"Think of all the beauty still left around you and be happy." - Anne Frank
Ich konnte mir besseres an einem Samstagvormittag vorstellen, als noch mehr Unterricht zu haben, als tatsächlich wieder etwas wie Schule zu haben. Da meine Eltern mir leider Jahre lange Lehren vorenthalten hatten, musste ich anders all das Wissen der Wächter nachlernen und bekam Unterricht am Samstag. Es war nicht so schlimm, wie man es sich vorstellte, denn Mr Norbert war sehr freundlich, hatte etwas leicht Verrücktes an sich, wusste verdammt viel und ich war sehr wissbegierig, wenn es um dieses Thema ging. Klar würde ich andere Sachen zum Teil lieber tun als in dem dunklen Raum zu sitzen, besonders da heute das Wetter mal schön zu sein schien, einen richtig hinaus locken wollte. Ich zog die zwei Stunden hier durch, fand manche Erzählungen interessant, andere wiederum todlangweilig, so wie wenn es darum ging, welche politischen Intrigen in welchem Jahrhundert geschahen. Politik war wirklich nicht mein Thema, auch wenn ich das mal langsam ändern sollte, gerade hatte ich den Kopf nur mit anderen Dingen voll.
Ich erfuhr heute allgemein etwas über Kräfte der verschiedenen Wächter, vieles, was meine Mutter mir vor einigen Tagen schon erzählt hatte, ehe er mit dem politischen Zeug anfing, wo ich beinahe eingeschlafen wäre, so wenig sagten mir all die Namen und Ereignisse etwas, doch die Zeit verging recht schnell, in der er über die Medicis und Tudors und was weiß ich wen noch sprach, ehe er etwas Interessanteres aufbrachte.
„Ich denke, das ganze Politische wird dich eher wenig interessieren, habe ich recht?", fragte Mr Norbert lachend, der wohl bemerkte, wie ich auf dem Sessel vor seinem Schreibtisch halb eindöste. „Ja, als ich jünger war, hatte mich das alles auch kaum interessiert, deswegen bringe ich mal andere Hauptthemen auf, die die Jüngeren alle beigebracht kriegen. Zum Einen kriegen sie Götterunterricht zu den verschiedenen Religionen, dann Unterricht der Nationen zu den anderen Wesen, die heimlich neben den Menschen leben, ehe man zu allen großen geschichtlichen Punkten ankommt in der menschlichen und nicht menschlichen Welt."
„Was sind denn die größten geschichtlichen Ereignisse?", fragte ich nun deutlich aufmerksamer, setzte mich wieder gerade hin und sah den älteren Mann neugierig an.
„Zum einen gibt es die legendären Feenkriege", sagte er und meine Augen wurden gleich wieder ganz groß bei dem Wort ‚Fee'. Dass es sie gibt, war immer noch unfassbar für mich und manchmal glaubte ich immer noch, das wäre ein schlechter Scherz. „Diese waren 100 nach Christus ungefähr, ein großer Krieg, in dem die Feen mit den Kobolden zusammen sich gegen die Elben und Nymphen stellten. Wir Wächter haben uns nie offen in diesem Krieg beteiligt, auch wenn es sicher immer hier und dort jemanden gab, der sich einmischen musste. Der Krieg dauerte fast zehn Jahre und endete mit dem Sieg der Elben. Die Feen verschwanden von unserer Welt, die Kobolde sind seitdem ausgestorben, haben sich nie richtig erholen können, doch den Elben geht es nicht anders. Sie haben viele alte Königreiche aufgegeben und verloren in dieser Schlacht. Mittlerweile gibt es nur noch ein einziges wirklich großes Elbenreich."
„Aber worum haben sie überhaupt gekämpft?", fragte ich.
„Macht. Die Elben waren damals ein regierendes Volk mit viel Einfluss. Feen sind bösartige Biester, denen man nicht trauen darf, so listig wie sie sein sollen. Sie wollten mächtiger sein als alle anderen und haben einen Krieg angezettelt, der sie alles gekostet hatte."
„Und gab es noch mehr Kriege wie diesen?"
„In dem Ausmaß nicht. Wir Wächter hatten unsere Dunklen Tage vor über hundert Jahren, in denen auch viele der anderen Nationen starben, doch vor den Dunklen Tagen gaben es noch viele andere Konflikte und Katastrophen, wie Pompeji, wo der Vulkanausbruch damals eine ganze Wächterstadt dem Erdbodengleich machte oder das Zeitalter von Cassy."
„Pompeji war ein Teil der Wächter?", fragte ich verblüfft von der Neuigkeit, fragte mich, wo die Wächter sonst noch alles ihre Finger im Spiel gehabt hatten, ohne dass ich es wusste.
