28- Brother & Sister Connection
Titus' P.o.V.:
"Hey meine Kinder, wie geht's euch?", fragte Bonny's Tante, als sie uns eintreten ließ. Sie war sehr erstaunt, als sie Randy hinter ihr sah und sie begrüßte auch mich sehr freundlich. "Also Titus, dann komm mal mit", sie winkte mich zu sich, durch ihr Wäschegeschäft, in den hinteren Teil für das Personal, zu einer Treppe. Randy und Bonny nahmen mir die Koffer und Taschen ab, als wir hoch gingen. Nancy zeigte mir die Tür zu Bonny's altem Zimmer, in dem sie vor circa 5 Jahren gelebt hatte. Die Erwachsenen ließen mein Gepäck vor der Tür stehen und gingen wieder runter. Als ich durch den Türrahmen schritt, fühlte ich mich sofort wohl, musste jedoch in die Mitte des Raumes gehen, um mir alles anzuschauen. Denn neben dem Türrahmen standen zwei Bücherregale, die die Sicht aufs Bett versperrten. Es standen auch kleine Souvenirs und Kleinkram darin, hauptsächlich waren es aber Bücher.
Die Wände waren blau angestrichen, bis auf die linke Wand, die war dunkelgrau. Die Wand an der das Bett stand, war sowieso kaum zu erkennen, denn sie war mit tausenden Postern, Zeichnungen und kleinen Sprüchen tapeziert. Alles drehte sich um die WWE und auch um Michael Jackson, den großartigsten Musiker aller Zeiten. In der Nähe des Fensters stand ein Schreibtisch, der mir auch sehr gefiel. Er war schwarz-weiß und sehr schlicht. Der Bürostuhl sah ultra bequem aus, er war auch schwarz-weiß und sehr gepolstert, der war bestimmt teuer.
Bonny musste hier oft gearbeitet haben, das Regal neben dem Tisch war voll mit Büro-Utensilien und versteckt in der Ecke stand ein großer Holzkoffer, drei leere Leinwände und eine DIN A2 Mappe für Zeichnungen und sowas. Außerdem hatte sie eine Stereoanlage mit zwei Boxen über das Zimmer verteilt. Neben der Anlage hatte sie eine fette CD Sammlung. Alle denkbaren Michael Jackson Alben, die Best of Version von Kool & and the Gang, 'The Legend Bob Marley and the Wailers', Tina Turner's und Whitney Houston's Best of Album, einige Singles von Rihanna und, und, und. Sie hörte viel Musik, die älter ist als sie selbst. Aber gut... da bin ich auch nicht besser, immerhin hörte ich das ja auch oft. Sie hatte sogar einen Fernseher im Zimmer und ein Regal mit ein paar Blu-Rays und DVDs. Musikvideos von Michael Jackson, drei Filme von Blade, Jumanji und noch circa 20 andere, darunter das Royal Rumble und die Wrestlemania von vor 6 Jahren. Ich verprach mir selbst schon, dass ich mir mal alle diese Filme reinziehen würde. In der Mitte dieser Wohlfühl-Oase lag ein großer, weicher Teppich, mit schwarzen und blauen Sternen darauf. Ich schmiss mich auf das frisch gemachte Bett und schloss die Augen. Hier könnte ich definitiv bleiben. Dieses Zimmer war der Hammer, einfach voll mein Geschmack, die Poster, einfach alles passte zusammen. Selbst wenn mir noch etwas auffällt, dass ich ändern will, wäre es einfach trop cool, wie man auf Französisch sagen würde. Was mir außerdem aufgefallen ist war, dass meine Schule ganz in der Nähe von dem Haus lag. Ich muss hier schon unzählige Male vorbeigekommen sein, wenn ich in der Mittagspause zum Supermarkt gegangen bin. Irgendwie war das praktisch, immerhin konnte ich mir am Morgen Zeit lassen, denn ich würde höchstens 5 Minuten brauchen und ich konnte mir bestimmt etwas warmes zum Essen holen und eventuell noch ein bisschen chillen. Als ich die Augen öffnete, fiel mir eine Zeichnung an der Decke auf. Sie hing dort ganz alleine, anders als die restlichen zu meiner Rechten. Es war ein Mädchen oder eine junge Dame, die genau aussah wie Bonny im Ring. Die Kleidung passte, die Haare sahen aus wie ihre und das Gesicht... hatte sie das gemacht? "Arbeite hart für das, was du willst!", hatte sie dazu geschrieben. Am besten, ich frage sie nachher was sie damit meinte.
