Ehrgeiz

Es wurde immer heißer. "Ich kann nicht mehr", jammerte ich. "Gehen wir zurück", beschloss Christian, nahm mich an der Hand und lief mit mir zurück. "Danke", warf ich auf ein Mal ein. "Wofür?" "Dafür, dass du mir hilfst und für mich da bist", antwortete ich lächelnd. "Weißt du noch, der Abend, andem ich dich gerettet habe?" Wie könnte ich das vergessen? Ich saß alleine vor einem Club, da ich nicht hinein durfte. Es war todlangweilig. Doch Christian hatte mich gerettet, er hatte mich abgeholt und war mit mir zurückgegangen. Und dann...dann hatte er versucht mich zu küssen. Ich hatte jedoch einen Freund, genauso wie jetzt, nur mit dem Unterschied, dass Christian nicht mehr in mich verliebt war, oder?

Bei der Villa angekommen erwarteten die anderen uns schon. "Wo treibt ihr euch denn herum?", fragte Kat grinsend. "Man ist schließlich nicht jeden Tag in Europa", antwortete ich wenig aufschlussreich. Meine beste Freundin schmunzelte, als wir an ihr vorbeigingen. Ich wollte lieber nicht wissen, was sich in ihren Gedanken abspielte.

Abends lag ich lange im Bett, drehte mich hin und her. Ich konnte einfach nicht schlafen. Die heutigen Ereignisse waren im Moment einfach zu viel für mich. In so einer Situation gab es nur eine Sache, die mir helfen konnte. Ich stand auf, schlich die Stufen hinunter und lief vor die Villa. Dort befand sich ein kleiner Zaun, aufdem man Wäsche aufhängen konnte. Ich legte meine Hand auf das Holz und hob sachte meinen Fuß an. Bald spürte ich einen stechenden Schmerz. Ich hatte Angst, Angst zu stürzen. Dennoch versuchte ich es nocheinmal. Bei Christian hatte es auch weh getan, doch bei Weitem nicht so extrem. Was war bei ihm nur anderes gewesen? Ich probierte es erneut. Der Schmerz ließ nicht locker. Traurig sackte ich auf dem Boden zusammen. Hatte Christin vielleicht doch unrecht? Ich sollte eher dem Arzt glauben und das Ballett ein für alle Mal sein lassen. Gerade als ich wieder hinein gehen wollte hörte ich eine vertraute Stimme hinter mir: "Kannst du auch nicht schlafen?" Ich schüttete den Kopf und schaute zu Boden. Christian hob mein Kinn an und schaute mir tief in die Augen. "Tara, was machst du hier draußen?" "Nichts", gab ich leise von mir und wollte wieder hineingehen. "Du wolltest tanzen, oder?" Ihn konnte ich nicht anlügen, er kannte mich so gut, wie kaum jemand sonst. "Und du?", wollte ich nun wissen. "Ich habe gehört, dass jemand die Stiegen hinuntergeganen bist", antwortete er. Christian legte meine Hand zurück auf den Zaun und drückte meine Hüfte leicht nach innen. Dann drückte er mein Beim leicht hinauf. Das machte er ein paar Mal, der Schmerz linderte sich ein wenig. Ich musste zwar immer noch die Zähne zusammenbeißen, doch zumindest hatte ich nicht mehr das Gefühl sofort losweinen zu müssen. Plötzlich richtete Christian sich auf. Sein Gesicht war nahe an meinem. Er kam auf mich zu. Ich schreckte zurück. Er wollte mich küssen. Nein, das hatte ich mir bestimmt nur eingebildet. Doch sein Gesichtsausdruck sagte es mir. Es war keine Einbildung. "Tara..." Doch ich wollte ihm nicht zuhören. Mir ging es schlecht und das einzige was ihm einfiel war mich zu küssen? Ich wollte einfach nur weg. Schnell lief ich an ihm vorbei zurück in die Villa. Ich wollte allein sein, das sagte mir zumindest mein Verstand. Doch was sagte mir mein Herz?

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