# 3


Kapitel 3:

Als Yuuri im NYPD ankam, wurde sie regelrecht von Farlan umgerannt und landete unsanft auf ihrem Hintern. "Sag mal, spinnst du?", fauchte sie ihn an. "Sorry, aber es gab eine Explosion in Brooklyn", erzählte er außer Atem. Sofort war ihr Interesse geweckt. "Wann? Und woher weißt du das?", wollte sie zusätzlich wissen.

"Vom Chief, der wurde gerade angerufen", beantwortete er wahrheitsgemäß ihre Fragen. Anschließend reichte er ihr eine Hand und zog sie wieder auf die Beine, denn bis grade saß sie noch auf dem Boden. Gemeinsam liefen sie über den Flur, raus aus dem Revier, über den Parkplatz bis zu Yuuris Audi, einem Q3.

Der SUV schnurrte, als sie den Zündschlüssel drehte. Mit hoher Geschwindigkeit, Blaulicht und Sirene rasten sie die sich langsam füllenden Straßen entlang bis nach Brooklyn.

Dort angekommen, stellte sie ihren Wagen, wie die anderen alarmierten Officers, mitten auf der Straße ab. Für Außenstehende sah es nach einem Durcheinander aus, aber für ein geübtes Detektive Auge lief alles nach Vorschrift.

Sie sahen, wie mehrere Personen mit Rettungswagen abtransportiert wurden. Leider gab es auch hier zwei Todesopfer. Eine Katze, die durch die Druckwelle gegen eine Hauswand geschleudert wurde und eine ältere Dame die einen Herzinfarkt erlitt.

Die Spurensicherung war auch schon dabei, die Trümmerteile einzusammeln, um eventuelle Spuren zu sichern.

"Ich denke, für uns gibt es hier nichts zu tun. Das ist doch ein Fall für die Heimatschutzbehörde, oder nicht?", sagte Farlan tonlos und zuckte mit den Schultern.

"Quatsch, es gibt immer etwas zu tun, Farlan. Komm, lass uns in die Uniklinik fahren, vielleicht erfahren wir etwas von den Opfern", entgegnete sie ihrem Kollegen.

Vor dem Eingang tummeln sich schon die ersten Reporter. Woher sie schon wieder diese Informationen hatten, wollten sie nicht wissen. Die Medien waren meistens schlimmer als die Aasgeier.

Die Detektives drückten sich durch die Menge hindurch, am Empfang wurden sie gleich weiter zur Notaufnahme geschickt. Auf dem Weg dorthin kam ihnen zu ihrer Überraschung Levi entgegen.

"Guten Morgen, mein Lieblings-Chefarzt", flötete Farlan scherzhaft.

"Huch, wolltest du den nicht Eren abholen?", fragte Yuuri verwundert ihren Bruder.

"Guten Morgen Farlan, ja eigentlich schon, aber als ich nochmal schnell in mein Büro wollte, habe ich das hier auf meinem Schreibtisch liegen sehen." Entgegnete er den Detektives und reichte Ihnen eine dünne braune Mappe.

Yuuri nahm sie entgegen und öffnete sie. Eine junge Frau mit schweren Verletzungen wurde vor einer halben Stunde eingeliefert. "Das ist das Mädchen, das ich vorhin gesehen habe, als sie abtransportiert wurde", sagte Farlan und sah wieder zu Levi. "Wie schwer ist sie verletzt?", wollte Yuuri wissen und reichte Levi wieder die Akte. "Ziemlich, sah übel aus", antwortete er.

"Wo finden wir sie?", wollte der Farlan wissen und steckte eine Hand in seine Gesäßtasche. "Im OP, Eren hilft den Kollegen gerade dabei, sie wieder zusammen zu flicken", gab dieser müde von sich und gähnte kurz, sodass man seine Wangenknochen knacken hörte. Man sah ihm an, dass er die letzten 48 Stunden kaum geschlafen hatte. Was kein Wunder war, er schlief schlecht, wenn Eren nicht bei ihm war.

Plötzlich wurden seine Augen groß, als er den jungen Anästhesisten sah, wie er gähnend um die Ecke bog. Als der Braunhaarige die drei erkannte, erhellte sich sein Gesicht und er kam freudestrahlend auf das Trio zu. "Seid ihr schon fertig?", fragte der Chefarzt verblüfft. "Keine Ahnung, von was du redest, Liebling, aber Yuu schön dich zu sehen. Komm, lass dich drücken. Ich hoffe doch, dass ihr am Samstag zum Essen kommt?!", sprach Eren ahnungslos und umarmte sie, vorher winkte er noch Farlan mit einer Handbewegung zu. „Na, die Patientin von der Explosion vorhin", kam es etwas fassungslos vom Schwarzhaarigen. Er verstand es nicht, wurde er vorhin nicht in den OP gerufen? Oder war seine Ablöse etwa schon da? Yuuri schnaubte und erwiderte die Umarmung von Eren. "Natürlich komm ich zum Essen, wie kann ich denn zu deiner Lasagne Nein sagen?" antwortete sie lächelnd. Dann lösten sie sich voneinander und Eren sah Farlan an. "Kann ich mit dir auch rechnen? Oder, was für eine Ausrede hast du heute?", fragte er den Aschblonden und legte seinen Arm um Levi. "Eren ... es ... ist keine gute Idee, wenn ich komme. Ihr werdet auch ohne mich Spaß haben", wich er aus und drehte sich etwas weg. "Die Anderen würden sich sicher freuen, wenn du auch mal wieder kommst", versuchte Levi sein Glück, doch der Aschblonde winkte ab und verabschiedete sich vom Ärztepaar. Yuuri sah ihm traurig nach. "Ich rede mit ihm, bis Samstag", verabschiedete sich die Polizistin und umarmte kurz die beiden Männer, dann rannte sie ihrem Partner hinterher.

