# 37


Er wurde durch das leise Wimmern hinter sich wach. Sie saßen mit ihren Stühlen Rücken an Rücken. "Yuuri, alles ok?", fragte Farlan nur so laut, dass sie es verstand. "Farlan, mir ist kalt und mir tut der Bauch weh. Ich habe Angst um Angel", sagte sie genauso leise. Sie wussten nicht, wie lange sie schon hier festsaßen. "Ihr passiert nichts und uns auch nicht! Sie werden uns finden und uns retten", sprach er zuversichtlich und hoffte das seine Kollegen so schlau waren und sein Handy orten. "Sei dir da mal nicht so sicher, Blondie", ertönte eine Stimme plötzlich in der Halle. "Sobald wir das haben, was wir wollen, seid ihr eh nutzlos." "Und was wollt ihr?", fragte die Schwarzhaarige schwach. "Schätzchen, das hat dich nicht zu interessieren und jetzt halt's Maul", schrie er und schlug ihr ins Gesicht. Farlan fühlte sich wieder so schwach. Er konnte ihr wieder nicht helfen. Plötzlich spürte er einen Ruck und wurde herumgerissen. Die hässliche Fratze von Springer sah ihn an. „Sag, was ist das für ein Gefühl, Detektiv Ackermann zu ficken?", sein Grinsen war breit und hämisch zugleich. „Falls es dir entfallen sein sollte du Verräter, bin nicht ich der Vater sondern ihr bester Freund und Kollege.", zickte Farlan seinen ehemaligen Kollegen an. "Ja genau wer's glaubt. Ich habe deinen geschockten Blicke damals in ihrer Wohnung gesehen als der Chief Nikiforovs Namen nannte. Du dachtest es sei von dir, nicht wahr? Glaubst du wirklich eure kleine Nummer vom Tatort hat keiner mitbekommen? Aber keine Angst davon wird niemand erfahren, denn das hier überlebt keiner von euch beiden und ich verrate keinem euer kleines Geheimnis.", sagte Springer überlegen. "Mir doch egal von wem sie schwanger ist, das ändert nichts an meiner Freundschaft zu ihr.", schrie er laut heraus. Plötzlich schrie Yuuri erschrocken auf und wurde von ihrem Stuhl gerissen und in die Mitte der Halle gezerrt. Er riss die Augen auf, als er sah, was sie mit ihr vorhatten. „Nein, nicht!", schrie er. Ohne Rücksicht richteten sie Yuuri auf und fesselten ihre Arme an den Ketten, schlaff hing sie in diesen.

"Weißt du, Church, so hing mein Bruder auch, als er starb", sprach der große Blonde und strich ihr schon fast zärtlich über ihre Wangen.

"Aber sie hat doch damit nichts zu tun!!", schrie Farlan. "Pff" schnaufte der Größere. "Ist nicht mein Problem", antwortete er desinteressiert.

Levi, Eren, Armin und die anderen hörten dem Profiler aufmerksam zu, bis Levi etwas einfiel. „Chief, ich ... Mir ist gerade etwas eingefallen, dürfte ich kurz telefonieren?", der Chief nickte und drehte das Telefon in seine Richtung. Schnell war die Telefonnummer seines Freundes eingetippt und es dauerte auch nicht lange bis dieser abnahm. "Eld, ich bin es Levi. Ich brauche die Koordinaten von 2911", sprach er geheimnisvoll in den Hörer, bedankte sich kurz darauf und legte auf. "Was hat das zu bedeuten, Dr. Ackermann?", fragte der Chief neugierig. Die Frage war berechtigt. Levi räusperte sich, bevor er anfing. „Chief, ich habe vor Jahren meiner Schwester eine Art ... ehm ... Ja, Peilsender gegeben ...", dann fiel ihm Eren ins Wort, "Die Kette", der Schwarzhaarige schaute ihn an und nickte. „Ja, genau. Ich hatte Yuuri damals versprochen, dass ich für sie da bin und um ihr und mir das Leben zu vereinfachen, habe ich ihr vor Jahren zum Geburtstag eine Kette geschenkt. Diese Kette enthält ein Peilsender", beendete er seine Erklärung, kurze Zeit später klopfte es an der Tür. "Herein.", rief der Chief. "Entschuldigen Sie die Störung, aber Mr. Jinn möchte Dr. Ackermann sprechen." "Schicken sie ihn herein", der junge Officer, nickte und trat zur Seite, sodass der aschblonde Mann eintreten konnte.

"Guten Tag, Chief, Levi, Jungs", begrüßte er und legte eine Karte auf den Tisch. "Ich will so wenig Zeit wie möglich verschwenden, seit einer geraumen Zeit bewegt sich das Ziel nicht mehr", begann er und deutete auf die Karte.

