Alkohol

"Ach jetzt kommt schon. Wir können doch nicht den Rest unseres Lebens trübsalblasen", meinte Kat nach einer Weile, sprang auf und lief zur Bar. Kurze Zeit später kam sie mit acht kleinen Fläschchen Schnaps zurück. "Kat, Alkohol kann unsere Probleme auch nicht lösen", jammerte ich. "Lösen nicht, aber lindern", konterte sie und setzte eine Flasche an. Aus Frustration griffen nun auch die anderen zu. Und irgendwie hatte sie ja Recht, gerade würde ich alles tun, um meine Sorgen zu vergessen. Nachdem wir ausgetrunken hatten, hob Christian seine leere Flasche und rief:"Ich spendiere noch einen!" Nach und nach spendierte jeder einen Drink, eine Flasche Bier, Schnaps oder irgendwas anderes Alkoholisches. Nach ungefähr zwei Stunden verspürte ich ein leichtes Schwindelgefühl, weshalb ich beschloss, die Bar kurz zu verlassen. Draußen bot sich mir ein Anblick, der mich staunen ließ. Der Mond spiegelte sich im Meer, mein Schatten zeigte sich im weißen Sand wieder. Kurzerhand entschied ich, einen kleinen Spaziergang zu machen. Langsam ging ich den Strand entlang, manchmal spürte ich einen stechenden Schmerz in meinem Rücken, dann machte ich eine kurze Pause. Mit der Zeit begann ich mich zu fragen, was ich jetzt mit meinem Leben anfangen sollte, jetzt, wo mein Lebenstraum, meine Bestimmung geplatzt war. Ich spürte den warmen Sand unter meinen nackten Füßen, meine Schuhe trug ich in der Hand. Ich fühlte jedes einzelne Sandkorn, dafür sollte ich dankbar sein. Da packte mich die Versuchung. Ich stellte mich langsam auf die Zehenspitzen und machte eine ausladende Bewegung, sachte beugte ich mich zurück. Der stechende Schmerz in meinem Rücken holte mich zurück in die Realität. Für mich war es ein für alle Mal aus mit dem Tanzen. Ich brauchte eine neue Bestimmung.
Ich drehte mich um und lief zurück in die Bar. Dort herrschte heitere Stimmung. Kat und Eathen tanzen lustig im Kreis, jeder der beiden heilt ein Glas Schnaps in der Hand. Grace sprang wild und ausgelassen auf einem der Tische herum, mit einer Flasche Bier in der Hand. Ollie und Ben lungerten an der Bar und spielten Schere-Stein-Papier, der Verlierer musste zahlen. Ich ließ meinen Blick weiter über den Raum schweifen. Doch was ich jetzt sah, raubte mir allen Verstand. Abigail saß auf Christian und die beiden küssten sich leidenschaftlich. Sie sahen aus, als würden sie das Treiben genießen. Als er sich nun von ihrem Mund löste und ihren Hals mit unzähligen Küssen versähte, konnte ich nicht mehr. Eigentlich sollte es mir nichts ausmachen, doch das tat es. Schnell ging ich hinüber zur Bar und bestellte eine große Flasche Schnaps. Ich setzte sie sofort an und trank mit großen Schlucken. "Noch eine", sagte ich als ich fertig war ich und knallte die leere Flasche auf die Theke. So trank ich mehr und mehr. Mir wurde schwindelig und schlecht, zu dem bekam ich noch schreckliches Kopfweh, doch das war mir alles egal. Ich trank und trank, genau wie alle anderen. Nach und nach verschwamm alles, ich setzte mich auf den Boden und ließ die halbvolle Flasche, die ich gerade in der Hand hatte sinken. Alles wurde schwarz.

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