5 Jahre später
Lautes und eiliges Patschen von nackten Füßen auf dem Boden im Flur ließen mich aufwachen. Ich lag alleine im Bett. Shawn's Bettdecke lag zerknüllt am Fußende.
Als sich die Tür öffnete schloss ich schnell wieder meine Augen und konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen.
Ich wusste genau was heute für ein Tag war. Wir hatten es den 01. November 2029. Mein Geburtstag. Das patschen von nackten Kinderfüßen gehörte eindeutig zu Eli.
„Mum." Flüsterte er nachdem er auf das große Bett geklettert war und sich neben mich auf Shawn's Seite gelegt hatte.
„Mum, du musst aufwachen. Wir haben was für dich, aber dafür musst du mit ins Wohnzimmer kommen." Er streichte sanft eine Haarsträhne aus meinem Gesicht und grinste mich breit an, als ich die Augen öffnete.
Sein brauner Lockenkopf war ganz verwuschelt und er trug immer noch seinen blauen Schlafanzug mit Koalas drauf, seinen Lieblingstieren.
„Mummy, ich will endlich Kuchen essen." Nörgelte er als ich mich gähnend streckte.
„Ich komme ja schon." Kichernd zog ich die Bettdecke von mir und stand auf. Sobald ich aufgestanden war, nahm Eli meine Hand und zog mich aus dem Schlafzimmer durch den Flur, die Treppe herunter ins Wohnzimmer.
Dort hingen überall Luftschlangen von der Decke und bunte Luftballons waren im Wohnbereich verteilt. Eine goldenen Happy Birthday Girlande hing direkt in dem Türrahmen durch den Ich lief.
Eli ließ mich los und lief schnell zu dem Klavier vor dem Ace auf einem Stuhl saß und eine Gitarre fest hielt. Es sah wirklich lustig aus, einen so kleinen Menschen mit einer so großen Gitarre zu sehen. Shawn stand grinsend neben Eli und Ace und stimmte an. „3, 2, 1...."
Ich fing an zu Lachen als alle drei mir ein Ständchen sangen. Ich wusste ja, dass Ace und Eli gut Gitarre und Klavier spielen konnten, aber dass sie schon Happy Birthday hinbekamen, beeindruckte mich sehr. Es war zwar etwas holprig und nicht jeder Ton saß, aber das machte das ganze noch perfekter. Shawn's Unterricht hatte wirklich seine Spuren hinterlassen. Ich war beeindruckt.
Ich klatschte begeistert als sie mit ihrem Ständchen fertig waren und schloss Ace in meine Arme, der auf mich zugeraunt kam.
„Alles gute zum Geburtstag, Mommy." Ich drückte ihm einen Kuss auf die Stirn und wurde gleich vom nächsten wild überrannt.
„Von mir auch alles gute Mum." Eli drückte mich fest und lief dann zusammen mit Ace zur Küche. „Kuchen! Kuchen, Kuchen, Kuchen!" schrieen beide wild und mit lauten jaulenden Geräuschen.
Schmunzelnd stand ich auf und schaute Shawn in die Augen, der vor mir stand. Er trug ebenfalls noch seinen Schlafanzug und hatte sichtlich weniger geschlafen als ich. Er hatte zusammen mit den Zwillingen das gesamte Wohnzimmer geschmückt.
„Alles gute zum 30. Geburtstag, Kleine." Er küsste mich sanft und umarmte mich. Als er mich wieder los ließ, trat er einen Schritt zurück und hielt die Arme hinter seinen Rücken. Schmunzelnd musterte ich sein Gesicht.
„Was versteckst du da hinter deinem Rücken?" Ich versuchte hinter ihn zu schauen, aber er drehte sich geschickt von mir weg.
„Mach's nicht so spannend." Ich schaute ihn mit meinem Hundeblick an. Ich wusste, das er nicht standhaft bleiben konnte bei diesem Blick.
„Ach komm schon. Du weißt, dass ich einknicke wenn du mich so anschaust." Ich lächelte breit und nickte.
Mit einem breiten Grinsen zog er die Arme hervor und überreichte mir eine kleine Schachtel. Eine rote Geschenkschleife zierte den Deckel.
„Was ist das?" Überrascht schaute ich zu ihm hoch.