„Ja, und ich würde dir noch mehr erzählen, aber leider läuft uns die Zeit davon. Gibt es denn was, worüber du nächstes Mal unbedingt reden willst?", fragte Mr Norbert mich, stand auf und lief in Richtung Türe, so dass ich ebenfalls aufstand und meine Tasche zur Hand nahm.
„Vielleicht über die fünften Wächter? Was aus ihnen wurde? Mehr zu diesem Bindungspartner Zeug eventuell noch?", fragte ich, da mich das ziemlich interessierte, ich noch sehr überfordert damit war.
„Mal sehen, wie ich es einbringen kann", sagte er freundlich und schloss schon die Türe vor meiner Nase, so dass ich allein im Gang stand.
Ich hatte nur eine ungefähre Ahnung, wie es zum Ausgang ging von hier aus, doch da meine Tante mich hergebracht hatte und meinte, meine Eltern würden mich, auch wenn sie sich wohl verspäten würden, abholen, wusste ich nicht so recht wohin mit mir. Sollte ich draußen warten? Es war schönes Wetter, also wäre es nur die richtige Wahl vermutlich. Ich sollte die Sonne genießen, solange sie vor dem Winter noch scheinen würde und vor allem hier beim Quartier wirkte die Natur atemraubend schön, ich würde gern mehr von dem Wald sehen.
Ich lief schon in die ungefähre Richtung, wo ich den Ausgang vermutete, sah mich wie jedes Mal hier fasziniert um, war beeindruckt von den verschiedenen Bauarten des Gebäudes. Ich lief gerade durch meinen Lieblingsgang bisher, der einem das Gefühl gab, in einem alten viktorianischen Haus zu sein. Ich sah unterwegs ein paar der grimmig wirkenden Männer, die laut meiner Tante wohl Bewacher des Quartiers waren, die aufpassten, dass hier alles mit Recht und Ordnung vor sich ging, und ich fragte mich, ob sie wohl Waffen bei sich trugen oder ob das alles eher ein oberflächlicher Job war, wo nicht viel dahintersteckt, wenn denn was sein sollte.
Ich lief entspannt weiter, würde irgendwann jemanden mal dazu fragen, als ich jedoch an einer der Räume vorbeikam, den ich als den Saal wiedererkannte, wo meine Zeremonie mit Reed stattgefunden hatte, der Große Saal, und wo ich nun Daisy sitzen sah. Mitten im Saal saß sie auf dem Boden, ein Buch in ihren Händen, das sie las, als ob es das normalste auf der Welt wäre, als ob nichts sie beirren könnte, sie es einfach genoss da zu sitzen im hellen Licht der einfallenden Sonne.
Welch merkwürdigen Ort zum Lesen sie sich da aber ausgesucht hatte und dann noch an einem Samstag um diese frühe Zeit.
„Wieso liest du hier dein Buch?", fragte ich sie und trat in den Saal, überraschte sie mit meinem plötzlichen Erscheinen.
„Oh, hi Ally", begrüßte sie mich freundlich und klappte das Buch zu, wo ich auf dem Band erkannte, dass es wohl irgendein alter Walzen zu den olympischen Göttern gewesen war. Olympische Götter hatten mich als Kind auch etwas interessiert, doch leider hatte ich viel Wissen dazu längst wieder verloren. Schade, es hätte gerade jetzt so hilfreich sein können.
Es war seltsam in diesem Saal zu sein, wenn es so leer hier war, er wirke dadurch nur noch größer, wie eine Kathedrale, nur dass er nicht aus Stein gebaut worden war, eher an einen alten Ballsaal erinnert und vielleicht war er genau das ja mal irgendwann in seiner Zeit auch gewesen.
„Was machst du hier? Verbringt man als Wächter seine Freizeit grundsätzlich im Quartier?", fragte ich und setzte mich zu ihr auf den Boden.
„Nein, eigentlich nicht, aber weil ich noch jung bin, bin ich oft hier wegen meiner Kräfte und allem und ich bin lieber hier als daheim, meine Familie kann sehr anstrengend sein", erklärte sie mir und ich verstand sie zu gut, denn mit meiner Familie erging es mir ähnlich. Meine Tante benahm sich seit sie wusste, was ich war, seltsam, führte sich ein wenig auf, als wäre sie meine persönliche Betreuerin, fuhr mich andauernd her, tat so, als wollte sie nur mein Bestes, was vielleicht auch so war, doch es war so neu sie so aufopfernd zu sehen. Meine Eltern sahen mich meistens an, als ob ich im Sterbebett liegen würde und meine Großeltern waren meine Großeltern, sie waren auf ihre Art besonders.
„Wie ist es denn so mit deiner Kraft? Ich meine, du bist mit dem Gott der Unterwelt verbunden, kannst du ihn einfach jederzeit herrufen?"
