14. Kapitel

Das Essen war köstlich. Ich hatte noch nie so viele verschiedene Gerichte auf einmal gesehen, eins leckerer als das andere.

„Du sagst ja gar nichts. Bist du doch zur Vernunft gekommen und lässt mich in Ruhe?", fragte ich ihn provozierend.

„Das solltest du lieber nicht tun, Liebes. Mach deinen Teller leer."

„Ja Papa", brummte ich beleidigt vor mich hin. Aus irgendeinem Grund sagte mir sein Grinsen, dass er meine Worte gehört hatte.

„Bin ich nach dem Essen entlassen?", fragte ich hoffnungsvoll und schaufelte mir die letzte Gabel in den Mund.

„Nein, noch nicht. Du wirst den Abend mit mir verbringen und du wirst merken, dass du es nicht schaffst, mir zu widerstehen."

Dass er mit dem Ego überhaupt in den Aufzug gepasst hatte, könnte glatt als achtes Weltwunder durchgehen.

Nach dem Abendessen wies Adrian mich an, schonmal zum Sofa zu gehen, während er im Nebenzimmer verschwand.

Als er sich neben mich fallen ließ, runzelte ich die Stirn.

„Was hast du gemacht?", wollte ich wissen.

„Nichts besonderes. Wie willst du den Abend verbringen? Soll ich dich jetzt schon zum Schreien bringen oder willst du vorher etwas anderes unternehmen?"

Ich wurde puterrot. „Ähm ... ich denke ein Spaziergang reicht vollkommen aus für den Abend." Ich hatte die Hoffnung, dass ich während dem Spaziergang seiner Nähe ein wenig entfliehen konnte.

„Ich habe eine bessere Idee. Du warst noch nie in London, hab ich Recht?", fragte er und hielt mir plötzlich seine Hand hin.

„Das stimmt, wieso?" Zögerlich ergriff ich seine Hand und ließ mich von ihm auf die Beine ziehen.

„Ich werde dir London zeigen. Du bekommst deine eigene private Führung", zwinkerte er mir zu. Innerhalb von fünf Minuten war Adrian angezogen. Doch ich staunte wegen etwas anderem.

Sonst hatte ich Adrian bloß in einem maßgeschneiderten Anzug zu Gesicht bekommen. Die schwarze Jeans und der weiße Pullover sahen sehr ungewohnt aus, doch es stand ihm.

„Du ziehst dich am besten auch nochmal um, ich weiß nicht, wie lange wir weg sind und es könnte frisch werden", sagte Adrian, als wir den Aufzug betraten und drückte im selben Moment den Knopf für meine Etage.

Ich hatte angenommen, dass Adrian draußen warten würde, doch er betrat hinter mir mein Zimmer und fläzte sich auf mein Bett.

Ich griff mir eine blaue Jeans, ein Top und eine Jacke. Mit den Sachen verschwand ich ins Badezimmer.

„Du kannst dich auch vor mir umziehen, damit hab ich kein Problem."

Ich verdrehte die Augen und war im Handumdrehen fertig.

Als wir auf der Straße standen, sah Adrian mich an. „Hast du irgendetwas, wo du als Erstes hinmöchtest?"

„Buckingham Palace", strahlte ich. Natürlich würden wir ihn um diese Uhrzeit nicht von innen besichtigen dürfen, doch ich wollte einen Blick auf den riesigen Palast werfen.

Auf dem Weg dorthin erzählte mir Adrian Einiges über den Palast und ich war überrascht, wie viel er wusste. Mit seinem Wissen könnte er glatt als Touristenführer arbeiten.

Als wir schließlich den Palast sehen konnten, klappte mir der Mund auf. Ich hatte schon viele Bilder gesehen, doch diese wurden der Realität nicht im Geringsten gerecht.

„Wow. Er ist noch viel schöner, als ich ihn mir vorgestellt habe", murmelte ich und sog jedes kleinste Detail in mich auf.

Wir verbrachten einige Minuten damit, uns den Palast schweigend anzusehen, bevor Adrian wissen wollte, wo ich noch hinwollte.



Stunden später ließen wir uns lachend auf Adrians Sofa fallen. Wir hatten uns sehr viel angesehen und wenn man meine Füße fragte, hatten wir ganz London abgelaufen. Adrian wusste unheimlich viel über alle Sehenswürdigkeiten und kannte auch viele kleinere Ecken in London, bei denen sich ein Besuch definitiv lohnte.

