# 6
Kapitel 6:
Zuhause angekommen atmete sie kurz durch, bevor sie sich in ihr Ankleidezimmer begab, um etwas Passendes für den Abend herauszusuchen. Nachdem sie sich durch die Berge an Klamotten wühlte, sprang sie noch schnell unter die Dusche.
Als es langsam Zeit wurde, zog sie sich das heraus gesuchte an, es war zwar sexy, aber auch elegant.
Kurze Zeit später brach sie auf.
Dort angekommen klingelte sie und wurde schon ungeduldig erwartet.
Eren öffnete ihr strahlend die Tür. Vergessen war, was am Vortag passierte.
„Hey Yuu, schön, dass du hier bist, die anderen sind auch schon da und warten auf dich", begrüßte er sie mit einer kurzen Umarmung und einem Küsschen auf der rechten Wange.
"Wenn du schon für mich so einen Aufwand betreibst, muss ich doch extra kommen und es genießen", antwortete sie breit grinsend, als sie an Eren vorbei in den kleinen Flur trat. Ganz der Gentleman half er ihr aus der Jacke und hängte sie an die Garderobe. "Wenn das der Preis ist, den ich zahlen muss, dass ich meine zukünftige Schwägerin sehe, ist es mir das allemal wert", gab er stolz und breit grinsend von sich. Anschließend betraten beide das Wohnzimmer, wo schon die anderen Gäste warteten. Yuuri ließ ihren Blick routiniert durch den Raum gleiten. Alle waren da; Hanji und Mike, Chris und Pitchit, Armin und Christa und Moment ... Wer war der Typ mit den Platin-Haaren, der sich mit Hanji unterhielt? Hatte sie nicht gesagt, sie sollen keinen Typen mehr einladen. Verärgert zog sie ihre Augenbrauen zusammen und wollte ihrem Ärger Luft machen, doch Chris nahm ihr den Wind aus den Segeln.
„Yuuri, das hier ist Victor, er ist auch Autor, wir arbeiten bei dem gleichen Verlag. Ich habe ihn mitgenommen, weil er sich einmal von der Arbeit etwas erholen soll." Erklärte er und legte einen Arm um ihre Schulter.
In dem Moment drehte er sich um und ihr fielen sofort diese wunderschönen eisblauen Augen auf. Er war groß und schien Sport zu treiben. Dass er modischen Geschmack hatte, konnte sie an seinem Aussehen ausmachen. Er trug eine dunkelblaue Weste, darunter ein weißes Hemd, gespickt mit einer blau-schwarzen Krawatte, die mit kleinen Schneeflocken verziert war. Um seine langen Beine legte sich eine schwarze Stoffhose, abgerundet wurde das Ganze dann mit schwarzen Lack-Herrenschuhen. Es wirkte zwar protzig, aber dennoch elegant. Als er dann aber anfing zu lächeln, war es zu viel für Yuuri. Sie war schon immer jemand, die eine Schwäche für blaue Augen hatte, so schnell es ihr möglich war, sie rannte aus dem Wohnzimmer und schnell in die Küche. Dort kam ihr Levi schon mit einer Tasse Tee entgegen. "Yuu, was ist mit dir? Du bist so rot im Gesicht und ... bekommst du gerade Nasenbluten?", fragte Levi mit einem besorgten Unterton, als er seine Schwester sah. Abwesend schüttelte sie den Kopf und legte diesen gleichzeitig in den Nacken. "Es-tu fou (Bist du irre)", fuhr ihr Bruder sie auf Französisch an. "Komm her an die Spüle und lehne deinen Kopf darüber. Ich hole schnell ein nasses Tuch", dann verschwand er im Bad.
"Was war denn das gerade?", fragte Viktor verdutzt. Die anderen taten es ihm gleich.
"Aber ich wette 20 Dollar, dass es dieses Mal klappt, es muss doch jemanden geben, der ihr Herz erobert, oder nicht", versuchte Pitchit die Gruppe zu ermutigen.
"Ich bin dabei", grinsten Eren und Hanji und schlugen beide mit Pitchit ein.
"Ernsthaft, Pitchit?", fragte Chris seinen Lebensgefährten fassungslos. "Was? Sie hätte es verdient, meinst du nicht auch?", antwortete er lächelnd und erhob sein Glas Wasser. Freudig taten es die anderen ihm gleich und hoben auch, ihre Gläser gemeinsam anzustoßen.
Viktor, der das ganze Geschehen nur so am Rande mitbekam, hing seinen eigenen Gedanken nach.
