Reha

Die Reha lief nun schon einige Wochen. Meine Eltern waren mittlerweile abgereist, da es auf der Farm so viel Arbeit gab. Lucas besuchte mich ungefähr einmal in der Woche, da er mit den Proben für die baldige Aufführung so viel um die Ohren hatte. Die Reha selbst war ziemlich anstrengend. Ich wurde immer früh geweckt und wir begannen mit den Übungen, beziehungsweise ich begann mit den Übungen. Die Physiotherapeutin, die die Reha leitete war sehr nett, manchmal kamen auch andere Therapeuten, doch diese wirkten weitaus nicht so erfahren. Jeden Abend fiel ich erschöpft ins Bett. Und jeden Morgen wurde ich früh geweckt. So auch heute. Eine Schwester weckte mich wie jeden Tag sanft auf und half mir, mich in den Rollstuhl zu setzen, der neben meinem Bett stand. Morgens wurde ich immer damit in den Gymnastikraum gebracht, da ich noch nicht so sicher laufen konnte und  sehr müde war. Dort erwartete mich schon die Therapeutin. Sie lächelte mich freundlich an. Ich erwiderte ihr nettes Lächeln und setzte mich auf die Matte, die schon bereitlag. Sogleich begannen wir mit der ersten Übung, es war eine Aufwärmübung, trotzdem war sie schon ziemlich anstrengend. ''Sie machen große Fortschritte, Miss Webster'', lobte mich die Therapeutin. Ich wusste nicht genau, ob sie das nur sagte, um mich zu motivieren, oder ob sie es ernst meinte. Falls sie mich motivieren wollte, würde ihr das nicht gelingen, da ich meine Motivation verloren hatte. Manchmal fragte ich mich was mir das Laufen brachte, wenn ich nicht tanzen konnte. Bei jeder dieser Übungen schmerzte mein Rücken mehr.
Ich war froh, diese Einheit überstanden zu haben. Auf meinem Zimmer erwartete mich schon das Frühstück. Als ich mich auf mein Bett setzen wollte, sah ich eine Karte, die auf meinen Kopfpolster lag. Neugierig nahm ich sie. Sie war von Miss Rain.

Liebe Tara!
Als deine frühere Ballettlehrerin kenne ich deine Stärken, deine Schwächen und deine Schwachpunkte.
Ich kenne die Diagnose nicht, aber eins weiß ich. Du wirst das schaffen. Du bist kein Mensch, der aufgibt, du bist ein Mensch, der kämpft. Und ich glaube daran, dass du diese Verletzung bekämpfst.

In diesem Sinne, gute Besswrung!

Lucy Rain

Ich hätte nie gedacht, dass sie an mich denken würde. Aber es machte mich glücklich, dass sie es tat. Und wahrscheinlich hatte sie auch Recht. Ich war eine Kämpferin. Was ich einmal bekämpfen kann, besiege ich auch ein zweites Mal.

Bạn đang đọc truyện trên: AzTruyen.Top