„Einfach nicht", sagte sie lächelnd. „Man muss ein Ritual durchführen eigentlich, aber wenn die Bindung erst einmal stark genug ist, dann könnte er jederzeit auftauchen, wenn ich es nicht im Griff habe und so weit will ich es nicht zulassen. Je stärker der verbundene Gott ist, desto schwerer ist es ihn im Griff zu halten musst du wissen und jemanden wie ihn, will man nicht hier auf der Erde wissen." Sie wirkte so, als wäre sie mit den Gedanken wo anders, als sie das sagte, hatte ihre Augenbrauen in der Mitte leicht angehoben, schien nachdenklich zu sein und ich fragte mich, wie es sein musste jemanden so dunklen, so mächtigen zu treffen, ein Band zu ihm zu besitzen.
„Bist du ihm schon mal begegnet?", fragte ich vorsichtig, schaffte es sie aus ihren Gedanken somit zu reißen und mit geweiteten Augen sah sie mich an, schien richtig panisch zu wirken, als ob das Thema ihr Angst macht, dennoch nickte sie knapp und ich fragte sie nichts weiter dazu, immerhin schien das keine erfreulich Erinnerung ihrerseits gewesen zu sein und Daisy war so ein zartes Mädchen, ich konnte sie mir nicht in einer solchen Dunkelheit vorstellen, es war falsch.
„Na sieh mal an, wer jetzt offiziell in den Kreis dazugehört", ertönte Haydens Stimme und ich drehte mich zu ihm, als er in Begleitung von Reed den Saal betrat. Beim Erblicken seines Zwillings schlug mein Herz gleich ein Stück schneller, besonders da ich an gestern dachte, wie er mich heimgefahren hatte und mir offenbarte, dass er merkte, wie ich ihn immerzu anstarrte und noch eher, wie unangenehm die Situation anschließend im Park gewesen war. Oh weh. Nur nicht rot werden, das würde alles schlimmer machen. Gezwungen sah ich deswegen Hayden an, versuchte Reed auszublenden, ihn nicht wieder anzustarren, auch wenn mein Herz und mein Körper seine Nähe spürte, sie ankündigte und ich ganz hibbelig innerlich wurde.
„Also ist das hier euer geheimer Aufenthaltsort?", fragte ich amüsiert nach, als er sich zwischen Daisy und mich niederließ, dieser kurz die Wange knuffte, sie wieder zum Strahlen brachte.
„Das würde bedeuten, dass wir alle Freunde wären, aber mein Bruder ist nur deinetwegen hier, Sonnenschein", merkte Hayden an und verwirrt sah ich von ihm wieder zu Reed, der als einziger am Stehen war, gelangweilt wirkte und doch so verdammt gut aussah. Wie machte er das bitte?
Er trug ein einfaches, schwarzes Oberteil zu einer dunklen Jeans und doch sah er aus wie ein Supermodel oder so. Manche Leute hatten wirklich beneidenswerte Gene. Wenn ich mich so kleide, würde ich einfach ganz gewöhnlich aussehen und es hat mich im Grunde nie gestört, nur wenn ich nun jemanden wie ihn als Partner hatte, kam ich mir so unbedeutend neben ihm vor.
„Meinetwegen?", fragte ich verwundert, riss mich zusammen ihn nicht weiter zu begutachten.
„Ich soll dir auf Wunsch von Warren bei deiner Kraft helfen, also bin ich hier", sagte er und klang nicht so, als ob er das gerne tat und das wiederum ruinierte meine eigene Laune etwas, immerhin wollte ich nicht Zeit mit ihm verbringen, wenn er sauer war oder sich dazu verpflichtet fühlte. Ich dachte eigentlich, dass er das gar nicht machen wollte, eben nicht mein Babysitter war, wie er es so nett formuliert hatte.
„Deine Kraft ist komplett anders als meine, inwiefern kannst du mir schon helfen?", fragte ich, stand dennoch auf, da ich mir blöd vorkam von hier unten mit ihm zu reden.
„Ich lebe lange genug, um so einige Kräfte gesehen zu haben und außerdem sind wir verbunden, also bin ich die größte Hilfe, die du haben könntest, Herzblatt", erwiderte er genervt und ich verzog das Gesicht von diesem nervigen Kosenamen.
„Ich dachte Kräfte in meiner Linie sind praktisch einmalig? Dass es selten vorkommt, dass sie jemand auch hatte, also kanntest du jemanden, der auch Erde bändigen konnte?", fragte ich und hatte eindeutig ein falsches Thema damit angesprochen, denn Reed wirkte ganz kurz nicht mehr so kühl und gleichgültig. Ganz kurz sah ich den Schmerz in seinem Gesicht aufblitzen, den ich bei unserer Verbindung gesehen und gefühlt hatte, doch er verschwand genauso schnell wieder, wie er aufgetaucht war.
