Kapitel V
Wissend grinsen Tasha und ich uns verstohlen an und sehen abwartend zu den zwei Jungs, welche immer noch fragend am Rand stehen und aufs Wasser schauen.
Passend dazu tauchen nun die riesigen Schrauben auf, wodurch der Helicarrier etwas wackelt, was mich leider an den Untergang unserer Anlage vor ein paar Tagen erinnert.
Aber hey, ich bin ein Agent, ich steh über sowas drüber.
Durch das schnelle Drehen der überdimensionalen Schrauben erheben wir uns langsam und anmutig in die Lüfte und überall läuft das Wasser hinaus zurück ins Meer.
Erstaunt treten die beiden ein paar Schritte zurück und ich höre trotz des Lärms zufällig, wie Dr. Banner schmunzelnd meint: "Das ist ja sogar noch schlimmer!"
"Sie werden es überleben, Doktor! Notfalls singen wir ihnen ein Schlaflied vor", rufe ich ihm ernst zu, kann mir ein Schmunzeln aber nicht verkneifen.
Statt einer Antwort kommt von ihm jedoch nur ein leises Lachen.
Um uns herum wuseln die Arbeiter quer durcheinander und machen alles fest, damit während des Fluges nichts verrutscht oder sogar herunterfällt.
Langsam gehe ich einige Schritte rückwärts und beobachte kurz analysierend das Getummel, bevor ich einen raschen Rundgang starte, um nachzusehen, ob alles ordnungsgemäß befestigt und verschlossen wurde.
Anschließend husche ich schnell wieder ins Innere des Helicarriers.
Zurück im riesigen Hauptraum laufe ich zuerst schnurstracks zu Fury, um ihm Bericht zu erstatten.
"Sir! Alles ist gesichert und Banner und Rogers sind gut angekommen."
Flüchtig schaut er mich an, bevor er sich wieder seinen Monitoren zuwendet, auf denen unzählige Daten und Analysen aufleuchten.
"Sehr gut, Adams. Weitermachen!", weist er mich an, was ich mit einem "Ja Sir!" annehme und begebe ich anschließend zu Maria, welche ebenfalls auf einen Bildschirm starrt und diesen konzentriert mustert.
"Oh, hey Ella", begrüßt sie mich und ihre strenge Miene lockert sich, als sie mich sieht.
"Und, wie sind sie so?"
Damit meint sie selbstverständlich die Neuankömmlinge.
"Ganz nett, würde ich sagen", lächelnd lehne ich mich ans Gestell und fahre mit meinen Fingerspitzen leicht über das kalte Metall.
"Nett?", seufzend hebt sie eine Augenbraue,"was für eine detaillierte Beschreibung. Jetzt bin ich auf jeden Fall um einiges schlauer."
"Mach dir doch selbst ein Bild von ihnen", antworte ich ihr kichernd und deute mit einer schwachen Handgeste auf die Tür, durch welche Tasha und die beiden Jungs gerade eintreten. Letztere sehen sich erstaunt um, während sie fast schon andächtig durch den Raum gehen.
Neugierig dreht Maria sich um und mustert die Beiden kurz, bevor sie sich wieder ihren Daten und Analysen zuwendet, als wäre nichts gewesen.
"Sag mal, hast du eigentlich nichts zu tun?", hinterfragt sie schließlich, als ich ihr über ihre Schultern bei der Arbeit zusehe.
"Doch, schon."
Obwohl ich keine Lust darauf habe, begebe ich mich an den Bildschirm, der direkt gegenüber von Marias liegt und mache mich ebenfalls an die Arbeit.
"Alle Maschinen laufen. Shield-Einsatzprotokoll 193.6 in Kraft", höre ich sie laut sagen, damit alle es hören und sehe von meinen Bildschirm auf zu Maria, welche sich gerade umdreht und an Fury gewendet meint: "Wir sind Startbereit, Sir."
Dieser nimmt das ganze mit einem einfachen "Gut. Dann verschwinden wir" hin.
Ich weiß ganz genau, was er damit meint.
Wir machen uns für die Welt unter uns praktisch unsichtbar.
Dies funktioniert durch einen gewissen Mechanismus, den ich leider nicht genau kenne, welcher aber den Helicarrier tarnt.
Ich für meinen Teil finde das ziemlich cool. Damit auch alles funktioniert, überwache ich das ganze von meinem Screen aus und tippe gelegentlich mal einige Sachen ein oder betätige virtuelle Knöpfe.
Dadurch blende ich aber auch die anderen erst einmal aus, denn ich muss mich voll und ganz auf meine Arbeit konzentrieren.
Erst als ich Coulsons stolze Stimme höre, richte ich meine Aufmerksamkeit wieder auf die anderen Anwesenden.
