Kapitel 71


Katsuki:

Obwohl ich so tief in Gedanken war, schaffte es doch immer diese eine Person mich wieder in die Realität zurückzuholen. Und das war Denki.

"Alter, ich hätte nie gedacht, dass da etwas zwischen euch laufen könnte!", sagte er und drückte wie wild auf seinem Kontroller herum.

"Ehrlich? Ich dachte wir wären uns schon vom Charakter ähnlich.", erwiederte Kiri und warf mir einen hilfesuchenden Seitenblick zu, der um meine Meinung bat. Doch ich konnte nicht einmal etwas sagen, da Denki mich gleich unterbrach.

"Was? Wir reden doch von der gleichen Person, oder? Du ähnelst dich vom Charakter mit Mina null.
Du bist eher so.." Er streckte seinen Daumen und Zeigefinger in die Höhe und presste sie fast zusammen, bis nur noch wenige Milimeter sie trennten.

"Und Mina ist eher so..", fügte er noch hinzu, bevor er gleich danach den Kontroller fallen ließ und seine Arme mit Schwung auseinanderstreckte.
Kiri blickte ihn skeptisch an, ehe er fragte: "Wie soll ich das bitte verstehen?"

"Er meint, dass du schüchtern und nett bist, während Mina eher explosiv und laut ist.", erklärte ich, ohne den Blick vom Bildschirm abzuwenden.
Denki würde diese Runde nicht schon wieder gewinnen.

"Mina ist auch nett.", verteidigte Kiri sie. "Sehr sogar. Anscheinend kennst du sie nicht. Du kannst nicht einfach jemanden beurteilen, den du garnicht kennst!"

"Okay, werd jetzt ja nicht frech du kleiner Hosenscheißer. Wenn du denkst, dass du dir nun alles erlauben kannst, da du in drei Tagen zum ersten mal ein Date mit jemandem haben wirst, hast du dich gewaltig geirrt.", fuhr Denki ihn an und auf meinem Gesicht spielte sich ein Grinsen ab.

"Ich meine, du hast dich jetzt einmal mit ihr gut verstanden und tust so, als hättest du sie 100 mal im Bett gehabt.
Nimm zuerst mal unsere Tipps an, du Jungfrau und dann sehen wir weiter."

"Denki!", fauchte ich, klatschte ihn einen Moment später am Nacken und starrte ihn böse an.
"Was ist los mit dir?! Du hast doch selber erst-.."

"GEWONNEN!", brüllte er plötzlich und als ich wieder auf den Fernseher guckte, sah ich meinen Spielcharakter tot auf dem Boden liegen.

"Ohh du kleiner Bastard, jetzt hast du ein Problem.", knurrte ich und war kurz davor ihn erneut zu schlagen, bevor mich Kiri aufhielt.

"Leute, bitte! Ich hab wirklich ein Problem! Ich habe Mina nach einem Date gefragt, aber weiß nicht, was ich jetzt machen soll.", blaffte er, während er mit seinen Händen wedelte, um sich irgendwie passend auszudrücken.

In seinen Augen spiegelte sich solch eine Angst ab, dass es schon traurig war.
Ich war nicht einmal bei meinem ersten mal so nervös gewesen.
Denki schüttelte langsam seinen Kopf, während er seine Hand auf Kiris Schulter legte und komplett ernst sagte: "Okay hör mir zu."

Mein bester Freund nickte nur und ich massierte meine Stirn.
Wo bin ich hier bitte gelandet.

"Also Punkt eins, du führst sie in ein richtig gutes Restaurant.", fing Denki an und hob seinen Zeigefinger.

"Okay.", sagte Kiri und schöpfte etwas Selbstvertrauen.

"Ihr esst dort und du fragst sie so tiefgründige Dinge wie.." Er blieb für ein paar Sekunden still und schien nachzudenken.

"Wie?..", hackte Kiri nach.

"Frag mich doch nicht, das hier sind nur meine Spezialtipps, weil du ein Spezialtyp bist. Denkst du ich wende die Scheiße an, oder was?"

"Ja und deswegen hast du eine Freundin auch nie länger als zwei Tage.", stellte ich fest und er zog seine Brauen hoch.

"Wenigstens hatte ich mehr als du.
Du bist nicht besser als er.", konterte Denki und verschränkte seine Arme.

"Okay rede weiter.", befahl Kiri und versuchte das Thema zu wechseln.
Zum Glück ging auch Denki darauf ein, denn sonst hätte ich ihn nach Europa fliegen lassen.

Er hob nun seinen Daumen und Mittelfinger , als er sagte: "Also du redest mit ihr und jetzt kommt Punkt drei: Die Rechnung geht auf dich. Wehe sie zahlt ihr eigenes Essen."

"Ich glaub das war ihm schon vorher klar.", meinte ich und Denki warf mir einen bösen Blick zu.

"Ja, ich wollte aber trotzdem nocheinmal sicher gehen. Es kann ja sein, dass er so nervös wird, dass er es vergisst.", erwiederte Denki, bevor er seine nächsten Punkte aufzählte.