"Beruhig dich, Victor. Wir werden Sie finden", versuchte der Schweizer sein Freund zu beruhigen. "Ich will mich aber nicht beruhigen, Chris. Yuuri ist seit über drei Woche verschwunden. Ich habe sogar Levi und Eren gefragt, nicht mal Armin wusste etwas." Viktor ging in seinem Wohnzimmer auf und ab wie ein Tiger. Er machte sich Sorgen um sie und um das Kind, sein Kind.

"Viktor, Farlan ist auch verschwunden", platzte Pitchit ins Zimmer. "Was interessiert mich dieser Arsch, meine schwangere Freundin ist verschwunden, das ist wichtiger", ranzte er den Kleineren an. Victors Nerven waren zum Zerreißen gespannt. Plötzlich wurde die Tür aufgedrückt und einige seiner Männer kamen herein. "Boss, wir haben sie", schrien sie. "Wo", verlangte von ihnen nähere Informationen.

Yuuri schrie fürchterlich auf, als ihr mit einem Flogger auf den Rücken geschlagen wurde. "Hört auf", schrie Farlan und zerrte an den Fesseln.

"Schrei so viel du willst, es hört dich eh keiner", lachte der große Blonde belustigt auf.

Plötzlich ertönte ein lauter Knall. "Springer, schau mal, was das war. Jean, Marco, bringt die zwei zum Schweigen, besonders Blondie", befahl er und klebte Yuuri ein Klebeband über den Mund. "Machen wir, Duran", sprach Jean und sprang sofort auf.

Farlan wurde eine Augenbinde und ein Knebel umgebunden. Yuuri wurde nur noch mehr an den Fesseln gezogen, sodass sie stand. Ihre Arme schmerzten schon von den Fesseln.

Conny kam zurück und zuckte mit den Schultern. "War nix", sagte er laut und blieb an der Tür stehen.

Duran lehnte sich in seinem Stuhl zurück und zündete sich eine Zigarette an.

"Sobald wir den Stoff haben, verziehen wir uns und setzen uns in Mexiko ab. Von da aus können wir überall hin", sagte er breit grinsend.

"Ich habe gehört, dass die Malediven sehr schön sind. Schatz, was hältst du davon?", schnurrte Jean Marco ins Ohr. Dieser lächelte und küsste ihn. "Solange es mit dir ist", hauchte er und erwiderte den Kuss.

Erneut klopfte es am großen Tor. Duran wies Jean und Marco an zum Tor zu gehen und Conny brachte Farlan in einen anderen Raum, Yuuri wurden die Augen verbunden.

Das Tor wurde geöffnet, 3 Männer und 1 Frau traten ein. "Ich dachte, ihr kommt gar nicht mehr", begrüßte Duran seine Gäste.

"Ganz ruhig, Arsch", wurde er angefahren. "Hast du das, was wir wollen?", fragte sie stattdessen. "Marco", sagte Duran. Besagter kam aus einer Ecke mit Tischen, stellte vor ihnen einen schwarzen Aktenkoffer hin und öffnete diesen. "Nicht schlecht", sagte sie und deutete ihren Männern an ihren Job zu machen. Auch einer ihrer Männer kam auf sie zu mit einem schwarzen Koffer und öffneten diesen. Zum Vorschein kamen weiße Päckchen die sorgfältig gestapelt wurden.

Plötzlich gab es einen lauten Knall und das Tor wurde aufgesprengt. Rauch füllte die Halle. Alle versuchten zu flüchten, was in dem dichten Qualm unmöglich war.

Alle Personen in der Halle spürten etwas an ihrem Kopf. Etwas Hartes, kaltes.

Langsam löste sich der Rauch auf und Duran sah seine ungebetenen Gäste.

„Na, wenn das nicht die russische Mafia, Russkaja, ist. Viktor. Lange nicht gesehen", Durans Stimme war reiner Sarkasmus.

"Duran Ivanov! Genauso beschränkt wie der Rest der Familie, was?" Viktor war die Ruhe in Person. Mit langsamen Schritten kam er auf Duran zu. „Duran, dein Bruder hat schon ein Riesen Fehler gemacht, indem er mich reizte, aber du überspannst den Bogen! Ich dachte eigentlich, dass ich meine Verhältnisse klar gemacht habe", sprach er ruhig und setzte seinen Weg zu Yuuri fort, die immer noch in Fesseln war. Vorsichtig berührte er sie an der Wange. Er sah, wie Tränen unter der Augenbinde liefen. Vorsichtig strich er sie weg. "Ivan", sagte er lediglich und zog seinen Mantel aus, um ihn um Yuuris Schultern zu legen. Anschließend drehte er sich wieder zu Duran um. Währenddessen kam Ivan und löste die Ketten und Yuuri fiel ihm regelrecht in die Arme. Schnell nahm er Victors Mantel und legte ihn um den Körper der Schwarzhaarigen. Yuuri zitterte am ganzen Leib. "Yuri, sammel alles ein, was da ist und dann hau damit ab", befahl er auf Russisch. Der Blonde tat, wie ihm befohlen. "Shhh ... alles wird gut ...", beruhigte Ivan die Frau in seinen Armen.

