Kapitel 7


Dabi:

Ich spürte wie mir immer übler wurde.
Immer wieder überzieht mich diese ekelhafte Gänsehaut, doch ich hatte keine Ahnung warum das so war.
Die Sonne ging langsam auf und der Himmel wurde in bunten Tönen aufgehellt. Wir fuhren bereits seit sechs Stunden in eine Stadt abseits von Tokio.

"Denkst du ich sollte mir meine Nägel machen lassen? Ich finde die Farbe Pink langsam echt langweilig, was meinst.."

"Hör auf mit dem Scheiß.", knurrte ich und verstärke angespannt meinen Griff um den Lenker.

Toga drehte sich zu mir und starrte mich mit hochgezogenen Brauen an. "Was ist bloß los mit dir? So zickig bist du sonst nie."

"Lass uns das einfach zu Ende bringen. Ich fahre schon seit sechs Stunden durch und werde auch mal müde.", erwiderte ich und verengte meine Augen, um eine bessere Aussicht auf die Straße zu haben, da die Sonnenstrahlen mich blendeten.

"Wir sind ja gleich da." Toga lehnte sich in ihrem Sitz zurück und entspannte sich. "Denkst du, Y/n L/n wird mich mögen?"

Ich lachte ironisch auf. "Das ist doch ein Witz."

"Nein, ich habe nicht viele Freunde, nur Twice und dich.", entgegnete sie und ihre Stimme wirkte aufeinmal kindlich.
Sie war erst siebzehn. Ich habe mich schon oft nach dem Grund gefragt, wieso sie den Schurken beigetreten ist, habe aber nie nachgehackt. Es sollte mich nicht interessieren. Und obwohl sie keine Freundin für mich war regte sich etwas in mir, als sie mich als einen für sie bezeichnete.

"Schauen wir mal.", antwortete ich. Natürlich würde sie uns hassen. Doch in dem Moment klang Toga so hoffnungsvoll und kindisch, dass ich ihr das nicht so eiskalt sagen konnte.

Nach fünfzehn Minuten gelangen wir in eine weitere Großstadt Nagoya. Ein Grund, dass wir dort ein weiteres Hauptquartier hatten, war, dass sich hier nicht allzu viele Helden befanden und nicht gesucht wurden. Hier planten wir meist unsere Angriffe oder einfach ein paar Tage, um unterzutauchen.

Ich bog in eine abgelegene Straße, bis wir ein Hochhaus erreichten und ich in die Einfahrt fuhr. Danach hielt ich in einer Garage an und bemerkte, dass uns Shigaraki und weitere Schurken bereits erwarteten. Ich stieg gelassen aus meinem Wagen aus und schlug die Tür zu.

"Wo ist sie?", wollte Shigaraki wissen, ohne mich vorher begrüßt zu haben.

"Mir geht's gut, danke.", antwortete ich stattdessen und öffnete die Hintertür, wo Y/n reglos auf den Sitzen lag.
Einige Haare hingen ihr über die Stirn, welche bereits blutbesudelt war.

Shigaraki weitete seine Augen und starrte sie für einige Sekunden sprachlos an. Dann beugte er sich über sie und strich die Haarsträhnen von ihren Gesicht, um sie wahrscheinlich von der Nähe zu betrachten. Ich bemerkte wie seine Finger dabei zitterten.

"Ist alles in Ordnung?", fragte ich und er drehte seinen Kopf schnell in meine Richtung, bevor er sich zurückzog.

"Bring sie in unser Quartier, bevor sie noch aufwacht. Ihre Atmung beschleunigt sich bereits.", befahl er und ging.

Ich starrte ihm nach. Was ist nur falsch mit diesem Psycho?

Y/n:

"Merke dir, es gibt keine Angst, Y/n."
Meine Mutter lächelte mich ermutigend an und streichelte mir mit einer Hand meine Wange.

"Aber sie haben mir weh getan.", erwiderte ich mit Tränen im Gesicht und dachte an den heutigen Schultag zurück, wo mich die älteren Klassenkameraden aus der dritten Klasse in den Bauch getreten haben. Reflexartig umschlang ich meine Arme um meinen Buch, um ihm zu schützen.

Mama zeigte mit ihrem Finger auf meine Brust und sagte fest: "Behalte diesen Schmerz in deinem Herzen und wandle ihn in Wut um, wenn sie sich noch einmal angreifen. Dann wirst du stärker, versprochen. Ich will, dass du sie sowas nicht mehr durchgehen lässt, ja?
Es gibt keine Angst. Sag es!"

"Es gibt keine Angst.", flüsterte ich.

"Lauter!"

"Es gibt keine Angst!"

"Noch lauter!"

"Es gibt keine Angst!!"