"Okay und dann mein Lieber.."
Er räusperte sich und ich schnaubte.
"Dann begleitest du sie nachhause bis zur Haustür und küsst sie."

"Was?!", stieß Kiri aus und zog scharf die Luft ein.
Ich schüttelte meinen Kopf, bevor ich aufstand und mir aus dem Minikühlschrank was zu trinken holte.

"Ja genau und danach guckst du, ob es ihr gefallen hat.", sprach Denki weiter und Kiri hing wie gebannt an seinen Lippen.

"Woher weiß ich, dass es ihr gefallen hat?"

Denki zuckte mit seinen Achseln und rieb sich über die Nacken, als er antwortete: "Naja entweder sie lächelt dich an oder sie übergibt sich."

Gleich darauf fing ich lauthals an zu lachen. "Was?" Denki lehnte sich zurück und seine Mundwinkel zuckten.

"Nichts rede weiter.", beschwichtigte ich und setzte mich auf mein Bett.
Das hier was besser als jeder Kinofilm. Ich konnte nicht entscheiden wer von den Beiden dümmer war.

"Aha. Also, wenn es ihr gefallen hat dann nimmst du sie durch. Aber richtig, nicht wie so ein schwanzloder Trottel. Verstanden?"

Kiri schluckte und ich unterbrach Denki, bevor er noch etwas hinzufügen konnte: "Okay, es reicht."

"Was, nein! Eijiro muss noch viel lernen.", wandte er ein und sah mich scharf an.

"Ja, aber nicht von dir. Sonst endet er noch so wie du und das will niemand."

Kiri musste sich ein Lachen unterdrücken, als er fragte: "Ja, aber was soll ich machen? Wenn ich sie schon anschaue, dann rast mein Herz und ich weiß nicht, was ich tuen soll."

"Dann musst du halt da durch.", erwiederte ich und er blickte mich plötzlich ganz ernst an.

"Katsuki.", sagte er in meinem ungewöhnlich tiefen Ton und Denki atmete hörbar die Luft ein.

"Huh?", stieß ich aus und er antwortete nach ein paar Sekunden der Stille: "Ich möchte, dass du mich beim Date begleitest."

"HAHAHAHA", platzte es aus Denki heraus, während ich meinen besten Freund sprachlos anstarrte.
"Das ist nicht dein Ernst."

"Bitte.", flehte er und Denki lachte jetzt noch lauter. "Ich gehe mit ihr in irgendein Restaurant und du versteckst dich irgendwo, wo man uns gut hören kann."

"Du weißt schon, dass das nur Mädchen machen, oder?", zischte ich und er blickte beschähmt auf den Boden.

"Vielleicht ist er auch ein Mädchen, will sich aber nicht outen.", wandte Denki ein, während er versuchte sich das Lachen zu unterdrücken.
Ich schlug ihm in die Seite und zum Glück hielt er sofort die Klappe.

Danach drehte ich mich zu Kiri um und fragte: "Und was sollte dir es bringen, wenn ich da bin und alles höre?"

Kiri zuckte mit den Achseln.
"Ich weiß es nicht, aber ich wäre dann nicht so nervös."
Er blickte mir tief in die Augen und für einen kurzen Moment weiteten sich seine Pupillen.

"Ist dir das so wichtig?"
Kiri nickte sofort und hielt den Augenkontakt.

Ich schnaubte, als ich antwortete:
"Okay. Aber nur einmal und dann nie wieder."

Sein Gesicht strahlte, während Denki wieder anfing loszuprusten.
"Danke, danke, danke!"
Kiri stand auf und wollte mich umarmen, aber ich weichte dieser aus.

"Nein, du hast meine Grenzen schon genug überschritten, da brauche ich nicht noch eine von deinen Umarmungen.", knurrte ich und er schreckte sofort zurück.
Sollte er auch, weil so einen Bullshit würde ich mir nicht noch einmal geben.

"Katsuki du bist echt ein guter Freund.", sagte er trotz der Abweisung und lächelte.
Bin ich das wirklich?

"Und was ist mit mir? Ich habe dir ja wenigstens Tipps gegeben!", mischte sich Denki ein und verschränkte seine Arme.

"Komm schon, du weißt selber, dass wir dich nur als Mitleid aufgenommen haben.", scherzte Kiri und ich schüttelte meinen Kopf.
"Du vielleicht, ich wollte nur an seine Playstation kommen."

"Jaja, ich weiß, dass ihr mich auch mögt.", sagte Denki, stand auf und zog uns beide so schnell in eine Umarmung, dass ich nicht einmal Zeit zum reagieren hatte.

Danach rubelte er mir durch die Haare und meinte: "Ach Katsuki, anscheinend bist du doch nicht so ein harter Brocken, oder Kiri?"

"Mhm.", stimmte mein bester Freund, aber ich reagierte nicht.
Sollte das etwas Gutes sein?
Ich hoffe es. Wirklich ich hoffe es von ganzem Herzen.

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