Kapitel 130
Katsuki:
"Du und Y/n, ich kann es immer noch nicht fassen."
Kiri grinste mich an und ich musste meine Augen verdrehen, während wir auf dem Weg zum Kiosk waren.
"Du hast es doch schon seit langem gewusst, dass da was zwischen uns läuft. Wieso beschäftigt es dich immer noch so sehr?"
Er zuckte mit den Achseln und antwortete: "Keine Ahnung, aber ich finde euch echt süß. Du bist so anders, wenn sie dabei ist. Kein Großkotz mehr."
"Vielen Dank auch."
Ich rollte mit meinen Augen und zog mein Handy aus der Tasche, ehe ich auf Y/n's Chat ging, weil sie mir vor wenigen Minuten geschrieben hatte.
Y/n<3: -Heyy alles klar bei euch?
Ich bekam sofort ein flaues Gefühl im Magen. Wieso schreibt sie mir, wenn wir gerade mal fünfzehn Minuten weg sind?
Du: - was ist los?
- immer noch aufgeregt wegen der rede?
Die Häkchen wurden sofort blau und im nächsten Moment ploppte bereits die nächste Nachricht von ihr auf. Kiri und Denki sprachen in der Weile miteinander, aber ich blendete alles aus.
Y/n<3: - Das auch, aber ich meine etwas anderes
- Ich muss dir später was erzählen, es geht um Momo
Um Momo?
Ich antwortete nur mit einem "Okay", ehe ich mein Handy wieder in die Tasche steckte, weil Denki mich angesprochen hatte.
"Und Katsuki, was hat deine Geliebte geschrieben?", wollte er wissen und mein Magen zog sich zusammen.
"Sag mal, hast du auf mein Handy geglotzt?", knurrte ich und er brach im lauten Gelächter aus.
"Nein, ich habe nur geraten. Sie hat dich echt verweichlicht, weißt du das?"
Ich war kurz davor ihm seine scheiß Fresse zu polieren.
"Und ich verweichliche gleich dein Gesicht.", entgegnete ich und er riss leicht die Augen auf. "Kümmere dich zuerst mal um deine Freundin."
Denki's Grinsen war wie weggewischt und er starrte mich nur noch mit einer finsteren Miene an. "Halt einfach deinen Mund, ich hätte es euch nicht sagen sollen." Kiri und ich mussten uns ein Lachen unterdrücken, als er seine Schritte beschleunigte und uns einfach den Rücken zukehrte.
"Was brauchst du eigentlich für Tooru?", wollte Kiri wissen und verschränkte seine Arme vor der Brust.
Als Denki nicht antwortete, sondern stattdessen ohne ein Wort zu sagen nach zwei Minuten den Kiosk mit einem bunten Blumenstrauß und einer Packung Pralinen verließ blieb uns der Mund offen stehen. Denki hatte noch nie einem Mädchen Blumen und Schokolade gekauft. Wirklich nie. Bei Kyoka war er kurz davor, weil er sie tatsächlich mochte, aber da hat er nicht einmal mit dem Kiffen aufgehört. Er war alles andere als ein Romantiker, sondern eher ein vergeblicher Ausreißer.
"Davon muss ich ein Foto machen, sonst wird mir das niemand glauben.", stieß Kiri aus und Denki warf ihm einen zerstörerischen Blick zu.
"Wehe."
Ich musste so sehr Lachen, dass ich mir eine Hand vor dem Mund hielt.
"Und was ist der Anlass für ein solches Geschenk? Feiert ihr euer drei tägiges Jubiläum?"
"Halt einfach deinen Mund. Ich wollte ihr einfach eine nette Geste zum Sommerfest machen.", entgegnete Denki und rümpfte die Nase. "Im Gegensatz zu dir bin ich eben ein guter Freund."