"Yo Youngster, können wir los?", sie stürmte in's Zimmer und blieb neben dem Bücherregal stehen und lachte als sie sah, wie ich es mir bequem gemacht hatte. "Freut mich, dass es dir gefällt.", sie drehte sich einmal um sich selbst, "Aber wir sollten langsam los", merkte sie an und ich folgte ihr runter. Randy und Nancy saßen bereits im Auto und dann fuhren wir los.
"Also ich sehe hier in meinen Akten, dass Titus schon einmal adoptiert wurde", der Herr vom Amt runzelte die Stirn und sah uns verwundert an.
"WAS?!", schrie ich. "So hättest du es nicht erfahren sollen", Randy schüttelte den Kopf und sah Bonny an. "Ihr wusstet es?"
"Erst seit heute. Du solltest wissen wer deine Eltern sind", meinte Bonny und schaute betrübt auf den Boden. "Hier steht etwas von einer Mickie James und einem Michael Mizanin?", erklärte der Mann. Überrascht bekam ich beinahe kein Wort heraus: "Mickie und Miz?" Orton und Bonny nickten. Oh mein Gott! Warum genau die Wrestler, die ich am meisten hasste? Konnten es nicht die beiden sein, die ich am liebsten mochte? Warte mal... du wirst gerade von Bonny, der coolsten Frau der WWE, adoptiert und Randy Orton, der beste Wrestler, ist dabei. Also irgendwie hast du noch Glück im Unglück.
Eine Weile vergang, in der wir alles Nötigte klärten.
"Und du bist damit einverstanden, wenn dich Ms. Everhart adoptiert?", fragte mich der Typ. Eifrig nickte ich mit einem breiten Grinsen im Gesicht.
"Wir haben's geschafft!" Glücklich fiel ich meiner großen Schwester um den Hals und drückte sie ganz fest. "Danke! Danke!" Bonny legte ihre Hände auf meine Schultern und sprach: "Kleiner, du gehörst zur Familie, nichts zu danken!"
Bonny's P.o.V.:
Ich war so glücklich wie schon lange nicht mehr. Titus strahlte wie ein Honigkuchenpferd, als wir im Auto saßen. "Bonny, willst du nicht vielleicht Joanna anrufen?", schlug meine Tante vor, ich wählte die Nummer in der Freisprechanlage. "Domiiii, wie geht's dir?", meldete sich meine kleine Cousine Josie. "Hey Josie, mir geht's super, und dir? Kannst du mir Tante Annie geben?" Die Kleine meinte, es ginge ihr gut und schon war meine Mom am Telefon: "Na meine Große, was gibt es?" "Mom, wir haben ein neues Mitglied in der Familie. Ich präsentiere, den wunderbaren, den einzigartigen, den Youngster: Titus!" "Hi. Das bin ich", piepste er und lachte.
"Ich habe ihn gerade adoptiert, Randy und Nancy waren auch dabei. Er wird bei ihr wohnen." Stille, auf der Leitung. "Mom?" "Oh mein Gott! Ich werde euch und Jason natürlich so früh wie möglich besuchen. Warte, heißt das, ich bin jetzt Oma?" Ich zog die Augenbrauen hoch und guckte Titus erwartungsvoll durch den Spiegel an. Dieser erklärte: "Naja, also Bonny und ich haben uns auf kleiner Bruder und große Schwester geeinigt... Sie können sein, was sie b wollen" Süß der Kleine. "Bitte Titus, sag du. Ich fühl mich schon wieder so alt", jammerte meine Mama. "Tja Schwesterherz, du bist 47 und es geht auf die 50 zu...", hörte ich Nancy neben mir lachen. Der Spruch kommt sonst immer nur von mir. "Jaja, halt die Klappe. Ich werde schauen, dass ich ein Hotel und einen Flug buchen kann, dann kann ich euch besuchen", plante Joanna Everhart, die wir liebevoll Annie nannten, und wir legten auf.
