Kapitel 45
Y/n:
"Warte mal, wie willst du bitte Alkohol kaufen? Du bist minderjährig.", fragte ich Momo, als sie ein paar Flaschen Wein in den Einkaufswagen legte.
"Ich habe einen gefälschten Ausweis.", antwortete sie, wandte ihren Blick aber nicht von den weiteren Getränken ab.
Ich erwiderte nichts, sondern warf Kyoka einen schnellen Blick zu, die jedoch ebenfalls unbeirrt nach weiteren Alk suchte.
Morgen würde die Party stattfinden und wir Mädchen haben beschlossen, noch Snacks und Getränke mitzunehmen.
Mina wusste nichts davon und wir haben gedacht es wäre eine nette Überraschung, wenn wir mit drei XXL Tüten voller Essen zu ihr nachhause kommen würden.
Plötzlich drehte sich Kyoka zu mir um, nachdem sie kurz davor eine Tüte Chips in den Wagen geworfen hatte.
"Y/n, meine Eltern bestehen darauf mich zur Party zu fahren und weil du ja in der nähe wohnst könnten wir dich mitnehmen.", schlug sie vor.
"Oh, das ist wirklich nett, aber Shoto holt mich schon ab.", erwiderte ich etwas schüchtern und lächelte.
"Shoto?", stieß Momo hervor und schaute mich jetzt auch an.
Ich rieb mir nervös den Nacken.
"Ähh.. ja.", antwortete ich knapp und die anderen Mädchen richteten ebenfalls ihre Aufmerksamkeit auf mich.
"Seid ihr zusammen?", fragte Tsuyu und legte ihren Kopf schief.
Ich schüttelte rasch meinen Kopf.
"Nein, wir sind nur Freunde."
Mir war das alles komplett unangenehm und ich hoffte einfach, dass wir das Thema gleich wechseln würden.
"Magst du ihn?", erkundigte sich Momo weiter und ich warf ihr einen flehenden Blick zu, weil ich wirklich nicht weiter darüber reden wollte.
"Nein. Nur freundschaftlich."
"Aha, aha." Kyoka schmunzelte und starrte mir unglaubwürdig in die Augen. Ich war kurz davor sie zu schlagen.
"Hmm, Leute welche Snacks wären noch gut?" Ochako verschränkte ihre Arme und ich atmete erleichtert auf, als die anderen sich zu ihr wandten.
"Egal wirf einfach irgendetwas rein. Es gibt immer jemanden, der alles auffrisst.", warf Toru ein und grinste.
"Ja, wie zum Beispiel Denki.", murmelte Kyoka genervt und ich und Momo warfen uns einen verstohlenen Blick zu.
"Hat da jemand meinen Namen gesagt?", hörten wir aufeinmal jemanden fragen und wir drehten uns schlagartig um.
Denki kam gerade mit einem breiten Grinsen auf uns zu. Kiri und Hanta standen einige Meter neben ihn und dahinter..
Jap, genau. Das Arschloch.
Katsuki:
Ich zog scharf die Luft ein, als ich in Y/n's Augen sah.
Fast zwei Wochen ohne reden, ohne schreiben, ohne nichts.
Sofort blickte sie auf den Boden, doch ich hielt meinen Blick auf sie gerichtet. Sie versuchte davon zulaufen, aber es war mir egal.
"Hey.", hörte ich Kiri in einem netten Ton sagen und die Lage entspannte sich etwas, als sie anderen ihm antworteten.
"Kauft ihr auch für die Party ein? Eure Einkaufswagen sehen echt voll aus.", bemerkte Hanta und betrachtete die Snacks und Getränke.
"Oha ihr habt ja auch Alkohol.", fügte er noch schnell hinzu und seine Mundlade klappte nach unten.
"Dank mir.", gab Momo stolz an und zeigte ihren gefälschten Ausweis.
"Ey, wollen wir vielleicht alle zusammen Snacks und Getränke kaufen? Danach könnten wir ja auch etwas gemeinsam machen.", schlug Kiri mit einem freundlichen Lächeln vor und die anderen stimmten sofort ein.
Außer ich und Y/n.
Y/n:
Ich will hier weg. Sofort.
Abrupt gingen mir ein Haufen Ausreden durch den Kopf, um schnellstmöglich nachhause zu kommen.
Ich wollte nicht hier sein.
Nicht bei ihm.
"Okay lass machen. Wir können ja danach zum Strand und den Sonnenuntergang genießen, oder so.", sagte Ochako und hörte sofort Beifall.
