17- Falsche Entscheidungen
"Was willst du hier?" Baron legte seine Hand auf meine Schulter und sah mich eindringlich an. "Wo warst du heute?" Nicht Lachen. Ich biss mir auf die Zunge, dieses Mal fester als davor. "Hey, ich rede mit dir!", sagte er nun lauter und schlug gegen meinen Arm. Langsam legte ich den Kopf zur Seite und grinste ihn mit meinem wahnsinnigen Blick an. So wie heute Abend ließ er von mir ab. "Näher als du vermutet hättest Baron, mein Freund."
Plötzlich packte er mich am Hals, drückte mich gegen den Türrahmen und zischte angsteinflößend: "Du warst das also, huh? Und keine Sau hat dich erkannt?" Er verengte seine Augen und griff fester zu. "Wer glaubst du wer du bist, huh? Stopfst mir Würmer in den Mund und machst mich ganz verrückt." "Zuerst mal, die Würmer sind nicht echt, sondern aus Gelatine, und zweitens, glaub mir Corbin, ich brauche keine Würmer um dich verrückt zu machen", ich zwinkerte ihm zu, er beugte sich zu mir herunter. Stopp!
"Lass mich los", warnte ich ihn und sah ihn emotionslos an. Keine Panik bekommen, sonst macht es ihm Spaß. Nicht aggressiv werden, sonst weckst du alle. Ruhig bleiben. "Und was wenn nicht?" "Dann...", ich zögerte, "nehm ich meine übrigen Würmer und schieb sie dir nochmal rein." Er lachte leise und sah mich wehleidig an: "Aww, hat da jemand Angst? Weißt du, wie niedlich du aussiehst? Wie ein kleiner ängstlicher Hase." Man nennt mich nicht umsonst Bonninchen.
In mir kochte die Wut hoch. Ich ballte die Hände zu Fäusten und fletschte die Zähne. Eindringlich knurrte ich: "Nimm deine Flossen von mir weg und lass mich in Ruhe." Ruckartig zuckte er zu mir herunter und lachte, da ich mich erschrak und zurück wich. Doch ich funkelte ihn böse an und wurde immer aggressiver. Leider merkte er, wie schwer es mir fiel mein Unwohlsein zu verstecken. "Wir treffen uns heute Nacht um 3 Uhr im zweiten Stock." Ohne nachzudenken nickte ich, unbewusst dessen, was mich erwarten könnte.
"Und jetzt sage ich es ein letztes Mal: Lass mich los!", stellte ich ich laut und zynisch klar. "Und ich wiederhole: Was wenn nicht?", er stichelte skrupellos weiter.
"Dann komme ich und mach' dich fertig!" Halleluja, mein blondgefärbter Schutzengel! Seth packte Baron am Kragen und zog ihn von mir weg. Einen Schlag auf die Nase kassierte er auch, dann verschwand er. Immernoch an den Türrahmen gepresst holte ich tief Luft sah überrumpelt zum Architekten. "Alles okay?", Seth nahm meine Hand und sah mich besorgt an. "Ich denke schon. Trete ein", winkte ich ab und öffnete die Tür. Ich begann wieder, mich anders zu verhalten. Er baute sich vor mir auf und fragte ernst: "Was wollte er von dir?" Ich schüttelte den Kopf und sah nach draußen. "Hey." Seine sanfte Stimme bahnte sich ihren Weg in meine Ohren und ich erklärte ihm, dass Baron wohl nur Ärger wollte. Ich wendete mich von ihm ab und setzte mich auf's Bett. Seufzend hockte er sich neben mich und nahm meine Hand. "Seth, ich bin im Moment nicht in der Lage-", "Was ist passiert, Bonny?" Zärtlich legte Seth seine Hand an mein Kinn, drehte es zu ihm und meinte: "Hey Bonny, schau mich an.." Es befand sich eine eigenartige Anspannung im Raum, jedoch nichts negatives. Der Moment war wie elektrisch aufgeladen, ich konnte es mir nicht erklären. Wir starrten uns in die Augen, taten nichts. Bis Seth mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht hinter's Ohr klemmte. "Rede mit mir", flüsterte er.
