Kapitel 86
Dr. Grobian tippt auf die Röntgenaufnahme, die auf dem Bildschirm leuchtet. "Sieh dir das an, Hicks, das ist die Stelle, an der deine Knochen dicker werden, un deine Organe zu schützen. Wo Menschen Rippen haben, hast du einen Panzer, fest wie eine Muschelschale. Und das hier ist Astrids Röntgenaufnahme."
Er knipst das Licht hinter dem anderen Bild auf dem weißen Kasten an. "Siehst du, dass diese Stelle bei ihr auf den ersten Blick so aussieht, als wären es ganz normale Rippen? Es ist kaum zu erkennen, aber wenn man genauer hinsieht, kann man die dünne Schicht der Panzerung sehen, die die Rippen miteinander verbindet. Sie ist aber nicht ganz so dick wie bei dir. Tatsächlich hat keiner ihrer Knochen die gleiche Dichte."
"Aber was bedeutet das?", fragt Hicks stirnrunzelnd. Ich bin froh, dass ich nicht die Einzige bin, die Mühe hat, Dr. Grobian zu folgen. Ein Teil meiner Gedanken hat sich an den Luftzug geheftet, der sich in diesem überdimensionalen Krankenhaushemd wie ein Windstoß anfühlt, und der Rest ist noch mit Dr. Grobians Andeutung beschäftigt, dass ich 175 Jahre alt werde.
Das ist selbst inter den gegebenen Umständen ein bisschen verrückt. Ich bin Hunderte von Meilen von zu Hause entfernt, halb nackt in einem Raum mit zwei Männerns, die ich kaum kenne. Wenn man das so, aus dem Zusammenhang gerissen, betrachtet, müsste ich an meinem Verstand zweifeln.
Verdammt, sogar im Zusammenhang betrachtet wird es nicht besser.
Dr. Grobian zuckt die Achseln. "Ich bin mir nicht sicher. Ich schätze, es könnte Verschiedenes bedeuten. Es gibt immer nich so viel über deine Art, was ich nicht weiß, Hicks. Wachstunsmuster zum Beispiel. Vielleicht haben sich Astrids Knochen nicht vikk entwickelt, weil sie ihr Leben an Land verbringt. Genauso wie ihre Hautfarbe. Vielleicht reagiert der Syrenakörper auf etwas im Wasser, das die Entwicklung der Pigmentierung auslöst. Das ist jedoch nur eine Vermutung. Wirklich, ich habe keine Ahnung."
Hicks schaut mich an und aus jedem Gesichtszug lugt mir die Sorge entgegen. Ich weiß, es beunruhigt ihn, wenn ich still bin. Er wäre wahrscheinlich überrascht herauszufinden, dass ich eigentlich immer still bin, nur nicht in seiner Nähe. "Astrid, möchtest du Dr. Grobian noch etwas fragen?"
Ich beiße mir auf die Lippe und ziehe das Krankenhaushemd fester um mich. "Warum kann ich mit Fischen sprechen? Warum verstehen sie alle Deutsch? Und sagen Sie jetzt nicht, dass es Magie ist." Das ist nicht die Frsge, die ich stellen will, aber es ist trotzdem eine gute Frage und die Antwort wird mir Zeit verschaffen, um das Selbstbewusstsein wiederzugewinnen, das ich verloren habe, als ich in dieses Hemd geschlüpfg bin.
Dr. Grobian lächelt und nimmt die Brille ab. Er poliert sie mit seinem Laborkittel und sagt: "Nun, meine Liebe, Hicks ist überzeugt davon, dass das ebenfalls genetisch bedingt ist. Falls es genetisch ist, glaube ich kaum, dass es irgendetwas mit Magie zu tun hat. Des Weiteren bin ich nicht überzeugt, dass Meerestiere eine so komplexe Sprache wie Deutsch verstehen können. Wenn es so wäre, würde niemand mehr einen Köder auswerfen, richtig? Ein Angler würde lediglich einen Eimer ins Wasser werfen und den Fischen sagen, dass sie hineinschwimmen sollen."
