Kapitel 49


Y/n:

Ich glättete gerade meine Haare, als es aufeimmal klingelte.
Scheiße.

Als ich einen Blick auf mein Handy warf, war es schon 20:03 Uhr.
Shit, ich habe die Zeit komplett vergessen.

Shoto stand warscheinlich vor der Tür, um mich abzuholen und ich hatte immernoch eine Jogginghose an.

So schnell ich konnte stand ich auf und sprang förmlich mit halb geglätteten Haaren die Treppe runter, doch bevor ich überhaupt unten ankommen konnte, nahm ich Geräusche war.
Von Shoto und meiner Mutter.

"Wer bist du?", hörte ich sie mit einem scharfen Ton sagen und sie starrte ihn mit blitzenden Augen an.

"Ich bin Shoto Todoroki.", antwortete er freundlich und reichte ihr seine Hand, aber sie musterte ihn nur.

Meine Mutter inspizierte ihn von oben bis unten und ihr Blick blieb ein bisschen zu lange auf seinem roten Fleck im Gesicht geheftet.

Mein Herz fing an zu rasen und bevor es noch eskalieren würde, schritt ich zwischen die beiden ein.
Mir war deutlich bewusst, dass ich gerade wie ein Penner aussah, aber mir war es lieber, so aufzutreten, als dass meine Mutter ihn mit Fragen durchlöchern würde.

"Ah Mom!", sagte ich und setzte ein Lächeln auf. "Shoto und ich gehen auf eine Hausparty. Wir haben besprochen, dass er mich abholen wird.", erklärte ich schnell und sie hob die Augenbrauen, sodass sich eine leichte Falte zwischen ihrer Stirn bildete.

"Party?", fragte sie und verschränkte ihre Arme. "Du hast mir nicht erzählt, dass du auf eine Party gehst. Und überhaupt, seit wann gehst du auf Partys?"

Ich warf ihr einen warnenden Blick zu, weil ich nicht wollte, dass sie weiterrede. Sie sollte jetzt keine Diskussion mit mir vor Shoto anfangen.

"Seit jetzt?. Darf ich etwa nicht hingehen oder was?"
Ich wippte ungeduldig vom einem auf den anderen Fuß und wusste genau, dass sich Shoto auch Unwohl fühlte.

"Doch, aber..-" Sie legte eine kurze Pause ein und betrachtete mich angewiedert von oben bis unten.
"Wie siehst du bitte aus?!"

Ich schnaubte genervt.
"Ich bin noch nicht fertig!"
Ich nahm Shotos Hand und führte ihn die Treppen hinauf.
"Du kannst solange in meinem Zimmer warten, bis ich fertig bin."

Ich spührte, wie die Augen meiner Mutter immernoch auf uns geheftet waren, doch ich ignorierte sie. Konnte sie doch denken, was sie wollte.

Nachdem ich die Tür hinter uns geschlossen habe, atmete ich erleichtert auf.
"Tut mir echt leid, dass du auf mich warten musst.", sagte ich und suchte mir schnell ein Outfit raus.
"Und tut mir leid, dass du den bösen Blick meiner Mutter abgekriegt hast.", fügte ich noch hinzu.

Shoto schüttelte hastig seinen Kopf und schaute sich dabei in meinem Zimmer um.
"Alles gut. Dein Zimmer ist echt groß und.. schön."

Ich lächelte und holte mir dabei ein schwarzes enges Kleid mit einer passenden Jacke raus.
"Danke."

Als ich gerade die Badezimmertür öffnete, fragte Shoto: "Wieso hat deine Mutter dich gefragt, seit wann du auf Partys gehst? Warst du davor noch nie auf einer?"

Ich wandte mich zu ihm um und schüttelte meinen Kopf.
"Nein, hatte nie Zeit für sowas.", antwortete ich knapp.

Er nickte nur und ich war erleichtert, dass er nicht weiter nachfragte.
Katsuki hätte nachfragt.
Nein, er hätte mich ausgequetscht, bis er jedes kleinste Geheimniss von mir kennt.

Nach der letzten Nachricht von ihm, wusste ich nicht, wie ich antworten sollte, weswegen ich es gelassen habe. Anscheinend hatte er auch kein Problem damit, da er selber nichts mehr geschrieben hatte.
Das alles war einfach nur chaotisch.

Aber er war gebrochen, wenn auch nur ein bisschen. Und ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass es mich nicht interessieren würde.

Ich machte mich so schnell fertig, wie es ging und musterte mich noch im Spiegel, bevor ich die Tür öffnete.
Ich sah verdammt gut aus und es fühlte sich super an mich endlich wieder so zu zeigen.