„Ich sollte langsam ins Bett gehen, es ist schon spät. Ich muss morgen früh raus", sagte ich und wollte aufstehen.

„Wieso?", fragte Adrian verwirrt. „Morgen ist Sonntag. Da findet keine Weiterbildung statt."

Das hatte ich nicht gewusst. Bestimmt wurde es uns gesagt oder stand in den Informationen drin, doch ich hatte es nicht mitbekommen.

„Oh", sagte ich und musste daraufhin lachen. „Ich hätte bestimmt ziemlich dumm aus der Wäsche geguckt, wenn ich morgen vor der verschlossenen Tür gestanden hätte!"

Wir entschieden uns, einen Film anzusehen, bevor wir schlafen gehen würden. Für Adrian war der Sonntag kein freier Tag, wie ich erfuhr. In diesem Moment realisierte ich, wie viel er arbeitete. Sein ganzes Leben bestand aus seinem Unternehmen und er machte nie eine Pause.

„Wann warst du das letzte Mal im Urlaub?", fragte ich plötzlich, als wir uns einige Minuten lang in den Film vertieft hatten.

„Vor einigen Jahren war ich für ein paar Tage auf Kuba. Meine Schwester hat geheiratet. Wieso willst du das wissen?"

„Ich denke, du arbeitest zu viel und zu hart", murmelte ich und sah Adrian unsicher an, da ich Angst hatte, dass er mich anfahren würde. „Es kommt mir so vor, als würdest du dich nie richtig entspannen."

„Ich bin jetzt gerade entspannt", raunte er ebenso leise zurück.

Ein leichtes Lächeln stahl sich auf meine Lippen und ich wandte rasch den Blick ab.

„Ich kann an nichts anderes außer an deine Lippen denken", hauchte Adrian mir plötzlich ins Ohr und ich bekam Gänsehaut. „Ich frage mich ständig, wie du wohl schmeckst. Wie du dich anfühlst, wie du dich bewegst. Du machst mich wahnsinnig, Gianna, ist dir das bewusst?"

Ich wand mich auf dem Sofa und versuchte, mich weiter auf den Film zu konzentrieren.

„Komm schon, Liebes, ich weiß, dass du dich nach meinen Berührungen sehnst. Stell dir vor, was ich mit dir anstellen würde. Ich würde dich mit meiner Hand ficken, bevor ich meinen Kopf zwischen deinen Beinen vergraben und dich Sterne sehen lassen würde. Mir fallen so viele Dinge ein, die ich mit dir tun möchte", raunte Adrian mir zu und als ich ein wenig hin und herrutschte, bemerkte ich, dass er mich genüsslich dabei beobachtete.

„Es fühlt sich schlimm an, so erregt zu sein und keine Erlösung zu finden, nicht wahr?" Er sah mich unentwegt an, doch berührte mich nirgendwo. Doch ich verzehrte mich nach seinen Berührungen.

„Wenn deine Zurückhaltung nicht wäre, würde ich dir die ganze Nacht lang eine Erlösung nach der nächsten verschaffen", sagte Adrian und leckte sich über die Lippen.

Ich zwang meinen Kopf dazu, zum Fernseher zu blicken und so zu tun, als würde ich den Film schauen, obwohl meine Gedanken ganz woanders waren.

„Ignorierst du mich jetzt, Liebes?", fragte Adrian belustigt. „Nur zu, aber ich weiß trotzdem, dass du einen nassen Fleck auf dem Sofa hinterlassen wirst, sobald du aufstehst."

Damit könnte er gar nicht so Unrecht haben, musste ich mir selbst eingestehen.

Ich wollte verstohlen einen Blick auf Adrian werfen, doch als ich langsam zur Seite sah, blickte ich direkt in seine sturmgrauen Augen.

„Trau dich, Gianna. Du wirst es nicht bereuen."

Ich konnte ihm nicht länger widerstehen. Bevor mich mein Mut wieder verlassen konnte, schwang ich ein Bein über Adrians Beine, vergrub meine Hände in seinen weichen Haaren und küsste ihn, als würde es kein Morgen mehr geben.

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