Ich sparte mir eine Erwiderung, weil ich dazu gar nicht imstande war, da ich so sehr lachen musste. Kiri schloss sich mir an, ehe er Denki auf die Schulter klopfte.
"Kann es sein, dass du einen Liebestrank geschluckt hast?"
Darauf schlug Denki ihm leicht mit dem Blumenstrauß gegen die Seite und drohte: "Ich erdrossele dich gleich mit dem Teil."
"Kommt Leute, wir müssen langsam los.", meinte ich, obwohl ich die Beiden gerne noch länger hätte streiten sehen.
Eigentlich waren ich und Denki es immer, die kurz davor waren, sich gegenseitig umzubringen.
Nachdem wir wieder bei mir zuhause ankamen, fühlte sich die Stimmung im Raum anders an. Obwohl die Mädchen auf maximaler Lautstärke Taylor Swift anmachten und meist lachten, bemerkte ich immer wieder Y/n's besorgten Blick und Kyoka's tiefe Falten auf ihrer Stirn, wann immer sie Momo anschaute.
Was ist nur passiert?
Am liebsten hätte ich Y/n gleich gefragt, aber beschloss es erst zu tun, wenn wir alleine waren. Wir schauten uns in der Zeit immer wieder kurz in die Augen und es schien so, als könnten wir durch diese Blicke hindurch reden.
"Katsuki, ich kann das nicht.", deutete ihr besorgter Blick und die angespannte Haltung.
"Es wird alles gut.", war meine Antwort, wenn ich sie anlächelte.
Als sie mein Lächeln erwiderte, erwärmte sich mein Herz. Denki hatte recht. Durch Y/n bin ich wirklich verweichlicht, aber ich bereute kein Stück. Wegen ihr habe ich das Gefühl wiederlangt etwas zu spüren.
Soll er sich halt darüber lustig machen.
Nach zwanzig Minuten verließen wir das Haus und fuhren zur Schule.
Ich spürte wie sich Y/n neben mir immer wieder anspannte und drückte leicht ihre Hand. Ich war noch nie stolzer auf eine Person, als sie gewesen.
Sie hat so viel gemeistert und lächelte immer noch.
Als wir aussteigen, hackte sie sich an meinem Arm unter und ich hatte das Gefühl, dass wir eher auf ein Date, anstatt eines Schulfestes gehen würden.
Davon abgesehen sah Y/n einfach wunderschön aus. Ihre geglätteten hochgesteckten Haare, ließen ihre Augen nur umso mehr zur Geltung kommen und ihre glänzende Haut wurde von dem meeresblauen Cocktailkleid noch mehr betont. Sie sah aus wie eine Göttin.
Immer wieder musste ich sie anschauen, weil ich von ihrem Anblick nicht genug bekommen konnte. Ich liebte jede Version von ihr, aber nichts reichte an ihrem strahlenden Lächeln heran.
Und ich würde alles tun, dass ich es umso häufiger sehen würde.
"Wieso schaust du mich so an?", fragte sie und legte ihren Kopf etwas schief.
"Wie?"
Auf ihren Wangen bildeten sich Grübchen und leichte Lachfältchen.
"Als wärst du betrunken."
"Ach wirklich? War mir gar nicht bewusst gewesen.", antwortete ich und wandte mit einem Grinsen im Gesicht meinen Blick ab. Betrunken von der Liebe zu dir. Da ich aber irgendwo noch Katsuki war, sprach ich diese Worte nicht aus. Wenn Denki meine Gedanken lesen könnte, würde er sie wahrscheinlich irgendwann als Erpressungsmaterial benutzen.
Nachdem wir das Klassenzimmer erreichten und mit der Klasse und Herr Aizawa etwas die Zeit vertrieben, war es uns gestattet in der Aula und auf dem Pausenhof die verschiedenen Attraktionen und Essenstände zu besuchen. Y/n hatte noch eine halbe Stunde Zeit, bevor die Verkündung anfangen würde und ist mit Kyoka, Momo, Mina und den anderen Freundinnen auf einen Spaziergang gegangen.
