auf Ambrose niemanden, der uns mit seiner verrückten Art verzaubert, aber das ist nicht das selbe. Deine Mom, Nancy, Titus und Jason fragen jeden Tag nach dir, sie vermissen dich. Ohne dich gibt es keine kleine, blaue Schwester mehr, auf die ich aufpassen muss. Dabei war es so schön für mich, auf dich zu achten, Kleines. Ich vermisse dich wirklich sehr. Jetzt bist du einfach weg. Bei mir gestorben. Ich hätte irgendwas unternehmen müssen. Es war meine Schuld. Es tut mir so leid, ich wollte nie, dass du stirbst. Du fehlst mir so sehr."
"Randy, bitte schau mich an, wenn du mit mir redest." Es war nicht echt, die Stimme existierte nur in seinem Kopf. Plötzlich drückte sie seine Hand. Erschrocken sah er auf und blickte in das Gesicht, das jeden Tag in seinem Kopf vor ihm schwebte.
Sie lächelte schwach und zwinkerte ihm zu. "Bonny", schluchzte er, seine Stimme überschlug sich. "Randy, ich hab dir doch gesagt, du sollst stark sein." Zwei Tränen kullerten über sein Gesicht, er stand auf und beugte sich zu ihr herunter. Er holte einen Arzt, um Bescheid zu geben, dass sie erwacht war. Randy holte sein Handy heraus und machte ein Foto von ihr, das er in den Gruppenchat der Freunde schickte. "Bonny, du hast es geschafft. Du bist hier", er glaubte es kaum. Der Oberarzt erklärte den beiden, dass sie noch eine Woche zur Beaufsichtigung bleiben müsse, sollte es aber bergauf mit ihr gehen, könnte sie sofort am Ende der Woche entlassen werden.
Sie bekam im Laufe der Woche so viel Besuch, es war schön für Bonny, sie alle wiederzusehen. Nun kam also der samstag Abend, an dem sie entlassen werden durfte.

Bonny's P.o.V.:
Ran stand die Freude förmlich ins Gesicht geschrieben, er umarmte mich fest und innig und wollte mich schon gar nicht mehr loslassen. Man konnte schon gar nicht mehr von einer Umarmung sprechen, es war eher ein Zerquetschen. Aber ich fühlte mich sicher in seiner Zerquetschung, weil ich wusste, dass mir nichts passieren würde, wenn ich bei ihm war.

Die Macht der Freundschaft hat sie erwachen lassen. ♡

Zumindest sage ich das jetzt einfach mal, because ... why not?❤ Ich weiß noch, dass ich das letzte und dieses Kapitel an Weihnachten 2017 fertig geschrieben habe. Kurz bevor ich zu meiner Familie gegangen bin, habe ich Kapitel 36 und 37 abgeschlossen. Und als ich dieses hier im April überarbeitet habe, wäre ich trotz der Sadness beinahe vor lachen gestorben. Ich wollte schreiben:
"Man hätte meinen können, es wäre ein schlechtes Zeichen." Doch eine Fliege flog in mein Gesicht. Ich schrie: "Man du altes Kackvieh, ich stech dich ab!" Und schrieb währenddessen:
"Man hätte meinen können, es wäre ein altes Kackvieh!" 😂😂😂😂 Ich hab mich so kaputt gelacht, dass meine Mom in mein Zimmer kam, um zu fragen, ob ich noch lebe. Ich hoffe, ich konnte euren Tag mit diesem Zwischenfall bereichern.🤦🏾‍♀️😂
Wie geht es ab jetzt weiter? Was wird Seth sagen, wenn sie sich wieder sehen? 😏 Was werden sie Bonny erzählen, was hat sie die letzten 19 Tage verpasst? Ihr erfahrt es wie immer nächste Woche!🍕😘

Eure Bonny 💙😜

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