Nach einer weiteren Stunde wurde die junge Frau aus dem OP geschoben und auf die Intensivstation verlegt.

Yuuri und Farlan waren in der Zwischenzeit wieder aufs Revier gefahren, Levi hatte dem diensthabenden Arzt gesagt, dass er die Detektives so schnell wie möglich informieren soll, sobald die Patientin aufwachte.

Kurz vor 14 Uhr klingelte das Telefon auf Yuuris Schreibtisch. "Ackermann?", nahm sie schroffer als beabsichtigt den Anruf entgegen. "Jäger hier, ich wäre mit der Leiche durch. Wollen die Detektives persönlich kommen oder doch lieber auf meinen schriftlichen Bericht warten?", hämischer hätte die Frage durch das Telefon nicht kommen können und Yuuri konnte das breite Grinsen vom Doc förmlich spüren. "Sind praktisch schon da", war ihre knappe Antwort und legte ohne weiteres einfach auf.

In der Gerichtsmedizin angekommen, wurden sie von sanften Klängen eines Pianos empfangen. Für einen kurzen Moment schloss Yuuri ihre Augen und lauschte den sanften Klängen eines Flügels, bis die Stimme von Farlan sie unterbrach. "Wo ist Dr. Jäger?", flüstert er nah an ihrem Ohr, unweigerlich lief ihr ein leichtes Kribbeln den Rücken hinab.

Stimmt, er hat so darauf gepocht, dass die Detektives sofort zu ihm kommen sollten und jetzt war er nicht anwesend. Durch ein Poltern, das von links kam, richteten sie ihre Aufmerksamkeit auf die Reihe der kleinen Türen an der Wand. Als sich plötzlich eine davon öffnete und ein Tisch zusammen mit dem Gerichtsmediziner herausfuhr.

Überrascht klammerten sich die beiden Kollegen aneinander fest, während Farlan vor Schreck mit einem hohen Quietschen zusammenfuhr.

Dr. Jäger rappelte sich auf und richtete seine Brille. "Entschuldigt, die Kühlkammer ist ausgefallen und der Hauptschalter befindet sich leider innen. So, nun zum Wesentlichen", entschuldigte er sich und stand von der Trage auf. "Euer Täter mag es sehr aufwändig, hat wohl noch nie von Schusswaffen oder Ähnlichem gehört, oder?", gab er sarkastisch von sich und bewegte sich auf den Obduktionstisch zu, wo sich die Leiche der jungen Frau befand.

"Das kann ich dir erst beantworten, wenn ich ihn verhaftet habe", entgegnete Yuuri mit gleichgültiger Stimme. "Also ich tippe eher darauf, dass sie etwas gesehen hat, was sie nicht hätte sehen sollen. Aber als staatlich geprüfter Gerichtsmediziner, kann ich sagen, dass sie nicht von einem Pfau ausgepickt wurden. Dafür sind sie zu professionell entfernt worden, genauso wie die restlichen Organe. Sprich, eure Tote ist leer und das komplett.", gab er sein Ergebnis preis, dabei zog er seine runde Brille von der Nase und putze sich die Gläser mit einem Tuch.

"Wie meinst du das, komplett leer?", wollte Farlan angeekelt wissen.

"Du glaubst doch nicht an Organhandel?", fragte die junge Frau ungläubig den Gerichtsmediziner.

"Na leer, da ist kein Organ mehr drin. Ja, das glaube ich", und zog mit einem Ruck das weiße Tuch weg, mit dem die Leiche abgedeckt war. Farlan verlor sichtlich seine Farbe aus dem Gesicht und musste kurz würgen. Yuuri hingegen war da recht schmerzfrei und beugte sich über die Leiche. "Todeszeitpunkt?", fragte sie den älteren Mann und blickte von unten zu ihm hoch. "Vorgestern Nachmittag so zwischen 16-17 Uhr, plus minus der üblichen Schwankungen, aber was noch interessanter ist, ist das hier", sprach er geheimnisvoll und schaltete das Licht aus, nur um dann mit einer UV-Lampe auf die Leiche zu leuchten. Was sie da sahen, war noch abartiger als das Vorherige.

Überall auf dem Körper der Frau waren Augen aufgemalt. 

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