„Wenn du es wissen willst, ja, habe ich, also hör auf zu nerven und komm mit nach draußen!" Ohne auf meine Antwort zu warten, stampfte er fast schon aus dem Raum und verwirrt sah ich hinab zu Daisy und Hayden. Er wirkte unruhig, fast ein wenig aufgebracht, gleichzeitig lächelte er aber wie so üblich, auch wenn gezwungen, und sie wirkte mitleidig, doch keiner sagte etwas, kommentierte Reeds Verhalten.
„Wenn ihr mich nicht mehr lebend seht, dann wisst ihr, dass ich ihn so genervt habe, dass ich nun vermutlich tot bin", meinte ich und folgte Reed wehleidig aus dem Raum, wo dieser schon einen kleinen Vorsprung hatte und ich ihm deswegen praktisch nacheilen musste zu einer Glastüre, die hinaus in ein Stück Grünanlage führte.
Es war ein gepflegter Garten, zu gepflegt meiner Meinung nach, da ich das wilde der Natur gernhatte, es war dennoch hübsch anzusehen. Ein paar Obstbäume standen weiter hinten, es gab ein Beet voller Blumen, die jedoch alle so wirkten, als würden sie dank des kalten Wetters der letzten Tage eingehen, und die Wiese war perfekt gestutzt.
„Na gut, zeig mal, was du draufhast", sagte Reed, als er auf der Wiese anhielt und überfordert sah ich ihn an. Doch was erwartete er?
„Was soll ich denn tun? Bewusst habe ich nie irgendwas hinbekommen", jammerte ich, immerhin war das nicht leicht für jemanden, der noch nie zuvor etwas dergleichen getan hatte. Bisher hatte die Natur eher getan, was sie wollte und nicht was ich wollte.
„Dann streng dich an, versuch das Gras wachsen zu lassen, Blumen zum Blühen zu bringen, irgendwas." Ich atmete tief durch von seinen Worten, sah das Blumenbeet vor mir an, konzentrierte mich irgendwas zu bewirken, eine Veränderung irgendeiner Form, doch nichts geschah. Gab es irgendeinen Trick, um das zu beherrschen? Ein Handbuch vielleicht?
„Du versuchst es nicht genug", zog Reed mich auf und genervt sah ich zu ihm. Sollte er das doch mal versuchen und wir sehen weiter. So leicht war es nämlich nicht eine Kraft zu beherrschen, von der man gar keine Ahnung hatte.
„Nicht genug? Ich gebe mein Bestes, ok? Tut mir leid, dass ich nicht seit 300 Jahren meine Kraft so beherrschen kann wie du!", fauchte ich ihn an und verstand nicht, wieso er das amüsant fand, tatsächlich lächelt er aber von meinen Worten. Was war bitte los mit ihm? Verfluchte Stimmungsschwankungen, der Typ machte mich fertig.
„Ich hatte auch Schwierigkeiten anfangs, es ist kein Kinderspiel in der Zeit zu reisen", merkte er an und manchmal verstand ich wirklich nicht, wie seine Stimmung sich so schlagartig ändern konnte, aber vielleicht war man einfach irgendwann so, wenn man so lange lebte? Aber Hayden schien auch ein ständiger Sonnenschein zu sein ohne Stimmungsschwankungen. Dafür war sein Humor aber auch etwas düsterer. Wahrscheinlich war das wiederum seine Art die lange Zeit zu kompensieren.
„Wie lernt man so etwas? Ich meine, bist du von heute auf morgen in einer anderen Epoche?"
„So in der Art. Schwer zu lernen, aber mein Bruder Kellin war älter und hat mich unterstützt", erwiderte er und ich fragte mich, was er zu der Sache mit meiner Cousine sagte. War er entsetzt davon, was sein Bruder getan hatte? Nahm er ihn in den Schutz dafür? Wollte ich es denn überhaupt wirklich wissen?
„Wenn wir verbunden sind, kannst du dann eigentlich mit mir in die Zeit reisen?", fragte ich ihn, da ich wusste, dass es ging, Mr Nobert es erwähnt hatte heute. Ich wollte zu gerne mal in die Vergangenheit, wollte sehen, wie das so war, doch offenbar fand er diese Aussicht nicht so freudig wie ich, denn schon war die schlechte Laune wieder zurück. Wunderbar.
„Könnte ich, aber werden wir nicht", erwiderte er schlicht, fast patzig. „Und nun konzentriere dich weiter."
„Wenn du so hilfreiche Tipps doch angeblich kennst, wie wäre es dann, wenn du mir auch welche geben würdest, anstatt mich nur herumzukommandieren?", merkte ich genervt von seinen Launen an, zuckte jedoch kurz darauf zusammen, als er meine Hand ergriff. Was tat er denn da? Hatte er eine Ahnung, was das in mir auslöst, er musste das doch wissen.
Ich wurde ganz hibbelig davon, ihn zu berühren, richtig euphorisch und energiegeladen, merkte nur gleich wieder das vertraute Spannungsgefühl.
