Kapitel 6
Dabi:
Ich knallte heftig mit meinem Kopf gegen den harten Asfalt, bevor ich überhaupt realisieren konnte, was passierte. Ein Stechen fuhr durch meinen Hinterkopf und ich spürte eine warme Flüssigkeit runterlaufen.
Fuck.
Ich öffnete meine Augen und stemmte mich schweratmend mit meinen Händen gegen den Boden. Im selben Moment hörte ich einige Meter hinter mir etwas und drehte mich sofort um.
Y/n's Silhouette verschwand hinter einigen Gebüschen in der Dunkelheit.
"Dabi, was ist.." Toga stieg aus dem Auto aus und verstummte, als sie mich erblickte. "Was tust du da? Und.." Als sie bemerkte, dass der Kofferraum leer war, schnappte sie nach Luft. "Scheiße, wie hat sie das geschafft?"
Ich stand auf und blickte in die Richtung, wo Y/n zuvor verschwunden ist. "Wir haben dieses Miststück wohl unterschätzt."
Y/n:
Ich rannte so schnell, dass ich das Gefühl hatte über den Boden zu fliegen.
Mein Herz klopfte viel zu laut gegen meine Brust und ich war mir sicher, dass es gleich stehen bleiben würde.
Ich befand mich auf irgendeinem Feld und um mich herum war es stockdunkel.
Kein Zeichen von Leben, nichts.
Außer.. Schweratmend blieb ich kurz stehen und schaute in die Richtung hinter mir. Der Wagen, in dem ich mich zuvor befand war nur noch ein kleiner Fleck. Wie viel bin ich bitte gelaufen?
Ich blickte auf die andere Seite, wo eine weitere Landstraße war. Meine Stirn schmerzte und meine Knie drohten einzuknicken. Ich atmete schwer und hustete. Auf der kaum beleuchteten Straße fuhren einige Autos vorbei.
Das ist meine Chance.
Ich setzte mich wieder in Bewegung, obwohl ich kurz davor war umzufallen. Mein ganzer Körper tat weh und der Weg vor mir wurde immer verschwommener. Der eisige Wind sorgte für eine Gänsehaut.
Lauf noch etwas, sicher wird dich jemand sehen und dir helfen. Nur noch etwas.
Immer wieder stolperte ich über irgendwelche Wurzeln bis ich auf das nasse Gras fiel. Meine Lungen schnürrten sich zu, doch ich raffte mich wieder auf und lief weiter. Die Straße wurde langsam größer und als ich sie erreichte, stellte ich mich mittendrin, streckte meine Hände in die Höhe und winkte wie eine Irre nur um beachtet zu werden. "Hilfe!! Bitte!!"
Immer wieder wiederholte ich meine Worte, bis wirklich ein weißer VW langsamer wurde und am Straßenrand anhielt. Sofort rannte ich zu ihm und blickte in die Fensterscheibe, die runtergekurbelt wurde. "Miss, ist alles in Ordnung bei Ihnen?"
Hustend schüttelte ich meinen Kopf. "Bitte lassen Sie mich rein, ich wurde gerade entführt und konnte mich irgendwie befreien, aber mein Entführer ist hier irgendwo und..", ich konnte meinen Satz nicht beenden, weil mir der Sauerstoff dazu nicht ausreichte.
"Steigen Sie ein.", befahl der Mitte dreißigjährige Mann und schien den Ernst der Lage erkannt zu haben.
Ich öffnete die Beifahrertür und setzte mich hinein. Einige Sekunden lang konzentrierte ich mich nur auf meine Atmung und schloss meine Augen. Alles gut, du bist in Sicherheit.
"Wie heißen Sie denn?", wollte der Mann wissen und starrte mich mit seinen haselnussbraunen Augen ernst an.
"Y/n.", stieß ich aus und schaute aus dem Fenster. Ich betete, dass mein Entführer mir nicht gefolgt war. "Bitte rufen Sie die Polizei. Er ist wahrscheinlich irgendwo hier."
Doch statt meiner Bitte nachzugehen, starrte er mich nur nachdenklich an.
Ich erwiderte seinen Blick.
"Sie sind verletzt.", stellte er fest.
Ich nickte. "Und deswegen muss ich auch unbedingt in ein Krankenhaus. Also bitte rufen Sie endlich die Polizei an."
"Haben Sie kein Handy bei sich?" Er verengte fragend seine Augen und mein Magen zog sich krampfhaft zusammen.
Ich schüttelte meinen Kopf, was ich sofort bereute.
"Das heißt Sie haben keine Möglichkeit jemanden zu kontaktieren? Niemanden um Hilfe zu bitten?" Seine Fragen bereiteten mir immer mehr Angst.
"Wissen Sie was, ich glaube, ich muss noch einmal kurz raus, weil..", fing ich an und wollte die Tür wieder öffnen, doch er war schneller und stellte die Kindersicherung ein.
Ich drehte mich schnell in seine Richtung, doch er griff nach meinen Handgelenken und drückte mich gegen meinen Sitz. "Nichts da. Sie bleiben schön hier." Der Mann beugte sich zu mir vor und ich konnte seinen alkoholischen Mundgeruch riechen.
Ich schrie auf, doch er presste seinen Handfläche gegen meinen Mund.