Als ich die Tür öffnete, hob Shoto gerade seinen Blick von seinem Handy und für einen kurzen Moment blieb es still zwischen uns.
"Wow.", war das einzige, was er dann sagte und ich lächelte verlegen.

"Du siehst gut aus. Richtig gut.", fügte er noch hinzu und mir wurde heiß.

"Ähh danke. Du aber auch!", entgegnete ich und nahm meine Tasche.

Er stand auf und nahm seine Jacke von meinem Stuhl. "Na dann.", sagte er nur, bevor wir beide nach unten gingen.

Zum Glück war meine Mutter wieder in ein Gespräch im Wohnzimmer vertieft, sodass sie uns nicht einmal wahrnahm.

Wir gingen aus dem Haus und direkt auf der Einfahrt stand ein roter Cabrio und meine Mundlade klappte nach unten.
"Scheiße ich fühle mich gerade wie ein Cheerleadermädchen aus der USA, welches von ihrem reichen Footballfreund abgeholt wird.", stieß ich ohne darüber nachzudenken hervor.

Er schmunzelte und öffnete mir die Beifahrertür. "Warst du denn früher so ein Mädchen in der USA gewesen?"

Ich lachte auf.
"Bestimmt."

Er setzte sich ebenfalls rein, schaltete das Auto an und und fuhr aus der Einfahrt raus.

"Was warst du denn für eins?", fragte er und ein kalter Schauer lief mir über den Rücken.

Wann immer ich an mein Leben aus der USA dachte, kamen mir nur die Dinge mit der Trennung und dem.. Ach egal. Ich musste wirklich über mein früheres Leben nachdenken und das machte mich für einen kurzen Moment traurig.

"Ich war.. Doch ich war schon beliebt. Aber nicht auf diese Weise."

Er wartete geduldig darauf, bis ich fortfuhr und ich starrte aus dem Fenster. Die Wolken waren rosa und die andere Seite des Himmels war komplett voller orange- und rottönen gefärbt.

"Ich sag's mal so. All diese Cheerleadermädchen waren fake.
Sie verstellten sich, taten so, als würden sie dich mögen, haben aber Gerüchte über dich verbreitet und waren die größten Lästertanten."

"Haben sie dich gemobbt?", hackte er nach und ich antwortete: "Sie haben niemanden richtig gemobbt. Wenn, dann haben sie dich ausgeschlossen und gezeigt, dass du nicht dazu gehörst. Und ja, das haben sie ganz früher auch bei mir gemacht."

Ich legte eine kurze Pause ein, bevor ich weiterredete: "Aber ich ließ mich irgendwann nicht mehr ausschließen. Hab mir einfach bessere und ehrlichere Freunde gesucht und gefunden. Deswegen haben mich die meisten auch gemocht. Ich habe mich nie verstellt, sondern war ehrlich und so wie ich bin."

Ehrlich. Ich war mal ehrlich.
Ich war einmal nicht eine ständige Lüge, sondern ein ehrlicher und glücklicher Mensch.
Ich würde alles tuen, um da wieder zurückzukehren. Um einmal wieder das Gefühl zu haben, normal zu sein.
Oder geliebt zu werden.
Ich würde alles tuen. Alles nur um einmal dieses verdammt gute Gefühl wieder zu erlangen.

Ich spührte wie meine Augen glasig wurden und unterdrückte mir ein Schniefen. "Egal. Und wie stehts bei dir so? Wie war deine Kindheit?"

Obwohl ich ihn nur im Augenwinkel sah, hätte ich schwören können, dass sich sein Blick verhärtete.

"Gut.", antwortete er knapp und etwas gepresst. "Wie jede, nichts besonderes."

"Aha. Erinnerst du dich an nichts bedeutendes? Etwas, was dich geprägt hat oder so?"

Sein Mundwinkel verzog sich zu einem dünnen Strich und ich verstand, dass er nicht darüber reden wollte. Ich starrte ihn von der Seite an und bemerkte, dass sich ein Schatten über seine Augen gelegt hatte.
Sie wirkten leer.
Wie an dem Tag, als ich ihn beim Rauchen in der Männertoilette erwischt habe.

Ich war kurz davor, ihn zu fragen, wieso er an dem Tag den Unterricht geschwänzt hatte, ließ es dann aber sein. Er könnte mir dann auch die gleiche Frage stellen und ich wollte auch nicht darüber reden.

Anscheinend waren ich und Shoto sehr ähnlich. Wir hassten unsere Vergangenheit und das hier war gut.
Es war anders als mit Katsuki und ich war mir sicher, dass das hier besser war.

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