Er zog mich näher zu den Blumen, ging dann in die Hocke und ich tat es ihm einfach gleich, war jedoch sehr erstaunt, als er meine Hand dann in die Erde steckte. Das war ja so schräg und dennoch kam ich mir seltsam elektrisiert vor und das nur von seiner Hand in meiner. Es hatte meinem Körper neues Leben gegeben, mein Herz richtig hüpfen lassen. Löste ich das auch in ihm aus?
„Die Erde ist dein Element, also fühle sie, fühle sie richtig, versuche sie zu verstehen, versuche das alles zu verstehen", versuchte er mir begreiflich zu machen und unsicher sah ich von ihm zu den Blumen und weiter zu meiner Hand. Ich spürte wie feucht die Erde war, wie weich und ich schloss meine Augen, versuchte zu fühlen, was ich immer fühlte, wenn es um die Natur ging. Ich glaubte das Leben in der Erde wahrzunehmen, die Kraft, die von ihr ausging, und lächelnd öffnete ich meine Augen wieder, sah, wie die wenigen Blumen im Beet, die bis dahin geschlossen waren, sich langsam öffneten, ihre eigene Kraft bekamen und neues Leben erhielten.
„Wenn man Stück für Stück an alles herangeht, dann kann man irgendwann Bäume bewegen", sprach Reed mir gut zu, lächelte selbst ganz leicht von meinem Können, sah mit einem faszinierten Blick zu dem, was ich gerade erschaffen hatte, schien glücklich zu sein.
Ich zog meine Hand aus der Erde, versuchte den Dreck etwas weg zu kriegen.
„Ja, das wird wohl dauern, bis es mal so weit sein wird."
„Genug Übung hilft", erwiderte er, als ob das keine große Sache wäre und erhob sich wieder.
„Und das war es nun für heute?", fragte ich, immerhin war das zwar hilfreich gewesen aber nicht unbedingt genug.
„Du musst die Grunddinge erlernen und ich denke, dass du im Prinzip den Dreh dafür lange schon raus hast, du musst es nur selbst erlernen, da werde ich nicht viel helfen können", erklärte er mir und ich stand ebenfalls wieder auf, sah in seine bemerkenswerten Augen, die immer wie zwei kleine Smaragde wirkten. Mir war vorher noch nie an jemanden die Augen als erstes aufgefallen, fand andere immer komisch, die augenblicklich wussten, wer welche Augenfarbe hatte, da ich etwas so Unwichtiges mir nie merken konnte, bis vor zwei Jahren nicht einmal gewusst hatte, dass Elins Augen braun waren, so sehr hatte ich gedacht, sie wären grau, doch irgendwie war es bei ihm anders.
„Ich hoffe, ich schaffe es", seufzte ich, hatte es zwar heute hinbekommen, aber das musste ja nichts bedeuten. Er war da gewesen, hatte mir Kraft gegeben, ohne ihn würde es vielleicht schwerer werden.
Reed sah mich einen Augenblick einfach nur an, musterte mein Gesicht, zog kurz die Stirn kraus und ich hätte gern gewusst, worüber er nachdachte, was in seinem Kopf vor sich ging, was er von mir hielt. Er wirkte so traurig, seltsam verloren in gewisser Weise und ich wollte ihn schon fragen, was los war, wieso in ihm diese Trauer steckte, doch da wandte er ich schon von mir ab und ich merkte schnell wieso, als ich von Innen mehrere Stimmen hörte, die sich laut in Rage redeten.
„Was ist da los?", fragte ich, als Reed schon loslief.
„Unsere Eltern, so wie das klingt", erwiderte er und hastig folgte ich ihm zurück ins Haus und weiter in die Eingangshalle, wo tatsächlich meine Eltern waren, die sich mit einem weiteren Paar stritten. Die beiden wirkten jung, viel zu jung, wenn man bedenkt, dass sie zwei Söhne haben, die um die 18 Jahre alt waren. Sie sahen aus, als wären sie vielleicht so Anfang 30 höchstens, doch ihre Ähnlichkeiten zu Hayden und Reed waren deutlich. Die Frau, die eine schöne dunklere Haut besaß, hatte dieselben dunklen Haare wie ihre Söhne und ebenfalls strahlend grüne Augen, die einem genauso schnell auffielen. Der Mann hatte sehr markante Gesichtszüge, die denen von seinen Söhnen nicht unähnlich sahen. Ich verstand nicht so recht, um was es bei dem Streit der vier ging, dafür sprachen sie zu schnell und zu durcheinander, doch sie verstummten allesamt, kaum erblickten sie uns beide.
„Was ist los?", fragte ich nach und sah vor allem zu meinen Eltern dabei.
„Nichts weiter, Alice, wir sind hier, um dich abzuholen", sagte mein Vater und ich spürte deutlich die Blicke von Reeds Eltern auf mir.
„Und weswegen streitet ihr so?"