Bei Nancy angekommen, verschwand der Youngster sofort in seinem neuen Zimmer. "Ich helf ihm mal auspacken und so", schon war ich weg und ließ Nancy und Randy alleine. Sollen die mal schön plaudern, ich geh zu meinem kleinem Bruder. "Yo. Kann ich dir irgendwie helfen?", fragte ich laut, als ich die Tür öffnete und Titus mit seinem Gepäck vor dem Kleiderschrank sitzen sah. "Ist es okay, wenn ich deine Klamotten raushaue?" Ich nickte und half ihm den Schrank zu räumen. Meine Anziehsachen schmiss ich in eine Ecke, als ich eines meiner alten Tops entdeckte: "Hier warst du also die ganze Zeit, und ich hab dich schon verzweifelt in Chicago gesucht und aufgegeben, weil ich dachte ich hätte dich in Paris vergessen!" Titus lachte mich aus, aber was sollte er denn sonst machen, wenn ich mein Oberteil schimpfte. Danach half ich ihm seine Jacken und Hoodies an die Kleiderstange zu hängen, die Hosen und Schuhe auf dem Boden des Schrankes zu stapeln und die T-Shirts, Hemden und was weiß ich alles, auf dem oberen Brett zu verstauen.
"Kleidung: Check. Als nächstes der Schreibtisch", ging er durch und stellte einen Rucksack auf den Bürosessel. Er holte seine Schulsachen heraus und ein bisschen Kleinkram, den er auf dem Tisch anrichtete. Er hatte von seinem altem Schreibtisch ein paar Schachteln mitgenommen, die er ins Regal daneben stellte und er nahm dafür ein paar Sachen daraus und steckte sie in die Schubladen des Containers unter dem Tisch. Ich war erstaunt wie ordentlich er war, ich hab immer nur aufgeräumt wenn ich musste und bin selbst jetzt noch chaotischer als er.
"Schreibtisch ist fertig, jetzt die CDs und DVDs", murmelte er, ich holte ein paar meiner alten Alben heraus, um für seine Platz zu machen. "Gibt es von denen welche, die dich interessieren würden? Kann ich ein paar von denen hierlassen?", wollte ich wissen, als mir die peinlichen Singles von früher auffielen. "Die werd ich auf jeden Fall los", meinte ich leise und schmiss sie auf meine Anziehsachen. "Also die Oldies kannst du ruhig da lassen. Geil wie du einfach mal jedes Michael Jackson Album hast! Und die Best of von Bob Marley und Kool & and the Gang. Theoretisch könnten wir die heute hören, immerhin haben wir was zu feiern. Celebration time, come on, dadadada da da da daa!" Er machte eine Anspielung auf das Lied 'Celebration', und obwohl es nur geträllert war, hörte es sich gar nicht so schlecht an. Das heißt also, meine guten CDs mag er auch, find ich gut. "Von den DVDs gibt es eigentlich keine, die du weg tun brauchst, die würd ich alle gerne mal angucken." Doch ich nahm die Trilogie von Blade aus dem Regal. "Ab 18. Die schaust du sicher nicht an", stellte ich klar und zwinkerte. Herausfordernd grinste er mich an und erkundigte sich: "Aha und wie alt warst du als du die angeguckt hast?" Tja... auf frischer Tat ertappt. Peinlich berührt guckte ich auf den Boden und nuschelte: "Elf..." Wir lachten und Titus erinnerte mich daran, dass er ja schon dreizehn war.
Als wir alles hergerichtet hatten schmiss er sich auf's Bett und fragte: "Sag mal, dieses Bild da oben an der Decke, was hat das zu bedeuten?"