„Du musst es aufmachen." Das neugierige Gesicht was er machte, steckte mich an. Ich löste die Schleife und öffnete die Schachtel.
Ein silbernes Armband funkelte mir entgegen. Fassungslos schaute ich wieder zu Shawn. Er grinste stolz.
„Aber, das ist ja das Armband aus Venedig!" Er nickte.
Ich nahm es vorsichtig heraus und schwenkte es im Licht, sodass es hell funkelte. Ich hatte mich letztes Jahr bei einem Familienurlaub in Italien in das dünne Armbändchen verguckt. Er war Silber und an ihm hingen drei kleine Anhänger. Auf ihnen waren die Buchstaben S, A und E eingraviert. Das hatte er zusätzlich machen lassen.
Ich hatte es mir nicht gekauft, weil ich den Preis zu happig fand und ich mir solche teuren Gegenstände nicht kaufen wollte. Ich brauchte keine teuren Gegenstände um glücklich zu sein, aber das er es mir doch noch gekauft hatte, freute mich riesig.
„Vielen Dank!" Ich fiel ihm in die Arme und küsste ihn.
„Gerne, mein Schatz." Er legte es um um mein Handgelenk und grinste zufrieden, als ich es noch einmal bewunderte.
„Mommy, Daddy, wann kommt ihr endlich? Der Kuchen schmeckt wunderausgezeichnetgut." Ich lachte leise.
„Wunderausgezeichnetgut?" Shawn zuckte mit den Schultern.
„Also von mir hat er das nicht."
Hand in Hand liefen wir in die Küche in der sich die beiden Jungs zwei große Küchenstücken auf die Teller geladen hatten und sich viel zu große Bissen in den Mund schoben. Kichernd schüttelte ich mit dem Kopf und nahm mir selber ein Stück. Voller Stolz schaute ich meinen 3 Männern dabei zu, wie sie ihre Gabeln voll luden und den Teller im nu leer hatten.
Im den vergangen fünf Jahren hatte sich viel verändert. Ich hatte meine Model und Schauspielkarriere auf Eis gelegt um für die Zwillinge da zu sein, während Shawn fleißig war und zwei Alben veröffentlicht hatte. Dazu produzierte er noch ein Dokumentarfilm über ihn und sein jetziges Leben mit mir und unseren Kindern und über seine Tour.
Er war zwischenzeitlich auf kleiner Amerika Tour gewesen und hatte uns einfach mitgenommen. Wenn er abends auf der Bühne stand, war ich im Hotelzimmer und hatte die Jungs ins Bett gebracht. Das war als sie noch 2 waren.
Mit den Jahren wurde es etwas stiller rund um seine Karriere. Er veröffentlichte zwar noch ab und zu Lieder, aber er hatte sich aus der Öffentlichkeit etwas entzogen um für uns, seine Familie da zu sein.
Apropos Familie: Letztes Jahr hatten Ally und Benny endlich geheiratet. Ally's erstes Kind war bereits auf dem Weg und würde laut Geburtstermin schon im nächsten Monat zu uns auf die Welt kommen. Ally und Benny waren sehr glücklich gemeinsam und das konnte man ihnen ansehen.
Was Ella und Lorenzo anging, war ihr Familienglück mit einem 4. Kind endgültig vollkommen. Während Lorenzo sich für die Rolle des Hausmanns entschieden hatte, hatte Ella ihre Jahre als Assistenzärztin beendet und arbeitete nun als Kinderchirurgin im General Hospital.
Mum und Dad hatten alle Hände voll zu tun mit ihren zwei Restaurants und den ständigen Besuchen von ihren Kindern, plus Enkelkindern. Das Haus von ihnen war voll, wenn wir alle vorbei kamen, was jedes Mal aufs Neue schön war.
Es war schon verrückt, wie wir uns alle entwickelt hatten. Damals, als ich Shawn mit neunzehn Jahren kennengelernt hatte, hätte ich niemals gedacht, was aus unserer Begegnung werden würde. Und jetzt waren wir eine glückliche Familie.
„Mommy, darf ich noch ein Stück?" Ace schaute mich mit seinen großen Braunen Augen an. Ich kannte diesen Trick. So bekam er immer dass was er wollte.
