# 19
17. August 20XX in einer verlassenen Lagerhalle, Nahe der Docks.
Erschrocken riss der Braunhaarige seine Augen auf, als er sah, wer vor ihm stand.
"Was ... Was habe ich getan? Ich habe mich immer im Hintergrund gehalten, so wie du es wolltest-", weiter kam er nicht, denn ein heftiger Schlag ins Gesicht lies in mitsamt dem Stuhl zur Seite kippen.
"Verarschen kannst du jemand anderen, Jason", schrie der große Russe.
"Ahh...", er zischte, als ihn jemand grob an den Haaren packte.
"Boss, darf ich ...?", fragte der Schwarzhaarige hibbelig hinter ihm. Der Große schaute einen Moment Jason an und dann wieder zu ihm, mit einem abfälligen schnauben ließ er den Kopf wieder fallen. „Tu dir keinen Zwang an. Teile es dir ein, er soll ja schließlich was von seiner Strafe genießen können", grinste er hinterhältig und lief durch den kleinen Raum. Dieser wurde durch Schreie und dumpfe Schläge immer wieder aufs Neue gefüllt. Triumphierend stand der große Platinblonde in der Ecke und beobachtete das Spektakel, ohne eine Miene zu verziehen.
"Meinst du nicht, dass es langsam mal genug ist? Der saut uns hier den ganzen Boden voll, mit seinem scheiß Blut", kam es angewidert links neben ihm. "Macht was ihr wollt, aber seht zu dass die Sauerei hier verschwindet", sagte er Desinteressiert und lief anschließend durch den Raum. Jason hing mittlerweile halb tot als lebendig, an den Ketten, die an der Decke befestigt waren. Er wünschte sich an einen friedlichen Ort, ohne schmerzen. Doch so viel Glück wird er nicht haben, denn ein viel kräftigerer Schlag erreichte ihn und ließ ihn abermals Blut spucken. "Wenn du noch einmal meine Pläne durchkreuzt oder dich an meinem Eigentum zu schaffen machst, lass ich dich langsam verrecken. Damit du es endgültig kapierst, habe ich noch etwas für dich", hörte er und dann durchzog ihn ein stechender Schmerz, als kurz darauf sich die erlösende Taubheit über seinen Körper legte.
12.September 20XX
Tatort: Midtown, Stillgelegter U-Bahntunnel
In einer Abgelegenen Ecke, die nicht durch Scheinwerfer einzusehen war, standen zwei Detektivs der Mordkommission. "Farlan ... nicht du ... mhh ... ahh ...", stöhnte Yuuri leise, als Farlan ihr sanft in den Schritt fasste. Augenblicklich verloren sich die zwei und blendeten ihre Umgebung aus. Mit einer schnellen Bewegung hob er seine Partnerin hoch, die gleichzeitig ihre Beine um seine Hüfte schwang. "Ein letztes Mal, danach bin ich nur noch dein bester Freund und Kollege, bitte Yuu", keuchte er schon fast flehend. Ohne weiter darüber nachzudenken, zerriss er ihr den feinen Seiden Schlüpfer und öffnete sich ungeschickt die Hose. Danach drang er ohne Probleme in die Schwarzhaarige ein. Es dauerte nicht lange, da kamen beide und sie stöhnten den Namen des jeweils anderen so leise es ihnen möglich war.
"Sir, keine Ahnung wo Detektiv Ackermann und Church abgeblieben sind, ich sehe mal oben nach vielleicht sind sie am Auto.", hörten sie die etwas aufgebrachte Stimme von Armin. Langsam stellte er sie wieder auf den Boden und beide richteten ihre Kleidung wieder.
"Du wirst immer meine beste Freundin bleiben", flüsterte er und gab ihr einen letzten zarten Kuss, dann trat er aus der dunklen Ecke. Yuuri brauchte noch einen Moment, ehe sie ihm folgte.
„Detektive, das sollten sie sich ansehen. Sie sollen noch einmal zum Doc", sprach ein Streifenpolizist aufgeregt, als er sie endlich entdeckte.
Yuuri und Farlan folgten dem jungen Mann. Beide hielten inne, als sie das Gesicht des Leichnams sahen.
