Kapitel 20
Katsuki:
Da stimmt etwas nicht.
Natürlich habe ich von dem Vorfall von Ibara und dem anderem Mädchen gehört, und obwohl nicht ihr Name genannt wurde, wusste ich sofort, um wen es sich handelte.
Ich habe Ibara beim Wettkampf gesehen und war mir sicher, dass sie rachsüchtiger als ich war. Und das heißt, wenn sie auf das Ritz-Mädchen treffen würde, würde sie sie wortwörtlich umbringen.
Ich bekam ein mulmiges Gefühl in meinem Magen und jede Minute verging immer langsamer.
Alter das scheiß Mädchen soll dir egal sein, sie interessiert sich genauso wenig für dich, wie du für sie. Ihr Pech wenn sie verprügelt wird. HÖR AUF DIR GEDANKEN ZU MACHEN!
Ich knackte vor Nervosität meine Finger und konnte nicht aufhören über sie nachzudenken.
Wieso habe ich nur so Angst um sie?!
Ich war einmal für sie da und jetzt reichts auch mal.
Ich biss mir auf die Zähne, um nicht gleich loszuschreien, weil die unzähligen Gedanken nicht verschwanden, aber aufeinmal kamen mir die Worte von Kiri in den Kopf.
"..Und warscheinlich bist du auch am sensibelsten von uns."
Sollte ich das eigendlich nicht als Beleidigung annehmen?
Ich tat es aber nicht.
"Ich muss gehen."
Abrupt stand ich auf und wartete auf keine Antwort, sondern wollte sofort loslaufen, bis aufeinmal Kiri mich am Arm packte.
"Wo willst du hin?"
"Zu ihr.", murmelte ich leise nur mit einem einzigen Tunnelblick.
Zu ihr.
Er ließ mich sofort los und so schnell ich konnte ging ich aus der Menschenmenge Richtung Eingang.
Ich hatte keine Ahnung, wo ich anfangen sollte. Die UA war riesengroß und es dauerte ja schon fünf Minuten von einem zum anderem Flur zu kommen.
Deswegen rannte ich.
Y/n:
Sie zog ein Messer.
Mein Herz raste, meine Adern pochten und Schweißperlen liefen mir über den Kopf.
Mein Gesicht war komplett nass wegen den Tränen und dem Blut und ich lag zitternd auf dem Boden.
"Ibara.. Bitte es reicht.", stöhnte ich schmerzvoll.
"Es reicht erst, wenn ich es sage!"
Ihre Stimme klang anders.
Nicht mehr menschlich.
"Ibara.. Du willst mich doch nicht.."
Ich wagte es nicht den Satz zu beenden, mir nicht einmal vorzustellen, was sie gleich machen würde.
Ich betete einfach nur. Betete zu Gott, dem Universum, zu allem was mir einfiel.
Nicht so. Ich will nicht so sterben.
Ich spührte, wie sie grinste und meine Haare packte. Und dann tat sie das schlimmste, was sie hätte tuen können. Sie schnitt sie ab.
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Die Zeit blieb stehen, die Erde hörte auf sich zu drehen und das einzige was ich sehen konnte, waren meine Haare, die neben mir auf den Boden fielen.
Immer mehr.
Sie schnitt und schnitt und schnitt.
Ich versuchte mich zu wehren, doch sie saß auf mir und klemmte meine Füße mit ihren ein.
Ihre Pflanzen fesselten meine Hände und ich konnte nichts tueen, außer zu schreien und meine Augen zu schließen.
"HÖR AUF! HÖR AUF! HÖR AUF! BITTE!"
Tränen strömten über mein Gesicht und immer wieder hörte ich den Klang des Messers, wie es über meine Haare streifte und sie abschnitt.
Es fühlte sich an, wie eine Ewigkeit und irgendwann ließ ich los.
Ich nahm alles nur noch unscharf wahr, hörte nur noch meinen eigenen Atem. Jedes Gefühl wich aus meinem Körper und das einzige was ich spührte, war die unglaublich große Leere.
Ich wehrte mich nicht mehr.
Es war zu spät.
Irgendwann stand sie auf, doch ich blieb am Boden liegen und öffnete nicht meine Augen.
Ich wollte nicht sehen, wieviel sie abgeschnitten hatte.
Ich wollte ihr Gesicht nicht sehen.
Ich wollte mich selber nicht sehen.
Ich wollte nichts von dieser furchtbaren Welt sehen.
"Steh auf.", befahl sie in einem kalten Ton.
Ich reagierte nicht.
Aufeinmal packte sie mich an den Haaren und zerrte mich nach oben.
Alles tat weh, sowohl äußerlich als auch innerlich.
Als ich aufrecht da stand, blickte ich ins Leere.
Sie ergriff meinenArm und zog mich zu dem Schminktisch, wo sie vorher erst drauf saß.
"Guck dich an."
Ich zuckte bei ihrem Ton zusammen, doch gehorchte nicht.
"GUCK DICH AN!"
Als ich aber doch in den Spiegel blickte, bleib mein Herz stehen.
Meine Haare waren nicht länger als bis zu meinen Schultern. Vielleicht sogar kürzer.
Alles war in sich verknotet, ich hatte ein blaues Auge und mein Gesicht war vollgeblutet.
Alles in mir zerbrach.
Und das nur wegen ihr.
"Fahr zu Hölle.", flüsterte ich und starrte sie eiskalt an.
"Was hast du gesagt?" Ihre Stimme klang gefährlich, doch ich hielt ihrem Blick stand.
Ich spührte gar nichts mehr und mir war alles egal. Würde sie mich umbringen, wäre mir sogar das egal.
Mein Gesicht war am Arsch.
Meine Haare waren am Arsch.
Mein Herz war am Arsch.
Und jetzt war gleich mein ganzer Stolz am Arsch und das würde ich nicht zu lassen.
"FAHR ZU HÖLLE.", stieß ich so laut es ging aus.
Gleich darauf riss ich mich aus ihrem Griff und stand auf, damit wir auf gleicher Augenhöhe waren.
Sie hob ihre Hand und wollte mir eine klatschen, doch ich wehrte ab.
Ibara schaute mich geschockt an, doch dafür hatte sie keine Zeit, denn im nächsten Moment hatte ich ihr schon ins Gesicht geschlagen.
Direkt auf ihre bandagierte Nase.
Es knackte.
Sie schrie auf und sank auf die Knie, doch ich hatte nicht vor sie zu treten, wie sie es getan hatte.
Ich rannte so schnell es ging zur Tür und lief aus dem Raum.
Mein ganzer Körper pulsierte.
Scheiße! Wie fest habe ich drauf geschlagen? Muss man wieder operieren? Wird sie mir folgen? Was passiert jetzt?!
Ich rannte, versuchte einen Ausweg zu finden und das einzige was ich spührte, waren meine laufenden Tränen.
Jeder Herzschlag wurde immer schneller und ich hatte Angst einen Infakt zu bekommen.
Ich konzentrierte mich auf nichts mehr um mich herum und blendete alles aus.
Ich rannte, rannte und rannte, aber wusste nicht wohin. Einfach nur rennen, das war mein Ziel.
Bis ich mit vollstem Tempo gegen irgendeine Person lief und sie einige Meter nach hinten stieß.
Ich zog scharf die Luft ein, als ich in Katsukis besorgte Augen blickte.
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