17. Dark Lion

Zoey's P.O.V

Seit einer Woche waren Josh und ich nun wieder in New York. Ich hatte ein wenig Zeit zum Nachdenken gebraucht und hatte ihn anschließend ausquetscht.

Ein Teil von mir wollte sich von ihm trennen, weil er Kindern Drogen verkauft hatte, aber ein anderer Teil wollte unbedingt bei ihm bleiben, damit Tyler nicht das Gefühl bekam, er würde gewinnen.

Verziehen hatte ich Josh nicht und diesen Scheiß würde ich ihm auch niemals verzeihen.

Aber wir waren ja schließlich keine zehn mehr und hatten uns wie Erwachsene es nun mal tun zusammengerauft.

Josh war vor fünf Minuten zur Arbeit gefahren und ich saß mit einem Brief in der Hand am Küchentisch und traute mich nicht, ihn zu öffnen.

Es war die Antwort vom Dark Lion.

Es nützte ja alles nichts, also riss ich den Umschlag kurzerhand auf und zog mit zittrigen Fingern das Schreiben heraus.

Sehr geehrte Miss Evans,

es hat uns sehr gefreut, Ihre Bewerbung erhalten zu haben und wir würden Sie gerne am 07.08.2016 zu einem Probearbeiten einladen.

Mit herzlichen Grüßen
S. Hilkis

Es war die erste halbe Zusage, die ich bekommen hatte. Eigentlich müsste ich mich ja freuen, aber irgendwie war mir mulmig zumute.

Wie sollte ich Josh erklären, dass ich vielleicht ab sofort bei Tyler arbeitete?

Aber Tyler war wahrscheinlich eh nie in seinem Club. Er hatte eine internationale Firma, die er leiten musste.

Also beschloss ich, im Club anzurufen und zum Probearbeiten zuzusagen.

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Zwei Tage später war schon das Probearbeiten.

Josh hatte es nicht wirklich gut aufgenommen, aber er verstand es, dass ich so lange dort arbeiten wollte und auch musste, bis ich einen anderen Platz gefunden hatte.

Ich war immer noch eine selbstständige Frau und musste mich nicht von meinem Freund abhängig machen.

Nun stand ich vor dem Dark Lion in einer schwarzen Skinny Jeans und einem lockeren grauen Basic-Shirt, dazu trug ich weiße Nikes. Es war ja schließlich keine Cocktailbar.

Ich betrat den Club und staunte nicht schlecht. Er war ziemlich edel gehalten und sah teuer aus. Jetzt fühlte ich mich doch, als hätte ich mein bestes Kleid rauskramen müssen.

Naja, jetzt gab es nichts mehr zu ändern, also marschierte ich erhobenen Hauptes zur Bar, hinter der ein Mann Früchte schnitt.

"Zum Tanzen bist du noch ein bisschen zu früh, Süße", zwinkerte er mir zu und pustete sich eine blonde Strähne aus dem Gesicht.

"Sehr witzig, Kleiner. Ich bin mit einem Mr Hilkis verabredet."

"Dann bist du also unser neuer Zuwachs", grinste er und wischte sich die Hände ab, bevor er mir seine rechte hin hielt. "Ethan."

"Zoey", sagte ich und gab ihm meine Hand. "Also, wo finde ich Mr Hilkis?"

"Momentchen ... STEVE!", brüllte Ethan, nachdem er sich halb gedreht hatte.

Im nächsten Moment kam ein schwarzhaariger Mann durch eine Tür hinter der Bar, die mir vorher gar nicht aufgefallen war.

"E, wie oft hab ich dir gesagt, dass du hier nicht so rumbrüllen sollst, irgendwann platzen mir noch alle Sektgläser!"

"Sorry Steve, aber Gläser platzen nur be hohen Stimmen, meiner Informationsquelle nach. Unser Küken ist da." Er deutete auf mich.

Küken? Ich war ja wohl eindeutig älter als der Furz vor mir.

"Miss Evans, freut mich, Sie kennenzulernen", sagte Steve und kam auf mich zu.

"Freut mich auch, Mr Hilkis. Sie können mich ruhig Zoey nennen", antwortete ich lächelnd.

"Ich bin Steve", grinste er mir zu.

Nach einer kurzen Unterhaltung zeigte er mir den Club. Es gab verschiedene Bereiche, einmal den öffentlichen und den privaten Bereich, den man mieten musste. Steve erklärte mir auch recht ausführlich, auf was ich achten musste. Dann stellte er mich dem anderen Personal vor.

"Ethan kennst du ja schon, er ist der Barkeeper zusammen mit Johnny und Linda."