„Sie können es nicht lassen, sie müssen wegen allem streiten", antwortete Reed für mich und bekam einen leichten Klaps auf den Hinterkopf von seiner Mutter, was ihn nur zum Lächeln brachte, während sie ihm was auf einer Sprache sagte, das wie spanisch klang, nur etwas anders. Portugiesisch? Vielleicht stammten sie ursprünglich ja von dort? Er und Hayden hatten beide wie ich auch eine zu dunkle Haut, um als das Bild eines typischen Engländers durchgehen zu können, ich sollte Hayden mal danach fragen.
„Wie auch immer, wir haben uns nichts weiter zu sagen", räusperte mein Vater sich, während meine Mutter schon zum Ausgang lief.
„Wie auch immer", erwiderte Reeds Vater mit derselben gelangweilten Art wie sein Sohn sie von ihm eindeutig übernommen hatte, und ich sah ein letztes Mal unsicher zu Reed, der mich erneut seltsam musterte, ehe ich von meinem Vater mit aus dem Gebäude gezogen wurde und weiter zum Auto.
„Was war das alles bitte?", fragte ich ihn und stieg hinten ein.
„Du weißt doch, dass wir mit den Wentworths Probleme haben, alte Familienstreitereien", klärte meine Mutter mich auf, doch es erklärte nicht, worum es dieses Mal ging. Man sah sich doch kaum und fing an über die Dinge zu streiten, die vor paar hundert Jahren gewesen waren, oder doch?
Die Fahrt verlief still und ich dachte dabei oft nach, wie ich es mit meinen Kräften weiter angehen sollte, wie das mit Reed weitergehen würde. Wir zwei hatten eindeutig so einige Probleme miteinander. Er schien nicht sehr angetan von mir zu sein, mich lästig zu finden, und ich? Ich fand ihn verdammt attraktiv, wollte ihn unbedingt kennen lernen, war aber gleichzeitig auch einfach nur sauer von seiner Art und wieder einmal wünschte ich mir Hayden wäre mein Partner geworden. Mit ihm wäre alles sicher unterhaltsamer gewesen, witziger, leichter.
„Wir wären dann da, du kannst aussteigen, Alice", sagte meine Mum, als wir vor dem alten Haus hielten und ich blickte aus meinen Gedanken gerissen auf. „Und was ist mit euch?"
„Wir fahren noch einkaufen, außer du willst mit?" Oh nein, das wollte ich gewiss nicht.
„Ne, ich bleibe", sagte ich und stieg schnell aus, genoss die warme Luft hier außen, würde mich vielleicht einfach den Tag über im Garten verkriechen.
Ich betrat mit diesem Entschluss das Haus, das ich jedoch zu meinem Erstaunen leer vorfand. Keine Stimmen, kein Lärm, nichts und da fiel mir wieder ein, dass meine Großeltern mit Lilien in den Park gehen wollten und Cameron so nett war Dari mit ins Kino zu nehmen, so dass ich das Haus für mich allein hätte. Eine Seltenheit gewiss, denn so einfach bekam man nicht einen Haufen Leute raus aus der Bude. Es machte alles irgendwie leichter, heimischer und erfreut lief ich nach oben, wollte in der Bibliothek nach einem Buch suchen, ehe mir einfiel, dass meine Mutter noch ein gutes Buch hatte, das ich unbedingt ausleihen wollte.
Ich eilte also in den zweiten Stock hoch, doch ich stoppte, als ich an Malias Zimmer vorbeikam und dieses nicht wie sonst zu war, sondern offen. Meine Großmutter war die einzige Person, von der ich wusste, dass sie dort hineingeht, doch sie würde das Zimmer nicht einfach offenlassen, oder?
Ich lauschte kurz in die Stille, versuchte auszumachen, ob nicht doch irgendwer daheim ist, es war aber nichts zu hören. Zögerlich betrat ich das Zimmer meiner Cousine deswegen, sah mich kurz um, versuchte eine Veränderung auszumachen, fand jedoch keine. Vielleicht war sie so in Eile gewesen, also meine Großmutter?
Ich wusste nicht, woher meine plötzliche Neugier wieder erneut aufgeflammt wurde, doch ich fing an mich wie das letzte Mal vor ein paar Tagen hier umzusehen, genauer dieses Mal jedoch, wo ich ungestört war. Dieses Mal würde keiner hereinplatzen und vielleicht würde ich mehr verstehen, mehr über sie herausfinden und auch zu dem, was damals geschehen ist.
