Kapitel 17

Zum Verständnis: Das hier spielt nach der Untersuchung ab, wo Jisung seinen Freunden von seiner Schwangerschaft erzählt hat

Minhos POV

Am nächsten Tag stand ich an meinem Spind und holte die Bücher für die nächste Stunde heraus. Hoffentlich lies mich Jisung jetzt endlich mit seiner Nähe in Ruhe, sonst werde ich ihn nochmal verprügeln. Noch immer spürte ich einen Hauch von den feurigen, zerstörerischen Gefühl in mir. „Minho!", fuhr mich jemand an und mir wurde das Schließfach vor der Nase zugeknallt. Die Stimme kannte ich, weil ich sie bereits im Unterricht 'genießen' durfte. Es war Chan. Er stand da mit dem anderen Jungen, den ich damals auch gesehen hatte, als Jisung mir meinen Alkohol wegnahm. Angepisst schaute ich die Beiden an. „Was wollt ihr?", fragte ich. Zuerst Jisung und jetzt die Beiden. Konnten die mich nicht einfach alleine lassen? „Jisung hat uns erzählt, dass er schwanger von dir ist und dir fällt nichts anderes ein, als ihn dafür zu verprügeln? Scheiße, er musste extra zum Arzt und jetzt weiß er nicht, ob das Baby noch in ihm lebt! Du bringst dein eigenes Kind um!"

Ich packte Chan am Hemdkragen und drückte ihn gegen die Schließfächer. Zwar sah Chan stärker als ich aus, doch ich hatte ihn dank meinem Überraschungsmoment im Griff. Seine Schulter traf scheppernd das dünne Metall der grauen Schließfächer. "Sei nicht so laut! Andere können uns hören!" Der andere Junge sah mich abschätzig an. Genau so, wie ich Menschen betrachtete. So viel Hass. „Ach ist es dir etwa zu peinlich, dass die anderen wissen, dass du Vater wirst? Als ob dich die Meinung von anderen Menschen interessiert", meinte er. So sehr der Hass in seinen Augen meinen hervorlockte, die sich mit meinen Wut zusammenschloss, hatte der Besserwisser schon ein bisschen recht. Mir ist es herzlichst egal, was andere von mir denken. Sie hassen mich sowieso und ich hasse sie. Als würde ich die Gesellschaft von Menschen brauchen. Sie sind alle so verdammt lästig. Am liebsten wollte ich nach Hause zu meinen Katzen. Chan riss sich von meinen Griff los und funkelte mich wie Chan böse an. „Wenn ich es mir so richtig überlege, mache es doch. Erzähl jeden, dass jemand neues von diesen parasitären Wesen auf die Welt kommt, bereit sie noch mehr zu zerstören. Ich schäme mich dafür, dass ich mit Jisung Sex hatte.. Wenn ich es gewusst hätte, und das war verdammt nochmal wichtig, dann hätte ich euren nervigen Freund niemals berührt! Also, erzähl es, Chan. Mir scheiß egal!" Der Hass in den Augen der Beiden ging ins Bodenlose. So hat mich noch nie jemand angeschaut. Sie schafften es sogar, dass ich kurz unangenehme Gänsehaut auf meinen Armen spürte. „Wie kannst du nur von deinen eigenen ungeborenen Kind reden?"

Sie drehten sich um und gingen wortlos. Ab da hatte ich endlich Ruhe vor Jisung und seinen Freunden. Die nächsten Tage ging ich etwas aufmerksamer durch die Flure, auf der Lauer nach Gerüchten, dass ich jemanden geschwängert habe. Teenager reißen doch ihr Maul auf, wenn sowas die Runde machten. Es verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Und doch schaute mich niemand an oder tuschelte mit Anderen, wenn sie mich sahen. Alles war wie beim Alten. Also hatten Jisungs Freunde dicht gehalten und nicht erzählt, dass ich Vater werde.

Ein weiterer Monat verging und ich hatte mich schon längst wieder an meinen Alltag gewöhnt, in dem kein Jisung und ein Baby vorkommt, als ich nach der Mittagspause Bücher für den Nachmittagsunterricht aus meinem Spind holte. Als ich die Tür aufmachte, viel mir ein weißer, zusammengefaltener Zettel auf, der mir jemand in den Spind geschoben hatte. Ich las ihn und wollte das Papier sofort zusammenknüllen.

'Wir bekommen Zwillinge'

Drecks Jisung! Wieso war er so fruchtbar und bekam gleich zwei Kinder? Und wieso verdammt lässt er mich mit der Babyscheiße nicht in Ruhe? Wieso steckt er mir solche Nachrichten in den Spind, obwohl er genau weiß, wie sehr ich das Thema verabscheute? Ich zerstörte das Stück Papier, in den ich es in der Mitte zerriss und in den nächstbesten Mülleimer schmiss. Ich muss mit ihm reden, damit er endlich aufhört mich in die Schwangerschaft einzubeziehen. Mich interessiert nichts davon. Es machte mir nur wütend, weil Jisung die Babys behalten wollte. Die Welt wird mit zwei Babys noch zerstörter. Sobald die Schule vorbei ist, werde ich ihn suchen.

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