# 31


Levi saß gerade in seinem Büro, als eine Krankenschwester ihm mitteilte, dass eine junge Patientin gerade in die Notaufnahme kam. Sie klagte über Schwindel, Übelkeit, besonders morgens, ständig fühlte sie sich schlapp und müde vom häufigen übergeben. Für ihn hörte es sich nach einer, so vermutete er, Schwangerschaft an, die von der Patientin noch nicht bekannt war. Als er auf die Akte schaute, die ihm gereicht wurde, bevor er den Behandlungsraum betrat, wünschte er sich, er würde sich irren. Aber der Name und der Name ihrer Begleitperson ließ keinen Platz für Zweifel.

Er öffnete die große Schiebetür und sah erst einmal nur den breiten Rücken von Victor, der vor der großen Fensterfront stand und hinaus sah. Erst als er sich umdrehte sah er das Yuuri in seinen Armen lag. "Guten Abend, Viktor. Was führt euch zu mir?", sprach er nun den Russen an. „Oh, hallo Levi. Entschuldige, aber sie hat vorhin gemeint ihr wäre kalt und ...", er stoppte als Victor Yuuri wieder auf die Trage legte. "Wir waren essen und plötzlich sprang sie auf und rannte auf die Toilette. Sie hatte schon vor unserem Treffen nicht gesund ausgeschaut. Ich mach mir Sorgen um sie", beendete er und hielt weiterhin ihre Hand fest in seiner. Währenddessen trat Levi näher an die mobile Trage, zog Yuuri den Pulli etwas hoch und tastete ihren Bauch ab. "Weißt du, ob sie sowas schon einmal hatte?", fragte er. "Nein, nicht das ich wüsste", beantwortete er Schulterzuckend. Levi nickte verstehend, dann zog er sein schnurloses Telefon aus seinem Arztkittel. "Sara, guten Abend, würdest du mal bitte ein Bett bei dir frei machen? Ich habe hier eine Patientin. Ich habe zwar eine Vermutung, will mir aber durch dich nochmal eine andere Meinung einholen", sagte er so neutral wie er konnte. "Danke, Sara. Wir sind in 10 Minuten bei dir", er verabschiedete sich vorläufig von ihr. "Victor, setzt dich bitte so lange in den Besucherraum, ich komme dann zu dir, wenn ich mit der Untersuchung fertig bin", bat er den großen Platinblonden. Widerwillig kam er dieser Bitte nach. Mit einem sanften Kuss auf ihre Lippen verabschiedete er sich vorläufig von ihr. "Bis später, mein Engel", hauchte er ehe er das Behandlungszimmer endgültig verließ.

„Schwester, wir bringen sie jetzt zu Sara in den dritten Stock." Diese nickte und löste die Bremsen der mobilen Trage. Levi folgte ihr und sah nachdenklich zu seiner kleinen Schwester. Was wenn sich seine Vermutung bestätigt? Wird sie es behalten oder weggeben oder noch schlimmer abtreiben? Egal wie sie sich entscheiden wird, er stand voll und ganz hinter ihr. Kurz strich er über ihre Wange, ehe er von der Schwester aus den Gedanken gerissen wurde. "Kennen Sie, Sie?", ein lächeln schlich sich auf seine Lippen. "Ja sie ist meine kleine Schwester", antwortete er leise. Kurz darauf kamen sie im dritten Stock an. Sie haben die Gynäkologische Abteilung erreicht. Auf direktem Wege steuerten sie ein Behandlungszimmer an, in dem er schon die schwarzhaarige sehen konnte.

Sara Crispino und ihr Mann, Michele, waren Spezialisten auf ihrem Gebiet, wie fast alle Fachärzte in dieser Klinik.

„Ah, hallo Levi. Oh, sag mir nicht, dass ...", sie wurde von Levi im Satz unterbrochen „Doch, ist sie." "Na dann wollen wir mal schauen, ob deine Vermutung stimmt." Sara kannte Yuuri und da war es dann nicht allzu schwer, eins und eins zusammen zu zählen. Nach eine kurzen Austausch zogen sie die Trage in einen weiteren Raum. Das alles bekam Yuuri nicht mit, denn sie war in Victors Armen eingeschlafen. Dr. Crispino begann mit der Untersuchung, als sie nach kurzer Zeit innehielt "Uiiihhhhhh, das ist ...", quietschte sie.

"Vitya, chto sluchilos'? (Vitya, was ist passiert?)", wurde er aus seinen Gedanken gerissen, als er den Kopf hob rannte Chris und sein Lebensgefährte schon auf ihn zu. Viktor hatte Chris angerufen und ihm alles erzählt. Von seinem Versuch sich zu erklären, dem Zusammenbruch auf der Toilette und schließlich dem Klinikaufenthalt. Schon während der Blonde mit ihm telefoniert hatte fuhr er ins Krankenhaus zu Victor. "Und wie geht es ihr? Weißt du schon was Neues?", wollte Pitchit gleich wissen, als sie sich kurz begrüßten. "Nein. Levi sagte, dass er kommt, sobald die Untersuchung vorbei ist", antwortete Victor müde. Chris nahm ihn tröstend in den Arm. "Wird schon wieder! Sie ist hart im Nehmen", versuchte er ihn aufzumuntern.

