38. Kapitel
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Ich merkte nicht, wie viel Zeit vergangen war. Es fühlte sich an, als hätte ich fünf Minuten auf dem Boden gesessen und geweint, doch als ich schließlich auf die Uhr sah, bemerkte ich, dass bereits eine halbe Stunde vergangen war.
„Was zur Hölle ist bitte passiert?"
Erschrocken zuckte ich zusammen, drehte mich aber nicht um. Ich sah Melissa an, die einen entschuldigenden Blick aufsetzte. „Tut mir leid, ich wusste nicht weiter", murmelte sie und sah mich mitleidig an.
Zwei starke Hände fassten mich an den Oberarmen und hoben mich auf die Beine. Adrian drehte mich in seinen Armen um und schaute mir besorgt ins Gesicht. „Sag mir, was passiert ist, Kleine."
Ich öffnete meinen Mund, um zu sprechen, doch es kam kein Ton heraus. Verzweifelt starrte ich auf meine Füße. Ich hätte niemals nach New York ziehen sollen. Wer weiß, vielleicht wäre mir das ganze Drama dann erspart geblieben.
Adrian schob mich in mein Büro und schloss die Tür hinter uns beiden. „Gia", sagte er sanft. „Was ist mit dir los? Ich kenne dich, irgendwas ist passiert und ich würde gerne wissen, was."
„André war hier", hauchte ich leise und kaum verständlich, doch Adrian musste mich gehört haben, denn sein Blick wurde zornig.
„Was hat er von dir gewollt?", fragte er wütend.
„Das kann ich dir nicht sagen", sagte ich leise und sofort spürte ich, wie Adrian noch wütender wurde, auch wenn ich ihn nicht ansah.
„Lass den Scheiß", fluchte er und hob mein Kinn an. „Wenn du mir nicht sagst, was er gewollt hat, dann werde ich mir einfach das Überwachungsvideo ansehen."
Geschockt sah ich ihn an. „Das würdest du nicht tun!"
„Dir ist nicht im geringsten bewusst, wie weit ich für sehr wenige Menschen gehen würde, Kleine. Und du gehörst nun mal dazu", knurrte er. „Also raus mit der Sprache, erfahren werde ich es so oder so!" Seine Augen sprühten förmlich Funken, so wütend war er.
„Ich darf keinen Kontakt zu dir haben, sonst tut er Elli etwas an. Er war hier, um mich daran zu erinnern", gestand ich Adrian schließlich, nachdem ich ihn eine Weile lang bloß angesehen hatte.
Für einen Moment schien Adrian sprachlos zu sein. „Er droht dir mit Elli?", wiederholte er mit bebender Stimme. Ich nickte.
„Es tut mir leid. Ich will das alles nicht, aber ich sehe keinen Ausweg, Adrian. Und zusehen, wie Elli wehgetan wird, kommt für mich überhaupt nicht infrage", sagte ich leise.
„Glaubst du, ich würde zulassen, dass deiner Freundin wegen mir etwas passiert?", sagte Adrian und lächelte mich schief an. „Dann kennst du mich aber schlecht."
Allmählich wusste ich nicht mehr, wieso mich solche Taten von Adrian noch überraschten. Langsam aber sicher sollte mir bewusst werden, dass er ein viel besseres Herz als die meisten Menschen hatte, die ich kannte.
„Ich habe mich furchtbar verhalten, es tut mir leid", erwiderte ich geknickt. „Wieso bist du überhaupt hier, Adrian?"
„Soll das ein Witz sein? Melissa hat mich angerufen und gesagt, dass du total weggetreten bist und eine Panikattacke hast. Meinst du, da esse ich entspannt Chips auf meinem Sofa?" Adrian schnaubte auf und sah mich an, als hätte ich nicht mehr alle Tassen im Schrank.
„Das meinte ich nicht. Ich habe dich verletzt mit dem, was ich dir an den Kopf geworfen habe", sagte ich. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich dir nach all dem trotzdem noch wichtig bin. Dass du dich um mich scherst."
Jetzt sah er mich an, als hätte ich wirklich den Verstand verloren. „Du hast nicht die geringste Ahnung, wie wichtig du mir bist und was du mit mir machst."
„Was ich mit dir mache?", fragte ich verwirrt und legte meinen Kopf schief.
„Ich kann kaum klar denken, wenn du in meiner Nähe bist, Gia. Du machst mich wahnsinnig, mit den kleinsten Dingen, die dir nicht einmal bewusst sind." Adrian fuhr sich mit einer Hand durchs Gesicht.
Verlegen biss ich mir auf meine Unterlippe, woraufhin Adrian den Kopf in den Nacken legte und aufstöhnte.
