Kapitel 2
Y/n:
Die nächsten Stunden weinte ich.
Ich weinte und dachte nach.
Wieder schwirrten mir diese Gedanken in meinem Kopf herum.
Ich will nicht mehr leben.
Ich will sterben.
Ich habe niemanden der mich liebt.
Ich bin scheußlich, ich verdiehne es nicht zu leben.
Ich verdiehne es nicht geliebt zu werden.
Ich lag schweißnass auf meinem Bett und starrte die Decke an.
Meine Mutter war unten im Wohnzimmer und lästerte gerade mit ihren Freundinnen über mich ab.
Ich versuchte es auszublenden, aber immer wieder hallten ihre Worte in meinem Kopf wider.
"Wieso muss inmer ICH die Arschkarte ziehen. Sie hat alles von ihrem verdammten Drecksvater und nichts von mir geerbt. Sie ist so undankbar, ich habe ihr diesen Platz voller Mühe auf die U.A. geholt und was ist der Dank: Sie hat mich angeschrien! Kannst du dir das vorstellen? Pah, dieses Mädchen hat mich nicht als Mutter verdiehnt. Weißt du was sie verdiehnt hat? Bei assozialen Drogenjunkies zu leben und kein eigenes Stockwerk wie jetzt für sich zu haben!"
Ich zog meine Kopfhörer auf und schaltete die Musik auf ganz laut.
Alles ging mir durch den Kopf und immer mehr Angst staute sich in mir auf. Ich schaffe das nicht.
Ich besaß weder einen guten Quirk noch war ich sozial genug, um mit anderen Leuten ein angenehmes Gespäch zu führen.
Ich hatte Angst, mit anderen Leuten zu kommunizieren oder in der Öffentlichkeit unter vielen Menschen zu sein. Ich hasste es einfach.
Doch was sollte ich tuen? Meine Hände waren mir gebunden, ich konnte nicht einfach die Schule schwänzen. Sie würde es bemerken und dann würde es noch schlimmer für mich enden.
Doch wieso musste sie mich auf die U.A. schicken?! Sie wusste, dass ich nicht ein Held werden wollte. Ich hatte nicht einmal diesen Test für die Aufnahmeprüfung gemacht.
Abrupt stand ich auf und stützte mich mit meinen Händen vom Bett ab.
Warte mal, was?
Ja, ich habe die Aufnahmeprüfung nicht gemacht, aber wie kann ich dann auf die Schule?
Was hat sie getan, dass ich auf die Schule darf?
Alle möglichen Dinge gingen mir gerade durch den Kopf, während ich nach meinem Handy griff und ihr eine SMS schrieb.
Mom:
Du: - Mom, wie konnte ich überhaubt auf die Schule aufgenommen werden, obwohl ich die Aufnahmeprüfung nicht absolviert habe?
Meine Augen blieben die ganze Zeit wie gepannt auf dem Display hängen, bis sie nach einer halben Minute online kam. Als sie endlich schrieb, schluckte ich schwer.
Mom: - Ich habe mit dem Direktor geredet und er hat gesagt, dass er dich gerne aufnehmen würde, weil du potenzial hast.
Aha ist klar. Ich und potenzial ich würde mich freuen, wenn ich 20 Minuten Dauerlauf aushalten könnte.
Ich warf mein Handy zur Seite, weil ich mir sicher war, dass sie mir nicht mehr verraten würde und das es sowieso nicht stimmte.
Danach rollte ich mich in meine Decke ein und versuchte meine Gedanken zu unterdrücken.
Eine Woche später ( Montag, Juli, letzte Schulwoche vor den Sommerferien )
Mein Wecker klingelte.
Ich öffnete mühevoll meine Augen und starrte die Wand an.
Jetzt beginnt mein Albtraum.
Heute war mein erster Schultag und da wir erst gerade hergezogen waren, durfte ich die vorletzte Schulwoche zuhause bleiben.
Jetzt würde ich die einzige Neue sein und alle Aufmerksamkeit würde auf mir liegen. Meine Brust zog sich automatisch zusammen.
Das einzige Gute war, dass es die letzte Schulwoche war und es danach Sommerferien für zwei Monate geben würde.
Nach fünf Minuten stand ich gähnend auf und streckte mich.
Ich ging in mein eigenes Bad, welches nicht nur groß, sondern auch sehr modern und teuer aussah.
Alles war weiß und schwarz und der krasse Kontrast ließ meine Augen schmerzen.
Ich ging zum Spiegel und schaute mich von oben bis unten an.
Ich sehe erbährmlich aus.
