# 4





Katsuki Pov:

„Wow, du musst ganz schön verzweifelt gewesen sein, wenn du mit ihm in die Kiste gestiegen bist.", lallte er etwas. „Hey, ich war betrunken und er hatte schlagfertige Argumente.", verteidigte ich mich. „Außerdem ...", begann ich, stoppte aber sofort wieder.

„Außerdem?", hackte er nach. „Ach nichts.", winkte ich ab und er akzeptierte es. „Wenn ich es mir so genau überlege, würde ich deine Argumente mit seinen Vergleichen.", sprach ich meinen Gedanken aus und könnte mich selbst Ohrfeigen. Warum zum Henker zogen mich außergewöhnliche Augen immer so magisch an? „Du willst Argumente?", raunte er und sofort spürte ich seine Lippen auf meinen. Der Alkohol vernebelte meinen Verstand. Viel zu schnell löste er sich wieder von mir, doch ich griff ihm in den Nacken und zog ihn erneut zu mir. Wie ausgehungert fiel ich über seine Lippen her.

„Katsuki.", hauchte er und küsste mir über die Brust. Schon vor einer Weile verloren wir unsere Kleidung und irgendwie hatten wir es in sein Schlafzimmer geschafft. Nun lag ich unter ihm und genoss diese zarten Lippen auf meiner Haut. „Shouto mehr.", keuchte ich und krallte mich in seine Haare.

***

Am nächsten Morgen wachte ich mit einem üblen Kater auf, doch als ich mich so umsah stellte ich fest, dass dies nicht mein Schlafzimmer war. „Oh nein, bitte nicht.", flüsterte ich und sah an mir herab. "Fuck.", dachte ich und richtete mich langsam auf. Plötzlich ging die Tür zum Schlafzimmer auf und Shouto kam mit einem Tablett herein.

„Guten Morgen, Katsuki.", sagte er und setzte sich neben mich, dann reichte er mir ein Glas Wasser und eine Schmerztablette.

„Bitte sag mir nicht, dass wir zwei gestern etwas getan haben, was ich vermute.", sagte ich und hoffte er würde verneinen, doch er wich meinem Blick aus und nickte dann. „Scheiße.", fluchte ich leise. „Tut mir leid. Das Bad ist auf der anderen Seite des Schlafzimmers.", sagte er und verließ das Zimmer so schnell er konnte. Der verletzte Ausdruck entging mir dabei nicht. Sofort stand ich auf und verließ direkt nach ihm das Zimmer und ging ins Bad. Als ich mich im Spiegel sah, tauchten Bilder vom Abend zuvor auf und ich bekam plötzlich Herzrasen. Da ich eh schon nackt war, stieg ich umgehend in die Dusche. Als das heiße Wasser über meinen Körper lief dachte ich an Shoutos verletzten Ausdruck. Es war aber schon zu spät, als ich meinen eigenen Fehler bemerkte. Ich musste mich bei ihm entschuldigen, denn so hatte ich es nicht gemeint. Aber wer konnte es mir übelnehmen. Bei diesen Augen konnte man einfach nicht nein sagen. Aber es mit Brüdern zu treiben war etwas Neues für mich und irgendwie aufregend. Doch ich musste mir selbst eingestehen, dass Shouto mich mehr reizte als Touya. Der Weißhaarige war auch gut keine Frage, aber sein jüngerer Bruder hat kräftigere Gründe als er. Er besaß etwas Magisches was mich anzog.

Als ich fertig war ging ich, ohne nachzudenken aus dem Bad und in sein Schlafzimmer, um meine Klamotten zu suchen. Doch als ich die Tür öffnete stand er mit dem Rücken zu mir und telefonierte.

„Warum kann ich nicht so sein wie du oder Fuyumi? Euch kennt keiner und es interessiert auch niemanden. Ihr werdet nicht auf Dad oder Touya reduziert.", sagte er mit verletzter Stimme. „Ja klar macht mir mein jetziger Job spaß, aber ... ach egal. Entschuldige, wenn ich dich bei der Arbeit gestört habe, Natsuo ... ja klar komm ich zu deinem Geburtstag nächste Woche, weißt du doch." Zum Ende hin klang er sehr gequält, dann legte er auf. „Scheiße, verdammt.", zischte er und drehte sich zu mir um. Erschrocken weitete er seine Augen.

„Meine Kleidung.", hauchte ich und deutete auf das Bett. Schnell trat er einen Schritt zur Seite und verließ zügig sein Schlafzimmer.

Ich wusste nicht, wie ich mich verhalten sollte, aber irgendwie tat es weh ihn so verletzt zu sehen. Wie ich aus seiner Akte wusste, war er nur drei Monate älter als ich. Ich konnte mir nicht vorstellen, wie es war, im Schatten seines Bruders zu stehen. Aber warum machte ich mir eigentlich Gedanken darüber? Plötzliche hörte ich laute Schreie aus der Küche, die mich aufhorchen ließen und als ich die Stimme erkannt hatte, weiteten sich meine Augen.


Touya Pov:

„Was machst du hier? Wie kommst du hier rein?", schrie er mich an. Sofort drehte ich mich zu meinem Bruder um. „Oh, du hattest wohl eine wilde Nacht hinter dir.", grinste ich, deutete an seinen Hals und genehmigte mir eine Tasse Kaffee, die auf dem Küchentisch stand.