Alle fingen aufeinmal zu lachen und reden an und ich fühlte mich plötzlich komplett fehl am Platz.
"Kyoka, ich..-"
Doch sie verschwand schon mit unseren Freundinnen hinter den Regalen.
Scheiße, wie sind sie bitte so schnell abgehauen?!
Ich schloss meine Augen, atmete kurz tief ein und aus und versuchte mich zu beruhigen.
Mein Herz schlug wie wild und ich war kurz davor einfach aus diesem Laden zu rennen.
Ich wollte so dermaßen weg, aber auf der anderen Seite auch hierbleiben.
Meine Freunde hatten gerade Spaß und ich wollte daran teilhaben.
Ja, meine Freunde.
Mein Impuls sank und das Ziehen in meiner Brust ließ nach.
Freunde. Wann habe ich das letzte mal Freunde gehabt?
Es war wirklich lange her.
Als sich meine Eltern trennten habe ich eine eiserne Mauer um mich herum erstellt und alle abgeschirmt.
Sogar meine engsten Bekannte.
Sie hatten mich vergessen.
Doch ich konnte es ihnen nicht verübeln. Ich hatte mich nie geöffnet und ich hatte es auch jetzt nicht vor.
Trotzdem. Freunde zu haben war ein schönes Gefühl. Auch wenn sie mich innerlich kaum kannten, tat es gut.
Sie haben Spaß, also darf ich diesen Spaß auch haben. Egal ob Katsuki da ist oder..-
"Alles gut?"
Abrupt öffnete ich meine Augen und starrte Katsuki an, welcher mich besorgt anschaute.
"Ah, fuck man!"
Ich stöhnte genervt auf und drehte mich sofort wieder um.
Das, was ich mir alles vorgenommen hatte, floss gerade einfach aus meinem Hirn. Scheiße, hat er das alles jetzt mitgekriegt? Natürlich, er ist Katsuki. Er bekommt alle meine mental breakdowns mit.
Ich lehnte mich gegen das Regal und haute meinen Kopf frustriert dagegen an. Gott bitte lass ihn einfach verschwinden.
"Du hattest eine Panickattacke.", stieß er aufeinmal gepresst hervor und ich hörte, wie er näher kam.
"Nein.", knurrte ich. "Ich war nur kurz vor einer. Und jetzt verpiss dich, sonst schrei ich durch den ganzen Laden, dass du mich belästigt hast."
Ich spührte, wie er stehen blieb und scharf die Luft einzog.
"Y/n bitte." Seine Stimme hörte sich flehend an.
Schlagartig drehte ich mich um und schaute ihm direkt in die Augen.
Schmerz. Doch es war mir egal.
"Ah, ich habe nicht gewusst, dass du auch mal ernst bleiben kannst."
Ich stieß ein ironisches Lachen aus und seine Haltung veränderte sich.
"Y/n..-", fing er an, doch ich unterbrach ihn.
"Nein, du hörst mir jetzt zu.", zischte ich und ballte meine Hand zur Faust.
"Hör auf mich zu verarschen. Und hör auf mit mir zu spielen, denn ich weiß genau, was du vorhast."
Er starrte mich verwirrt an, doch ich redete inbeirrt weiter.
"Du denkst du würdest mich kennen, doch das tust du nicht. Du kennst mich kein Stückchen. Denn wenn du es tuen würdest, wüsstest du, dass man sich mit mir nicht anlegen soll."
Ich trat einen Schritt näher und schaute ihn hasserfüllt an.
"Du denkst ich bin dieses verletzliche Mädchen von früher. Naiv, dumm und was weiß ich. Aber vergiss es. Ich habe mich verändert und bin glücklich damit.
Und wenn du versucht etwas zu ändern, dann wirst du es bereuen."
Wir standen nur wenige Zentimeter voneinander entfernt und ich spührte seinen Atem auf meinem Gesicht.
"Deswegen lass es. Egal, was du vorhast, lass es verdammt nochmal. Weil ich bin gerade glücklich. Deswegen, wenn ich dir vielleicht etwas, auch nur ganz wenig bedeute, dann lass mich gefälligst in Ruhe.
Denn ich bin glücklich."
Seine Augen weiteten sich für einen Moment, hielten aber meinem Todesblick stand.
"Lüge.", stieß er aufeinmal leise, aber hörbar genug hervor und die Härrchen auf meinen Armen stellten sich auf.
Lüge.
Nein, ich bin glücklich, verdammt nochmal! Ich brauche dich nicht, ich brauche meine Mutter nicht und ich brauche nicht einmal meinen Vater.
Ich bin glücklich!
Lüge.
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