"Ich fühle mich müde, ich lege mich nun zu Bett. Sollte es morgen Früh Schwierigkeiten geben mich zu erreichen, dann sieh bitte erst hier und dann im Performancecenter nach mir. Bitte sorge dich nicht um mich." Verwirrt nickte er und ging zur Tür.
Es war 02:30 Uhr in der Nacht, als ich endgültig aus einem unruhigen Schlaf erwachte. In einer halben Stunde würde ich Baron Corbin treffen. Warum habe ich ja gesagt? Langsam stieg ich aus dem Bett und nahm mir mein weißes Shirt und eine schwarze Skinnyjeans aus dem Koffer und ging ins Bad. Ich hatte gerade meine Schuhe gebunden und wollte aus der Tür gehen, als mich ein plötzliches Klopfen an der Tür heftig erschreckte. "Heiliges Hüftsteak!", kreischte ich und sprang einen heftigen Satz nach hinten. Vor lauter Schreck rutschte ich auf dem Vorleger aus und krachte mit dem Rücken an den Badewannenrand. "Ahhh Fuck", keuchte ich, auf dem Boden liegend. Aufeinmal stand Seth im Türrahmen. "Oh mein- Alles okay, hast du dir weh getan? Hab ich dich erschreckt?", besorgt klaubte er mich auf und setzte mich auf die geschlossene Klobrille. "Du und mich erschrecken? Haha nein! Nein, mir geht es hervorragend, ich tue das jeden Tag, weil mir das grundlose Herumbrüllen so einen Spaß bereitet. Mir tut rein gar nichts weh, nein nein", schimpfte ich mit sarkastischem Unterton. "Wo willst du überhaupt hin, um die Uhrzeit?" Okay, Tom Hanks, von diesen Schauspielkünsten kannst du dir ne Scheibe abschneiden. Sieh zu und lerne.
Etwas traurig und aufgebracht blickte ich Seth in die Augen. "Ich brauche frische Luft, und Zeit zum Denken. Mir wird gerade einfach alles zu viel. Ich... ich weiß nicht. Ich brauche Zeit für mich alleine." Nebenbei ergriff ich seine Hand und strich vorsichtig darüber. Eigentlich wollte ich damit aufhören. Aber Seth würde mitkommen wollen, genau wie Jason. Er würde sich zu viele Sorgen machen. Schwach schaute er mich an und meinte: "Ich bin zwar eigentlich gekommen, weil ich mir Sorgen gemacht habe, vorallem nach deinem letzten Satz. Aber okay, bitte pass auf dich auf okay? Und ich meine nicht dieses normale 'Bitte pass auf dich auf', sondern ich will, dass du vorsichtig bist und dich auf niemanden einlässt. Ich will dich nicht tot in der nächsten Gasse finden, verstanden?" Ich atmete tief aus und nickte. "Tue ich, Seth. Ich komme wieder, keine Sorge. Würdest du mir vielleicht nur helfen aufzustehen?", bat ich ihn. Erleichtert lächelnd umarmte er mich. "Uff, mein Rücken, Seth, gib Acht", hustete ich und hebelte seine Arme von mir weg. Ich merkte, dass er mich gerne länger und fester umarmt hätte, aber das ging nicht.
Bonny the actress strikes again. Ich sag ja, Shakespeare wäre neidisch, dass es keine so perfekte Julia gegeben hat.
Die Spannung steigt, was passiert nur? Ich will euch spontan danken, dass ihr hier seid und mich so fleißig unterstützt. Obwohl ich fast vergessen hätte, dieses Kapitel zu veröffentlichen... #NightTimeSquadHelper 😂💕
DANKE! 😊🍕 >Bonny 💙😜
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