Er
Die nächsten Tage verbrachte ich fast ausschließlich in meiner Wohnung. Ich wusste, dass ich eigentlich trainieren sollte, doch irgendwie fehlte mir die Motivation. Klar, es ging um meinen Wiedereinstrieg in die Kompanie, trotzdem schaffte ich es nicht, mich zum Traurig zu überwinden. Ich hatte eine Blockade. Wenn Christian mir doch helfen könnte...dann wäre alles viel leichter.
Die Tage vergingen. Ich ignorierte alle Annäherungsversuche von Lucas, um ihm klarzumachen, dass er mich erstens verletzt hatte, und ich ihn zweites verdammt nochmal nicht mehr liebe. Doch diese Tatsachen wollte er einfach nicht wahrhaben. Bald kam ich doch zu dem Schluss: ich musste mich von ihm trennen.
Ich verließ meine Wohnung, um das ganze ein für alle Mal zu beenden. Ich konnte es nicht mehr. Mit ihm zusammensein und trotzdem Christian lieben. Während ich das lange Stiegenhaus hinunter ging, dachte ich an die Zeit in der Akademie. An den ersten Tag im zweiten Jahr. Wir waren am Strand gewesen. Ich hatte mich über Eathan aufgeregt, weil er gesagt hatte, ich hätte mich gegen ihn und für Christian entschieden. Dabei hatte ich mich nur für mich selbst, mein Zuhause und meine Familie entschieden. Ich hatte Christian damals angejammert, Eathan sei ungerecht. Er hatte mir einfach nur zugehört, mit gut zu geredet und mich anschließend ins Wasser geschmissen. Es war ein schöner Tag gewesen. Kurz davor hatte ich Grace kennengelernt. Sis hatte ständig davon geredet, dass es an der Akademie so langweilig sei. Am selben Tag hatte sich Abigail auch dazu entschieden nett zu sein. Sie war ständig mit ihrer Pflanze herumgelaufen und hatte psychologische Sprüche von sich gegeben. Dieser erste Tag im zweiten Jahr hatte so viel verändert, und doch war alles gleich geblieben. Wenn ich so darüber nachdachte, verlief jeder Tag so. Täglich änderte sich irgendetwas, oft bekam man es aber gar nicht mit.
Gedankenverloren lief ich die Straße entlang. Die Stiegen vor der Kompanie hinauf. Und da stand er.
Bạn đang đọc truyện trên: AzTruyen.Top