>Wunderschön, diese braunen Augen. Ob ihre schwarzen Haare auch so seidig sind, wie sie aussehen und ob die schönen, schmalen Lippen auch so schön küssen können? Eigentlich hatte ich keine Lust das Haus zu verlassen, aber dafür hat es sich gelohnt, hierher zu kommen. Eine Schande das so eine Schönheit keinen Mann an ihrer Seite hat, aber gut für mich<
Ohne groß nachzudenken, folgte er Yuuri in die Richtung, in die er die Küche vermutete.
"Yuu, le fait encore (Yuu, geht es wieder)", fragte Levi fürsorglich nach. „Ja, danke", bedankte sie sich und beruhigend, strich er über ihren Rücken. "Was ist denn gerade los, dass du Nasenbluten bekommen hast?", fragte er noch einmal. Langsam richtete sie sich wieder auf. In dem Moment betrat Viktor die Küche. Yuuris Augen wurden wieder groß und sie bekam diese verräterischen roten Wangen. Levi, der seine Schwester ansah, verstand die Lage sofort und verließ die Küche. Schmunzelnd lief er zu den anderen. "Blaue Augen", lachte er leise und die anderen nickten grinsend. "Diesmal klappt es Levi, da bin ich mir ganz sicher", sagte Hanji voller Stolz. "Das hast du bei den anderen Typen auch immer gesagt und die ist schreiend davongelaufen", mischte sich Eren ein und setzte sich zu Levi auf den Schoß.
"Geht es Ihnen gut? Hier, Ihre Nase blutet wieder", sprach Viktor Yuuri an und überreichte ihr ein Taschentuch.
Dankend nahm sie das Tuch an und drückte es sich auf ihre Nase.
„Ja, danke. Mir ... Mir geht es g-gut", antwortete sie stotternd und verlor sich in den blauen Augen, die ihr Ruhe und Fürsorge versicherten.
"Ehm ... mein Name ist Victor und deiner?", stellte er sich dann vor und reichte ihr die Hand. "Yuuri", hauchte sie und nahm seine Hand an. Er hatte große kräftige Hände.
Eine Weile starrten sie sich gegenseitig an, bis der Wecker vom Ofen klingelte. Yuuri entschuldigte sich kurz und huschte an Viktor vorbei ins Badezimmer. Dort angekommen hörte sie das Lachen der anderen. Schnell drehte sie den Wasserhahn auf und spülte sich das Restblut von der Nase, darauf bedacht, dass ihr Make-up nicht verwischt. Eine kurze Zeit stand sie vor dem Spiegel und schaute ihr Spiegelbild an. "Wow, der sieht ja mal heiß aus. Ein Versuch ist es wert", sprach sie mit ihrem Spiegelbild.
Victor sah ihr verdutzt hinterher, verließ aber dann auch im Anschluss die Küche und begegnete Eren. "Ist sie immer so durch den Wind?", fragte er den Braunhaarigen. "Nein eigentlich nicht, sie ist nur etwas vorsichtig. Gib ihr Zeit dich kennenzulernen", erklärte er und holte die Lasagne aus dem Ofen. "Was muss ihr widerfahren sein, umso ein Misstrauen zu entwickeln", murmelte Viktor und sah nachdenklich auf den Boden. "Eine Menge", antwortete Eren genauso brummend und sah einen Moment auf die Lasagne. Kurz tauchten Bilder der Vergangenheit vor seinem inneren Auge auf, doch er schüttelte sie ab. Jetzt war nicht die Zeit zum Trübblasen, dafür hat er sich zu sehr ins Zeug gelegt.
Etwas sicherer trat sie aus dem Badezimmer und ging wieder ins Wohnzimmer zu den anderen. "Est-ce que ça recommence? (Geht es wieder?)", fragte Levi, als er seine Schwester sah. Die nickte ihm als Antwort nur zu. „Also, Viktor, wie du schon mitbekommen hast, ist Yuuri, meine kleine Schwester", sprach Levi stolz und legte seinen Arm schützend um Yuuri, was sie sehr beruhigte. Alle Anwesenden kannten ihre Vorliebe für Blaue Augen, leider hatte sie auch schlechte Erfahrungen damit. Doch bei Viktor waren sie sich sicher, dass es diesmal klappt und sie endlich ihr Glück finden wird. Denn schon immer fand sie große Männer anziehend, solche wie Viktor. Groß, sportlich, elegant und ganz wichtig blaue Augen.
Der Abend verlief entspannend. Alle unterhielten sich über alles Mögliche. Yuuri und Viktor blickten sich zwar immer wieder an, doch ihre Blicke trafen nie aufeinander.
Seit dem Abend sind mittlerweile eineinhalb Wochen vergangen.
Und genauso lange dachte sie fast nur noch an diesen Viktor. Ab und an spielte sie mit dem Gedanken, ins Kriminallabor zu gehen und Pitchit auszuquetschen, aber dem Drang gab sie nicht nach. Noch nicht.
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