19th December

We Wish You A Merry Christmas

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Ich saß auf meinem Bett und las ein Buch, welches ich eben begonnen hatte. Ich war schon auf Seite zwölf, doch es war echt langweilig. Es handelte um zwei Personen, welche sich im Skiurlaub kennenlernten und sich dann verliebten und bla bla bla. Obwohl ich noch nicht viel gelesen hatte, schien mir das Buch extrem kitschig und irgendwie sprach es mich nicht an. Romanzen waren ja in Ordnung, solange sie nicht zu kitschig waren. Schrecklich.

"Wir könnten ja was unternehmen", kam David in mein Zimmer spaziert. Ich sah nicht auf und blieb still.

"Vielleicht ein paar Weihnachtsgeschenke kaufen?", schlug er vor. Ich schüttelte missmutig den Kopf, mit dem Blick immer noch auf das Buch gesenkt.

"Komm schon! In ein paar Tagen ist Weihnachten!"

"Ja und?", murmelte ich, nicht sonderlich erfreut, das zu hören. Seit ein paar Tagen hatte ich irgendwie schlechte Laune und keine Lust, etwas zu unternehmen.

Ich spürte, wie sich das Bett ein wenig senkte und sah auf. David hatte sich zu mir gesetzt und sah mich genau an.

"Warum bist du so?", fragte er.

"Wie bin ich denn?", fragte ich zurück.

"So nicht gut gelaunt."

"Passiert."

"Ja. Es kann mal passieren, aber doch nicht so lange und schon gar nicht vor Weihnachten!" Ich runzelte meine Stirn und sah ihn genervt und leicht wütend an. Ich klappte mein Buch zu und zeigte dann mit einem Finger auf ihn.

"Es steht halt nicht jeder auf Weihnachten!", sagte ich genervt.

"Ach komm, ein wenig kannst du dich aber zusammen reißen!"

"Wieso sollte ich?", fragte ich patzig.

"Weil du mit deiner schlechten Laune allen das Fest verdirbst!" Ebenfalls genervt stand er auf und sah mich an. "Deine Familie freut sich auf Weihnachten! Und nur weil du so blöd bist, bedeutet es nicht, dass du den anderen auch alle versauen musst!" Auch ich stand nun auf und stellte mich genau vor ihn.

"Dann geh doch einfach, wenn ich dich mit meiner Art störe! Ich hab nicht nach einem Weihnachtselfen gebeten! Außerdem hast du mir doch schon gezeigt, dass ich ja angeblich an Santa Claus glaube, also geh doch! Hau ab!"

Wütend sah er mich an. "Das ist mein Job und ich werde nicht einfach so gehen! Das Einzige, was ich bewiesen hab ist, dass du in dir eine winzige Hoffnung an Santa Claus hast! Du versuchst es aber zu unterdrücken und willst es immer noch nicht wahr haben! Du bist einfach unmöglich, Zoe!"

"Dann lass es doch ganz einfach bleiben! Mir ist es egal, ob ich an Santa glaube oder nicht! Ist doch völlig egal! Es gibt genug andere, die du von ihm überzeugen kannst!"
 

"Es ist eben nicht egal! Es gibt immer weniger Menschen, die an ihn glauben. Wir müssen vorallem den Kindern zeigen, dass es ihn gibt, denn die sind diejenigen, die den Glauben weiter geben!" Ich sagte daraufhin nichts und sah weg. Mein Handy leuchtete auf und ich holte es.

Audrey[12.56] Party  
Audrey[12.56] Heute Abend
Audrey[12.56] Du und ich
Audrey[12.57] Bei Zach
Audrey[12.58] Keine Widerrede!

Ich seufzte und antwortete ihr mit einem Okay und wir machten noch aus, dass wir uns bei ihr fertig machten. Ich hatte keine große Lust, wie immer, aber es würde mich ablenken.

"Du musst nicht, wenn du nicht willst", meinte David, nun ruhiger.

"Was weißt du schon", murmelte ich und setzte mich wieder aufs Bett, um das Buch aufzuklappen, die richtige Stelle zu finden und weiter zu lesen, auch wenn ich das Buch blöd fand. Ich hasste es einfach, ein Buch nicht fertig zu lesen, auch wenn es nicht sonderlich gut war.

Ich merkte, wie mich David kurz ansah und dann verschwand. Sobald er aus der Tür war, sah ich zu dieser und seufzte. Ach man, eigentlich mochte ich es nicht, zu streiten.

Den ganzen Tag war mir langweilig. Ich wusste einfach nicht, was ich tun sollte. Das Buch war blöd, meine Schwester war mit ihrem Freund unterwegs, meine Mutter und Marcus besuchten Freunde und David tauchte auch nicht mehr auf. Ich hatte Audrey gefragt, ob sie Zeit hatte, doch sie meinte, sie wäre erst wieder zu Hause, um sich für die Party fertig zu machen. Natürlich hatte ich auch andere Freunde als Audrey, aber viele von ihnen hatten keine Zeit oder ich wollte nichts mit ihnen unternehmen.

Die Zeit, bis ich zu Audrey ging, verging langsam und grausam. Sobald es nur noch eine halbe Stunde war, machte ich mich bereits fertig. Ich brauchte ja nicht lange zu Audrey, aber ich wollte einfach nicht mehr warten.

In der Küche hinterließ ich einen Zettel für meine Familie und machte mich dann auf den Weg. Es war natürlich schon dunkel und da die Sache mit dem Stalker immer noch nicht geklärt war, bekam ich leichte Angst. Eigentlich wollte ich David fragen, doch bis jetzt kam immer etwas dazwischen.

Ich beeilte mich zu meiner besten Freundin zu kommen. Allerdings nütze es mir nichts, da sie noch nicht da war. Ich schrieb ihr und sie antwortete auch sofort.

Audrey[19.28] Ich bin in zehn Minuten da! Meine Eltern sind auch weg!

Na ja, zehn Minuten würde ich auch noch schaffen.
Ich setzte mich auf die oberste Treppenstufe und wartete. Als ich beim Haus gegenüber das Licht angehen sah, sah ich auf. Allerdings war niemand zu sehen. Leicht ängstlich zog ich meinen Schal höher. Ich sah mich um, entdeckte aber niemanden.

Plötzlich trat eine Gestalt aus dem Schatten und ich erschrak. Als ich dann aber das mir bekannte Grinsen entdeckte, atmete ich erleichtert auf.

"Na? Wen hast du erwartet?", neckte er mich und kam näher.

"Also bist du doch der Stalker!", meinte ich und sah zu, wie er sich neben mich setzte.

"Nö", sagte er. "Bin ich nicht. Glaub mir doch."

Aber wer könnte es denn sonst sein?
"Denk mal scharf nach", grinste er. Ich seufzte und sah dann zu ihm.

"Tut mir leid wegen vorhin."

"Schon gut", meinte er gelassen. "Bist nicht die Erste, die eine solche Reaktion zeigt."

"Trotzdem war es nicht in Ordnung. Ich hab dich ja auch eigentlich gern."

"Aw", grinste er und stupste mich an.

Das Licht gegenüber war schon war schon wieder ausgegangen, aber diesmal schien es so, als hätte ich einen Blitz gesehen. Ich sah angestrengt in die Dunkelheit, doch ich konnte niemanden erkennen.

"Zoe! Sorry für die Verspätung!", meinte Audrey, als sie plötzlich angelaufen kam.

"Kein Problem", lächelte ich. David und ich erhoben uns und gingen mit Audrey ins Haus. Die Gedanken an den Stalker schob ich erstmal bei Seite.

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