"Wir zapfen jede drahtlos zugängliche Kamera auf dem Planeten an. Handys, Laptops - durch alles, was eine Satellitenverbindung hat, können wir dann sehen und hören"
Ich bemerke zufällig, wie Rogers ihn verständnislos ansieht und versuche deswegen, es etwas einfacher zu erklären: "Das hört sich komplizierter an, als es ist. Wir benutzen einfach alle möglichen Quellen, um die Welt um uns herum so gut es geht überwachen zu können. So bekommen wir womöglich Hinweise darauf, wo sich der Tesserakt samt den zugehörigen Personen momentan aufhält."
Dankbar für diese Erklärung lächelt mich der Captain kurz an, bevor er seinen Blick auf Tasha richtet, welche nun das Wort ergreift, während sie bei einem der vielen Bildschirme hockt: "So schnell werden wir ihn trotzdem nicht finden."
"Sie müssen den Suchbereich eingrenzen. Auf wie viel Spektrometer haben sie Zugriff?", mischt sich nun auch Dr. Banner wieder ins Gespräch ein und sieht fragend in die Runde.
"Wie viele gibt's?", höre ich Fury mit ironischem Unterton hinterfragen, welcher demonstrativ die Arme vor seiner Brust verschränkt.
Während Banner sich kurzerhand seine braune Jacke auszieht, wendet er sich mit einer Anweisung wieder an Coulson: "Rufen sie in jedem Labor an, dass sie kennen. Spektrometer aufs Dach stellen und auf Gammastrahlen kalibrieren. Ich entwickle dann einen Ortungsalgorithmus, eine einfache Erkennung. Dann können wir zumindest ein paar Orte ausschließen."
Okay, gut, ich habe gerade nur etwa die Hälfte von dem verstanden, was er gesagt hat, und zwar genau Labor, Dach und Orte ausschließen.
Aber egal, ich muss dabei ja nicht helfen, geschweige denn es durchführen.
"Haben sie 'nen Raum, wo ich arbeiten kann?"
"Agent Romanoff, zeigen Sie Dr. Banner bitte sein Labor", weist Fury Tasha an, welche nickend mit schnellen Schritten auf die beiden zugeht.
Anschließend schlägt sie den direkten Weg zum Labor ein und meint währenddessen an Banner gerichtet: "Sie werden Augen machen, Doc. Wir haben jede Menge Spielzeug."
Schmunzelnd über diese Aussage richte ich mich wieder meinen Bildschirmen zu und studiere die angegebenen Daten. Unbewusst greife ich nach einer meiner Strähnen, die sich aus meinem Pferdeschwanz gelöst haben, und zwirbel sie zwischen meinen Fingern.
"Agent Adams, Statusmeldung!", Furys tiefe Stimme lässt mich erneut aufhorchen. Sofort lasse ich die haselnussbraune Strähne wieder los und verschränke die Hände hinter meinem Rücken.
"Unsere Tarnung funktioniert perfekt, alle Daten und Messergebnisse stimmen, mir liegen keine Angaben über Probleme oder Ungereimtheiten vor und wir liegen auf Kurs", lasse ich ihn wissen.
"Sehr gut."
"Hey Maria, hast du gerade eben ein Wort von dem verstanden, was Dr. Banner gesagt hat?", frage ich sie flüsternd über unsere Bildschirme hinweg und lehne mich etwas zu ihr herüber.
"Nein, nicht wirklich. Aber er wird nicht umsonst als Genie bezeichnet", antwortet sie mir, ohne den Blick von ihren Monitoren zu richten.
"Vermutlich genauso wenig wie Tony Stark", flüstere ich etwas gedankenverloren vor mich hin.
Eigendlich waren diese Worte nur für mich bestimmt, doch anscheinend hat Maria sie trotzdem verstanden, denn nun sieht sie mich neckisch und mit einer hochgezogenen Augenbraue an.
"Verliebt oder was?"
"Wie kommst du darauf?", gespielt entrüstet lege ich eine Hand auf meine Brust und sehe sie schockiert an,"du weist, dass ich einfach gerne schwärme."
"Ach, dann schwärmst du also für Tony Stark. Sehr interessant, das merke ich mir", meint sie lachend und platziert ihre Hände auf der Hüfte.
"Ach halt doch die Klappe!"
Natürlich waren diese Worte freundschaftlich gemeint, und das weiß Maria auch.
Ohne noch etwas hinzufügen konzentriere ich mich wieder auf meine Arbeit und ignoriere dabei die vielsagenden Blicke, die sie mir immer mal wieder zuwirft, als würde sie mir sagen wollen, ich weiß, was du gerade denkst.
Hallöchen ;)
Eigendlich habe ich mir vorgenommen, hier keine
"Autoren-Kommentare" einzubauen. Allerdings fande ich, dass es doch mal nötig wäre.
Und zwar würde ich mich freuen, wenn ihr mal konstruktive Kritik äußern könntet. Wie gefällt euch das Buch so? Mögt ihr die Idee? Wie findet ihr Ella? Oder gibt es vielleicht auch Dinge, die ihr gar nicht mögt?
Außerdem wäre es einfach mega nett, wenn ihr einen Vote da lassen könntet, insofern euch die Geschichte gefällt.
Vielen Dank fürs Lesen!
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