Ich öffnete ihren Schrank, der wie meiner auch in der Wand eingebaut war und der vollgestopft mit Klamotten war, die zum Teil echt hübsch wirkten, aber eben auch nicht mehr passend zu dieser Zeit. Ich war jedoch erstaunt, wie viele teure Klamotten sie besaß. Hier drinnen befanden sich Luxushandtaschen, einen Haufen an hohen Schuhen und die Kleider wirkten trotz ihres Alters recht teuer. Ihre Eltern mussten mit dem Taschengeld ja großzügig umgegangen sein. Ich schloss ihn beeindruckt wieder und lief weiter zu ihren Regalen, sah mir die Bücher auf diesen an, kannte viele, andere wiederum gar nicht. Es war auch viel zu Mythologien und Geschichte dabei, vermutlich bekam man einen Draht dazu, wenn man Bescheid wusste, dass das alles mehr stimmte als andere es glaubten.
„Der Gott des Unfugs", las ich den Titel eines alten Buches, das sie wohl besonders interessant gefunden hatte, zumindest waren lauter kleine Zettel als Lesezeichen zu erkennen, als ob viele Stellen sie sehr interessiert hätten.
Ich lief weiter und öffnete ihren Nachttisch, kam mir etwas schäbig vor hier herumzuwühlen, doch mich interessierte es einfach zu wissen, wer Malia gewesen war, ob sie eine Ahnung gehabt hatte, dass Kellin so etwas vorhaben könnte, ob sie ihre Angst jemanden mitgeteilt hatte, ob es Anzeichen gegeben haben könnte? Jemand konnte sich doch nicht von einem auf den anderen Tag so benehmen, oder?
Als ich die Schublade öffnete, sah ich einen Haufen an Krimskrams. Da waren leere Tablettenschachteln, Blöcke und Bleistifte drinnen. Ich öffnete einer der dieser Blöcke und stellte erstaunt fest, dass es ein Zeichenblock war. Sie hat zeichnen können und auch noch verdammt gut. Da waren Skizzen von Blättern, von Blumen, von Augen, Händen, ganzen Menschen. Sie hatte alles Mögliche gezeichnet und es war jedes beeindruckend. Ich war leider nie so begabt gewesen. Wenn ich versuchte was zu malen, dann sah es immer eher aus, als ob eine Vierjährige ein Bild gemalt hätte. Ich klappte den Block zu, legte ihn zu den anderen, als mir jedoch etwas anderes auffiel. Ich zog vorsichtig das kleine Buch unter den vielen Kunstwerken hervor, das mir ins Auge gefallen war, brauchte es nicht aufzuschlagen, um es als Tagebuch auszumachen, doch ich hatte früher einmal ein sehr ähnliches geführt, ehe mir das zu albern wurde. Vielleicht war Malia nicht so schlampig mit ihrer Arbeit, hatte wirklich ihre Tagesabläufe aufgeschrieben?
Ich biss mir unsicher auf die Lippe, kam mir grauenvoll hierbei vor. Ich konnte doch nicht das Tagebuch einer Toten lesen, oder? Na gut, vor mir hatten das viele bereits getan, es gibt genug Tagebücher von Toten, die berühmt geworden sind und Malia hatte nicht einmal ein Schloss daran befestigt, so wichtig war es ihr also nicht, zumindest versuchte ich mir das einzureden, um mich besser zu fühlen, als ich es einfach in der Mitte aufschlug, meine schreckliche Neugier die Überhand gewann, ich aufgab.
15. Januar 2002
Der heutige Tag war erträglicher als gestern. Die Aussicht auf die Zeremonie morgen verunsichert mich sehr und ich weiß immer noch nicht, wie ich mit jemanden wie Kellin klarkommen soll. Ich will keinen Partner, brauche keinen Partner, aber meine Meinung hierbei wird natürlich von allen ignoriert. Am liebsten würde ich einfach rennen, ich wollte fort von dieser ganzen Sache. Wieso muss das Leben so ungerecht sein und gerade er muss mein Bindungspartner sein? Er ist ein Arschloch und bringt nichts als Ärger, aber ich hoffe nach wie vor, dass er sich bessern wird, ich muss es ja hoffen. Was bleibt mir sonst für eine Wahl?
2002. Malia müsste da ungefähr 15 gewesen sein und so wie es aussah, befand sie sich in einer ähnlichen Situation wie ich, hatte gerade ihren Bindungspartner bekommen und dieser war Kellin Wentworth, der ältere Bruder von Hayden und Reed. Ich lächelte leicht, als ich den Eintrag ansah, doch ich glaube, ich hätte mich gut mit ihr verstanden, wenn sie noch leben würde. Ihre Handschrift war anders als meine, sauber und ordentlich, sie schrieb beneidenswert schön, während meine Schrift immer eher einem Gekrakel gleicht.
Ich schüttelte seufzend den Kopf, wollt schon weiterblättern, mehr lesen, als ich jedoch hörte, wie unten die Haustüre geschlossen wurde. Oh Mist.
Eilig schloss ich die Schublade, behielt das Buch in den Händen jedoch und stürmte nach oben in mein Zimmer, steckte völlig aus der Puste von den paaren Treppen das Buch unters Kissen und tastete nach meinem Handy, als keine fünf Sekunden später meine Tante mein Zimmer betrat. Wie schnell konnte die Frau bitte Treppen hochsteigen? Und dann war sie nicht einmal aus der Puste.