Wir schrieben uns immer wieder kurze Nachrichten, weil ich sichergehen wollte, dass auch alles gut bei ihr war.
Mein mulmiges Bauchgefühl verstärkte sich von Minute zu Minute, bis es endlich Zeit wurde und wir uns vor einer Tribüne versammeln mussten.
Ich war einer der ersten mit Kiri und Denki, was auch daran lag, dass wir ganze fünfzehn Minuten zu früh dran waren.
Der Pausenhof wurde voller und voller und immer wieder hörte ich Leute um mich herum tuscheln. Den Schülern wurde nicht gesagt, über was Y/n reden würde, sondern nur, dass sie eine halten würde. Natürlich haben alle spekuliert um was es gehen könnte und hatten auch eine Ahnung.
Nach weiteren zehn Minuten war es bereits richtig voll und die Musik verstummte langsam. Auf einmal erschien der Direktor hinter der Leinwand mit einem Mikrofon in der Hand, bevor er in einem erfreuten Ton verkündete: "Guten Tag, Schülerinnen und Schüler der U.A! Ich hoffe, dass ihr einen schönen Aufenhalt auf dem Sommerfest hattet und ihn immernoch habt. Wie ihr ja wisst, gibt es jedes Jahr eine Verkündung zu einem bestimmten Thema und kurz davor einen Auftritt.
Dieses Jahr geht es jedoch um etwas ernsteres."
Er verstummte kurz und die Anspannung in mir war kurz davor mich zu zerfressen. Sein Blick verdüsterte sich etwas und seine Haltung verspannte sich merklich, ehe er fortfuhr: "Wie ihr alle wahrscheinlich schon gehört habt, gab es vor einigen Wochen einen Vorfall, der die ganze Schule erschüttert hatte. Zwei Mädchen sind auf Grund verschiedener Meinungen aneinandergeraden und haben hier für viel Tumult gesorgt.
Wir werden hierbei nicht genau auf die Details eingehen, aber es hat sich um Mobbing gehalten, was ein großes Thema auf dieser Schule geworden ist.
Aufgrundessen hat sich eins der zwei Mädchen dazu bereiterklärt von ihren Erfahrungen zu sprechen und uns aufzuklären. Bitte behandelt Ihre Rede mit Respekt, weil so etwas nicht selbstverständlich ist. Ich hoffe, dass wir alle etwas daraus lernen können und das Schulklima sich für das nächste Schuljahr um einiges verbessern wird.
Vielen Dank und bevor wir Y/n L/n auf die Bühne rufen, wird es noch eine kleine Einstimmung von unserer Schulband geben."
Die restlichen Worte blendete ich vollkommen aus. Alle um uns herum tuschelten und immer wieder fiel der Name Y/n und Ibara. Blut rauschte in meinen Ohren und ich konnte mir gar nicht ausmalen wie Y/n sich fühlte. Eigentlich wollte ich mit ihr bis zum Auftritt zusammen bleiben, aber sie hatte darauf bestanden alleine zu gehen.
Aber, was wenn..
"Hey, Katsuki oder?", hörte ich jemanden fragen und spürte eine warme Hand auf meiner Schulter.
Erst eine Sekunde später, realisierte ich wessen Stimme das war und klatschte blitzschnell seine Hand weg.
Ich trat ein Schritt zurück und funkelte Neito mit feurigen Augen an. "Fass mich nicht an."
"Zu spät.", antwortete er nur mit einem breiten Grinsen im Gesicht, was mein Adrenalin aufsteigen ließ.
"Alles gut, ich werde nicht dein Quirk benutzen, auch wenn es eine große Verlockung wäre. Ich wollte nur fragen wie es dir geht.", sagte er und ich verengte meine Augen. Dieser Mistkerl besaß die Gabe, den Quirk von jeder Person, die er berührte für fünf Minuten zu benutzen und meinen mochte er besonders. Wir sind vor einem Jahr öfters aneinander geraden und haben uns in Zweikämpfen mehrmals schon ins Krankenhaus gebracht.