Das war früher meine Motivation produktiv zu sein. Jeden Morgen war es das Erste, das ich gesehen habe, ich war immer fleißig und bin so geworden wie ich nun bin. Ganz offentsichtlich, war das Bonny, der blaue Gangster, so wie ich mir sie immer vorgestellt hatte. Und seit 4 Monaten, war ich in diese Rolle geschlüpft. Ich hatte meinen eigenen Charakter ins Business gebracht, ich war erfolgreich und ich hatte mir meinen Traum, Wrestlerin zu werden erfüllt. Eigentlich war mein Traumberuf Übersetzterin gewesen und das Wrestlen war immer eines dieser "Das wär so geil, aber gleichzeitig ist es so unmöglich"- Dinge. Mein Bruder hatte mich heimlich bei einem Try-out angemeldet, bei dem ich genommen wurde. Also hatte ich das Sprachen lernen aufgegeben, ich hatte gerade vor mit Niederländisch anzufangen. Nun war ich hier. "Wie jetzt, du wolltest Übersetzterin werden? Ich auch!" Titus setzte sich auf und sah mich stirnrunzelnd an. "Wrestlen wäre natürlich die Welt für mich. Aber das würde ich niemals hinbekommen...", er schüttelte den Kopf und legte sich wieder hin. "Sag niemals nie, schau wer ich jetzt bin. Als ich so alt wie du war, war das auch ein unerreichbarer Traum."
Ich konnte mich noch genau dran erinnern, wie ich auf dem Teppich lag, das normale Licht war meistens aus, aber ich hatte einen LEDstreifen, der die Farben wechselte. Und so fiel mir etwas ein: "Hey, guck mal!", sagte ich und griff nach der dünnen Fernbedienung auf dem Nachttisch. Plötzlich gingen viele bunte Lichter an und ich stellte sie auf die Farbe Blau ein. So hatte ich es immer, als ich hier noch mein Nest hatte. "Willst du mich verarschen?" Mit hochgezogenen Augenbrauen glotzte er mich an und sah zu wie ich mich auf den Teppich legte. "Ich hab mir gerade noch gedacht 'Wie cool wäre es, wenn ich hier noch farbiges Licht hätte' und zack", er schnippte mit dem Finger und fuhr fort: "machst du die LEDs an. Kannst du Gedanken lesen oder so?", staunte er und setzte sich zu mir.
"Weißt du, manchmal braucht man gar kein Weed um bekifft zu sein. Mir hat's damals gereicht mich hier auf den Teppich zu fletzen, Bob Marley voll aufzudrehen und dann war ich weg. Ich lag teilweise Stunden hier unten, hab gemalt, nachgedacht, gesungen. Oder einfach gar nichts gemacht. Ich habe 'meine Seele und meinen Kopf gereinigt', das war echt komisch", lachte ich und schloss die Augen. Titus fragte mich, über was ich so nachgedacht hatte. "Über vieles. Ehrlich gesagt, hab ich oft über mich nachgedacht. Warum ich so war wie ich war, was aus mir werden würde, ob ich es schaffen würde so zu sein wie ich wollte. Manchmal auch über Reinkarnation und so ein Zeug. Ich hab mir früher so viele Gedanken gemacht, und jetzt klappt das mit dem Denken nicht mehr so", kicherte ich.
"Bonny. Was glaubst du wird aus mir? Ich meine, ich weiß nicht so wirklich was ich tun soll. Ich bin zwar gut in Sprachen und meine Lehrer sagen, dass ich als Dolmetscher sehr gut geeignet wäre. Aber dann will ich was übersetzten will und weiß nicht wie genau ich es übersetzen soll. Natürlich weiß ich was es heißt, aber dann fallen mir die einfachsten Worte meiner eigenen Sprache nicht ein. Teilweise fallen mir Französisch und Deutsch leichter als Englisch." Titus zuckte die Schultern und seufzte. Warum kommt mir das bekannt vor?
"Keine Sorge, genau das selbe Problem hatte ich auch schon. Das kannst du aber trainieren, ich helfe dir auch dabei. Pass auf, ich sag dir jetzt ein paar Sachen in einer anderen Sprache, du übersetzt es."