„Tut mir leid, Schatz. Du hattest schon zwei Stücken. Nachher kommt Tante Ally und Onkel Lorenzo mit ihren Familien. Du musst doch noch Hunger auf das leckere Mittagessen haben." Er verschränkte trotzig die Arme vor der Brust.
„Daddy? Darf ich bitteeee noch ein gaanz kleines Stück haben?" Shawn schaute zu mir und verzog das Gesicht. Ich schüttelte auffordernd mit dem Kopf.
„Aber nur ein kleines, mein Großer. Teil es dir mit Eli." Seufzend musterte ich wie Shawn ihnen jeweils die Hälfte von einem Stück auf die Teller lud.
„Ich kann einfach nicht nein sagen." Erklärte er mit schlechtem Gewissen, weswegen ich lachen musste und ihm einen Kuss gab. Er war einfach ein viel zu lieber Papa.
***
Räuspernd stand ich von meinem Stuhl auf und versuchte die Aufmerksamkeit der anderen auf mich zu lenken. Wie immer herrschte ein lautes Gesprächsdureinander und keiner bemerkte ich.
Shawn, der neben mir saß, reichte mir ein Glas und einen Löffel.
„Probier es damit, mein Schatz." Dankend lächelte ich ihn an und schlug den kleinen Löffel gegen das Glas, was laut klirrte und seinen Zweck erfüllte. Alle wurden still und schauten zu mir.
„Ich wollte mich nochmal herzlich bedanken, dass ihr alle hier seid und mit uns meinen 30. Geburtstag feiert! Ich bin wirklich sehr dankbar für jeden von euch und dafür, dass wir so eine große glückliche Familie sind." Alle hoben ihr Glas und stimmten mir zu.
„Zur Feier des Tages hab ich aber auch ein kleines Geschenk für Shawn. Eli, Schatz, gibst du mir bitte das Geschenk, was in der Küche steht?" Eli stand schnell auf und flitzte in die Küche. Als er mir ein kleines Paket in die Hand drückte, schaute Shawn mich verwirrt an.
„Aber du hast doch heute Geburtstag und nicht ich." Ich nickte kichernd. „Ich weiß. Mach's einfach auf." Die ganze Familie war mucksmäuschenstill und schaute zu Shawn und mir.
Gespannt musterte ich Shawn's Gesichtsausdruck, sobald er das Paket geöffnet hatte. Als er einen hellblauen, kleinen Stab in der Hand hielt, fielen ihm fast die Augen aus dem Kopf.
„Du bist schwanger?" Er schaute zu mir und ich nickte, mit Tränen in den Augen. Ich hatte es selbst heute Morgen erst erfahren.
Alle fingen an zu jubeln und klatschten erfreut. Shawn stand auf und nahm mich in seinen Arm.
„Das ist das beste Geschenk was ich seit den Zwillingen bekommen habe." Eli und Ace kamen ebenfalls zu uns und quetschten sich in unsere Umarmung.
„Also kriegen wir noch einen Bruder?" Ich wuschelte über Ace's Haare und nickte. „Ja, oder eine Schwester." Beide klatschten sich ab und rannten zu ihren Großeltern, die begeistert zu uns kamen. Manny, Karen und Aaliyah waren ebenfalls da und umarmten uns glücklich.
„Du machst mich jeden Tag erneut zum glücklichsten Mann der Welt, meine Kleine. Ich freue mich auf unser drittes Kind." Shawn küsste mich sanft und streichelte mit seinem Daumen über meine Wange.
„Ich liebe dich. Für immer und Ewig. Du wirst mich nie wieder los." Lachend drückte er mich.
„Ich liebe dich auch, Emilia Mendes."
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HAPPY 1. BIRTHDAY to Affection 🥳❤️
Wow, es ist jetzt schon ein Jahr her, dass ich das erste Kapitel mit Zweifel und Angst vor Hate Kommentaren veröffentlicht habe. Wie schnell doch die Zeit verfliegt... Ich hoffe euch gefällt der Schluss und ich habe euch nicht enttäuscht. Es war einfach ein kleiner Einblick in die Zukunft und in das Familienglück von Shawn und Emilia.
Ich bin euch sehr dankbar für alles!
Eure Nia❤️
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