Kapitel 45

Hicks Haddock ist ein Trottel. Ich kann mich zwar nur verschwommen an die Einzelheiten erinnern, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass er etwas mit meinem Unfallmontag zu tun gehabt hat.
Außerdem ist er ein wenig seltsam. Mal abgesehen von seiner Angewohnheit, Leute anzustarren, taucht er einfach überall auf. Und wann immer er das tut, werde ich so anmutig wie ein Rhinozeros auf Stelzen.
Deshalb werde ich meinen Stundenplan ändern, sovald ich in die Schule komme. Es gibt keinen vernünftigen Grund, sich 7 Stunden am Tag zu demütigen.
Zufrieden mit meinem Plan, lächele ich, während ich mir einen Stuhl an den Tisch ziehe. Mom hat heute wieder ein Reste-Omelett für mich gemacht und diesmal esse ich es auf. Ich bitte sogar um Nachschlag. Sie stellt ein Glas Milch für uns beide auf den Tisch. Das ich versehentlich ganz allein leer schlürfe. Ich were nicht einmal einen Blick auf Dads Platz. Oder Raffs.
"Du musst dich wirklich besser fühlen", bemerkt Momm "Aber ich wünschte, du würdest trotzdem noch einen Tag länger zu Hause bleiben. Wir könnten einen Mädelstag machen, du und ich. Uns ein paar Frauenfilme ausleihen, Schokolade essen und Cola Light trinken, ein bisschen Kleinstadttratsch austauschen. Was meinst du ?"
Ich lache, und mein Kopf fängt an zu pochen, als würde mein Gehirn versuchen,  sich zu verdünnisieren.
Wenn sie das so sagt, klingt es verführerisch, zu Hause zu bleiben, und zwar nicht nur wegen der Schokolade. Eigentlich ist es schon witzig genug, Mom dabei zuzusehen, wie sie versucht, auf Mädchen zu machen. Unser letzter Mädelstag hat mit einer Pediküre begonnen und mit einer Monstertruck-Ralley geendet. Das ist 5 Jahre her Genau wie ihre letzte Pediküre. Trotzdem. Ich habe bereits entschieden, dass heute der Rest meines normalen Lebens beginnt. Eine warme Decke und 2 Liter Eiscreme auf der Couch hätten was von einem Rückszieher. Und noch eine Monstertruck-Rallye brauche ich ungefähr so dringend wie ein drittes Nasenloch. Ich nehme mein Geschirr und bringe es zur Spüle. Dann sage ich: "Ich will tatsächlich zur Schule gehen. Tapetenwechsel, du weißt schon. Vielleicht ein andermal ?"
Sie lächelt, aber ich weiß, dass es nicht echt ist, weil sich um ihre Augen keine Fältchen bilden. "Sicher. Ein andermal."
Ich nicke und angele mir meinen Autoschlüssel. Doch noch bevor ich das Licht in der Garage anknipsen kann, ist sie hinter mir und zerrt an meinem Rucksack. "Du willst zur Schule ? Schön. Aber du wirst nicht fahren. Gib mir den Schlüssel."
"Mir geht es gut, Mom, wirklich. Wir sehen uns heute Abend." Ich drücke ihr einen flüchtigen Kuss auf die Wange und wende mich wieder der Tür zur Garage zu.
"Netter Versuch. Gib ihn mir." Sie streckt die Hand aus.

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