Also übten wir ein bisschen miteinander, ich war überrascht wie gut er auch in der Aussprache war. Der Kleine konnte das sehr flüssig. Wir einigten uns darauf, das nun öfter zu machen.
"Schon irgendwie dubios, dass wir die selben Interessen und den gleichen Geschmack haben... mir kommt es vor, als wären wir auf irgendeine Art und Weise verbunden. Weißt du was ich meine?" Titus sah mich verwirrt an, nickte aber.
Randy's P.o.V.:
Bonny verschwand mit Titus in seinem Raum und ließ mich mit Nancy alleine. Man konnte ihr anmerken, wie glücklich sie war, als sie Titus adoptierte. So glücklich habe ich sie noch nie gesehen, nicht mal an ihrem Geburtstag. Sie war bestimmt stolz, ihn bei sich zu haben. "Na Randy, wollen wir noch einen Kaffee trinken?" Ihre Tante riss mich aus den Gedanken, ich nickte. Während sie die Kaffeemaschine bediente, setzte ich mich an den Tisch und wartete auf sie. "Wie seid ihr euch eigentlich so nah gekommen, du und Dome? Tut mir leid, ich meine natürlich Bonny. Dome ist ja noch ihr alter Name", wollte sie wissen. Ich erklärte ihr, dass wir, seitdem wir sie befreit hatten, oft zusammen waren und merkten, dass wir uns gut verstanden. Nancy nickte aufmerksam und berichtete mir: "Sie war ganz aus dem Häuschen, als sie dich kennengelernt hat. Sie hat mir erzählt wie ihr beide euch in dieser Bar kennengelernt habt. 'Er ist richtig nett! Und er sah höllisch gut aus, das glaubst du nicht.', hat sie am Telefon gesagt." Als ich das hörte musste ich grinsen. So denkt sie also über mich. "An dem Tag an dem wir uns getroffen haben, hatte sie mein Merch T-Shirt an, das hat das Eis gebrochen. Sie war wirklich vom ersten Augenblick an sympathisch und hat einen guten ersten Eindruck gemacht. Sie ist ein totaler Blickfang. Von Anfang an hab ich schon gehofft, dass wir uns gut verstehen, ich würde gerne mal mit ihr trainieren gehen. In ihrem Debut Match hat sie eine echte Show abgeliefert, und von da an dachte ich mir: 'Mit ihr lege ich mich lieber nicht an!'" Die Frau setzte sich zu mir und sah mich ernst an. "Weißt du, auch wenn sie nur meine Nichte ist, ist sie mir sehr wichtig. Ich möchte, dass du gut auf sie aufpasst, damit ihr nichts passiert." "Auf jeden Fall. Sie ist mir in der vergangenen Zeit sehr ans Herz gewachsen und ich will nicht, dass sowas nochmal passiert."
Als Bonny sich von Titus und ihrer Tante verabschiedet hatte, fuhren wir zurück in's Hotel. Ich ging noch mit in ihr Zimmer, wir unterhielten uns ein bisschen. "Ran, ich bin so happy", trällerte sie und umarmte mich. "Das seh' ich. Und es ist schön, dich nach allem wieder glücklich zu sehen." Sie fuhr sich durch die offenen Haare und überlegte: "Ich frag mich wie's Titus geht. Seine Lieblingswrestlerin hat ihn heute bei sich aufgenommen und sein Lieblingswrestler war dabei. Das muss der Hammer für ihn gewesen sein." Wir waren seine liebsten Wrestler? Wow.
Einen Monat später.
Von Reigns gab es kein Lebenszeichen. Bonny bestand darauf, die Sache ruhen zulassen, immer hätten wir ihn längst gefunden, wenn er wirklich entführt worden war. Auch ich glaubte, dass er einfach Zeit für sich selbst brauchte. Bonny und ich waren gerade beim Arzt gewesen. Wir hatten die Bestätigung bekommen, dass sie wieder wrestlen durfte, da mit ihren Rippen wieder alles okay war. "Yes! Endlich!", freute sie sich, und ich mich mit ihr. Als wir aus dem Krankenhaus kamen, sahen wir die weiße Pracht, die sich wie eine große Decke über die Stadt legte. Schnee. "Ran komm, wir gehen spazieren!", schlug sie vor.