Ich riss meine Augen auf und schnappte nach Luft. Helles Licht sorgte dafür, dass ich mehrmals blinzeln musste, bevor ich mich daran gewöhnte. Meine Stirn pochte und sorgte dafür, dass ich mich wieder an alles erinnerte. Sofort schaute ich mich um und bemerkte schnell, dass ich an einem Stuhl gefesselt war.

Meine Hände waren hinter meinem Rücken verbunden und mein Mund war zugetaped. Ich zog an den Fesseln, doch es brachte nichts. Hinter mir hörte ich plötzlich Schritte und hörte sofort auf.
Ich hörte mein Blut in den Ohren rauschen und hielt meinen Atem an.

Mehrere Person erschienen vor meinem Gesicht, mein Entführer, ein blondes Mädchen und.. ich riss meine schockiert auf, als ich den berühmten und meist gesuchten Schurken Shigaraki erblickte.
Weitere Schurken folgten darauf, doch ich behielt meine Augen auf ihn.

Er ließ sich auf das Sofa vor mir fallen.
"Hallo Venatrix. Oder soll ich lieber Y/n L/n sagen? Kannst du dir entscheiden." Er schmunzelte, während er mich lange musterte. "Schön dich endlich kennenzulernen. Du kannst dir ja gar nicht vorstellen wie lange wir dich gesucht haben."

Im Hintergrund hörte ich einige Flüstern, doch Shigaraki schien es nicht zu stören. Ich bemerkte wie mein Entführer mich ebenfalls beobachtete.
Erst jetzt in dieser Helligkeit konnte ich ihn vollkommen erkennen. Er war jung und seine dunklen Haare waren zerzaust. Auf seiner schwarzen Hose klebten noch Blutreste und mir wurde schlecht, als ich an die erschlossene Person zurückdachte.

"Ich glaube du hast viele Fragen, oder? Dabi, mach ihr das Tape ab.", befahl er und gleich darauf stand mein Entführer auf und ging auf mich zu.

Er umfasste mein Kinn mit seiner eiskalten Hand und starrte mich für eine Sekunde mit seinen gelangweilten Augen an, bevor er mir schnell das Tape abriss und ich schmerzerfüllt nach Luft schnappte. Ich traute mich kein Wort zu sagen.

"Doch keine Fragen? Na schön, denn ich habe auch einige. Die Suche nach dir war echt anstrengend, bis wir nun endlich deine wahre Identität herausgefunden haben. Der Streich mit dem Computerhack war wirklich lustig.", sagte er in einem ironischen Ton. "Aber was weitaus lustiger ist, ist, dass du eigentlich gar keinen Quirk besitzt und uns alle verarscht hast."

Mein Herz blieb stehen.
Shigaraki grinste.

"Du hast uns allen hier echt was vorgespielt. Wir dachten, dass eine Entführung unmöglich wäre, bis sich herausgestellt hat, dass du ohne deine kleinen Erfindungen so schwach wie jeder normale Mensch bist. Während du geschlafen hast, haben wir einige Tests an dir ausprobiert. Aus irgendeinem Grund wurde uns angegeben, dass du keinen Quirk besitzt." Fuck.
Mir wurde Übel.

"Also sag uns die Wahrheit wir beißen nicht.", befahl er, doch ich reagierte nicht.

"Gut, dann nicht. Vielleicht wunderst du dich, wieso du hierher verschleppt wurdest. Mach dir keine Sorgen, wir werden dich nicht töten. Vorerst."

"Was wollt ihr dann?", wollte ich wissen und verengte meine Augen.

"Scharfe Zunge für jemanden, der gerade gefesselt ist.", hörte ich meinen Entführer zischen und er stand auf, um auf mich zuzugehen, jedoch hielt ihn Shigaraki mit einer erhobene Hand zurück.

"Setz dich, Dabi. Wir werden Y/n nicht verletzen, sie hat ein gutes Recht diese Frage zu stellen." Shigaraki musterte mich kurz. "Wir wollen, dass du dich der Schurkenliga anschließt."

Ich riss meine Augen auf und atmete scharf ein. Ist er komplett übergeschnappt?

"Du wirst bezahlt wie jeder Schurke und zudem ausgebildet. Wir werden dich mit Respekt behandeln und nicht wie eine Gefangene. Wenn du dich für sechs Monate als treu erweist, besteht die Möglichkeit, dass wir dich wieder frei lassen. Wenn du nicht auf diesen Kompromiss eingehst, wirst du eingesperrt oder getötet. Entscheide dich jetzt." Seine Worte hallten schrill in meinem Kopf nach. Ich würde mich diesem Vollidioten niemals anschließen, aber was sollte ich sonst tun? Und was hatte es damit auf sich, dass ich nur sechs Monate für ihn arbeiten sollte?

Ich schaute ihn mit kalten Augen an, bevor ich sagte: "Gut. Dann wird es wollen die erste Option sein."

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