Kapitel 33
Mr Pinner sagt: "Kommen Sie nach vorn, junger Mann. Da können Sia auch für den Rest der Woche sitzen bleiben. Ich dulde keine Unpünktlichkeit. Wie ist Ihr Name ?"
"Hicks Haddock der Dritte", antwortet er, ohne den Blick von mir abzuwenden. Dann maschiert er zu dem Pult neben meinem und setzt sich.
Zwar ist der Stuhl dazu konstruiert, einem normalen heranwachsenden männlichen Wesen Platz zu bieten, aber als sich Hicks setzt, wirkt der Stuhl winzig.
Hinter ihm bricht Getuschel aus, als er darauf hin und her rutscht, um es sich bequem zu machen.
Am liebsten würde ich sagen, dass er ohne Hemd noch besser aussieht, obwohl ich zugeben muss, dass ein enges T-Shirt und abgetragene Jeans ihm ganz gut stehen.
Trotzdem löst seine Anwesenheit Schwindelgefühle bei mir aus.
Hicks ist in den letzten Wochen die Schlüsselfigur in meinen Albträumen gewesen, in denen ich den letzten Tag in Raffs Leben wieder und wieder in meinem Unterbewusstein neu inszeniert habe.
Es spielt keine Rolle, ob ich 45 Minuten schlafe oder 2 Stunden; ich krache in ihn hinein, höre Raff näher kommen, bin peinlich berührt.
Manchmal fragt sie ihn, ob er mit uns nach Baytowne komme möchte, und er willigt ein. Wir brechen zusammen auf, statt ins Wasser zu gehen.
Manchmal vermischt sich der Traum mit einem anderen - in dem ich in Grannys Gartenteich ertrinke. Die Ereignisse verschmelzen miteinander wie Wasserfarben; Raff und ich fallen ins Wasser und ein Schwarm von Seelöwen erscheint wie aus dem Nichts und schiebt uns beide an die Oberfläche. Dads Boot wartet auf uns, aber ich schmecke Salzwasser statt Süßwasser.
Mir wäre es lieber, den Traum mit dem echten Ende zu träumen - es ist schrecklich, es wieder und wieder zu sehen, aber es dauert nicht sehr lange, und wenn ich aufwache, weiß ich, dass Raff tot ist.
Bei den anderen Varianten wache ich auf und denke, dass sie noch lebt. Und dann verliere ich sie jedes Mal aufs Neue.
Nur das Kribbeln taucht in meinen Träumen nicht auf. Ich habe es wohl vergessen. Aber jetzt ist es wieder da und ich laufe rot an. Knallrot.
Hicks wirft mir einen fragenden Blick zu, und zum ersten Mal, seit er sich hingesetzt hat, bemerke ich seine Augen. Sie sind Grün. Nicht violett wie meine - wie damals am Strand. Oder habe ich mich getäuscht ? Ich hätte schwören können, dasd Raff eine Bemerkung über seine Augen gemacht hat. Aber das könnte mein Unterbewusstein genauso gut erfunden haben, wie es andere Varianten dieses Tages erfindet. Eines steht fest: Hicks' Angewohnheiten, mich unverwandt anzustarren, habe ich mir nicht eingebildet. Oder dass er mich zum Erröten bringt.
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