Kapitel 1: falsche Entscheidung


Thranduil saß auf seinem Thron und genoss die kalte, leere Stille, die im Palast herrschte. Es war tief in der Nacht. Kein einzelner Lichtstrahl drang in Thranduils Thronsaal. Das einzige Licht was schien, war das flackernde, schwächliche Licht einer Kerze. Tiefe Schatten zogen sich durch die Säulen und Flure und gaben dem elegant gebauten Gebäude eine finstere, kalte Atmosphäre. And den Decken und an den Säulen des Palastes glitzerten etliche kleinere Edelsteine aus dem tiefsten Inneren des Berges. Sie wurden dort vor vielen Jahren, als Thranduils Vater Oropher noch regierte mühsam von Elben und Zwergen aus der Erde geborgen. Thranduil selber saß auf einem ziemlich bequemen, prunkvollen und reich verzierten Thron. Jeden Monat war er mit anderen Pflanzen, Wurzeln und Samen verziert, die in dieser Zeit wuchsen. Im März war er beispielsweise mit knospenden, dicken Ästen und einigen Schlingpflanzen verziert. Jetzt war jedoch Januar und der Thron war mit Tannenzweigen und Apfeldorn geschmückt. Langsam schaute sich Thranduil um. Er wollte vergewissern, dass niemand sonst im Thronsaal hauste. Mit seinem eisernen, durchbohrenden Blick musterte er den Thronsaal, doch er konnte niemanden entdecken. Ein leichter Windhauch blies durch den luftig gebauten Palast und brachte kalte, frische Winterluft mit sich. Ein paar Tannennadeln vielen von Thranduils Thron, machten ein leises, raschelndes Geräusch und blieben schließlich auf dem steinernen kalten Boden liegen, wo sie von einem eiskalten Windhauch weggetragen wurden. Thranduil blieb eine kleine Weile sitzen und begutachtete den Palast. Mit seinem Blick schweifte er über die vielen verzweigten Brücken, Treppen und Gänge, die in einem für Eindringlinge verwirrenden System, durch den Palast verliefen. Nach einigen Minuten wandte er seinen Blick wieder nach vorne und blickte gelangweilt auf den dunklen Boden. Nach einigen Sekunden hob er rasch seinen Kopf, blickte sich kurz um und musterte seinen Thron genaustens. Es schien so, als würde er etwas suchen. Nun setzte er ein feines, königliches lächeln auf. Er hatte das gefunden, was er suchte. Mit einer Hand griff er nach seinem silbernen Spiegel, der zu seiner linken lag und sprach: 

"Jahre vergehen wie geschwind. Menschen altern fast schneller als der Wind, doch du bleibst jung, oh Thranduil"

 Er begutachtete sein Gesicht noch einmal im Spiegel und bewegte seinen Mund wieder zu einem kleinen, feinen Lächeln. Schließlich legte er den Spiegel wieder weg und beschäftigte sich wieder damit, Löcher in die Luft zu gucken und tagträumte ein wenig, denn Elben waren dafür bekannt auch mit offenen Augen schlafen zu können. Dies konnten sie auch tun, während sie andere Aktivitäten ausübten. So brauchten sie wenig Ruhe und konnten nachts auch länger Wache halten, ohne am folgenden Tag müde zu sein. Doch dann hörte er Stampfgeräusche und das Aneinanderschlagen und Klimpern von Metall, das in dem Thronsaal ein leises Echo verursachte. Er zuckte kurz zusammen, denn war ein wenig erschrocken. Wieso sollte ihn jemand mitten in der Nacht aus der Ruhe reißen? Er war ein wenig empört darüber. Niemand, außer seiner Wachen, sollte um diese Zeit noch im Palast umhergehen! Jemand anderes in seinem Thronsaal würde er nicht erdulden. Auf der kleinen Brücke, die zu seinem prunkvollen Thronsaal führte, erkannte er die Umrisse einer Gestalt. Von weitem konnte er das Licht einer Fackel erkennen. Sie beleuchtete eine große, dünne Gestalt. Sie trug eine goldene Rüstung und hielt einen vergoldeten Bogen in ihrer Hand. Einige Sekunden später stand die Wache vor Thranduils Thron und verbeugte sich tief. Thranduil schaute der Wache in die Augen. Die Hellgrünen Augen der Wache funkelten im Licht der Fackel gelblich bis orange. Die Augen des Elbs sahen so aus, als wäre er ein wenig in Sorge, aber auch in Zweifel. Es war für eine Weile still und man spürte nur die leichte Wärme der Fackel und hörte das Knistern und Lodern der Flamme. "Wieso stört ihr so spät meine Ruhe?", fragte Thranduil ruhig und stand langsam auf. Er blickte kurz zur Seite und dann schaute er der Wache wieder, noch eindringlicher in die Augen. Die Waldelbenwache machte einen beschämten Gesichtsausdruck und biss sich unsicher auf die Unterlippe. Doch dann sagte sie: 

"Die Eule schreit, um großes Leid. Doch schließen wir nun einen größeren Entscheid. Darüber, wer Mittelerde regiert und mit seinem Königreich die Karte ziert. Die nächsten Tage, werden zur Sage. Ich aber nicht Verantwortung trage, für euren Entschluss, der führte schon oft zu elendem Blutverguss. Überlegt es euch genau, kommt zum Entschluss.

Die Tore von Mordor, schwarz in der Nacht. Doch hinter ihnen eine ganz andre Macht, die viele Opfer erbracht. So soll das dein Entschluss sein, oh Thranduil?" Thranduil schaute kurz nachdenklich zu Boden. Er faltete seine Hände hinter seinem Rücken zusammen und kam der Wache um einige Zentimeter näher. "Es steht dir nicht zu, meine Entscheidungen anzuzweifeln! Ich tue nur dass, was ich für richtig halte. Ich gebe zu, dass meine Mission ein gewisses Risiko mit sich trägt, aber du konntest mich immer noch nicht davon überzeugen sie abzubrechen.", sagte Thranduil in einem Ton, dass man es sich nicht wagte, ihm zu widersprechen. Seine Worte spiegelten nur wenig Interesse an einer Diskussion wider und wahren so eindringlich und düster, wie ein immer größer werdender Schatten. Es wäre gefährlich und übermütig gewesen sich zu widersetzen und eine Diskussion anzufangen, denn Thranduil wurde derzeit immer garstiger und wütender. So wütend, dass er öfters die Wachen Düsterwaldes zu Überstunden verdonnerte oder auch teilweise verbannte. Man sollte seinen Zorn am besten nicht von neuem entfachen und seine Befehle ohne Fragen und viele Worte ausführen. Nach einigen Sekunden war Thranduils Echo verklungen und es legte sich wieder eine düstere Stille auf dem Thronsaal. Die Wache wandte sich leise ab und nickte schweigend..

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