"Mir geht's gut, danke der Nachfrage.", antwortete ich kühl und er blinzelte mich langsam an.
"Und wie geht's deiner süßen Freundin? Sie sieht in ihrem Outfit heute wirklich zum Anbeißen aus, oder?"
Ich ballte meine Hand zur Faust, doch zuckte nicht einmal mit der Wimper.
Stattdessen trat ich vor und legte fest meine Hand auf seine Schulter, ehe ich mich ihm mit meinem Gesicht bis zu seinem Ohr näherte. "Ich hoffe wirklich sehr für dich, dass du sie weder angesprochen, noch länger als fünf Sekunden angestarrt hast, oder wage dir sie noch berührt hast. Denn sonst hast du bald keine Schulter mehr und alle anderen Schüler werden auf Grund deiner Dummheit von einer riesigen Explosion überrollt." Meine Ton fiel auf Minustemperaturen.
Neito starrte mich nur gelangweilt an, doch ich konnte sehen, wie sich seine Pupillen weiteten. "Du bist nicht mehr der alte Katsuki und das weiß bereits jeder. Würdest du wirklich noch vor
Y/n's Auftritt für solch eine Aufruhr sorgen?"
Mein Griff verstärkte sich so sehr um seine Schulter, dass ich nur noch etwas mehr Kraft benötigte, um sie schmerzhaft auszurenken. "Sprich noch einmal ihren Namen aus deinem dreckigen Mund aus und finde es heraus."
Doch bevor er etwas darauf antworten konnte, fingen plötzlich alle an zu klatschen und die laute Stimme des Direktor ertönte durch den Lautsprecher. "Vielen Dank für diesen senzationalen Auftritt! Und zum Schluss folgt jetzt Y/n L/n, bitte einen Applaus für sie!"
Y/n:
Ich habe mich zweimal auf der Toilette übergeben. Und trotzdem war mir noch Übel.
Tränen liefen mir über das Gesicht, als ich mich über das Waschbecken beugte und etwas Wasser trinkte. Verdammt, ich hätte Kyoka und die anderen nicht verlassen sollen, wieso bin ich nur so dumm?
Genau in dem Moment, als ich meine Freundinnen zurückgelassen habe, weil ich noch etwas Zeit für mich selber brauchte, wurde mir so übel, dass ich es nicht mehr zurückhalten konnte.
Alles kam an die Oberfläche und mein Herz raste wie wild gegen meine Brust.
Ich lehnte mich schweratmend gegen die Wand und holte tief Luft.
Kyoka hatte Recht. Ich habe jedes einzelne Wort von meiner Rede vergessen. Wirklich jedes einzelne Wort.
Fuck, fuck, fuck!
Ich hielt mir eine Hand auf die Stirn, die vor Hitze fast explodierte. Mein Gesicht war komplett nass und mir ich spürte, wie sich mein Magen eng zusammenzog.
Ich bin wirklich din Desaster. Ich hatte verdammte drei Wochen Zeit eine scheiß Rede vorzubereiten und habe jetzt nichts, außer eine Begrüßung parat. Was ist nur los mit mir? Ich bin wirklich nutzlos.
Meine Gedanken flogen wie wild in meinem Kopf herum und zogen mich immer mehr in diesen tiefen Ozean, der mich monatelang verschluckt hatte.
Ich wusste, dass diese Gedanken reinster Schwachsinn waren, aber in diesem Moment klangen sie so ehrlich, dass ich ihnen einfach glaubte. Ich habe so oft versagt, es musste war sein.
Versagerin.
