Kapitel 21

Shawn P.O.V.
„Mom, kann ich Sophie morgen Abend mitbringen, wenn ich zum Essen vorbeikomme?", frage ich meine Mutter am Telefon und klemme mein Handy zwischen mein Ohr und meine Schulter, um mit der jetzt freien Hand meine Autotür aufzumachen. Sophie ist heute mit Faith unterwegs und ich nutze den Tag um endlich mal wieder gründlich einzukaufen und dann mit Brian zum Sport zu gehen. Andrew ist momentan wieder ein wenig ruhiger, wobei er auch seltener mitbekommt, dass Sophie und ich etwas zusammen machen. Wie auch immer wir das geschafft haben. „Natürlich, sie schien ja echt nett zu sein. Gibt es denn einen Grund dafür? Du hast noch nie ein Mädchen zum Essen mitgebracht.", bohrt sie neugierig nach und ich verdrehe die Augen, lächele aber. „Ich würde sie euch gerne vorstellen, immerhin mache ich momentan öfter mal was mit ihr. Das ist alles.", behaupte ich, aber es stimmt nur halb. Ich möchte ihnen nur persönlich sagen, dass sie meine Freundin ist. „Aaliyah, ich glaube, dein Bruder ist verliebt.", höre ich meine Mutter dann zu meiner Schwester sagen und ich schnaube. „Das hat keiner gesagt, Mom!", beschwere ich mich und sie lacht. „Das ist ein mütterlicher Instinkt.", behauptet sie und ich höre Aaliyah im Hintergrund lachen. Dann verabschiede ich mich von meiner Mutter, um nach Hause zu fahren.

Aaliyah P.O.V.
„Sie kommen!", ruft meine Mutter aufgeregt und geht schon zur Tür. Ich verdrehe nur die Augen und folge ihr dann, um meinen Bruder und das Mädchen, das er mitbringt, zu begrüßen. „Dad!", rufe ich noch kurz ins Wohnzimmer und Sekunden später steht er hinter mir im Flur. Mom begrüßt total euphorisch Shawn und das Mädchen steht etwas verloren neben ihm in der Tür. „Hallo, ich bin Aaliyah, die kleine Schwester von dem Idioten da.", begrüße ich sie dann einfach und sie lächelt. „Ich bin Sophie.", stellt sie sich vor und ich erkenne das Mädchen, mit dem Shawn schon mal zusammen essen war. Kurzentschlossen nehme ich sie in den Arm und dann lässt meine Mutter auch mal von Shawn ab. Ich verschwinde zu meinem Bruder und drücke ihn an mich. „Wie bist du denn an so ein schönes Mädchen gekommen?", frage ich ihn und er grinst. „Soll das heißen, ich bin hässlich? Das bin ich nämlich nicht.", kontert er und lässt mich dann los, um Dad zu begrüßen.

Sobald wir alle am Tisch sitzen sieht man Sophie an, dass sie sich ein wenig unwohl fühlt. „Und du kommst eigentlich aus New York?", fragt meine Mutter sie und Sophie nickt. „Ich bin da aufgewachsen, aber meine beste Freundin und ich mussten für die Arbeit nach Toronto umziehen.", erzählt sie und Shawn grinst, als sie das sagt. „Und wo arbeitest du?", frage ich nach und Shawn funkelt mich kurz an. „Bei Island Records. Aber ich mache nichts besonderes da.", beantwortet sie meine Frage und widmet sich wieder ihrem Essen. Sie sieht wunderschön aus und ich kann von meinem Platz aus wunderbar beobachten, wie sie und Shawn sich die ganze Zeit Blicke zuwerfen. „Wie lange seid ihr schon zusammen?", will ich dann wissen und beide zucken zusammen und gucken mich verwirrt an. „Ihr seid ein Paar?", fragt Dad verwirrt und Mom grinst. „Ich dachte, du bist nicht verliebt.", stichelt sie dann und Shawn verdreht die Augen. „Wir sind seit zwei Wochen zusammen.", sagt Sophie dann einfach und Shawn lächelt sie an. Allein schon sein Blick spricht für sich. Ich habe ihn noch nie so glücklich und entspannt gesehen, wie er jetzt wirkt. Sogar wenn es um Musik geht, wirkt er teilweise angespannter.

