23- Du bist ein Engel
Der Arzt erklärte mir, dass meine Rippen wohl geprellt seien und ich für 4 Wochen nicht mehr in den Ring steigen könne. Ich solle mich in 3 Wochen nochmal bei ihnen melden und dann sehen sie weiter. Der Doc verließ den Raum und Emma sah mich mitfühlend an. "Kind", fing sie an zu sprechen. "Kann ich dich etwas fragen?", wollte sie wissen. Ich nickte und horchte aufmerksam, was sie mir zu sagen hatte: "Liebes, ich weiß, du bist noch sehr jung, und es wird schwer sein für dich. Ich merke, wie es langsam mit mir Berg ab geht. Ich weiß nicht wann, aber irgendwann wird es soweit sein. Ich will dich fragen, ob du vielleicht ab und an auf Titus aufpassen kannst, wenn ich weg bin." Mein Herz stockte und ich atmete tief durch. Was? Ich meine.. wie? Plötzlich schlug er die Tür auf und tänzelte zu mir und seiner Oma her. Titus setzte sich wieder auf mein Bett und schaute mich glücklich an. "Ich verspreche Ihnen, ich versuche es." Randy sah mich verwirrt an, ich symbolisierte ihm, dass wir später reden würden. "Hey Bonny, ich weiß, eigentlich darf ich das ja nicht fragen, aber wird The Shield ein Comeback haben?" Fuck! Ro fehlt!
Ich riss die Augen auf, legte meine Hände auf Titus' Schultern und lobte ihn: "Titus, du bist ein Engel! Du erinnerst mich an etwas ganz Wichtiges!" Schnell nahm ich den Kugelschreiber aus der Schublade und zog ein schwungvolles "S" auf meine Hand, um es nicht zu vergessen. Nachdem Ro verschwunden war, gab Seth zwar zu, was er privat dachte, aber über The Shield hatten wir gar nicht gesprochen. Was würden sie nur machen?
Wir plauderten noch einige Zeit, Randy und ich verabschiedeten uns, als Emma uns bat: "Könnt ihr Titus mit nach draußen nehmen? Er weiß, wie er heim kommt."
Leise schlossen wir die Tür und ich sah den Jungen ernst an. Er war fast so groß wie ich, was für sein Alter ja normal war. "Titus. Ich weiß, was bei dir grade abgeht. Wenn du mich brauchst, möchte ich, dass du weißt, dass ich versuche, dir zu helfen. Ich weiß noch nicht wie, aber ich werde alles Mögliche tun und ich bin sicher, Orton würde es auch. Hier", ich drückte ihm einen Zettel in die Hand und klappte sie zu, "hast du meine Handynummer. Bitte Titus, veröffentliche sie nicht im Internet und gib nicht bei deinen Freunden damit an. Und bitte spame mich nicht voll. Ich weiß, dass du im Moment schwierige Zeiten durch machst, und dass du gerade sehr wenige Leute hast, denen du vertrauen kannst. Randy und ich, wir bringen dich jetzt nach Hause. Wir können dich leider nicht mitnehmen. Aber wenn es gar nicht mehr geht, oder dir etwas passiert ist und dir keiner helfen kann, dann zögere nicht und ruf an."
Überrascht betrachtete er das Stück Papier in seiner Hand und steckte es in seine Hosentasche. Unsicher nickte er und sah von mir zu Randy. Dieser nahm mich bei der Hand und lenkte ab: "Los, gehen wir." Als wir im Auto waren, setzte ich mich auf die Rückbank und ließ den Teenie vorne bei der Viper sitzen. "Wenn das jetzt zu persönlich ist, müsst ihr nicht antworten, aber sagt mal, seid ihr beide zusammen?" Randy hielt an einer roten Ampel an und drehte sich kurz zu mir um. "Nein. Orton passt gerade nur ein bisschen auf mich auf."
Titus wandte sich um, als Randy vor seinem Wohnblock anhielt. Ich stieg mit ihm aus und holte ihm seinen Rucksack aus dem Kofferraum. "Und vergiss nicht, was ich dir gesagt habe. Ich werd mal schauen, aber vielleicht schaff ich es, dich und deine Oma bald wieder zu besuchen. Komm her", sagte ich und schloss ihn in meine Arme. Titus bedankte sich ein wenig freudestrahlend und verschwand hinter der Tür. Ich setzte mich vor zu Randy und wir gingen noch etwas essen.
Im Hotel angekommen, fragte Randy, warum ich so mit Titus umging. "Emma hat mir erzählt, dass sie vermutlich bald sterben wird. Sie wollte wissen, ob ich mich um Titus kümmern könnte. Ich weiß nicht, ob ich es kann, aber ich muss es wenigstens versuchen. Er hat jetzt so viele Probleme und es tut mir weh, dass ich ihn nicht hierher mitnehmen kann. Ich will Emma diese Woche nochmal besuchen." Randy kaute nervös auf seiner Lippe herum und rieb sich den Hinterkopf. "Warum? Und was machst du, wenn sie wirklich stirbt? Wie willst du für ihn sorgen? Bonny, du bist doch gerade mal 10 Jahre älter als er", tadelte er. Ich zuckte die Achseln und schüttelte den Kopf. "Ich weiß es nicht, aber Randy... Titus ist-" "ein weiteres Kind, das uns nichts angeht. Kleines, du kannst nicht Mutter Teresa spielen." Angepisst schürzte ich die Lippen und zischte: "Ran, ich hab keinen Bock mit dir zu diskutieren. Wir sehen uns." Verständnisvoll aber auch besorgt nickte er. Bevor er mir meine Tasche gab, nahm er mich fest in den Arm. "Tut mir leid, Kleines."
Erschöpft schmiss ich mein Gepäck in die Ecke und schrieb meiner Mom.
Bonny: Mom. Ich muss dich was ernstes Fragen.
Annie: Oh oh. Was ist los?
Bonny: Ich brauche vielleicht deine Hilfe. Hast du noch einen Platz frei, bei euch dreien?
Annie: Liebling was ist passiert? Willst du deine Karriere etwa aufgeben?
Bonny: Nein, es geht nicht um mich. Ich kann dir noch keine Details geben, aber ich muss wissen, ob du jemanden auf Dauer aufnehmen kannst. Für mehrere Jahre?
Annie: Natürlich. Du weißt, unsere Tür steht immer offen.
Bonny: Ja, danke. Wenn ich was weiß, sage ich dir sofort Bescheid.
Ich erlaube euch, für's Erste überrumpelt zu sein. Uuuuund was sagt ihr zu dieser Wendung? Lem'me know down there! 👇🏾
Eure Bonny!💙😜
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