„Verdammt, Liebes. Das ist absolut nicht der Zeitpunkt, aber du treibst mich damit in den Wahnsinn, also hör besser auf, bevor ich die Beherrschung verliere", stöhnte Adrian und ich blickte in seine dunkler gewordenen Augen.
„Was ist, wenn ich genau das möchte?" Wow. Ich war über mich selbst erschrocken. Das waren definitiv nicht die Worte, die ich aussprechen wollte.
Adrian stieß ein tiefes Knurren aus und war in weniger als zwei Sekunden bei mir. Als seine Lippen auf meine trafen, kribbelte mein ganzer Körper und ich fühlte mich, als würde ich explodieren. Leidenschaftlich umspielte Adrian mit seiner Zunge meine und saugte abwechselnd an meiner Lippe. Als er leicht zubiss, entwich mir ein leises Stöhnen.
Adrian löste sich von mir und drängte mich gegen meinen Schreibtisch. „Gott", stöhnte er auf. „Du bringst mich um, Gianna."
Erneut fanden seine Lippen meine und ließen mich den gesamten Tag vergessen. Er hob mich hoch und setzte mich auf meinen Schreibtisch, was mich rot anlaufen ließ.
„Adrian, doch nicht hier im Büro", protestierte ich keuchend, als er einen Moment von mir abließ. „Was wenn jemand reinkommt?"
„Niemand wird hier rein kommen", antwortete Adrian, während er sich langsam und ohne die Augen von mir abzuwenden die Krawatte lockerte und das Hemd aufknöpfte. Ich war froh, dass ich saß, denn ansonsten hätte ich bei diesem Anblick garantiert weiche Knie bekommen.
„Es ist schon so lange her, Kleine", murmelte Adrian und ließ sein Hemd auf den Boden gleiten, während er meine Bluse aus meinem Bleistiftrock zog. „Aber trotzdem könnte ich nie vergessen, wie du dich unter meinen Fingern anfühlst. Oder wie du schmeckst", fügte er mit einem dreckigen Grinsen hinzu. „Arme hoch."
Adrian zog mir die Bluse über den Kopf und ließ sie achtlos neben sich zu Boden gleiten, bevor er mich mit erregtem Blick musterte. Ich trug meinen neuen BH aus Spitze, den ich mir vor anderthalb Wochen bestellt hatte.
„Es sollte verboten werden, so etwas zu verkaufen", murmelte Adrian und küsste sich mein Schlüsselbein entlang. Gekonnt schob er mit einem Finger den BH-Träger von meiner rechten Schulter, bevor er sich der anderen widmete. Eine Gänsehaut überzog meinen Körper und ich spürte, wie sich mein Körper auf das, was kommen würde, freute.
„Du musst leise sein, Gia", hauchte Adrian mit den Lippen auf meiner Haut, während er tiefer glitt. „Ich liebe es, wenn du wegen mir stöhnst, aber das darf nur ich hören."
Ich wollte etwas erwidern, doch in diesem Moment umschloss Adrian mit seinen Lippen meinen Nippel und mein Kopf war wie leergefegt. Ich drückte meinen Rücken durch, um mich näher an ihn zu pressen und warf den Kopf nach hinten. Mit aller Kraft unterdrückte ich ein Stöhnen.
Adrian war unerbittlich. Mit seiner Hand umfasste er meine Brust und vollführte ein Kunstwerk mit seiner Zunge, sodass nach kurzer Zeit meine Beine vor Erregung bebten.
„Oh Gott", entwich es mir und sofort löste sich Adrian von mir. „Nein", protestierte ich. „Hör nicht auf!"
„Kein Mucks, Gianna", knurrte er streng und zwirbelte meine Brustwarze zwischen seinen Fingern. „Sonst wirst du heute nicht ein einziges Mal kommen."
Böse sah ich ihn an.
„Und jetzt lass mich diesen Rock ausziehen, ich will dich schmecken", fügte er hinzu. Sofort war ich wieder rot wie eine Tomate, was ihn zum kichern brachte. Er zog mich vom Schreibtisch und drehte mich um, um den Reißverschluss zu öffnen. „Langsam solltest du deine Unschuld abgelegt haben, so oft wie ich dich schon habe kommen lassen." Adrian drehte mich wieder zu sich und riss mit einem Ruck meinen Rock nach unten.
Er sah nach unten und riss sofort seinen Kopf wieder hoch. „Keinen Slip?", fragte er mit rauer Stimme.
Ich schüttelte verneinend den Kopf. „Durch den Rock sieht man alles durch", antwortete ich kleinlaut.
„Du gehst nie wieder ohne Slip aus dem Haus, haben wir uns verstanden?", erwiderte Adrian besitzergreifend und legte eine Hand an meinen Hals. „Es sei denn, ich bin dabei."
Ich nickte hastig und im nächsten Moment saß ich erneut auf meinem Schreibtisch. Den würde ich nachher gründlich putzen müssen ...
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