"Das ist ...", flüsterte Farlan. "Jason", beendete Yuuri seinen Satz. „Wie, ihr kennt ihn?", verblüfft stand Grisha auf und sah beide an.
„Ja, mehr als das", sagte Farlan herablassend. Es wäre untertrieben wenn er sagen müsste dass er ihn hasste, nein er wünschte ihm den Tod, seinetwegen musste Yuuri so viele Qualen erleiden.
Plötzlich griff Yuuri nach der Hand von Farlan, doch er war etwas zu langsam, um zu reagieren und sah nur noch wie sie in sich zusammen sackte. "Yuu", schrie Farlan und versuchte ihren Sturz noch so gut es ging abzufangen. Yuuri begann am ganzen Körper zu zittern und augenblicklich schrie sie herzzerreißend, hielt sich dabei die Hände an ihren Kopf und krallte sich in ihre Haare. Reflexartig nahm er die Schwarzhaarige in den Arm. "Shhh ... ruhig ... Yuuri er kann dir nichts mehr tun er ist tot", versuchte Farlan die Schwarzhaarige zu beruhigen, doch es gelang ihm nicht. "Schnell ruft einen Arzt", schrie der Blonde einen Officer an, dieser rannte sofort Richtung Ausgang, um besseren Funkempfang zu bekommen.
"Was ist denn los? Alles okay mit ihr?", wollte Grisha besorgt von dem Detektive wissen. "Nein. Der Tode hier ist ein Tyrann und ein Vergewaltiger, er hatte Yuuri zwei Jahre ihrer Lebensfreude genommen", zischte Farlan und drückte sie mehr an sich heran.
"Wir sollten sie hier wegbringen, Farlan", schaltete Armin sich ein. "Ja besser so", stimmte er zu und hob Yuuri hoch. Automatisch klammerte sie sich an ihn und vergrub ihr Gesicht in seiner Halsbeuge.
Auf dem Weg nach oben erzählte Armin Grisha was sich damals abgespielt hatte. "Jason Ivanov, er ist der Ex-Freund von Yuuri und ein Tyrann. Er war mit ihr 2 Jahre zusammen. Es war die Hölle für Yuuri, aber sie hatte immer gehofft, dass es besser wird, bis zu diesem Abend, als er sie krankenhausreif geschlagen hatte, kurz vor ihrem Geburtstag. Wir waren dabei eine Riesenparty für sie zu planen, dann rief sie an und ... Und wir fanden sie in der Küche, zusammengeschlagen von Jason. Was Levi an diesem Abend mit ihm gemacht hat weiß ich nicht, aber er hat sich nie wieder ihr genähert oder sich bei ihr gemeldet", beendete der Blonde seine Erzählung. Grisha Jäger hörte aufmerksam zu, denn es kam ihm irgendwie bekannt vor. Er meinte sich zu erinnern das Eren einmal so etwas erwähnt hätte. "Ich weiß, was Levi an diesem Abend gemacht hat, Armin", warf Farlan ein und strich Yuuri beruhigend über ihren Rücken. Mittlerweile sind sie an seinem Auto angekommen und vorsichtig setzte er sie auf den Beifahrersitz, dabei hielt sie konstant seine Hand fest.
"Was habt ihr damals gemacht, als ihr gegangen seid?", wollte Armin von Farlan wissen und beobachtete ihn und Yuuri genau. Die beiden würden auch ein schönes Paar abgeben, dachte der Blonde Bobträger. Gedankenverloren strich der angesprochene Yuuri durch die Haare. "Ihm auf netter Art gesagt das er sich verpissen soll", brach er monoton das Schweigen und achtete darauf nichts zu sehr ins Detail zu gehen. Schließlich haben sie damals sich gegenseitiges Stillschweigen darüber auferlegt.
Sirenen rissen beide Polizisten aus ihren Gedanken.