„Was willst du hier Touya?", zischte er und sah unauffällig Richtung Schlafzimmer. „Oh ist dein nächtlicher Besuch noch da? Wenn ich lang genug warte, sehe ich sie ja noch.", grinste ich und nahm einen kräftigen Schluck. „Natsuo hat doch demnächst Geburtstag und ...", begann ich, doch plötzlich erstarrte ich, als ich sah, wer aus Shoutos Schlafzimmer kam.

„Guten Morgen Touya.", grüßte der Aschblonde und nahm die zweite Tasse, die auf dem Tisch stand und schenkte sich Kaffee ein. „Shouto, ich denke wir sollten heute noch einmal zu Deku.", sagte er und mein kleiner Bruder nickte stumm.

„Was glotzt du so? Ich habe hier nur übernachtet.", schoss er mir entgegen und ich wusste nicht, was ich von dieser Situation halten soll.

„Ich komm vielleicht vorbei. Also, wenn du uns entschuldigen würdest. Wir haben noch zu arbeiten.", schob er mich aus der Tür. Ich konnte es nicht fassen, dabei dachte ich ... plötzlich wurde ich durch mein Handy aus den Gedanken gerissen.

„Ja?", nahm ich den Anruf an und verließ das Haus, in dem mein Bruder seine Wohnung hatte. „Ich bin auf dem Weg.", beendete ich das Telefonat und setzte mich in meinen Wagen, dann fuhr ich zur Wache.

Als ich dort ankam rief mir Keigo zu, dass gerade ein Alarm hereingekommen sei und ich mich beeilen solle, was ich dann auch tat.

Wir wurden zu einem Verkehrsunfall gerufen. Am Unfallort eingetroffen begannen wir sofort mit den Bergungsmaßnahmen und befreiten den eingeklemmten Fahrer aus seinem Fahrzeug. Kaum waren wir fertig wurden wir gleich zum nächsten Einsatzort gerufen, diesmal ein Wohnhausbrand. Auch hier waren wir schnell fertig, aber irgendwie war der Wurm drin, denn noch während der Aufräumarbeiten bekamen wir den nächsten Einsatz rein.

„Oh man heute ist ja ziemlich viel los.", sagte Eijiro begeistert und stieg ins Löschfahrzeug, in welchem auch ich saß. „Tja wird nie langweilig, Kleiner.", kommentierte ich und funkte die Zentrale an, um weiter Informationen zu bekommen.

Als wir am nächsten Einsatzort ankamen, bemerkte ich das sich Keigo seltsam verhielt. „Was ist los Chicken?", fragte ich ihn und ging auf ihn zu. „Ich hasse es, wenn man kein Feuer sieht.", zischte er und ich klopfte ihm auf die Schulter. „Wird schon schiefgehen.", lachte ich und lief an ihm vorbei.

„Eijiro du bleibst bei mir und ich zeige dir noch einmal das Vorgehen, wenn man das Feuer nicht sieht.", sagte ich und sofort folgte er mir. Unser nächster Einsatzort ist ein Bürogebäude. Wir wurden durch die Brandmeldeanlage alarmiert. Als wir ins Gebäude gingen kam uns schon der Wachmann entgegen und klärte uns auf. Der Rauchmelder in der 20 Etage hatte angeschlagen. So nun hieß es Fitness beweisen, denn wir stiegen durch ein feuergeschütztes Treppenhaus hinauf in die 20 Etage. Wir hätten auch den Fahrstuhl benutzen können, doch wäre das viel zu riskant gewesen. Einige jammerten schon nach den ersten 5 Etagen, besonders die Älteren unter uns. „Boah den Job mach ich nicht mehr lange.", keuchte Keigo. „Baut oben einer ein Sauerstoffzelt für mich auf?", hängte er dran und Eijiro lachte. „Wie hast du es nur durch den Gesundheitscheck geschafft?", grinste der Rothaarige und ein anderer rief von hinten, dass sich Keigo hochgebumst hätte. „Danke, ihr seid ja nett. Wenn sich einer hochgebumst hat, dann Touya.", antwortete er zickig und sah mich mit einem undefinierbaren Blick an.

„Wir sind da, sei froh, dass wir ohne Atemschutzmaske hier rauf sind. Du wärst schon im dritten verreckt.", stichelte ich und zog mir meine Atemschutzmaske über das Gesicht, was meine Kollegen ebenfalls taten. Danach drehte ich mich zu Eijiro und wir machten uns gegenseitig unsere Aufsätze mit Atemluft an die Maske. Danach erklärte ich dem Rothaarigen noch einmal die Vorgehensweise. Eigentlich wusste er es vom Theorieunterricht, aber in der Praxis ist es einfacher zu verstehen. „Und denk daran IMMER vorher kontrollieren, ansonsten bist du durch. Also zieh deinen Handschuh aus und legt deinen Handrücken auf die Tür. Fahre nun von oben in Schlangenlinien nach unten.", begann ich und sofort machte er es mir nach. „Kalt.", sagte ich und er nickte mir zu. „Also dann können wir gefahrlos öffnen, aber langsam und geh in Deckung, nicht dass es durch zündet.", sagte ich und machte es vor. So gingen wir bei jeder Tür vor, doch ungefähr in der Mitte des Korridors machte er einen Alleingang. Ich rief ihm noch zu, ob er die Tür überprüft hatte, aber da war es schon zu spät und er trat die Türe ein. Sofort wirbelte der Rauch auf und ehe man sich versah, rollte eine Feuerwalze über Eijiro. Schreiend warf er sich auf den Boden. Sofort gingen wir zu ihm um das Feuer, das ihn ergriffen hatte, zu löschen.

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