Kapitel 28
Katsuki:
"Ey Leute, ich hatte ja ganz vergessen zu erwähnen, dass ich in den Ferien mies mit einer was am laufen hatte."
Ich hörte Denki bereits garnicht mehr zu, als plötzlich Herr Aizawa aufstand und seine Hände klatschte, um uns um unsere Aufmerksamkeit zu bitten.
"So bitte jetzt leise sein. Heute bekommen wir eine neue Schülerin, bitte behandelt sie nett."
Ich stöhnte innerlich genervt auf, bis aufeinmal die Tür geöffnet wurde und..
Mein Herz blieb abrupt stehen.
Y/n.
Obwohl sie so anders aussah, erkannte ich sie sofort.
Langsam ging sie Schritt für Schritt ins Klassenzimmer herein und alle Blicke waren auf sie geheftet. Auch meiner.
Nein. Das kann nicht sein.
Mein Herz fing an wie wild zu rasen und für einen kurzen Moment dachte ich, es würde mir aus der Brust springen.
Aufeinmal stubste mich Kiri von der Seite an. "Ey Katsuki, ich glaube es ist das Mädchen. Also das Mädchen. Voll krass, sie sieht jetzt komplett anders aus."
Ich würdigte ihn keines Blickes, sondern musterte sie von oben bis unten.
Ihre Haare hatten jetzt einen Wolfcut und ihr ganzes Erscheinungsbild hat sich gewechselt.
Aber sie schien auch so.. selbstbewusst.
Sie stand kerzengerade vor der ganzen Klasse und ihr Blick blieb neutral.
Bis sie Kyoka ansah.
Sie biss sich auf die Lippen und ihre Haltung veränderte sich plötzlich.
Ist etwas zwischen den beiden passiert?
Kyoka ignorierte sie aber komplett und kritzelte irgendetwas auf einem Blatt herum. Okay, auf jeden Fall ist was passiert.
"Nun, stell dich mal vor.", befahl Herr Aizawa dann plötzlich und sofort wurde ich aus meinen Gedanken gerissen.
Sie fing an zu lächeln und richtete ihren Blick wieder auf die Klasse, außer auf mich. "Hey, ich heiße Y/n L/n und bin sechszehn Jahre alt. Ähm, wollt ihr noch was wissen, oder so? Ich hab's nicht so gut mit Vorstellungen."
Die meisten aus der Klasse lachten, oder kicherten, bis Kiri auf einmal reinrief: "Was ist dein Quirk?"
Sofort wandte ich mich zu ihm um, doch er lächelte sie nur nett an.
Ich war kurz davor, ihm das Genick zu brechen.
"Rauch.", antwortete sie knapp und alle fingen an zu tuscheln, wie "Was ist das?" oder "was kann man damit anstellen?".
"Okay wenn es keine Fragen mehr gibt, dann.." , fing Herr Aizawa an, doch Denki unterbrach ihn.
"Aus welchem Land kommst du? Du hast einen starken Akzent."
Okay, ich bring die beiden um.
Ich wusste nicht wieso, aber mich machte es wütend, als sie ihr die Fragen stellten.
Für einen kurzen Moment kam es mir so vor, als würde sie sich auf die Zunge beißen, um keinen Kommentar abzuliefern, als sie dann wieder kurz antwortete: "Spanien."
Denki grinste nur und Herr Aizawa sagte: "Okay, suche dir einfach einen freien Platz aus."
Es waren genau zwei Plätze frei.
Einer neben Shoto, der vor mir saß und einer neben Mineta, der in meiner Reihe war. Wenn sie neben ihm sitzen würde, würde sie nur einen Meter von mir entfernt sein.
Ich musterte jeden einzelnen Schritt von ihr und zuckte innerlich zusammen, als sie mich für einen kurzen Moment anstarrte.
Y/n:
Ich wollte nur noch schreien und weglaufen. Dazu machten mich die zwei Fragen komplett wütend. Es waren genau die gleichen, die auch in der 1B gestellt wurden.
Jeder Atemzug wurde immer schwerer und ich konnte die ganzen Blicke auf mir nicht mehr ertragen.
Vor allem nicht der von Katsuki.
Er durchbohrte mich regelrecht damit, doch am meisten schmerzte es, dass Kyoka mich keines Blickes würdigte.
Scheiße, es tut wieder so verdammt weh.
Ich bereute es sofort, sie geblockt zu haben. Bestimmt hatte sie sich sehr große Sorgen gemacht, als ich nicht mehr antwortete. Ich bin einfach nur schlimm.
Alles in mir zog sich zusammen und meine Augen wurden feucht.
Nicht jetzt. Suche dir jetzt einen verdammten Platz aus!
Ich starrte Shoto an, der mir ein leichtes Lächeln zuwarf, doch hinter ihm sitzte Katsuki und als ich ihn anschaute, wurde mir Übel vor den ganzen Errinnerungen, die plötzlich in meinem Kopf umherschwirrten.
Eine Reihe dahinter, saß so ein kleiner Junge mit lilanen, komischen Haaren, der mich voll pervers angrinste. Dazu würde ich nicht mal einen Meter weit entfernt neben Katsuki sitzen.
Beide Plätze waren komplett bescheuert, doch ich musste mich entscheiden. Einatmen, ausatmen. Schlimmer, als bei Ibara kann es nicht werden.
