Kapitel 78


Katsuki:

Rache.
Das einzige, was ich sah waren seine blutgetränkten Augen, die meinen sehr ähnelten.

Ich blendete alles aus, die Schüler, die uns mit gebannten Augen anstarrten, Herr Aizawa und sogar Y/n.
Alles verschwand und das einzige auf das ich mich konzentrierte, war der Mistkerl, der fünf Meter vor mir stand.

Ich hatte es wirklich nicht für Y/n getan. Sie war mir sogar egal, glaubte ich. Doch in dem Moment, als ich Shoto dort mit ihr stehen sah, wurde ich wütend. Es fühlte sich an, als hätte mich jemand aus einem langen Schlaf aufgeweckt und die Gefühle schossen gerade über die Decke.

Ich war nicht gut darin meine Emotionen zu verstecken, das war mir klar. Ruhig zu bleiben, wie andere es taten war noch schlimmer. Aber das alles in Wut umzuwandeln, das ging.
Ich werde ihn umbringen.

"So bist du endlich bereit?", fragte Shoto in einem gereizten Ton und nahm eine Kampfhaltung ein.

Ich hielt ebenfalls meine Fäuste vor die Brust und musste das Verlangen unterdrücken, meine Kraft anzuwenden. Die Hitze stieg mir förmlich bis zu den Fingerspitzen und ich brannte innerlich. Er wird nicht einmal die erste Minute im Ring überleben.

"Noch einmal zur Erinnerung, ihr dürft euren Quirk nicht benutzen.", mahnte Herr Aizawa und hob eine Hand in die Höhe.

Die nächsten Worte nahm sich nur noch hohl wahr.
"Kampfposition! Los!"

Shoto kam sofort auf mich zugeschossen, obwohl ich eigendlich vorhatte zuerst anzugreifen und holte aus.
Er täuschte einen Kinnhacken vor, um mich dann doch auf der Leiste zu attackieren, doch ich wich geschickt aus und sprang reflexartig zurück.

Ich fluchte innerlich und nahm einen kurzen tiefen Atemzug.
Scheiße, er ist verdammt schnell.
Wie geht das, er ist doch high?!

"Angst?", schmunzelte Shoto und ich wollen ihm sein beschissenes Grinsen von der Fresse polieren.

Ich rannte auf ihn zu und ballte meine Hand so fest zur Faust, dass meine Fingerknöchel weiß hervortraten.
Hier du Bastard.

Aber obwohl ich einen so präzisen Schlag auf seine Magengegend ausübte, konnte er diesem durch eine geschickte Drehung ausweichen und ich wurde von meiner eigenen Kraft fast von der Matte geschleudert. Fuck.

"Okay, ich hätte von dir mehr erwartet." Halt deine scheiß Fresse!

Mein Adrenalin stieg weiter in die Höhe und ich hörte nur noch mein eigenes Blut rauschen. Die roten Flecken in meinem Sichtfehlt vermehrten sich immer mehr und den Rest konnte ich nur noch unscharf erkennen.

Mein Herz sprang mir fast aus der Brust, aber ich konnte nur an eins denken. Ich darf nicht verlieren.

Dieser Druck wurde immer größer, sodass ich nicht einmal seinen nächsten Schlag vorhersehen konnte und er mir direkt ins Gesicht schlug.

Ich stolperte nach hinten und fing mich gerade so auf. Meine Nase pochte und ich spührte eine warme Flüssigkeit über meine Lippen rinnen.

"Komm zeig mir, was du kannst!", befahl er und wartete auf meinen Angriff. Wenn ich jetzt meinen verdammten Quirk benutzen könnte!
Er war eindeutig besser im Zweikampf und jetzt bereute ich es, nie ohne meine Kraft trainiert zu haben.

Du darfst nicht verlieren, sonst bist du ein Schwächling. Du musst gewinnen, du musst.. "Katsuki!"

Mein Atem stockte und ich wagte es nicht meine Aufmerksamkeit zu der Person zu widmen. Zum einen, weil Shoto mich im nächsten Moment angreifen würde und zum anderen, weil er es nicht verdiehnt hatte.

"Finde dein Gleichgewicht! Du kannst es, ich glaube an dich!", rief Kiri.
Finde dein Gleichgewicht.
Hier kannst du nicht nur mit roher Kraft gewinnen.

