57| 𝙳𝚛𝚞𝚗𝚔𝚎𝚗 𝙲𝚘𝚗𝚏𝚎𝚜𝚜𝚒𝚘𝚗
"Spielen wir noch ein Spiel?", fragte Subin als ich mit Snacks und der zweiten Flasche Wein in mein Schlafzimmer trat.
"Ein Spiel...? Bist du wirklich schon so betrunken?" Amüsiert setzte ich mich auf das Bett zurück.
"Nein, hält sich in Grenzen." Subin nahm mir die Tüte Chips ab.
"Na dann", ich lachte nur und schenkte uns nach. "Auf was hast du Lust?"
"Wie wäre es damit: wir treffen Aussagen und der gegenüber muss sagen ob man gelogen hat oder nicht."
"Ist das nicht zu einfach bei uns?" Ich legte meinen Kopf schief. "Ich meine wir kennen uns so gut, dass wir das alles doch auseinander halten können, oder nicht?"
"Schon, aber vielleicht reden wir so über Dinge über die wir uns so noch nicht bewusst unterhalten haben?"
"Dann fang an. Du scheinst ja schon etwas im Kopf zu haben", meinte ich.
"Zu gerne..." Er grinste los, dann holte er tief Luft. "Als ich in der Abschlussklasse war wollte ich dich unbedingt fragen ob du mich auf meinem Abschluss begleitest, habe dich dann allerdings nicht gefragt, weil meine Klassenkameraden mir unterstellt haben, dass ich etwas von dir will."
"Wirklich jetzt? Du wolltest mich fragen?" Ich lachte los. "Das ist doch voll süß! Du hättest es trotzdem machen sollen. Ich sage du lügst nicht."
Subin nickte und nahm einen Schluck von seinem Glas.
"Du wärst also wirklich mitgekommen?"
"Natürlich", ich nickte. "Erstens wäre ich damals zu jeder kleinen Festivität gegangen. Zum anderen, einen Abend mit Subinnie? Eh, hallo? Sofort."
Er lachte leise und sah mich dann direkt an.
"Okay... Warte kurz", ich presste meine Lippen zusammen. "Okay. Als ich in der Abschlussklasse war habe ich Chaeyoung erzählt, dass ich mit Kibum zum Abschluss gehen würde. Als sie herausgefunden hat, dass ich natürlich mit Hanse dort war ist sie ausgerastet und hat mir dafür zwei Wochen Hausarrest gegeben."
"Mies! Du lügst... Zwar nicht mit dem Hausarrest, aber... Hast du ihr nicht erzählt, dass du alleine gehen würdest?"
"Tatsache. Alles andere hätte sie mir nie geglaubt. Sie hat es ja auch nur rausgefunden weil sie in meiner Post geschnüffelt hat. Sie wollte unbedingt diese blöden Fotos sehen als sie den Umschlag entdeckt hat."
"Lass mich raten: den Hausarrest hast du aber nicht eingehalten?"
"Absolut nicht", ich nickte und nippte an meinem Glas.
"Dachte ich mir", Subin nickte. "Als ich das Training in der Spezialeinheit hatte ist mir Seungwoo kaum von der Seite gewichen."
"Das stimmt." Amüsiert grinste ich nur.
"Hanse hat es dir erzählt, oder?"
"Auch, aber ich hatte super Möglichkeiten euch hin und wieder auch zu sehen. Es ist ja lange nicht mehr so schlimm wie es Mal war."
Subin lachte, dann tippte er mich an. Kurz hielt ich seine Hand fest und überlegte. Mir fiel nicht sofort etwas ein.
"Mir ist ein Tag vor Stunde Null erst die Idee gekommen, dass wir die Möglichkeit haben, dass wir dich finden könnten..."
"Das weiß ich doch schon..."
"Lass mich Ausreden... Du warst der einzige Mensch um den ich mir wirklich Gedanken gemacht habe in der Zeit."
Subin blieb still, dann trank er noch einen Schluck. Zehn Sekunden später zog er mich näher und gab mir einen Kuss auf die Wange.
"Ich weiß, Stern. Auch wenn du dir wirklich Mühe gegeben hast es zu verbergen...", murmelte er leise, bevor er wieder lächelte. "Bin gespannt ob du das richtig einschätzen kannst. Du warst mein erster Kuss."
"Warte... Echt jetzt?" Ich schob ihn leicht zurück und musterte ihn. "Das war doch in der Schule noch!"
"Mhm... Und was hab ich daraus gelernt? Spiele niemals Wahrheit oder Tat, wenn du keine Ahnung hast von dem was du tust", er lachte.
"Ach komm. So schlimm war es auch nicht."
"Stimmt. Du hast recht. Das schlimme war eher nicht unter Hanse's Blick zu sterben."
"Was erwartest du? Wir waren zu dem Zeitpunkt schon zwei Jahre zusammen." Ich trank nochmal einen Schluck. "Ich würde ja sagen, du warst mein bester erster Kuss um dich zu beruhigen, aber das wäre echt eine Lüge."