Als ich mich versuchte irgendwie zu befreien, verstärkte er nur seinen Griff, bis es schmerzte. Ich starrte ihn mit weit aufgerissenen Augen an und erkannte erst jetzt, dass der Mann komplett dicht war.
"Schh, es gibt keinen Grund zur Panik. Ich werde den Notruf wählen. Aber erst nachdem wir etwas Spaß hatten, ja? Meine Freundin hat mich heute verlassen und mir geht's echt beschissen und da ich dich praktisch vor deinem Entführer gerettet habe, bist du mir etwas schuldig. Das verstehst du sicherlich, oder?" Seine Worte fühlten sich so scharf wie ein Messer an.
Mein Körper war zu schwach, um sich irgendwie zu wehren und meine Schläfe pochte. Eine Träne rollte über meine Wange. Er bemerkte sie und musste Grinsen, bevor seine Hand über meinen Hals und Taille fuhr, immer weiter runter.
Ich schluckte schwer und meine Augen waren komplett glasig. Wie konnte ich nur so dumm sein und in ein wildfremdes Auto steigen? Ich habe gedacht, dass nichts schlimmer war als entführt zu werden, doch das hier..
Weitere Tränen rollten über mein Gesicht und ich schloss fest meine Augen, um die Realität auszublenden.
Aufeinmal hörte ich etwas zersplittern und gleich darauf ein lautes Schreien.
Ich riss meine Augen auf und mein Herz blieb stehen.
"Hey, was tun Sie da? Verdammt!" Der Mann schrie auf, als jemand die Autoscheibe mit einer Knarre zerschlug und die Splitter auf ihn fielen. Gleich darauf wurde die Tür von innen geöffnet und der Fahrer wurde kräftig nach draußen gezogen und stolperte auf den Boden.
Mein Entführer beugte sich über ihn und schlug ihm heftig ins Gesicht, sodass er mit seinem Kopf gegen den Boden knallte. Der Mann unter ihm stemmte sich schweratmend gegen den Boden und seine Nase blutete stark.
"Arschloch! Was tun Sie da? Nein! Nein!!", schrie er laut, als mein Entführer die Pistole auf seinen Kopf richtete.
"Bitte, ich habe Kinder, ich.."
Ein lauter Schuss sorgte dafür, dass ich zusammenzuckte. Ich hörte etwas auf den Boden knallen und traute mich nicht hinzuschauen. Nein.
Meine Hände zitterten und ich schaute auf meine Finger. Das kann nicht wahr sein.
Plötzlich wurde meine Tür geöffnet und bevor ich überhaupt realisierte, was geschah, spürte ich kaltes Metall auf meiner Stirn. "Bewege dich nicht.", befahl mein Entführer und presste die Pistole fester gegen meine Schläfe.
Ich traute mich nicht ihn anzuschauen, nicht einmal zu atmen.
"Steig aus, Hände nach oben und denk ja nicht darüber nach wieder wegzulaufen.", drohte er und eine Schweißperle lief mir über meine Wange.
Langsam setzte ich meine Füße auf den Boden und erhob mich, immernoch mit der Knarre an meinen Kopf gerichtet. Er konnte jede Sekunde abdrücken. Jede verdammte Sekunde.
Im nächsten Moment griff er nach meinen Handgelenken und nahm mich in einen Polizeigriff. Er schubste mich vom Auto weg mitten auf die Straße.
Im Augenwinkel erkannte ich eine Gestalt auf dem Boden liegen.
"Schau ihn an.", befahl mein Entführer, doch ich reagierte nicht.
Kurz darauf wurde sein Griff fester und das Metall auf meinem Hinterkopf wurde kälter. "Muss ich mich wiederholen?"
Ich drehte meinen Kopf zu der Richtung des Mannes, der mich vergewaltigen wollte und schnappte nach Luft.
Unter seinem Kopf bildete sich eine rießige Blutlache. Ein präziser Kopfschuss. Mit nur einem Schuss hat er einfach so jemandem das Leben genommen.
Mein Entführer beugte sich zu mir.
"Gib mir auch nur annähernd das Gefühl, dass du irgendetwas vorhast und ich schieße dich ab, genauso wie ich es bei ihm getan habe. Dieser Typ ist wegen dir gestorben und du wirst die nächste sein, wenn du nicht das tust, was ich dir sage. Verstanden?"
Ich nickte schnell und versuchte nicht allzu viel zu zittern. Nach einigen Sekunden hielt das allzu bekannte Auto vor uns und mir wurde Übel.
Er öffnete die Hintertür und schubste mich rein, bevor er mich wieder fesselte.
Weitere Tränen liefen über mein Gesicht und ich musste schniefen. Für einen kurzen Moment zögerte er und musterte mich. Ich hatte das Gefühl, dass seine meeresblauen Augen für einen kurzen Moment sanfter wurden, bevor er sein emotionsloses Grinsen aufsetzte.
"Genau so gefällst du mir."
Danach klebte er mir ein Tape über den Mund und knallte die Hintertür zu.
Im nächsten Moment öffnete sich an der Tür eine Luke und ein seltsamer Rauch trat aus. Ich versuchte die Luft anzuhalten, doch er trat binnen Sekunden in meine Lungen und meine Augenlider fühlten sich schwer an.
Als ich sie für eine Sekunden zuschlug, besaß ich nicht mehr die Kraft sie zu öffnen.
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