Ich steuerte auf den Platz neben Shoto zu, legte meinen Ranzen auf den Boden und holte alle meine Sachen heraus.
"Hey." Ich zuckte innerlich zusammen.
Seine Stimme war genauso fest, wie bei unserem ersten Treffen, als ich ihn beim.. Nicht an die Vergangenheit denken.
"Äh, hi.", stieß ich aus und schaute ihn an. Er musterte mich.
"Was?", fragte ich ihn etwas zu laut.
"Du hast dich verändert."
"Du auch.", entgegnete ich.
Er antwortete nicht.
Ich konnte Katsukis Blick hinter mir förmlich spüren und mein ganzer Körper versteifte sich auf einmal.
Hör auf mich anzugucken, du Dreckskerl!
"Alles gut?, erkundigte Shoto sich und schaute mich für einen kurzen Moment besorgt an.
"Würde es, wenn mich nicht ein blonder Kerl, der hinter mir sitzt, so zornig anstarren würde.", flüsterte ich so leise, dass nur er es hören konnte.
Er musste sich ein Lachen unterdrücken. "Gewöhn dich schon einmal daran, er ist immer so."
Nein, bei mir nicht. Y/n stopp, das ist Vergangenheit.
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Mein Kopf platzte gleich.
Nicht wegen dem ganzen Lernstoff (der sowieso schon unendlich viel war), sondern weil ich es immer mehr bereute, Kyoka das angetan zu haben.
Sie hatte mich bis jetzt kein einziges mal angesehen und mein Herz verkrampfte sich immer mehr.
Ich konnte das einfach nicht mehr aushalten.
Okay, scheiß auf all diese beschissenen Regeln, die ich aufgestellt habe.
Ich muss mich bei Kyoka entschuldigen und es wieder gut machen.
Ich starrte wie gebannt auf die Uhr und wartete, bis dieser Unterricht endlich vorbei war.
Noch zwei Minuten.
Noch eine Minute.
Es klingelte und ich atmete erleichtert auf und wollte aufstehen, bis Herr Aizawa plötzlich etwas sagte:
"So der Unterricht ist vorbei, aber Shoto und Y/n, kann ich kurz mal bitte mit euch beiden reden?"
Fuck, was ist jetzt schon wieder. Wieso genau jetzt man?!
Ich wandte mich sofort zu Shoto und schaute ihn fragend an.
Er antwortete nicht, sondern stand sofort auf und ging auf das Pult zu.
Ich musterte ihn für ein paar Sekunden und folgte ihm dann.
Mein Magen zog sich zusammen, als ich Kyoka aus dem Klassenzimmer verschwinden sah.
Ich muss noch dringend mit ihr reden.
Langsam folgte ich ihm und wir warteten, bis alle Schüler draußen waren.
Katsuki brauchte ja besonders lange.
Ich betete innerlich, dass dieses Gespräch jetzt nicht zu lange dauern würde, damit ich noch Kyoka einholen konnte.
"Okay also.", fing Herr Aizawa in einem ruhigen Ton an.
"Y/n, deine Mutter hat mir gestern geschrieben, dass du anscheinend Probleme mit deinem Quirk hast."
Ich biss mir nervös auf die Lippe und nickte leicht. Und wieso muss das Shoto umbedingt mitbekommen?
"Sie hat mir ihn beschrieben und für mich kam er ziemlich stark vor.
Ich habe dich noch nicht gesehen, aber es könnte sein, dass du Potential hast. Deswegen habe ich beschlossen, dass ich morgen, beim Üben einfach mal sehe, wie du dich anstellst und wenn es aber nicht so gut läuft, habe ich da schon eine Lösung."
Rede schneller, rede schneller, rede schneller.
Die Minuten verstrichen und Kyoka würde schon bald weg sein.
"Es wäre wirklich schade, wenn so eine gewaltige Kraft verschwendet werden würde, deswegen habe ich Shoto gefragt, ob er dir helfen könnte, falls du morgen wirklich so schlecht bist, wie deine Mutter es sagte."
Ich antwortete nicht, sondern zog nur scharf die Luft ein. Ich bin schlecht.
Ich bin eine Verschwendung.
Er redete einfach weiter: "Shoto ist mit seinem Quirk der stärkste Schüler der ganzen Jahrgangsstufe, deswegen wäre er eine echt gute Hilfe für dich.
Ist das für euch beide okay?"
"Ja.", antwortete er knapp.
Ich nickte nur langsam und noch immer in Gedanken verloren.
Ich bin schlecht. Schlecht. Schlecht. Schlecht.
"Okay, dann bis morgen." Er winkte mit seiner Hand ab und setzte sich auf das Pult.
Ich darf das morgen nicht verkacken, ich will keine scheiß Nachhilfe. Ich will aber auch nicht schlecht sein.
Shoto wechselte mit mir kein Wort, sondern ging einfach aus dem Klassenzimmer raus.
Ich zog schon mein Handy, um meine Mutter voller Wut eine Textnachricht zu schreiben, bis mir aufeinmal Kyoka einfiel. Scheiße!
So schnell ich konnte, rannte ich den unendlich langen und vollen Flur entlang, bis ich endlich auf dem Schulhof war.
Und genau da sah ich sie, wie sie gerade in den Bus einstieg und wegfuhr.
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