"Die Docks?", fragte Armin und sah verwirrt in die Runde. „Ja, seit einigen Tagen bewegt sich das Signal nicht mehr", sagte Eld. "Schickt sofort das SWAT und die Drogenfahnder zu den Docks. Es herrscht höchste Sicherheitsstufe", schrie der Chief, als er sein Büro verließ. Levi, Eren, Armin und die anderen Folgten ihm aus dem Büro. Plötzlich blieb Armin stehen. „Sorry, Levi, aber ihr müsst hierbleiben! Das ist zu gefährlich für euch als Zivilisten." „WAS? Bist du irgendwie auf den Kopf gefallen?! Ich bin Arzt und meine Schwester...", Levi wurde vom Chief unterbrochen. "Dr. Ackermann, das wissen wir! Gerade deswegen müssen wir besonnen vorgehen! Bitte warten Sie hier oder von mir aus auch in der Klinik." "Aber...", er wurde wieder unterbrochen, doch diesmal von seinem Verlobten. „Liebling, sie haben recht! Wir sollten in die Klinik fahren und dort alles vorbereiten", Eren versuchte Levi zu beruhigen. Das fehlte ihm noch das er ihm in den Rücken fiel, doch er hatte schon längst seinen eigenen Plan, also nickte er und bat Eren um einen Gefallen. „Eren, fahr bitte in die Klinik. Ich fahre vorher bei Yuuri vorbei und hol noch ein paar Sachen für sie", dieser nickte, gab ihm noch einen Kuss und rannte aus dem Gebäude. Levi, der den Zweitschlüssel für Yuuris Auto hatte, fuhr mit diesem dem Sondereinsatzkommando hinterher. Er hatte sich noch nie was sagen lassen und erst recht nicht dann, wenn es um seine Schwester ging. Durch das Großaufgebot an Polizei kamen sie schnell an den Docks an. Was ihm trotz der vielen Polizeiautos auffiel, war ein silberner Honda.

„Viktor, wir sollten verschwinden. Die Cops sind auf dem Weg hierher!" Schrie Ivan. Doch Victor blieb ruhig. "Beruhige dich, die Drogen sind in Sicherheit. Die können uns gar nichts." "Aber...", er deutete auf Yuuri.

"Meine Prinzessin sagt nichts", hauchte er und nahm ihr die Augenbinde ab. "Nicht wahr?", er lächelte sie an. Yuuri wollte was sagen, konnte aber nicht, weil sie noch das Klebeband am Mund hatte. „Oh, ich vergaß", vorsichtig zog er das Klebeband ab.

"Vic ... Warum?" Yuuri klang fassungslos und enttäuscht als ihr das Klebeband abgenommen wurde. "Ich...", er schaute traurig an ihr herunter. "YA tebya lyublyu (Ich liebe Dich)", hauchte er und berührte kurz ihre Lippen mit seinen, dabei legte er vorsichtig eine Hand auf ihren prallen Bauch.

Plötzlich brach das Chaos aus. Sowohl Victors als auch Durans Leute wurde von dem SWAT-Team regelrecht überrannt. Levi stürmte durch die ganzen Polizisten durch und ließ sich auf die Knie fallen, als er Yuuri sah, die eine Hand nach Viktor ausstreckte. "Yuu", schrie der Schwarzhaarige Franzose und nahm seine Schwester in den Arm. Vorsichtig legte er eine Hand auf ihren Bauch. "Levi, nicht. Mein Bauch er tut weh", weinte Yuuri und begann zu zittern. Schnell erhob er sich und rannte mit ihr zu einem Rettungswagen. "Schnell in die Uniklinik! Sie ist in der 37. Schwangerschaftswoche, informieren sie beide Dr. Crispino und Dr. Jäger. Ich brauche alle drei im OP", wies er einen der Sanitäter an. Mit schnellen Handgriffen wurde Yuuri erstversorgt. "Levi, ich ... Was passiert mit Angel?" weinte seine Schwester und krallte sich in seine Jacke. "Schhh. Alles gut. Wir fahren jetzt in die Klinik und da retten wir dich und Angel. Keine Angst, ich bin bei dir", beruhigte er sie.

Währenddessen durchkämmte die Polizei die Lagerhalle. Im hinteren Teil fanden sie Farlan. Er war so weit unverletzt. Victor, Chris, Ivan, Waldi, Duran, Jean, Marco, Conny und noch 15 weitere Männer wurden verhaftet.

"Wartet", Farlan kam aus dem hinteren Teil, gestützt von Armin. "Victor ... danke", der Platinblonde blieb stehen und sah über seine Schulter zu Farlan. "Ich habe es aus Liebe zu meiner Yuuri gemacht, nicht für dich", sagte er und ließ sich widerstandslos abführen. 

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