Ein dunkelhäutiger Kerl und eine tätowierte Brünette winkten mir zu. Ich winkte einfach mal zurück.

(Johnny)

(Linda)

"Gekellnert wird meistens nur im privaten Bereich. Deine Kolleginnen sind dann Penelope, Toby, Faith und Aiden."

Die vier winkten nicht, allerdings grinste mich eine braun-blondhaarige, Frau an. "Hey, ich bin Penelope, aber alle nennen mich Penny. Ja, wie der Supermarkt in Deutschland, aber ich finds witzig, ich komm auch aus Deutschland und ich -"

(Penelope)

"Pen, jetzt halt mal die Luft an", unterbrach sie eine komplette Kopie von Ethan. "Ich bin Aiden."

Unwillkürlich musste ich kichern. Ethan und Aiden die Zwillinge. Fehlte nur noch, dass sie Werwölfe waren, die sich zu einem einzigen Monster verbinden konnten.

Dann war das schüchtern lächelnde Mädchen also Faith und der andere Junge Toby.

(Faith)

(Toby)

"Ich bin Zoey", sagte ich in die Runde.

"Okay, wir haben heute schon geschlossene Gesellschaft, dann kannst du dich ja direkt mal ausprobieren", sagte Steve mit einem kurzen Blick auf einen Plan an der Wand.

"Penny, zeig ihr die Umkleide und alles andere Nötige."

Penny zog mich in einen Nebenraum und zeigte mir einen leeren Spind. "Da liegen deine Arbeitsklamotten drin. Du hast vier Mal die gleichen Klamotten, damit es etwas leichter geht mit dem Waschen. Den Spind kannst du dekorieren wie du willst, aber bitte so, dass man es auch wieder abkriegt", grinste sie. Ich nickte verstehend.

"Okay, dann zieh dich um und komm dann zur Bar", sagte sie und verschwand aus dem Raum.

Nachdem ich mich umgezogen hatte erklärte mir Penny nochmal alles ausführlich.

"In einer Stunde kommen die ersten Gäste, so lange kannst du noch machen, was du willst. Um 23 Uhr wirst du dann als Kellnerin gebraucht", sagte Steve mir im Vorbeigehen.

Ich setzte mich zu Ethan, Johnny und Linda an die Bar, die dahinter mehr oder weniger hektisch arbeiteten.

"Und wie gefällt es dir hier so?", erkundigte sich Linda nach ein paar Minuten und strich sich ihre widerspenstigen schwarzen Haare aus dem Gesicht. Sie war wirklich eine Schönheit.

"Es ist schön eingerichtet und alle sind freundlich", antwortete ich. Linda grinste.

Wir verfielen etwas in Smalltalk, bis Toby kam und einen Arm um meine Schultern legte.

"Wann hast du heute aus?", fragte er mich grinsend.

"Bei dem musst du aufpassen, Toby knallt alles und jeden der keinen Schwanz hat oder nicht schnell genug weg rennen kann", informierte mich Linda.

"Alles Gerüchte", winkte Toby ab.

"Ob es Gerüchte sind oder nicht, es ist mir egal, denn ich bin vergeben", sagte ich.

"Verdammt. Da ist jemand hübsch und nett und natürlich sofort vergeben", grummelte er vor sich hin und verzog sich wieder.

Johnny warf sich währenddessen vor Lachen halb über die Bartheke.

"Der Kerl kriegt eine Abfuhr nach der anderen." Lachend wischte sich Johnny eine Träne weg.

"So läufts", sagte Ethan schulterzuckend.

"Ach halts Maul du Romantiker", kam es aus dem hinteren Teil des Clubs. Die Stimme klang verdächtig nach Toby.

"Du bist also romantisch veranlagt ja?", lachte ich Ethan aus, da er überhaupt nicht so aussah.

"Und wie", grinste er zurück. "Aber hör auf zu lachen, sonst lade ich dich nicht zu meiner Hochzeit ein."

"Mit deinem Spiegelbild?"

Er grinste augenverdrehend, zog Linda an der Hüfte zu sich und küsste sie.

Augenblicklich fielen mir die Verlobungsringe der beiden auf.

"Zeig mal her", sagte ich. Ich liebte es allgemein, über das Thema Hochzeit zu reden und dazu gehörten nun auch mal Verlobungsringe.

Sie trug einen silbernen Ring mit einem großen Diamanten in der Mitte an ihrem Ringfinger. "Der ist so schön, ich will auch", jammerte ich.

"Dann tritt deinem Freund in den Arsch."

"So Mädels, genug gequatscht, in fünf Minuten geht's los!", sagte Steve und klatschte in die Hände.

Na dann, auf geht's.

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