Plötzlich pulsierte das Kärtchen mit der Nummer von dem Gefängnis meines Vaters in meiner Tasche und ich zog scharf die Luft ein. Nachdem meine Mutter es mir nach unserem Gespräch auf dem Parkplatz gegen hatte, habe ich es immer bei mir getragen.
Ich habe so oft auf das Blatt Papier gestarrt, dass ich die Nummer bereits auswendig konnte. Obwohl ich bis jetzt nie den Mut hatte ihn anzurufen, hoffte ich jeden Tag, dass ich irgendwann diese Furcht von mir ablassen konnte. Ich hätte die Chance sofort ergriffen, aber jedes Mal, wenn ich auch nur daran dachte, lief mir ein düsterer Schauer über den Rücken.
Angsthase, Versagerin, nutzlos.
"Y/n, ich bin so stolz auf dich."
"Du hast überlebt."
"Ich liebe dich."
"Wegen dir kann ich wieder fühlen."
"Du bist nicht nutzlos."
Mein Herz blieb für eine Sekunde stehen, als ich Katsuki's Stimme in meinem Kopf nachhallen hörte.
Mein Griff verstärkte sich um das Kärtchen und das Ziehen hörte plötzlich auf. Du hast gelitten, geblutet und geweint. Und du hast all das überlebt.
Du kannst alles. Alles.
Ich starrte mich im Spiegel an und beobachtete, wie die letzte Träne über die Wangen rollte. Die letzte Träne, die aufgrund von Minderwertigkeitsgefühlen und Furcht entstanden ist. Ich werde heute noch einmal weinen. Und das vor Stolz und Freude.
Ich atmete tief ein und aus und spülte mein Gesicht ab. Die Übelkeit war wie aus dem Nichts verschwunden und auf einmal fühlte ich nur noch diese Energie in mir, die mich glauben ließ, alles zu schaffen, was ich wollte.
Du hast überlebt. Und ab jetzt lebst du.
Ich öffnete die Tür und trat wieder in die wahre Welt zurück. Die Gänge waren komplett leer, bis ich eine Gestalt genau neben der Tür, wo ich gerade herausgekommen war, im Augenwinkel entdeckte.
Als ich mich ruckartig umdrehte, starrte mich Neito mit amüsierten Augen und verschränkten Armen an der Wand angelehnt an und mir wurde unangenehm warm. "Hallo Y/n."
Ich presste kurz meine Lippen aufeinander und wusste für einen Moment nicht, was ich antworten sollte.
"Bist du mir gefolgt?"
Ich erinnerte mich noch daran wie er mich vor fast einem Jahr mitten im Klassenzimmer bloßgestellt hatte, indem er mir vorgemacht hat, mich begrabschen zu wollen. Neito war die Art Typ, von der man sich unbedingt fernhalten sollte und das war mir bereits in der ersten Sekunde bewusst gewesen.
Er zuckte mit den Achseln. "Kann gut sein. Du hast ganz schön lange auf der Toilette gebraucht."
"Wieso folgst du mir?" Ich ging einen Schritt zurück und bemerkte, wie sich sein Gesicht leicht verzog. Er analysierte mich regelrecht von oben bis unten.
"Weil ich dir viel Glück für deine Rede wünschen wollte.", antwortete er und lächelte leicht.
Ich schluckte schwer. "Danke schätze ich, ich muss jetzt los." Als ich ihm, aber den Rücken zukehrte, um zu gehen, hörte ich plötzlich schnelle Schritte hinter mir und beugte mich blitzartig auf den Boden, um mit meinem Fingern den Boden zu streifen, bevor ich binnen einer Sekunde meinen Quirk freisetzte und einen verhärteten Schild um mich herum erschaffte.
Neito starrte mich mit etwas weit aufgerissenen Augen an und seine Hand war immer noch in meine Richtung ausgestreckt. Er hätte mich berührt, wenn mein Schild uns nicht abgetrennt hätte. Er stand kerzengerade vor mir und schaute mich amüsiert an.