Unter meinen Augen zeuchneten sich dunkle blau-lilane Augenringe ab und meine dunklen braunen Augen, die beinahe schwarz waren, sahen auch schon ohne sie aus, als hätte ich nächte lang nicht geschlafen.
Hatte ich auch nicht.
Ich betrachtete meine leichten Sommersprossen neben und auf meiner Nase.
Meine Brüste, die nicht zu klein aber auch nicht zu groß waren.
Meinen flachen Bauch, der mich daran erinnerte, wie oft ich mich für diese Form ausgehungert habe.
Und meine Hüften. Ich war kurvig, schon seit der Anfang der Pupertät und ich hasste es.
Ich hasste meinen Körper.
Schon immer hasste ich ihn, seit ich denken konnte.
Ich riss mich irgendwann aus meinen Erinnerungen und betrachtete zum Schluss meine Arme.
Narben.
Überall waren Narben, weiß verblasst oder erst neue Wunden, die bedrohlich rot aussahen.
Ich streifte über sie und bei jeder Narbe, die ich trug, wusste ich aus welcher Zeit sie stammte.
Als ich über die neuesten streifte, weckte es Erinnerungen.
Vor einer Woche war ich mitten in der Nacht, um vier Uhr, aufgewacht und hatte nichts anderes im Kopf.
Tu es. Tu es einfach.
Dieser Druck war so krass, dass mein Körper anfing zu zittern.
Ich könnte das Gefühl nicht mehr aushalten. Diese Hitze und diese Schreie in meinem Kopf.
Ich hörte nichts mehr, außer diese verdammten Schreie.
Also packte ich die Klinge von meinem Rasierer und tat es.
Für einen kurzen Moment bekam ich Luft. Freiraum. Ich spührte etwas und konnte durchatmen.
Aber nach ein paar Minuten fühlte ich mich leer. Als hätte jemand mein letztes Fünkchen Energie aus meiner Seele ausgesaugt.
Danach konnte ich nicht mehr schlafen. Das Pochen auf meinem Arm hörte nicht mehr auf und mein Herz raste.
Ich kniff die Augen zusammen.
Ich wollte mich nicht mehr daran erinnern. Ich versuchte die Szenarios auszutreiben und starrte stattdessen meine Haare an.
Meine dunkelbraunen bis schwarzen, dicken, dichten langen Haare, gingen mir bis zur Hüfte.
Das war das einzige was ich an meinem Körper liebte.
Ich hatte sie von meinem Vater.
Langsam fing ich sie an zu bürsten und machte mich fertig.
Ich zog mir einen Hoodie und eine Jeans an, auch wenn es Hochsommer und mein erster Schultag war.
Ich musste einfach meine Narben verstecken
Als ich fertig war, ging ich mit meinem Ranzen die Treppe hinunter, wo ein Zettel stand.
Meine Mutter war schon in der Arbeit. Nicht mal bei meinem ersten Schultag konnte sie für mich zuhause bleiben.
Auf dem Zettel stand:
Y/n, geh laut dem Direktor in das Klassenzimmer der 1B. Das ist deine Klasse.
Ich verdrehte die Augen. Nicht mal ein "Hallo" oder "Tschüss".
Egal, hatte ich auch nicht erwartet.
Ich nahm mir mein Longboard und ging aus dem Haus.
Ich brauchte ca. 20 Minuten, was hieße, dass ich mich verspäten würde, weil in zehn Minuten schon die Schule anfangen würde.
Den Bus hatte ich verpasst. Toll
Ich fuhr so schnell ich konnte, um nicht allzu spät zu kommen.
Der erste Eindruck zählte am meisten und eine Verspätung am ersten Tag, macht nicht besonders Pluspunkte.
Fuck, fuck , fuck!
Als ich endlich da war, war es schon 8.07 uhr.
7 Minuten verspätung, geht noch.
Als ich um die Ecke bog und das rießige Gebäude anstarrte, klappte meine Mundlade nach unten. Wow.
Dieses Gebäude konnte man nicht Schule nennen. Ich wollte nicht wissen, wie lange es gedauert hatte, es zu bauen.
Ich kam mir winzig vor. Kleiner als das kleinste Insekt, was es geben konnte.
Auch wenn ich dieses Gebäude auf irgendeine Weise fürchtete, steuerte ich darauf zu. Ich wurde gezwungen da rein zu gehen. Gezwungen von meiner Mutter
Ich. Habe. Angst.
(Hey, das war das zweite Kapitel und ja ich weiß, eigendlich ist Bakugou in der 1A, aber lasst euch einfach überraschen ja? Ich weiß es zieht sich, aber ich habe gesagt, es ist etwas anders, als die anderen Fanfictions. ;) Viel Spaß noch, eure Zuki <3)
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