Der Rest vom Essen verläuft unspektakulär, aber entspannt. Danach sitzen wir noch zusammen im Wohnzimmer und spielen ein paar Spiele, während ich Sophie ein bisschen über New York ausfrage. Ich liebe die Stadt und würde sie liebend gerne mal ein wenig besser kennenlernen und erkunden, aber meine Eltern wollen nicht nach New York fliegen, um Urlaub zu machen. Sophie lacht viel und wirkt glücklich, während sie von ihrer Heimat erzählt. „Warum zieht man eigentlich für die Arbeit in ein anderes Land, obwohl man nicht mal was Besonderes macht?", fragt Dad irgendwann und sie seufzt. „Meine beste Freundin hätte auf jeden Fall hierher gemusst, weil sie was anderes macht als ich, und mich hält ansonsten nicht wirklich viel in New York. Meine Schwester wohnt in LA, klar, ich habe meine Eltern und meine Freunde in New York, aber so oft habe ich die auch nicht gesehen, weil wir ja auch alle arbeiten und unser eigenes Leben haben. Außerdem ist es dann doch ganz verlockend, wenn man die Möglichkeit bekommt, in die Stadt zu ziehen, wo die Person wohnt, die man mehr oder weniger datet.", erzählt sie dann und lächelt Shawn beim letzten Satz an. Shawn grinst ebenfalls und ich kann nicht anders, als die Augen zu verdrehen. „Spielen wir noch eine Runde Singstar?", bettele ich dann und gucke Shawn mit meinem besten Hundeblick an. Früher haben wir das unglaublich viel zusammen gemacht und es beide immer geliebt, aber inzwischen ist es recht spät und vermutlich wollen sie auch irgendwann nach Hause. Quasi sofort geht sein Blick zu Sophie. „Meinetwegen könnt ihr das ruhig machen, aber ich spiele dann nicht mit.", sagt sie leise und Shawn nickt. „Okay.", murmelt er und guckt dann wieder zu mir. „Können wir machen, Liyah.", grinst er und ich starte triumphierend die Playstation. „Ich werde mal in die Küche gehen. Möchtest du mitkommen, Sophie?", verkündet Mom und lächelt Sophie an. „Gerne.", erwidert sie und geht dann ebenfalls in die Küche, nachdem Shawn sie noch kurz geküsst hat. „Ihr seid niedlich zusammen.", eröffne ich ihm, bevor unsere Challenge startet.

So, hier ist endlich das Kapitel, das eigentlich Mittwoch schon kommen sollte. Ich musste dann aber spontan auf meinen kleinen Bruder aufpassen und mir danach ein Mathethema komplett selber arbeiten. Damit bin ich auch immer noch nicht fertig, aber da ich bei jeder Aufgabe wieder auf irgendwelche Probleme stoße, habe ich jetzt erstmal meine Mathelehrerin zu allen bisherigen Problemen gefragt und mache dann weiter. Alternativ könnte ich auch erstmal das machen, was ich hinbekommen, aber dann wäre mein Heft komplett unordentlich und das möchte ich nicht. Vielleicht bin ich auch einfach nur komisch.

Ab Montag habe ich offiziell Ferien, das heißt, ich kann alle Aufgaben abarbeiten, die ich noch nicht gemacht habe, weil ich einfach faul war, aber ich werde für Deutsch und Mathe trotzdem noch neue Aufgaben bekommen. Das heißt, mir wird auf jeden Fall nicht langweilig in den nächsten zwei Wochen.

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