„Sara, sag mir bitte nicht das ...", Levi sackte auf den Stuhl neben dem Monitor, auf dem das grau gestufte Bild zu sehen war. Doch seine Kollegin lächelte ihn an. "Levi! Herzlichen Glückwunsch, du wirst Onkel", sagte sie fröhlich. Sein Kopf war leer. Er wurde Onkel! Yuuri, seine kleine Schwester, war schwanger! "Wie lange schon?", fragte er tonlos und starrte immer noch den Monitor an. „Also ... Ich schätze so ungefähr 6-8 Schwangerschaftswoche", sagte sie und druckte das Ultraschallbild aus, ehe sie es an Levi weiter reichte, der es ganz vorsichtig in die Hand nahm und auf das Bild starrte. Kurz rechnete er zurück und kam auf das Wochenende zurück, wo er Eren einen Heiratsantrag gemacht hatte. Ob es da passiert war? Dachte er und strich vorsichtig über das Bild. Dann fing er langsam an zu grinsen, stand auf und ging auf Yuuri zu, die immer noch schlief. "Yuu, que fais-tu toujours pour les choses? Mais je suis vraiment heureux, vraiment. Je t'aime mon cœur de sœur. (Yuu, was machst du nur immer für Sachen? Aber ich freue mich wirklich sehr. Ich liebe dich, mein Schwesterherz)." Er gab ihr noch einen Kuss auf die Stirn und gab das Bild wieder Sara, ehe er sich von ihr verabschiedete. Er konnte das glückliche Grinsen in seinem Gesicht nicht verstecken. Was Mama dazu wohl gesagt hätte? Dachte er kurz. "Die würde Freudensprünge machen", nuschelte er vor sich hin und bog zum Besucherraum ab.

Als er im Besucherraum ankam, sah er neben Viktor nun auch Chris und Pitchit. "Hallo ihr zwei. Viktor, die Untersuchung ist vorerst beendet. Ich würde dich kurz allein in meinem Büro sprechen wollen, bitte.", sprach er den Russen ruhig an. Dieser nickte und stand sofort auf. Ohne weitere Worte folgte er dem Chefarzt in sein Büro. "Setzt dich", bat er, als sie das Büro betraten. "Victor wie ernst ist es dir mit Yuuri?", fragte er, als er sich auch auf seinen Stuhl setzte. "Sehr.", gab dieser wie aus der Pistole geschossen von sich. "Sie ist mir sehr wichtig, für sie würde ich alles tun, nur um sie glücklich zu sehen", fügte er ruhiger zu als vorher. "Ich weiß nicht wie weit ihr seid, aber ich bitte dich, pass auf Yuuri gut auf", sagte er. "Ich bin froh, dass Yuuri wieder jemanden in ihrem Leben hat, der ihr die gute Seiten einer Beziehung zeigt", ergänzte er. "Ähm ... ich ... Levi ich glaube da verstehst du etwas falsch. Yuuri und ich sind nicht zusammen, also zumindest denke ich das", antwortete Victor unsicher und kratzte sich am Hinterkopf.

"Aber ihr trefft euch doch regelmäßig und hattet auch schon einige Dates." Levi verstand nicht warum und sah ihn deswegen verständnislos an.

"Ja das hatten wir, aber ... ich gebe ihr Zeit, um darauf zu reagieren und sie gibt das Tempo vor. Ich will sie zu nichts zwingen", Victor hatte diesen Punkt nie für relevant gehalten, er dachte immer das Yuuri den ersten Schritt macht.

"Ich finde, ihr zwei solltet darüber reden und das recht schnell! Ich will nicht, dass sie damit allein gelassen wird", sprach er geheimnisvoll. "Was meinst du, bitte sag mir doch was mit ihr los ist", bat er den Franzosen. „Viktor, geh nach Hause, es ist schon spät. Ich sage Yuuri, dass du heim bist.", wich er seiner Frage aus, stand auf und verabschiedete ihn. Victor blieb noch einen Moment vor dessen Büro stehen, dann ging er wieder zurück in den Besucherraum zu Chris und Pitchit. Auf dem Weg dorthin dachte er noch einmal an seine Worte und er musste ihm Recht geben. Sie hätten schon viel früher über dieses Thema reden sollen, immerhin haben beide Gefühle füreinander. Vor der Tür zum Besucherraum nahm er sich vor Yuuri am nächsten Tag im Krankenhaus zu besuchen, um mit ihr über diese Sache zu sprechen. Mit einem leichten Lächeln betrat er den Raum. 

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