Er lacht leise. "Wenn ich raten sollte, würde ich sagen, es hat etwas mit dem Klang Ihrer Stimme zu tun. Wir wissen bereits, dass viele Meeresbewohner über Laute miteinander kommunizieren. Wale und Delfine zum Beispiel. Es ist möglich, dass Ihre Stimme eine Frequens hat, die alle erreicht, oder einen speziellen Tonfall, den sie verstehen können. Es ist möglich, dass das, was Sie von ihnen wollen, nicht darüber vermittelt wird, was Sie sagen, sondern, wie sie es sagen. Bedauerlicherweise habe ich nicht die Ausrüstung, um diese Theorie zu testen. Und ich werde sie auch leider nicht kurzfristig in die Hände bekommen."
Ich nicke. Unsicher, wie ich darauf reagieren soll. Wie ich überhaupt auf irgendetwas von alldem rrsgieren soll. "Gibt es sonst noch etwas, worüber du dir Gedanken machst, Astrid?" Mit dieser Frage überrascht mich Hicks. Ich überlege, warum wir uns überhaupt die Mühe mit den Röntgenaufnahmen gemacht haben, wenn Hicks anscheinend direkt in mich hineinsehen kann, in mein tiefstes Inneres.
Wie gestern Abend im Hotelzimmer. Als ich mich nach meinem 45 minütigen Weinkrampf unter der Dusche wieder angezogen hatte, habe ich eine Schachtel mit schokoladenüberzogenen Erdbeeren auf meinem Kissen gefunden. Hicks lag schon zusammengefaltet auf der hässlichen Couch und schlief.
Ich räusperte mich. "Dr. Grobian, ich bin mir nicht sicher, ob Hicks Ihnen davon erzählt hat oder nicht, aber mein Vater war Arzt. Er hat sich um meine Triefnase gekümmert, meine Kratzwunden, meine Impfungen. Als er starb, hat sein Freund. Dr. Morton das übernommen.
Wie können sie meine Knochenstruktur und meinen langsamen Puls übersehen haben? Man sollte meinen, sie hätten bemerken müssen, dass mein Herz auf der falschen Seite meiner Brust ist. Ich meine, sind Sie sich sicher, dass Sie mit Ihrer Diagnose richtifliegen? Sie sind kein Menschenarzt, Sie sind doch Tierarzt, oder? Sie könnten sich irren."
Hicks wirkt kribbelig und rutscht auf seinem Stuhl hin und her. Obwohl Metall und Polyester nicht gerade zur Behaglichkeit beitragen, hsbe ich den Eindruck, dass es meine Frage ist, die ihn zappelig macht, und kein körperliches Unbehagen.
Dr. Grobian zieht den Rollhocker zu der Stelle, an der ich auf dem Untersuchungstisch sitze. Instinktiv beuge ich mich zu ihn vor und zerknittere die dünne Papierschicht, die mich von den Vinyl trennt. Er tätschelte meine Hand. "Astrid, meine Liebe, es ist ganz natürlich, dass Sie so empfinden. Und Sie haben recht.
Ich bin definitiv kein Menschenarzt, so wie Ihr Dad es war. Aber un die Unteschiede zwischen meinem Röntgenbild, Hicks' Röntgenbild und Ihrem zu erkennen, ist auch keinev nötig."
Zur Betonung neigt er den Kopf zur Wand hinüber,an der unsere Knochen auf dem Bildschirm leuchten. Dann stutzt er. "Gütiger Himmel." Er springt auf die Füße und der Metallhocker kilot hinter ihm um.
- - - - - - - - - - H I C C S T R I D - - - - - - - -
HELLO IT'S ME xD
Ja was soll ich sagen, ich hatte heute den dritten Mopedunfall und jetzt kann ich nicht arbeiten gehen, da mein Fuß sich nicht mehr abbiegen lässt😂😂 YAY FREI, leider nur zwei Tage aber ja wendern etwas xD
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