Ich schloss meine Augen und atmete tief ein und aus. Atme.
Mein Blutdruck senkte sich wieder rasend schnell und die Gedanken in meinem Kopf wurden plötzlich klarer.
Ich hörte auf zu denken, vergaß meinen inneren Sturm und konzentrierte mich stadessen auf mein Gehör.

Leute tuschelten, wunderten sich über meinen abrupten Stimmungswechsel, aber am meisten achtete ich auf Shoto.
Seine Brust hob und senkte sich abgehackt und bei dem plötzlichen Stoppen seiner Atmung wusste ich, dass er angreifen würde.

Doch ich öffnete meine Augen nicht, sondern wartete auf den richtigen Moment. Manche zogen scharf die Luft ein, doch ich ließ mich nicht ablenken. Ich richtete meine ganze Aufmerksamkeit auf die Geräusche seiner Schritte, die plötzlich laut in meinen Ohren nachhalten.

Jetzt.
Er stoppte, seine Knochen knackten und bevor ich überhaupt realisierte was ich tat, war es bereits zu spät.
Shoto stöhnte schmerzerfüllt auf, als ich seine Faust festhielt und so fest es ging zusammendrückte.

Meine bandagierte Hand schmerzte und ich spührte, wie die gerade so zusammengewachsenen Risse auf meinen Fingerknöchel wieder aufrissen. Ich ließ nicht los, sondern holte mit meinem Knie aus und trat ihm gegen die Hüfte, sodass er zur Seite fiel.

Er schrie auf und ich ließ ihn zu Boden sinken. "Fuck, du hast mir meine Hand gebrochen!", zischte er und ich zuckte selber zusammen, als sich auf meinem Verband rote Flecken bildeten.

Ich wickelte es schnellstmöglich aus und ließ es auf die Matte fallen.
Ein paar Schüler quieckten bei dem Anblick von meinen geschwollenen und blutüberströmten Knöcheln auf, aber ich ignorierte sie.

"Gibst du auf?", fragte ich in einem emotionslosen Ton und machte mich zur Sicherheit wieder kampfbereit.

Shoto antwortete nicht, sondern blickte stadessen nur nach unten.
Für einen kurzen Moment blieb es zwischen uns still, bis er auf einmal mit rauer Stimme sagte: "Niemals."

Plötzlich stieß mir so ein heißer und heftiger Schmerz durch die Fußsohlen, dass ich aufschreien musste.
Ich stolperte nach hinten und zwang mich nicht einzusacken.
Scheiße, was war das?!

Ich hob meinen Fuß, um einen Blick darauf zu werfen, aber Shoto gönnte mir keine Zeit dafür.
Er griff an und verpasste mir einen kräftigen Kinnhacken.

Aber statt mich nocheinmal zu anzugreifen, schmerzten wieder meine Füße und ich musste mir auf die Zunge beißen, um nicht noch einmal aufzuschreien.
Und erst dann verstand ich, was er tat.

Shoto der Dreckskerl verbrannte mir so meine Fußsohlen, dass es niemand sehen konnte. Sie standen regelrecht in Feuer und ich musste mich zusammenreißen, um nicht komplett auszuticken. "Hör auf damit!"

Aber er tat es nicht, sondern nutzte seinen Vorteil, indem er beides machte. Die nächste Minute kassierte ich nur Schläge und wurde fast von der Matte geschmissen.

Alle dachten, dass ich an mehreren Krampfanfälle litt und baten mich aufzugeben, aber ich wollte nicht.
"HÖR VERDAMMT NOCHMAL AUF DAMIT!"

Ich sackte zusammen und musterte meine mitlerweile krass gerötete Haut. Jede Berührung schmerzte, wie die Hölle.

Shoto trat näher zu mir heran und ich versuchte mich hochzuzerren, aber er stieß mich mit seinem Bein wieder nach unten. Und das brachte das Fass zum überlaufen.

Man konnte gegen mich gewinnen ja, aber man konnte mich nicht wie einen Hund erniedrigen.
"Jetzt bist du am Arsch.", knurrte ich und spührte meine Kraft in mir aufsteigen.

Eine Kraft, die endlich freigelassen werden wollte und alles und jeden zerstören konnte. Meine Kraft.
Shoto wollte mich erneut angreifen, doch ich war schneller.

Ich holte blitzschnell aus und das einzige, was ich noch sehen konnte, war Shotos erschrockener Blick, ehe ich auf ihn eine so große Explosion losließ, die mein eigenes Trommelfell platzen ließ.

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