"Gutes Gehör."
"Du hast kein Recht mich anzufassen.", gab ich in einem festen Ton zurück und hielt den Schild immer noch aufrecht.
Er trat ein Schritt vor und legte seine Handfläche auf meinem Quirk ab. "Eigentlich solltest du bereits wissen, dass ich auf Rechte scheiße und mir gerne einfach das nehme, was ich möchte, Y/n."
Mein Herz schlug schwer gegen meine Brust. Nein, dieses Arschloch verdiente es nicht gefürchtet zu werden. "Du kannst mich mal."
Neito zog überrascht seine Augenbrauen hoch. "Ich hätte von so jemandem wie dir kein so freches Mundwerk erwartet."
"Von so jemandem wie mir?"
Er musterte mich kurz, ehe er kühl antwortete: "Von einem Opfer. Ich weiß, dass du eigentlich Angst vor mir hast,
Y/n. Pass besser auf, was du sagst, denn ich kann das gleiche mit dir anstellen wie Ibara mit dir. Wenn nicht sogar schlimmer."
Dieser.. fuck.
Jede Furcht verschwand und ich hörte nur noch das Blut in meinen Ohren rauschen. Langsam ließ ich das Schild zwischen uns fallen und trat ihm so nah, dass uns nur noch wenige Zentimeter trennten. Obwohl Neito leicht auf mich herabblickte und gut zwanzig Zentimeter größer war, funkelnde ich ihn mit lodernden Augen an.
"Okay, fass mich an und versuche meinen Quirk zu bändigen. Aber ich sag dir eins, ich konnte diese Kraft in mir jahrelang nicht bändigen und habe damit fast deine Geliebte Ibara umgebracht. Und ja, ich weiß, dass du auf sie heimlich stehst, dass ist mehr als offensichtlich. Aber um ehrlich zu sein passt sie nicht zu dir. Du bist im Gegensatz zu ihr nur ein Hochstapler und bist schwacher als ein quirkloser Mensch. Also, fass mich schon an und versuche es." Meine Worte schnitten ihn bis in die Knochen.
Neito's Brust hob sich schwer, bevor er zögerlich seinen Arm ausstreckte und kurz davor war meine Schulter zu berühren. Doch als uns nur noch Millimeter trennten, zog er sie wieder zurück und fluchte.
"Wusste ich es doch.", sagte ich und grinste halbherzig. "Also, wir sehen uns auf der Verkündung. Du hast mir wirklich weitergeholfen."
Ich drehte ihm den Rücken zu und ging los. Neito's Stimme zitterte leicht, als er fragte: "Womit?"
"Das wirst du auf der Verkündung schon sehen."
"Fick dich.", stieß er aus und ich schenkte ihm nur einen Luftkuss.
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Ich konnte es nicht glauben, aber Neito hat mir aus irgendeinem Grund meine ganze Furcht genommen.
Ich wollte jetzt diese Rede vorstellen, auch wenn ich mich an nichts mehr erinnern konnte. Rede einfach drauf los.
Die Musik von der Band hallte in meinen Ohren nach und die Leadsängerin sang gerade das Lied Shameless von Camila Cabello wie als wäre sie die Sängerin persönlich.
Ich fühlte mich wie in einer Euforie.
Du kannst alles, verdammt. Du hast gerade Neito das Maul gestopft und genauso wirst du es auch jetzt tun.
Mach alle stolz, deinen Vater, Katsuki, deine Freundinnen und dich.
"Vielen Dank für diesen senzationalen Auftritt! Und zum Schluss folgt jetzt Y/n L/n, bitte einen Applaus für sie!", verkündete der Direktor nach dem Lied und ich hörte lautes Klatschen.
Fuck. Ich atmete noch einmal tief ein und aus, als ich meinen ganzen Mut zusammennahm und hinter der Leinwand hervortrat.
Jetzt ist dein Moment.
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