„Anklopfen wäre nett", merkte ich an, was sie dazu brachte, ihre perfekt gezupften Augenbrauen zu heben. „Ich habe dich rennen gehört."
„Ja, ich habe vergessen, dass ich Elin, meiner Freundin, dringend noch antworten musste, sie wird so schnell sauer, wenn man sie ignoriert", sagte ich und sie nickte knapp, schien mir jedoch eindeutig nicht zu glauben, doch was dachte sie, was ich sonst getan habe? Vermutlich, dass ich herumgeschnüffelt habe, so wie es auch war. Ich war ein grauenvoller Mensch und würde nach meinem Tod in die Hölle kommen oder eben eher in die Unterwelt.
„Na gut, wie war denn der Unterricht?"
„Belehrend, aber vieles wusste ich bereits schon."
„Es ist dennoch wichtig informiert zu bleiben, man spart schon mit vielen Dingen bei dir, weil du zu viel verpasst hast, aber es ist sehr nützlich", tadelte sie mich, wie sie es so gern tat und ich nickte einfach nur, war froh, dass sie wieder ging, nicht mehr zu sagen und kritisieren hatte und erschöpft schloss ich die Augen, legte mein Handy zur Seite.
Würde es jemand merken, dass das Buch weg ist? Ich hoffte nicht, hoffte meine Oma war nicht so sehr informiert, aber zurücklegen müsste ich es... nachdem ich etwas mehr gelesen habe. Es war nicht so, dass ich über ihre privaten Gedanken Bescheid wissen wollte, ich wollte nur alles wissen, was es zu den Wächtern gab, von ihrer Seite und vielleicht würde sich so mehr lichten.
Ich schlug das Tagebuch deswegen etwas weiter hinten auf, bevor ich mich wagen würde ihre letzten Seiten zu lesen, denn nun, wo ich es in der Hand hielt, war es doch unangenehm die letzten Tage ihres Lebens zu lesen, wollte es nicht, weswegen ich mich noch etwas davor in Acht nahm die letzten Seiten aufzuschlagen.
23. Juni 2005
Es wird einfach immer anstrengender und komplizierter alles. Jane macht sich viel zu große Sorgen um mich und dass sie Kellin immer noch misstraut, macht nichts besser. Er ist so lieb, zumindest so lieb wie er es aufbringen kann und versucht sein Bestes, damit sie ihn mag, doch na gut, Jane war nie so leicht zu umgarnen, anders als ich. Kellin hat neue Vermutungen bezüglich der fünften Wächter aufgestellt und sagte, er wird mehr dazu herausfinden. Ich weiß, um ehrlich zu sein, nicht, was ich davon halten soll. Wenn das alles stimmt, was er für Theorien aufstellt, ich weiß nicht, was das zu bedeuten hat, wie sehr das alles ändern könnte, es macht mir aber eine enorme Angst.
Langsam klappte ich das Buch wieder zu, war verwirrt von den Worten, die ich gerade eben gelesen hatte. Das alles machte nicht viel Sinn für mich, doch ich hatte mir irgendwie was anderes vorgestellt vorzufinden. Kellin und sie waren sich näher als ich dachte, waren Freunde, so wie es von dem Geschriebenen wirkt. Der Teil mit den fünften Wächtern war es, der mich wirklich etwas sprachlos machte. Was für eine Theorie meinten sie denn? Was gab es so Schockierendes herauszufinden, dass Malia sich davor fürchtete? Am liebsten würde ich das Buch aufschlagen und gleich weiterlesen, doch ich bremste mich. Ich hatte in diesen wenigen Tagen so viele Informationen erhalten über diese Sache, ich sollte es langsamer angehen, sonst drehe ich vermutlich wirklich nur durch.
Ich rieb mir die Stirn mit der einen Hand, während ich mit dem Buch in der anderen aufstand und zu meinem Kleiderschrank lief.
Ich hatte meine Klamotten einfach zu dem ganzen alten Kram mit dazu gehängt in diesem, immerhin störte es mich nicht sonderlich. Ich versteckte das Tagebuch unter ein paar Schuhkartons von mir, schloss die Türe wieder und würde fürs erste eine Pause nehmen, wenn es um all diese Sachen ging, sonst würde ich wirklich wahnsinnig werden.
Wörter: 5381
Aloha :) Ich hoffe euch hat das Kapitel gefallen, auch wenn es nicht unbedingt sehr viel von Reed gab. Was ist eure Meinung zu dem Tagebuch und wie findet ihr es die Tagebücher von Toten zu lesen? Ich persönlich finde das ja immer etwas eigenartig, aber da spalten sich die Meinungen wohl xD xx
Bạn đang đọc truyện trên: AzTruyen.Top