Nach einer Weile kamen wir in einem kleinem, ruhigen Waldstück an. Alles war weiß und fluffig wie Wolken. Es war ganz leise, keine Tiere waren zu sehen, der Himmel war klar. In der Ferne sah man eine Hütte mit roten und grünen Lichterketten. Unauffällig ergriff ich ihre Hand, schloss sie fest in meine und schaute sie zufrieden an. "Ich liebe Schnee!", bemerkte sie, als sie hindurch stapfte und ein wenig davon in ihre Hand nahm. Ich hatte mir vorgenommen ihr etwas zu beichten. Wir sahen uns die Umgebung an, als Bonny sich von mir löste und durch das Eis tanzte. Danach ließ sie sich fallen und machte einen Schneeengel. Ich holte mein Handy heraus und fotografierte sie, wie sie im Schnee lag und die Bäume, wie sie vom Gewicht, das auf ihnen lastete, tief hingen. Plötzlich, wie aus dem Nichts, traf mich etwas am Hinterkopf und ich hörte Bonny lachen. "Ha! Erwischt!" Sie hatte mich mit einem Schneeball abgeworfen, und sich hinter einem breiten Baum versteckt. Auch ich formte einen, um sie zu bombardieren. Ich musste sie wohl direkt am Ohr getroffen haben, denn sie kreischte und klopfte darauf herum. Nachdem wir uns den dritten Weltkrieg geboten hatten, beruhigten wir uns wieder und Bonny sah sich um. Überraschend stupste ich ihr von hinten in die Seite und lachte, als sie sich erschreckte. "Hey, keine Panik
Kleines, ich bin's nur." Langsam drehte sie sich um. "Ich möchte dir was Wichtiges sagen", fingen wir beide synchron an und kicherten. "Ran, danke für alles. Dass du Titus und mir immer hilfst, wenn wir dich brauchen. Nancy war ja auch total von dir begeistert und von meiner Mom brauch ich gar nicht anfangen. Danke, dass du immer du selbst bist, dass du mich zum Lachen bringst. Du bist der Beste! Merci, dass es dich gibt" erzählte sie und schloss mich in ihre Arme.
"Bonny, ich will mich einfach bedanken, dass du mich mit in deine Familie aufgenommen hast", begann ich und legte meine Hände an ihre Schultern. "Wenn ich bei dir, Titus und Nancy bin, fühle ich mich, als würde ich zu eurer Familie gehören. Mit dir ist jeder Tag toll, und egal was wir zusammen machen, es endet immer in lautem Gelächter." Die Blauhaarige nickte und lächelte leicht. "Als wir uns in der Kneipe das erste Mal gesehen haben, vom ersten Augenblick, an dem ich dich gesehen habe, konnte ich nicht anders, als dich anzustarren. Und du hattest mein T-Shirt an." Dann ergriff ich die Chance und fing an zu erklären:
"Das kommt vermutlich komisch rüber... aber irgendwas ist da in mir drin. Irgendwas für dich. Und ich weiß, dass es keine Liebe ist, nur eine Art Beschützerinstinkt. Ich will, dass du nah bei mir bist, damit ich auf dich achtgeben kann." Sie lächelte und griff um meine Hüfte. "Also spielst du jetzt die große Viper, um die kleine Viper zu beschützen?", fragte sie scherzend. "Es ist sowas wie... ein Bruder-Schwester-Gefühl. Ich will, dass du weißt, dass du mir wichtig bist, und ich immer auf dich aufpassen werde. Verstanden?" Wir umarmten uns und sie nickte. "Weißt du warum du dich fühlst, als würdest du zu uns gehören? Weil du es tust. Ran, du bist wirklich wie ein Bruder für mich. Meine Freunde sind Familie. Ich hoffe du weißt, dass jeder, der ein Problem mit dir hat, auch eins mit mir hat."
Titus ist da, Ran gehört ab jetzt zur Familie und alle sind glücklich, was will man mehr? Wie geht es jetzt weiter? >Bonny 💙😜
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