"Ach ja?" Subin lachte nur und leerte sein Glas.
"Mhm."
"Ich will mehr Details, bitte!"
"Welche Details?"
"Wer war es dann?"
"Nicht Hanse... Falls du das wissen willst. Wir waren etwas ungeschickt und naja, etwas zu stürmisch und ich hätte mir fast die Nase gebrochen..."
"So schlimm gleich?" Subin nahm mir auch mein Glas ab und stellte es auf das Nachtkästchen um nachzufüllen.
"Naja. Etwas... Aber danach... Du weißt schon. Es ist Hanse von dem ich hier rede", ich strich mir die Haare aus dem Gesicht.
"Dann jetzt eine andere Frage: mit wem hättest du den besten ersten Kuss?"
Ich presste mir verlegen die Lippen zusammen und nahm eilig das Glas entgegen.
"Subin... Ich habe nur drei Menschen in meinem Leben geküsst..."
"Wooyoung?"
Ich nickte nur langsam. Genau in diesem Moment spürte ich wieder wie sehr er mir fehlte. Wie sehr ich seine Berührungen vermisste. Ich hatte meinen Frieden damit geschlossen Hanse erst wieder in meinem nächsten Leben an meiner Seite zu haben, aber ich kam nicht damit klar Wooyoung jetzt gerade nicht um mich zu haben.
"Es hat sich einfach so ergeben zwischen uns. Ich habe lange nicht gedacht, dass ich ihn überhaupt auf diese Art mag, oder besser gesagt mögen kann..." Ich strich mir Haare aus dem Gesicht.
"Ich hab es schon gesehen als ich hier angekommen bin. Nimm es mir nicht übel... Was mich aber eher überrascht: da ist rein gar nichts zwischen dir und Seungwoo gewesen? Wirklich gar nichts?"
"So sieht es aus", ich nickte nur. "Ich hab dir doch gesagt, dass ich das nicht machen könnte."
"Es sah aber oft trotzdem so aus. Erst als du öfters bei Wooyoung warst hat sich zwischen euch alles wieder eingependelt... Davor? Ich war mir nie sicher..." Subin nippte an seinem Glas.
"Subinnie? Was geht dir im Kopf herum?"
"Nichts besonderes..." Er setzt sich gerade hin und leerte sein Glas zur Hälfte.
"Hey, hey, hey! Subin!" Ich stellte mein Glas auf das Nachtkästchen und nahm ihn seines auch weg, nur um dann sein Gesicht zu umfassen und ihn genauer anzusehen. "Rede mit mir!"
"Es ist alles so seltsam und anders", murmelte er. "Ich weiß auch ehrlich nicht wie es morgen ausgehen wird. Wir waren noch nie so unsicher seit dem Krieg... Und ich habe Angst."
"Die habe ich doch auch", ich holte tief Luft und zog ihn in eine Umarmung.
Subin zog mich so nah, dass wir um ein Haar auf die Decke flogen weil ich Probleme mit dem Gleichgewicht bekam. Einen Moment später schob er mich leicht zurück.
"Eins noch und dafür werdet ihr, du und Wooyoung, mich hassen."
"Von was redest du?" Ich zog fragend meine Augenbrauen hoch.
"Ich werde dir den besten Letzten Kuss geben", meinte er und zog mich an sich.
Ich war völlig überrascht von dem was er sagte, dass ich es erst richtig realisierte als Subin mich an sich zog und seine Lippen auf meinen landeten. Im ersten Moment reagierte ich nicht bevor völlige Verwirrung eintrat in meinen Gedanken. Subin's Berührungen auf diese Weise waren etwas womit ich nicht gerechnet hatte und auch erstmal nicht reagieren konnte. Auch wenn wir uns schonmal geküsst hatten war er mir fremd. Erst nach Sekunden schob ich Subin leicht weg.
"Dir ist klar, dass ich mit ihm darüber reden, oder?", meinte ich nur amüsiert und lehnte meine Stirn an seine.
"Klarer geht es nicht", Subin lachte nur und gab mir einen weiteren Kuss auf die Wange. "Nur gönne mir diesen Augenblick. Ich hab niemanden außer dir und morgen sieht die Welt schon wieder anders aus."
"Mhm, aber du wirst trotzdem immer an meiner Seite sein und ich an deiner", ich gab ihm einen Kuss auf die Nasenspitze. "Nur: mach sowas nie wieder!"
"Ja, so kann man das sagen. Und tut mir leid. Werde ich nicht. Hab ich dir doch gesagt: der beste letzte Kuss..."
"Was hältst du von ein bisschen Schlaf?"
"Klingt gut", Subin nickte leicht und ließ sich zurückfallen.
Ich lachte nur und Momente später legte ich mich neben ihn. Subin zog mich in eine Umarmung. Irgendwie schaffte ich es die Decke über uns zu ziehen und kuschelte mich an meinen besten Freund.
1.348 Wörter
14. August 2022
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