"Guten Abend Dr. Jäger, hier entlang", wurde er von einem Polizisten zu einem Auto geführt. Als er dort ankam standen Armin und Farlan davor, ohne erkenntlichen Grund bekam er ein ungutes Gefühl im Bauch. Aus dem Augenwinkel sah er seinen Vater auf ihn zukommen. „Hi, Armin, Farlan was ist los?", begrüßte er beide. "Hi Eren, danke das du so schnell kommen konntest", grüßte ihn sein Sandkastenfreund.
Als Farlan die Stimme von Eren hörte, trat zur Seite, um die Sicht auf sein Wageninneres freizugeben. Dort erblickte Eren eine panisch wirkende Yuuri. Schnell schritt er auf sie zu. „Yuu? Yuuri, hörst du mich? Ich bin es, Eren", sprach er sie an, aber er bekam keine Reaktion von ihr. "Was ist passiert, dass sie diesen Zustand erreicht hat?", wollte er von den Anwesenden wissen, als er in seinen Notfallkoffer griff und ihr einen Zugang legte, indem er nach Bedarf Medikamente spritzen konnte. "Wir wurden zu einem Mord gerufen und alles schien erst ganz normal, doch dann wurde die Leiche bewegt und ER kam zum Vorschein, ich denke mal Yuuri hat einen Flashback", erklärte Farlan sachlich vom Rücksitz aus. Yuuri hatte seine Hand immer noch nicht losgelassen. "War sonst noch irgendwas?", wollte er genauer wissen. "Yuuri hat sich ziemlich aufgeregt", fügte Armin hinzu. "Mhhh", brummte er und führte eine Kanüle in ihren Rechten Handrücken ein. "Ich verabreiche ihr jetzt ein Beruhigungsmittel, danach fahre ich mit ihr ins Krankenhaus." Besorgt sah er sie an und musste dann leicht lächeln. "War unsere Kleine denn heute auf einem Date?", fragte er leise und strich ihr eine Schwarze Strähne hinters Ohr. "Nein die Gala vom Bürgermeister", antwortete sein Vater. Erstaunt sah er zu ihm und dann wieder zurück. "Ihr habt sie wirklich dazu gebracht?", fragte er verwundert, doch beide Männer zu seiner linken winkten ab. "Wir nicht, aber Victor", sagte Armin.
Kurz bevor sie sie umlagerten, überprüfte Eren Yuuris Puls, dieser hatte sich wieder normalisiert. "Gut wir können sie umbetten", sagte der Anästhesist und griff ihr unter die Beine. Farlan half von hinten und griff ihr um den Brustkorb, gemeinsam hoben sie sie auf die Trage. "Schlaf gut", hauchte Farlan und streichelte ihr über den Kopf. Eren besah dies skeptisch und als sein Kollege die Trage in den Rettungswagen schob, stellte er sich dicht neben ihn. "Läuft da was zwischen euch?", flüsterte er gerade so laut das es nur der Blonde verstehen konnte. "Nein, sie ist und bleibt meine beste Freundin", klärte er den Braunhaarigen auf und lächelte ihn an. Bevor sie losfuhren, drehte Eren sich zu seinem Vater, Armin und Farlan um. "Schönen Abend noch", verabschiedete er sich, stieg zu Yuuri in den Rettungswagen und schloss die hinteren Türen.
Grisha schniefte kurz. Erschrocken drehten sich Armin und Farlan zu dem Älteren und bekamen große Augen. Sahen sie da gerade Tränen in seinen Augen? "Sag mal, heulst du, Doc?", fragte Farlan unverblümt frech. Grisha wischte sich eine Träne aus dem Auge. "Seht ihn euch an, mein kleiner Jungen wird erwachsen", schluchzte er leicht und lächelte glücklich. Er hätte sich nie vorgestellt dass Eren einmal in seine Fußstapfen tritt. War es doch Erens Traum immer zu den Navy Seals zu gehen.
Armin und Farlan fingen an zu lachen. „Grisha, du solltest nächstes Mal auch zu dem Treffen kommen, das wir einmal im Monat haben. Und du, Farlan, könntest auch wiederkommen. Gerne auch mit deiner Freundin", sprach Armin an beide und schenkte ihnen ein aufmunterndes lächeln. "Mal sehen", antwortete Grisha und drehte sich um und ging zurück zum Tatort. Die Antwort von Farlan blieb aus.
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